Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenhügel, m.

sonnenhügel, m.
von der sonne beschienener, der sonne ausgesetzter oder zugänglicher hügel; besonders in dichterischer sprache:
wo reben sich um sonnenhügel gatten.
Göthe 2, 158;
wein her! von dem besten weine,
den der wilde Ungar säuft,
und von jenem, der am Rheine
auf den sonnenhügeln reift!
Voss s. 229 Sauer, var.
in typischem und bildlichem gebrauche:
die tugend sieht kein grab und Schacher keine grufft,
sein nach-ruff bricht durch stahl und schwingt sich durch die lufft
der bleichen finsternisz nach Salems sonnen-hügeln,
da, wo die seraphim der weisen lob erhöhn,
und siebzig ältesten in weisen kleidern stehn,
und mit des lammes blut ihr sternen-mahl versiegeln.
Günther 607;
da wo die musen ihren silberquell,
den sonnenhügel und den schattenhain
besuchen.
Herder 11, 278 Suphan;
verlässet er (dein gott) dich nicht, so hoffe ich
bald süszern lobgesang
zum schnellen wagenkampf zu singen, kommend
mit neugefundner schöner bahn der worte
zum sonnenhügel Kronius.
26, 192;
winkte mir vom mondenlicht
Afroditens auge nicht
nicht vom sonnenhügel?
Schiller 1, 241;
zu der wahrheit lichtem sonnenhügel
schwang sich unser flügel.
281;
wir, des nassen kinder und des kalten,
empor gehoben zu dem sonnenhügel.
Rückert (1882) 3, 157 (edelst. u. perle 18);
mein geist stand auf der hoffnung sonnenhügeln.
Grillparzer⁵ 1, 224.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1655, Z. 52.

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Zitationshilfe
„sonnenhügel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenh%C3%BCgel>, abgerufen am 16.10.2021.

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