Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenhut, m.

sonnenhut, m.
1)
hut, der vor den sonnenstrahlen schützt. Campe: dem der über felde reisen wil, stehen die stieffeln ... wegen des koths wol an: und die sonnen (schein-) hut wegen der sonnen. Comenius sprachenth. 481; ich ... schlug, als ein diadem ..., das blaue strumpfband um meinen sonnenhut. Thümmel reise 4, 144; eins davon (ein johanniswürmchen) legte er auf seinen, und das andre auf Marianens sonnenhut. Siegwart (1778) 3, 228;
schmückt mit kirschenblüthenzweigen
euern grünen sonnenhut ...
(zephyrn,) haucht auf ihre sonnenhüte
manches weisze blüthenblatt.
Hölty 132 Halm;
komm mit, geliebte! lasz uns eilend gehen
und unsre sonnenhüte nehmen.
Göthe 10, 304;
von dem sonnenhute niken
stolze federn.
Schiller 1, 307 (an Minna);
freier athmend hebt die holde
sonnenhut und busenflohr.
Kind 1, 172;
ein sonnenhut, als schild vor'm angesicht,
bedeutete, o sonne,
gewehrt sein würde meinem blick die wonne,
frei zu empfahn dein licht.
Rückert (1882) 1, 359.
dafür das deminutiv sonnenhütchen, n.: ein artiges kind, das schalkhaft unter seinem sonnenhütchen hervor blickte. Thümmel reise 2, 134; im sommer war sie, in ihrem strohernen sonnenhütchen, bey der heuerndte mit. Siegwart 1, 120;
irrt mit eurem sonnenhütchen
auf die frühlingsflur hinaus!
Hölty 132 Halm.
2)
name einer qualle, medusa umbella. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1656, Z. 7.

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sommertagslied sorgenbürde
Zitationshilfe
„sonnenhut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenhut>, abgerufen am 27.10.2021.

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