Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenland, n.

sonnenland, n.
das land (auf) der sonne: finstere wolken ..., welche in feurigen regengüssen wiederum herabstürzen, und als brennende ströme von den höhen des festen sonnenlandes sich in flammende thäler ergieszen. Kant 8, 339 (in der beschreibung einer brennenden sonne). gewöhnlich, ein sonniges, von der sonne bestrahltes und erwärmtes land: auch der Germane wuszte, dasz ihm das schöne und kostbare aus dem warmen sonnenlande kam. Freytag bilder 1, 289;
getrocknet honigsüsze früchte
von Bochara dem sonnenland.
Göthe 5, 155.
im ältern oberd. sunnlant geradezu für süden (zu dem hd. sunt, sunden?): und so eʒ von sunnlande weet (austrum flantem), so sprecht ir, wann eʒ wirt haiʒʒ. Luc. 12, 55 in einer Einsiedler handschr. des 15. jahrh., s. zeitschr. f. d. wortf. 2, 180; und si koment in osten und westen und norden und von sunnland. (Luc. 13, 29) s. ebenda. wir denken gern an ein östliches land (von wo die sonne kommt), vgl. oben Göthe und:
zartgeknüpfte zauberbande
leiten dich zum sonnenlande!
Kind 1, 267
(s. 265: östlich schwebt mein vaterland).
noch deutlicher als in dieser stelle ist ein himmlisches land gemeint: das sonnenland hinter den hügeln der gottesäcker, hinter den pestwolken des todes. J. Paul Kampaner thal 47.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1662, Z. 22.

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Zitationshilfe
„sonnenland“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenland>, abgerufen am 23.10.2021.

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