Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenlos, adj.

sonnenlos, adj.
der sonne beraubt, entbehrend, ohne sonne oder sonnenschein. Campe: welch ein herzerhebender anblick für einen, der kaum aus seinem einsamen, sonnenlosen kerker getreten war! Thümmel reise 7, 106; langsam durchschritten sie den düsteren, mit fliesen ausgelegten pesel, dessen hohe fenster nach einer engen sonnenlosen twiete hinauslagen. Storm 3, 162;
sonnenlos, leidtragend schreitet
bleich der junge tag hervor.
Brentano 3, 401.
übertragen:
das auge sieht die sonne näher blitzen,
doch arm und sonnenlos ist dieses haubt.
Herwegh ged. eines lebend.² 1, 98 (strophen aus der fremde 1);
du bist das sonnenlose morgenroth;
ein heitrer tag, den keine nacht bedroht.
Hoffmann v. Fallersleben ged.⁹ 97.
ungewöhnlich (adverbial): predigt der philosoph seine irrthümer: so gehen sie in kurzem sogar durch stumme widerlegungen, als kalte schatten sonnenlos unter. J. Paul vorsch. der ästh. 2, 75.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1665, Z. 67.

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Zitationshilfe
„sonnenlos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenlos>, abgerufen am 22.10.2021.

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