Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenschimmer, m.

sonnenschimmer, m.,
vgl. Campe: heller, milder sonnenschimmer lag über das land gebreitet. Anzengruber³ 3, 260;
rein strahlt die luft, und flockenleer,
im milden sonnenschimmer.
Miller bei Sauer Göttinger dichterbund 2, 315;
ach du rother sonnenschimmer,
ach wann kommst du kühler abend?
Tieck 1, 371;
nur flimmer
sah sie von luft in sonnenschimmer.
Immermann 13, 201 Hempel.
auch im plural, mehr vereinzelnd (ähnlich wie sonnenblicke): nur um das Tübinger schlosz glaubte man flüchtige sonnenschimmer zucken zu sehen. Herm. Kurz 2, 96;
dort, wo kein mittag flammt, kein nächtlich grauen
an kurze sonnenschimmer gränzt.
Göttinger musenalm. 1782, 5.
übertragen auf andern, ähnlich hellen glanz:
sie schwieg, und sieh ein bild des schönsten frauenzimmers!
es schien den göttern gleich, doch nicht von unsrer art,
fuhr durch den tempel hin, der fast zum himmel ward,
von wegen des von ihr geworffnen sonnen-schimmers.
Günther 516.
bildlich:
folge dir so immer, wie sich's wölken mag,
heitrer sonnenschimmer, dir zum eignen tag!
Göthe 47, 113;
der wahrheit sonnenschimmer starben hier,
wie eine flamm' in grüften matt sich senkt.
Matthisson ged. 127.
dafür: sonnenschimmern, solis radiatio, et candor illustrior. Stieler 1756.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1677, Z. 61.

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Zitationshilfe
„sonnenschimmer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenschimmer>, abgerufen am 21.10.2021.

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