Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonstig, adj.

sonstig, adj.
zu sonst, von Adelung als obd. bezeichnet, von Campe als niedrig, aber nicht verwerflich, heute allgemein üblich. vgl. sonst II, 2, h, ε.
1)
ander, ferner, übrig, in der regel, soweit sich damit der begriff des andersartigen verbindet: auf sonstige art. Adelung; seine sonstigen guten eigenschaften. ebenda; sie (nachbildungen anatomischer präparate) mochten in wachs oder sonstiger masse verfertigt sein. Göthe 23, 28; weil sie ihn vielleicht auch durch frühstücke und sonstige gaben, vielleicht auch durch ihre geschicklichkeit bestachen. 24, 233; bei alledem blieb sich Jakob in seiner sonstigen art gleich. Auerbach dorfgesch. 2, 148. für unser gefühl fremdartiger: der jurist, der sonstige wohlhabende und wohldenkende, niemand war von der magistratur ausgeschlossen. Göthe 48, 78.
2)
zu andrer zeit vorhanden: diese sorgfalt machte den capitain bei seiner sonstigen störrigkeit und oft unfreundlichem wesen, bei den leuten sehr beliebt. Lichtenberg 4, 165. in engerem sinne zu früherer zeit vorhanden, ehemalig. Campe: er konnte sich nicht enthalten, manche frohe vergleichungen seiner jetzigen lachenden lage im Haszlauer rosenthal mit seiner sonstigen anonymen im Leipziger anzustellen. J. Paul flegelj. 1, 152; meine sonstigen wünsche, die ich vormals hatte. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1749, Z. 29.

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Zitationshilfe
„sonstig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonstig>, abgerufen am 15.10.2021.

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