Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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sofa, sopha, m., n.

sofa, sopha, m. n.
ruhebett, polsterbett; morgenländisches wort (pers. sôfah, arab. suffa), das mit der sache im späteren 17. jahrh., wie im abendlande überhaupt (ital. sofa, franz. sopha, sofa), so auch in Deutschland bekannt geworden war und als orientalisch beschrieben wurde: soffa, ist bey denen Morgenländern eine gewisse art von betten, welche in denen säälen und cammern längst den mauren und an den fenstern von einer wand zur andern gehen, um darauf zu sitzen oder zu liegen. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1856; nach der mitte des 18. jahrh. als sopha oder sofa auch auf das deutsche lotterbett übertragen, das in derselben zeit den fremden namen kanapee (th. 5, 157) empfangen hat: bey uns nennt man heut zu tage sopha eine nachahmung der morgenländischen sophas, die nichts anders ist, als eine art von niedrigerm canapee ohne rückenlehne, dessen sitz und kissen willkührlich, entweder mit haaren und stahlfedern, oder auch mit eyderdunen angefüllt sind. man findet dergleichen hin und wieder in den wohnstuben und in den visiten-zimmern. frauenz.-lex. (1773) 3285; zunächst als masc.: wo man ihn ersuchte, sich auf einen unscheinbaren aber sehr weich gepolsterten sofa niederzulassen. Wieland 6, 86; ein wohl gepolsterter sofa. 88; kaum hatten sie hier auf einem sofa, der rings herum lief, platz genommen. 134; Ernst setzte sich mit Ferdinand auf den sofa. Klinger 8, 264; ist das der sofa, wo ich an ihrem halse in wonne schwamm? Schiller 2, 132 (räuber 4, 2); darf ich ihnen diesen sofa anbieten? 3, 397 (kab. u. l. 2, 3); sie wirft sich in den sofa. 458 (4, 6); so fällt sie, ohne den sopha erreichen zu können, erschöpft aufs angesicht über den teppich hin. Göthe 17, 363; korb ... den man neben sie auf den sopha setzt. 364; die gräfin ... setzte sich auf ihren sofa. 18, 323; er .. warf sich trostlos auf den sofa unter dem spiegel. 21, 160;
(er) legte, nicht ohne des sieges ein wenig sich zu schämen,
auf einen sofa sich hin in seinem vollen staat.
Wieland 5, 17 (n. Am. 12, 21);
nachdem er ihn ersucht,
sich auf dem sofa niederzulassen,
18, 255.
das heute herrschende neutrale geschlecht kommt erst später vor, im 18. jahrh. noch vereinzelt:
(der) sich nach hause
aufs sopha sehnt.
Gökingk 1, 267.
der genitiv erscheint, neben des sofas, auch undecliniert: er rückte bis in den äuszersten winkel des sopha. Anton Wall in den erzählungen des 18. jahrh. 57, 16 Fürst; (er) lag, in der stellung einer gesunden und vergänglichen ruhe nach der arbeit, auf dem obersten platze des sofa's. Wieland 6, 89; plural die sofas: (er) liesz sich elastische sofa's polstern. 8, 146; die eigentlichen sophas der Morgenländer sind blosze bänke einer halben elle hoch von der erde, die mit tapeten und groszen kissen beleget werden. frauenz.-lex. (1773) 3285.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1400, Z. 75.

sofa, sopha, m., n.

sofa, sopha, m. n.
ruhebett, polsterbett; morgenländisches wort (pers. sôfah, arab. suffa), das mit der sache im späteren 17. jahrh., wie im abendlande überhaupt (ital. sofa, franz. sopha, sofa), so auch in Deutschland bekannt geworden war und als orientalisch beschrieben wurde: soffa, ist bey denen Morgenländern eine gewisse art von betten, welche in denen säälen und cammern längst den mauren und an den fenstern von einer wand zur andern gehen, um darauf zu sitzen oder zu liegen. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1856; nach der mitte des 18. jahrh. als sopha oder sofa auch auf das deutsche lotterbett übertragen, das in derselben zeit den fremden namen kanapee (th. 5, 157) empfangen hat: bey uns nennt man heut zu tage sopha eine nachahmung der morgenländischen sophas, die nichts anders ist, als eine art von niedrigerm canapee ohne rückenlehne, dessen sitz und kissen willkührlich, entweder mit haaren und stahlfedern, oder auch mit eyderdunen angefüllt sind. man findet dergleichen hin und wieder in den wohnstuben und in den visiten-zimmern. frauenz.-lex. (1773) 3285; zunächst als masc.: wo man ihn ersuchte, sich auf einen unscheinbaren aber sehr weich gepolsterten sofa niederzulassen. Wieland 6, 86; ein wohl gepolsterter sofa. 88; kaum hatten sie hier auf einem sofa, der rings herum lief, platz genommen. 134; Ernst setzte sich mit Ferdinand auf den sofa. Klinger 8, 264; ist das der sofa, wo ich an ihrem halse in wonne schwamm? Schiller 2, 132 (räuber 4, 2); darf ich ihnen diesen sofa anbieten? 3, 397 (kab. u. l. 2, 3); sie wirft sich in den sofa. 458 (4, 6); so fällt sie, ohne den sopha erreichen zu können, erschöpft aufs angesicht über den teppich hin. Göthe 17, 363; korb ... den man neben sie auf den sopha setzt. 364; die gräfin ... setzte sich auf ihren sofa. 18, 323; er .. warf sich trostlos auf den sofa unter dem spiegel. 21, 160;
(er) legte, nicht ohne des sieges ein wenig sich zu schämen,
auf einen sofa sich hin in seinem vollen staat.
Wieland 5, 17 (n. Am. 12, 21);
nachdem er ihn ersucht,
sich auf dem sofa niederzulassen,
18, 255.
das heute herrschende neutrale geschlecht kommt erst später vor, im 18. jahrh. noch vereinzelt:
(der) sich nach hause
aufs sopha sehnt.
Gökingk 1, 267.
der genitiv erscheint, neben des sofas, auch undecliniert: er rückte bis in den äuszersten winkel des sopha. Anton Wall in den erzählungen des 18. jahrh. 57, 16 Fürst; (er) lag, in der stellung einer gesunden und vergänglichen ruhe nach der arbeit, auf dem obersten platze des sofa's. Wieland 6, 89; plural die sofas: (er) liesz sich elastische sofa's polstern. 8, 146; die eigentlichen sophas der Morgenländer sind blosze bänke einer halben elle hoch von der erde, die mit tapeten und groszen kissen beleget werden. frauenz.-lex. (1773) 3285.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1400, Z. 75.

sopha, m., n.

sopha, m. n.,

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s. sofa. als plur. erscheint neben dem gewöhnlichen sophas, sofas auch sophae:
sie eilten, sich auf die sophae zu strecken.
Sturz 1, 77.
zu den oben sp. 1401 und 1402 angeführten zusammensetzungen seien hier noch die folgenden nachgetragen:
sophagestell sophagestelle n.:
ein sophagestelle, für lose polster und lehnkissen bestimmt, war eben in arbeit.
Storm ges. schr. 5 (1884), 224,
sophakante f.:
das junge frölen hatte die nackten füszchen zu sich auf die sophakante gezogen und liesz sie behaglich von dem warmen sonnenschein beleuchten.
10 (1877), 71,
sophalägerig adj.,
von J. Paul gebildet nach bettlägerig, in einem zusammenhang, wo es viel, gern auf dem sofa liegend bedeuten musz:
wie sie (die natur) dem fieberkranken hunger nach sauerkraut und hering als heilspeisen giebt: so pflanzte sie der bett- und sophalägerigen frau den kunsttrieb nach tanzen ein.
J. Paul Lev. 2, 86.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1750, Z. 21.

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„sopha“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sopha>, abgerufen am 24.10.2021.

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