Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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sot, m.

sot, m.,
s. sod, sp. 1394 f. insbesondere
1)
das sieden, s. sod 2: thu es nachmalen uber ein fewer, unnd lass es sieden einen guten starcken wall oder sott. Würtz wundartzn. (1612) 412.
2)
magenbrennen, -säure, s. sod 4 und sodbrennen: sot, ὀξυρεγμία, ructus acidus, der sot. Alberus; der sod brennet ihn, plethorâ laborat, infestatur vel cruciatur rosione stomachica. Stieler 2016; mich brent der sot. Garg. 98ᵇ; morsellen vor den sodt. C. de Vogler hausz-apotheca (1667) im reg. (im text: morsellen wieder den sohr. 88ᵃ); das sodbrennen. man kan einem kinde gar keinen begrif davon geben; und doch klagts, ihn brenne der sod. Hermes Sophiens reise 4, 333 f., vgl. Frischbier 2, 343ᵃ;
er kaufft ir ein puͤsen suͤsszes prot
und der zymenrind ein lot,
er gabs der lieben fuͤr den sott.
wolgesmack word ir mundlin rot.
Heselloher lieder 1, 21 Hartmann;
item, wann jemand hat den sot,
so brauch ich Sanct Johannes brot.
Alberus fab. 173 neudr. (40, 73).
in abweichender schreibung oder lautform: sott (vgl. oben), orexis. voc. v. 1482, s. Schm. 2, 338; mit umlaut: wen der söd oder das stechen ankumpt. quelle s. ebenda 228; besonders sat, saat, s. theil 8, 1583: das hilft wider den sât. quelle bei Lexer handwb. 2, 1059; es brennt mich der sat, vexat me stomachi rosio, plethora dolet mihi. voc. v. 1618 bei Schm. 2, 228; der saath, ebullitio flavae bilis. nomencl. 1629, s. ebenda; sot, der ... effertur quoque der sad. Stieler 2016; mit schwacher bildung: orexis ... der sode. Dief. gloss. 400ᵇ; wer den sotten hab oder stechen. Schm. 2, 338. in neuern mundarten: bair. sôd, oberpf. sàd, sàud. Schm. 2, 228, tirol. sôd Schöpf 678, cimbr. als fem. sota, soata. cimbr. wb. 234ᵇ.
3)
brunnen, s. sod 5. dazu Lexer handwb. 2, 1059. Ch. Schmidt hist. wb. der els. mundart 330ᵇ dô sach er einen menschen wasser schöpfen in eime sode und schutte es in ein löchereht vas, dar ûʒ kan (kam) es wider in den sôt. Germ. 3, 412 (predigtmärl. 1). besonders nd., s. ferner Schiller-Lübben 6, 267ᵃ, soot, ziehbrunnen. Strodtmann 221. Schütze 4, 159; sô, sôd. Woeste 247ᵇ f.
4)
das gesottene, absud, brühe, s. sod 8. in diesem sinne meist neutr.: das sot von rotkol sol man ofte trinken. quelle bei Schm. 2, 338; ein ander soth auf gebackene fische. Coler hausb. (1680) 55ᵇ; geusz dieses sod auff die hüner, setze es zum feuer, und lasz es auffsieden. 63ᵃ. mnd. sôt, n. und sode, f., s. Schiller-Lübben 4, 296ᵇ; ostfries. sôd, sôt, sûd. ten Doornkaat Koolman 3, 253ᵃ. für eine (dicke) flüssigkeit überhaupt: ist in 18. wochen gelber sott ausz einem ohr gelauffen. C. de Vogler hausz-apothec (1667) 37ᵃ.
5)
übertragen (vgl. sode 2 und sotte): die weil nu sulche vorlesterer der lieben vetter wenen und yhre eygen vormeszne schlus yn einander brewen, ists nit wunder, das sie uns eyn sotte machen, daran eynem grawen mocht. Luther 1, 384, 30 Weim. ausg. (schriften 1, 48ᵇ). — einen in seinem sode leben lassen, s. sod 10:
doch wil ich euch
hiermit gewarnet han, ihr eltern alzugleich,
das ir gut achtung wolt auff eure kinder geben
und sie nicht lassen hin in ihrem sotte leben.
Hayneccius schulteufel 1, 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1816, Z. 27.

sot, m.

sot, m.,
mundartlich (elsässisch) für saat, s. das., th. 8, 1579, samen: ein sester vol sotes, hanfesot, zibelsot, magesot (in urkunden des 14. jahrh.), s. Ch. Schmidt hist. wb. der elsäss. mundart 330. das masc. ist in folgendem zeugnis deutlich: und uber kam er (Ulenspiegel) bei dem wasser kleine steinlin, und gieng uff der gassen für dem rathusz uff und nider und seget seinen sot zuͦ beiden teilen. da kamen die frembden leüt darzuͦ, und fragten in wz er seget. Ulenspiegel sagtt ich seg schelck. ... Ulenspiegel ward besendet, und im gebotten sein somen wider uff zuheben. .. da lehent er ein schiflin und wolt sein sack mit dem sot ... in das schiff lassen heben, ... (da) brach der sack mitten entzwei, und bleib der sot ... da. Eulensp. s. 115 f. neudr. (73. hist.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1817, Z. 8.

sot

sot,
s. sott.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1817, Z. 21.

sott, sot, adj.

sott, sot, adj.
und masc. dumm; thor, narr. lehnwort aus franz. sot (verwandt mit span. portug. zote, auch mittellat. sottus), dessen ursprung dunkel ist, s. Diez⁴ 347. daraus schon altengl. sott, sot Bosworth-Toller 898ᵃ, vgl. Skeat 575ᵇ. ferner mnl. sot, sott, holl. zot, vgl. Franck 1217. mnd. sot schwach, irrsinnig; narr, thor. Schiller-Lübben 4, 296ᵃ; auch in neueren nd. mundarten: brem. sotte lüde, sik sott upfören, wes dog kien sott (sei doch kein narr). brem. wb. 4, 927; ostfries. sott selten. Stürenburg 249ᵇ. ten Doornkaat Koolman 3, 259ᵃ. mhd. sot ziemlich selten, doch ohne landschaftliche begrenztheit, s. Lexer handwb. 2, 1058. in den belegen überwiegt der substantivische gebrauch:
wer nicht engloubet der ist ein sot.
Brun v. Schonebeck 8455;
wâ ist dîn guot, du veiger sot?
Heinr. v. Neustadt v. gotes zuok. 6134,
unde wone gi des, vil dulle sot,
dat laster ik wille unde spot
van alle minen vrunden liden?
Gerh. v. Minden 36, 49 Seelmann.
im nhd. kaum üblich: sott, m. stultus. fol. Schottel 1417, als nd. bezeichnet, ebenso bei Campe. folgende, in Frankreich geschriebene stelle kann natürlich für allgemeinen sprachgebrauch Deutschlands nichts beweisen: er wahr woll geschaffen, allein sein verstandt stimbte nicht mitt seiner figur überein; den es war der abgeschmackeste undt soteste herr, den ich mein leben gesehen habe. Elisab. Charlotte 2, 116 (vom j. 1698). — s. auch sottheit und sottise.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1903), Bd. X,I (1905), Sp. 1819, Z. 33.

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Zitationshilfe
„sot“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sot>, abgerufen am 16.10.2021.

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