Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

spielchen, n.

spielchen n.
deminutiv zu spiel, mnd. spelken, s. unten, ebenso neund. Dähnert 446ᵃ; hd. (mitteld.) ludulus spilchin. Dief. gloss. 338ᶜ, frühnhd. auch spielichen, s. unten Luther; mundartlich pfälzisch e spelche mache. Autenrieth 134, kölnisch spilche, pl. spilcher Hönig 149ᵃ. diese im fränk.-hess. weit verbreitete form auch in den briefen der Elisabeth Charlotte, s. unten.die bedeutungen lehnen sich an spiel II. zu II, 1: ich habe hir mein enckel mitt 3 oder 4 junge buben, die spillen spilger undt machen mich recht lachen, den sie spillen recht von hertzens grundt. Elisab. Charlotte 3, 144; zu II, 2: von allen spielger von freüllen Charlotte oder fraw von Wehlen erinere ich mich nur von dem: 'da kompt er hergegangen undt threhet sich ein mahl herumb undt wider ein mahl herumb mitt einem freündtlichen tack-tack-tack undt einen freundtlichen tick-tick-tick undt wider ein mahl herumb'. 123, s. auch 2, 27 unter spielen II, 1, q; der ... mit den kleinen mädchen versteckens ... und dergleichen spielchen spielte. Wieland 15, 158. zu II, 7: gar zu hart zu schlagen in spielger, da ist doch kein spas bey undt macht leicht händel unter die cavalirs. Elisab. Charlotte 2, 272; ja, wer reisen ... unternehmen will, ... wird nur dadurch besser fortkommen, ... wenn er spielt, oder sein spielchen versteht. Krünitz 157, 561; (7, f:) inzwischen war der stadtschreiber und der notar gekommen, um den kaffee zu trinken, und das tägliche spielchen um denselben zu machen. Keller 5, 20; (7, g:) er ... ging gern mit einem dutzend guter freunde auf die rehjagd, und hielt nach dieser anstrengung ein, wo möglich hohes spielchen mit seinen waidgenossen für die beste erholung. Immermann Münchh. 1, 58; gestern waren sie im land der kleinen spielgen. Göthe br. 3, 183 (an frau v. Stein, 7. nov. 1777). bildlich (II, 8):
drauf spielt' ich mit mädchen
ein wärmeres spiel;
schlecht fiel mir ein blättchen,
das spielchen zerfiel.
Rückert (1882) 2, 120.
zu spiel II, 11, b (ludus venereus): alse de buck up gheyd, so bryckt dat spelken uth, quando tumet venter, produntur facta latenter. quelle bei Schiller-Lübben 4, 311ᵇ. zu II, 11, g, δ: wollt gott, es kämen mir die juristen auch ins spielichen, so wollt ich sie auch redlich zerzausen und sie lehren, was subiectum juris hiesze. Luther 60 (tischr. 4), 358 Erl. ausg. sprichwörtlich: da hat man das spielchen gehen. Schottel 1117ᵃ. Wander 4, 704. zu spiel III: speelken kleine spielsachen. Dähnert 446ᵃ. merkwürdig ist die aus der Rabenau mitgetheilte redensart ich schätze, er hat ihr das spielchen zugedrückt, sie erdrosselt, s. Pfister 2. ergänzungsheft s. 36 f.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1904), Bd. X,I (1905), Sp. 2323, Z. 69.

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