stichtag m.
Fundstelle: Lfg. 17 (1937), Bd. X,II,II (1941), Sp. 2727, Z. 43
zu ausstechen 7 (teil 1, sp. 984), 'einen termin zu etwas ausstechen, auswählend bestimmen', also 'ausgestochener, festgesetzter tag', meist für juristische handlungen, früh schon in nd. urkunden: na deme dat dar eyn stekedach bynomet waart, vnde des an den van Lubeke neen borst en waart ..., zo kone wy vs anders nicht bevraghen (1373) Lüb. urkb. 4, 196; dat denne de erscreuene Herman eme enen stickdach nomen wolde, vppe welkem he sodanen breff bringen wolde (1465) ebda 10, 692; hd. erst seit dem 18. jh. nachweisbar, gern als 'für eine auktion festgesetzter tag' Jacobsson 7, 449ᵇ; Campe 4, 652ᵃ; (es wird) der termin des ausruffens, oder wie es eigentlich heiszet, der stichtag, anberaumet, und wenn solcher erschienen, alsdann ein brennendes licht oder kertze auf die tafel gesetzet ... so lange nun solches brennet, haben diejenigen, welche kaufen wollen, zeit einander zu überbieten Chomel 5, 1095 (zur sache vgl. auchdas gut an die kerze bringen 'unter den hammer' s. v. kerze 4 b teil 5, sp. 617). in neuester zeit ist stichtag meist 'für statistische zwecke, als kontrollzeitpunkt gewählter tag': ich (setzte) durch, dasz wir die arbeitslosen an verschiedenen stichtagen zählten A. Winnig der weite weg (1932) 271; danach sind während der unruhen, vom 19. april bis 15. juli als stichtag, 128 zivilisten getötet worden dt. zukunft 26. 7. 1936. —
Zitationshilfe
„stichtag“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/stichtag>, abgerufen am 17.11.2019.

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