Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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s. auch das vorige. der mangel eines bestimmten charakters, eines inneren gesetzes an einer kunstform oder künstlerischen haltung. noch im sinne einer sachlichen bestimmung: durchweg ebenerdige häuschen in portugisisch - brasilianischer stillosigkeit E. v. Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas² 44. meist mit stärker negativem wertton: jetzt wird das naturwilde selbst mechanisch, selbst nach der schablone verfertigt, die styllosigkeit wird zum style Fr. Th. Vischer ästhet. (1846) 3, 1, 64; (vielwisserei) verträgt sich nöthigenfalls auf das beste mit dem gegensatze der kultur, der barbarei, das heiszt: der stillosigkeit oder dem chaotischen durcheinander aller stile Nietzsche (1895) 1, 183; Meyerbeers ... nichtoriginalität und styllosigkeit sind so bekannt, wie sein talent R. Schumann ges. schr. (1854) 2, 224. im sinne von stilwidrigkeit: in einem hause, das ganz nach der mode eingerichtet ist, wo man kein altes stück und nicht die geringste 'stillosigkeit' findet, leben parvenus Rosegger III 5, 137.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 19 (1940), Bd. X,II,II (1941), Sp. 3030, Z. 35.
Zitationshilfe
„stillosigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/stillosigkeit>, abgerufen am 22.02.2020.

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