stimulieren vb.
Fundstelle: Lfg. 20 (1941), Bd. X,II,II (1941), Sp. 3141, Z. 31
antreiben, aus lat. stimulare, seit dem 16. jh. bezeugt: stimulirn stupffen, treyben, wie man den ochsen mit dem garteysen thuͦt reitzen, anmanen, bewegen, martern und engstigen Simon Roth teutscher dict. (1571) p 5ᵇ. im sinne von 'bewirken': lepra stimuliert den luxum, alsdann werden die frantzosen nachfolgen Paracelsus chir. (1618) 192 Huser. häufig ohne objektsausdruck: da nach einigen gemächlich und ohne stimulirenden zwang sich eräuszerten stühlen die blattern hernach sicher und ohne gefahr und schwere symptomata abgelauffen Breslauer sammlung v. nat. u. medic. gesch. (1717) 1, 134. 'beleben, in bewegung setzen' u. s. w.: wasserschnecken ... werden von ihnen ... geräuchert und eingemacht den Chinesen als eine stimulirende speise verkauft Ritter erdkde (1822 ff.) 5, 122; Gustav ist ein phlegmatiker, den nur gute gesellschaft und brausender umgang stimulirten Holtei erz. schr. 3, 58; ein verbrecher aus schwäche, den wir nicht allein von andern, sondern auch von sich selbst mit allen mitteln stimulieren sehen, die die schwächste kraft zur that aufstacheln müszten O. Ludwig ges. schr. 5, 299. zu etwas stimulieren 'veranlassen': nemlich der schulmeister der elementen gibt die underricht, und stimuliert dazu, als werde er mit der ruthen darzu getrieben Paracelsus op. (1616) 2, 400 Huser; Laszberg habe Levinen zu diesem ansuchen stimulirt Annette v. Droste-Hülshoff br. (1893) 277. ähnlich: was trieb und stimulirte den ehrsüchtigen Haman wider Mardochaeum Josquinus Betulejus disc. v. d. höchsten gut (1615) 234.
Zitationshilfe
„stimulieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/stimulieren>, abgerufen am 22.11.2019.

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