Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

streitbegier, f.

streitbegier, f.,
wie streitgier (s. d.) seit dem 18. jh. bezeugt; vgl. älteres streitbegierig: und eine gleiche streitbegier (wie er sie im gefecht zeigt) athmen seine briefe Ranke s. w. (1867) 1, 46.
1)
kampflust:
nur die, so dich belebt, zu kühne streitbegierde,
die deiner, Hector, dich heut selbst vergessen macht
Petrasch sämtl. lustsp. (1765) 2, 461;
über truppen ..., die blos sold, zwang, raubsucht und streitbegier vereinte, schaltete er ... unbeschränkt A. G. Meiszner Kapua's abfall (1798) 44; nur ein motiv beseelt diese ganze szene des (kriegerischen) tumults: streitbegierde, eifer mit dem feinde gemein zu werden Göthe I 44, 310 W.;
wir hofften auf dein heergebot,
o fürst, voll streitbegier
Schenkendorf ged. (1815) 113.
2)
zanksucht, neigung zu polemischer auseinandersetzung:
beydes galt ihnen gleich, doch weil die grünen das erste
lehrten, so sagten die blauen aus streitbegierde das andre
Bodmer d. Noah (1752) 55;
beiden extremen ging ... Andreä in allen seinen schriften zu leibe; der leeren wortklauberei wie der geistsucherei ..., der herrschenden streitbegier, wie dem betruge Herder 15, 61 S.; wenn vollends durch diesen streit 'Hallers leben' ... nur eine messe später erscheinen sollte, so würde ich die streitbegierde der Göttingischen gelehrten von ganzer seele verwünschen M. Mendelssohn ges. schr. (1843) 5, 549. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1957), Bd. X,III (1957), Sp. 1342, Z. 8.

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straszenläufer streitigkeit
Zitationshilfe
„streitbegier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/streitbegier>, abgerufen am 02.07.2020.

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