Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tüftelig, adj.

tüftelig, adj.,
s. tüftlig, sp. 1559/60.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1554, Z. 72.

tüftlig, adj.

tüftlig, adj.,
von tüfteln, vb., 'kleinlich, peinlich genau bei der arbeit, pedantisch-sorgfältig, klügelnd, grüblerisch, spintisierend, allzu umständlich'; in den hd. maa. weit verbreitet: Fischer schwäb. 2, 204; bad. wb. 1, 587; Meisinger Rappenau 200; Martin-Lienhart elsäss. 2, 658; Dang Darmst. wb. 169; Wegeler Koblenz 85; Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 37; Rovenhagen Aachen 145; Hönig Köln 181; Müller-Fraureuth 1, 219. ausdrücklich auch von der handarbeit gesagt, im sinne von 'peinliche sorgfalt erfordernd, schwierig auszuführen' bad. wb. 1, 587. die literarische bezeugung erweist die verbreitung des adj. über das ganze deutsche sprachgebiet; zunächst nur umgangssprachlich: ihr ... gedicht 'am 24. dezember 1852' gefiel mir recht gut. ich fand es ein wenig tiftlig, konnte aber keine eigentlich schwache stelle finden (1853) Fontane an Storm, br. 75 Gülzow; ich selbst stecke wieder in einer so psychologisch düftligen geschichte ('schweigen') (1882) Storm an Heyse in: briefw. 2, 53 Plotke; in der düfteligen winternovelle (1883) Storm an Keller 167 Köster; vadder Sodbrink bringt alles fertig, und wenn es irgendwo eine besonders tüftelige arbeit zu tun gibt, musz vater Sodbrink dazu heran A. Hinrichs mein heiteres buch (1941) 85 (nicht mundartlich begründet; vom vf. briefl. auf maa. tiepelig zurückgeführt). erst in jüngster zeit literarisch und meist kritisch-aburteilend: und setzten einen vertrag auf mit tinte und stempel, dasz er seine tüftlige apothekerrichtigkeit hatte qu. aus Siebenbürgen v. j. 1940; weit entfernt davon, pfuscherarbeit zu leisten, seid ihr vielmehr gar zu gewissenhaft, zu tüftlig. ... meine geduld jedenfalls ist erschöpft Birkenfeld schwarze kunst (1943) 121; zunächst ist die begriffsbestimmung nicht scharf, und nur durch etwas tüftelige unterscheidungen kommt Schlüter zu einer begrenzung des stoffes Alfr. Hettner allg. geogr. d. menschen 1 (1947) 8. dazu als junge abstraktbildung tüftligkeit, f.: schon wollte sie nadel und faden holen, da hörte sie in sich wieder den oft vernommenen scherzhaften vorwurf des bruders wegen ihrer tüfteligkeit P. Dörfler Apollonias sommer (1934) 85.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1559, Z. 55.

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Zitationshilfe
„tüftelig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCftelig>, abgerufen am 24.07.2021.

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