Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tümmerze, f.

tümmerze, f.,
'gefängnis', formvariante des auch als temnitz, timnitz, tümnitz (s. teil 11, 1, 1, 501), tymmenitcze (s. u.), temenitze Schiller-Lübben 4, 526, temlitz, tömlitz Frischbier pr. 2, 398, tims Schröer ungr. bergl. 44 u. tämelz (über magy. tömlöcz) Kramer Bistritz 129 ins dt. gedrungenen slav. timinica kerker (russ. temníca, poln. ciemnica, tschech. temnice, s. Ph. Wick die slav. lehnwörter i. d. nhd. schriftspr., diss. Marburg 1939, 96 u. 102), die in älterer ostmd. sprache mehrfach bezeugt ist (s. auch Müller-Fraureuth obers. 1, 261 u. Weinhold schl. 101): nischte anders, as wen inner (als wenn einer) in der tümmertze sesze und krigte nischte as schimlich brudt (brot) und stinckende wosser im suntige (sonntage) ze frassen und ze sauffen Gryphius lustsp. 257 Palm; der mann ist durchgangen, hat viel schulden gemacht. nun dencken sie, die frau hat was beym kopffe kriegt, das sie nun nicht heraus geben will, da steckt sie nun in der tümmertze, und wo niemand gut vor sie wird, so möchte sie nicht so bald auff ihr ritter-gut spatzieren können Chr. Weise theatral. sittenlehre (1719) 110; hat er nicht den obristen Widewitz gekennt, der die alte timmertze oberhalb der Weichsel eingenommen hat? ders., erznarren 101 ndr.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1751, Z. 16.

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Zitationshilfe
„tümmerze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCmmerze>, abgerufen am 11.07.2020.

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