Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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tummler, m.

tummler m.
ältere sprache kennt verschiedene formvarianten (s. auch unter dummeler teil 2, 1515 u. vgl. die formen von ².³tummeln): mhd. tumelære, tumeler, tumler mhd. wb. 3, 128; Lexer 2, 1566; spätmhd. gelegentlich mit angleichung des l an r: tumerære Ottokar v. Steiermark österr. reimchron. 31881 Seemüller u. ö. (vielleicht von tum[m]ern beeinfluszt, s. dort u. vgl. auch die ältersteir. form tummerer); mit eingeschobenem b (s. Weinhold alem. gr. 120): tumbeller der sœlden hort 6526 Adrian; tumbeler (Straszburg 1400) s. u. 1 c und mit umlaut: tümeler Marienburger tresslerb. s. u. 1 a; vereinzelt findet sich bereits doppelschreibung des nasals als zeichen der vor m erhaltenen kürze des stammvokals: tummler Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österr. 11968 Regel, sowie anlautende lenis: dummler (Frankf. 1384) bei Lexer a. a. o.; frühnhd. tumeler voc. rer. (15. jh.) s. u. 1 a; thumeler Schütz hist. rer. Prussic. (1599) 76ᵇ (2. buch); tummeler Stieler stammb. (1691) 2361; synkopiert: dumler Schönsleder s. u. 1 b; dumlher Hertzog s. u. 1 c; dümmler Frischlin s. u. 1 b; tummler Justinger s. u. 3 a; mnd. tumeler, tummeler Schiller-Lübben 4, 629; tommeler (15. jh.) städtechron. 14, 849 (Köln); mndl. tumelaer, tuymelaer, tumeler(e), tuymeler(e); ndl. tuimelaar Verwijs-Verdam 8, 765; me.-ne. tumbler Murray 10, 1, 459; aus dem dt. entlehnt sind dän. tumler u. schwed. tumlare (s. Falk-Torp 2, 1298). — in heutiger mundart überwiegt die umlautform, z. t. mit länge des stammvokals: tümeler brem.-nieders. 5, 128; tümeler, tü̂mler, tümler Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 445; tüümler Böning Oldenburg 119; tümmler Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Schütze holst. 4, 288; Dähnert pommersch - rügische ma. 497; Danneil altmärk.-plattdt. 229; Mi mecklenb. 95; Leithäuser Barmen 161; Rovenhagen Aachen 149; Hönig Köln 183; dümmler, tümmler Elberfelder ma. 44 u. 166; tü̂melær Schambach Göttingen 236; tuemelaer Fromme Hohenbostel (niedersächs.) 86 Alpers; obd. nur vereinzelt nachweisbar: tümmler Fischer schwäb. (in Ulm) 2, 454; tummler, tummerer Unger-Khull steir. 182. — die (nominativ-) form des plurals stimmt im allg. mit der des singulars überein; in nd. mundart findet sich (wie im mnd. u. ndl.) vereinzelt ein s-plural: tûmelærs Schambach Göttingen 236, der gelegentlich auch eingang in die schriftsprache findet: tümmlers Lichtenberg s. u. 2 a α, sowie bei Dieder. v. Stade unter 3 b und Röding unter 3 e. — die obengenannten formen gehören (mit ausnahme von tumbeler, Straszburg 1400; s. ferner unter 1 c) zu ableitungen von ³tummeln. nomen agentis zu ².³tummeln (s. dort u. vgl. die ältere, von tûmôn rotari abgeleitete bildung tûmari 'histrio, scurro, (pl.) salii' ahd. gl. 1, 292, 70; 2, 662, 56; 3, 383, 1; 4, 203, 70), das in mehrerenzu verschiedenen zeiten aufkommendenanwendungen an dessen bedeutungen anschlieszt.
1)
berufsbezeichnung.
a)
'tänzer, akrobat' (zu ³tummeln sich drehen, tanzen, springen A 4; vgl. ahd. tûmari histrio, sowie springer [1 c] teil 10, 2, 1, 103), so auch im mnd., mndl. und engl.: item 1 firdung, eyne basune zu bessern dem tumeler am tage Petri et Pauli (1401) Marienburger tresslerb. 114, 37 Joachim; item 1⁄2 m. dem tuͤmeler gegeben (1404) ebda 320, 12; tumeler vel springer 'iditum' voc. rer. (15. jh., obd.) bei Diefenbach-Wülcker 878; im selben winter vor fastelobendt spilte ein tumler zu Dantzke auf dem könig Artus hoffe im follen harnisch bei obents zeiten; vor dem ratstul sprang er den mordsprung und bey lichte von einer tafeln vnd hatte 2 degen auf seiner kehle. ein Holander, der im zusach, der beschweimte Kaspar Weinreich bei Passarge a. d. Weichseldelta (1857) 68;
und zween haupttummler δοιὼ κυβιστητῆρε) tanzten im kreise
Voss bei Campe 2 (1808) 572;
vereinzelt noch mundartlich nachweisbar: tüümler 'gaukler', selten gebraucht Böning Oldenburg (1941) 119.
b)
'bereiter, zureiter' (zu ³tummeln zureiten, abrichten B 2 b): equiso bereyter, roszdümmler Frischlin nomencl. (1591) 276; lampsidio roszdumler Schönsleder prompt. (1618) L 7ᵇ; tummeler maneggiatore di cavalli; pferdetummeler idem, cavallerizzo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1161ᶜ; vereinzelt im sinne von 'treiber' (zu ³tummeln [B] antreiben): agitator ein treiber, tummler thes. lat.-germ. (Frankfurt 1687) 40; als übersetzung von griech. ἱππιοχάρμης u. ä.:
Amythaon, den tummler der rosse
Voss Odyssee (1781) 11, 259;
ehmals war ich im phrygischen rebenbehangenen lande,
wo ich sehr viel Phrygier sah, die tummler der rosse
Stolberg ges. w. (1820) 11, 99;
fand er eifrig zum kampf die tummler hurtiger mähren,
so dann sprach er sie an mit mutherweckenden worten
Jordan Ilias (1881) 77 (4, 232).
c)
'zimmermann' (wohl zu ²tummeln lärmen, klopfen [3]); nur elsäss., in hist. quellen nachweisbar: der artickel von Peter Bersers und des tumbelers wegen der sol bliben, als es do verschriben stot. und sol der tumbeler an deheinem buholze mit niemen weder teil noch gemeine haben (ca. 1400, Straszburg) bei Eheberg wirtschaftsgesch. d. st. Straszburg 1, 370; es sol ouch ein iegelich dummeler sweren an den heiligen der stette werg getruwelich zuͦ tuͦnde und zuͦ arbeitende und dobi gedihte zuͦ blibende und keinen abschrot zuͦ nemende noch keinrehande holtz noch spene (1405) ebda 1, 41; der tumeler und meister ammeister der murer, und alle jre nochkommen an denselben zweyen ambahten, söllend sweren an den heiligen der stette wergk getreuwelich ze tuͦnde und zuͦ arbeitende und doby gedihte zuͦ blibende und nit vom werck jn jre huͦsere noch anderswohin zuͦ gonde ... und deheine abschröte zuͦ nemende noch deheinre hande holtz noch spenen (15. jh.) Brucker Straszburger zunft- und polizeiverordn. 592; wurde man auch haben einen sesz vor einer vesten von des landtfridens wegen, was kosten man da hat mit graͤbern, dumlhern mit werckleuten, oder andern kosten von bawes wegen, den costen sollen gelten alle die herren unnd stett, die zu disem landtfriden gehoͤrend B. Hertzog chron. Alsatiae (1592) 3, 5.
2)
tiername (s. auch unter dummeler teil 2, 1516 [5 u. 6] und taumler 11, 1, 1, 207).
a)
für ein wendiges, delphinartiges säugetier (zu ³tummeln A 4 sich drehen, springen, purzelbaum schlagen; vgl. springer [2 c α] teil 10, 2, 1, 104); so auch im übrigen germ. nachweisbar (engl. tumbler, erstbeleg 1671, s. Murray 10, 1, 459; ndl. tuimelaar, bereits bei Kilian [1623] Qq 3ᵇ; dän. tumler u. schwed. [seit 1745] tumlare; in welcher sprache das wort zuerst für den tümmler gebildet oder gebraucht worden ist, läszt sich nicht sicher entscheiden, s. Hellquist ³1242). im dt. zuerst auf niederdt. sprachgebiet bezeugt (s. brem.-niedersächs. wb. 5 [1771] 128 s. v. tümeler), von da wohl in die schriftsprache gedrungen (s. Kluge-Götze [¹⁵1951] 813); mundartlich auf das niederdt. sprachgebiet beschränkt: Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 445; Böning Oldenburg 119.
α)
'delphin, schweinfisch, braunfisch (delphinus phocaena)': als bewohner der Ostsee und des rigischen meerbusens (kommt) der tumler vor allg. dt. bibl. 63 (1785) 156; die tümmler oder delphine sind von mäsziger grösze mit einem kleinen kopf Oken allg. naturgesch. 7, 2 (1838) 1067; die arten (der delphine) schlieszen sich durch delphinus Eschrichti den braunfischen an und sind nach ihrem äussern habitus entweder tümmler oder eigentliche delphine Giebel säugethiere (1855) 98; der delphin, auch braunfisch oder tümmler genannt (delphinus phocaena) Allmers marschenbuch (³1900) 121; der tümmler, braunfisch oder das meerschwein ... (phocaena communis, delphinus phocaena, phocaena rondeletii) erreicht eine länge von 1, 5—2, in seltenen fällen auch wohl 3 m und ein gewicht von höchstens 500 kg Brehm tierl. 3 (1891) 606 P.-L.; auch auszerhalb der zoologischen fachsprache nachweisbar: die tümmlers und seehunde begleiteten unser schiff (19. 7. 1773) Lichtenberg verm. schr. 8 (1847) 211 (vgl. ebda 213: plötzlich überpurzelte er sich wieder, wie ein tümmler); die deutschen matrosen nennen übrigens die delphine nicht bei ihren rechten namen, sondern tümmler oder schweinfische, je nachdem es echte delphine (delphinus delphis) oder braunfische (delphinus phocaena) sind Burmeister geolog. bilder (1855) 2, 57; als sich bei Cuxhaven ein halb dutzend tummler hatten blicken lassen (16. 9. 1843) Hebbel br. 2, 280 Werner; vorüber an der schiffswand hatten sie den tümmler tauchen ... sehen Storm s. w. 3 (1898) 171.
β)
scherzname für die angehörigen des seebataillons (s. auch die belege bei Kluge seemannsspr. [1911] 798): da suchen sie (seesoldaten an bord) ... trost im schlaf; aber auch dieser wird ihnen oft vergällt, und schon haben einige lose blaujacken die träumenden 'tümmler', wie die soldaten von den matrosen genannt werden, mit so kunstgerechten schlingen aneinander festgebunden, dasz sie wenigstens eine halbe stunde brauchen, um sich wieder loszumachen R. Werner d. buch v. d. dt. flotte (²1874) 384; tümmler (mar.) surnom des hommes du bataillon de marine René Delcourt expressions d'argot allemand et autrichien (1917) 168ᵇ; die mannschaften des seebataillons heiszen tümmler Th. Imme soldatenspr. (1917) 41.
b)
für eine taube mit taumelndem flug (vgl. engl. tumbler, dän. tumler u. schwed. tumlare gleicher bedeutung): tummler, die tummeltaube le pigeon culbitant Schwan suppl. (1798) 176; ebenso bei Schaffer dt.-frz. 2, 3 (1838) 390; besonders in nd. mundarten nachweisbar, s. Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 445; brem.-nieders. 5 (1771) 128; Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Schütze holst. (1800) 4, 288; Danneil altmärk.-plattdt. 229; Mi mecklenb. 95; Rovenhagen Aachen 149; Elberfelder ma. 44 u. 166; Leithäuser Barmen 161; Hönig Köln 183; Schambach Göttingen 236; Fromme Hohenbostel (niedersächs.) 86 Alpers; Fischer schwäb. 2, 454 bezeugt für Ulm tümmler 'brieftaube' als schriftdt. entlehnung; vereinzelt auch auf möwen bezogen: die beneidenswerten segler und tummler der lüfte und wolken Timm Kröger wohnung d. glücks (1897) 243.
3)
als technische bezeichnung verschiedener art (vgl.dreher [3] teil 2, 1366).
a)
'schleudermaschine, wurfgeschütz' (zu ³tummeln [B 1] in bewegung setzen), so bereits im mndl. (s. Verwijs-Verdam 8, 765 u. 766 anm.) u. mnd.; s. auch die belege bei Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 446; Frischbier pr. 2, 415; Hennig pr. 281; Fischer schwäb. 4, 454; Schmidt elsäss. 69 u. Unger-Khull steir. 182:
tac und naht man sach
mit rutten, blîden, tumeræren
manigen stein swæren
werfen hin in
Ottokar v. Steiermark österr. reimchron. 35404 Seemüller;
in dem vorgenannten jare (1388), im meyen, zugent die von Bern und von Solotern mit ganzer macht für Nidow, mit büchsen, bliden, boler, tummler und mit groszem gezüge, und warf man tag und nacht darin, wann sie straszröuber warent (1425) Conr. Justinger Berner chron. 223 Stierlin-Wysz;
wir seint die tvmler dvmmel dich mvtz,
wo wir hinkommen, schaffen wir wenig nvtz
(1570) Hans Ziegler geschützinschr. (1886) 30;
im nhd. nur noch historisch bezeugt, so bereits bei Schütz: vnd demnach richteten sie die wehren vnd werckzeuge an allem [!] orten an, die sie damaln nenneten bliden vnnd tummeler, das waren solche werckzeuge, damit sie grosse steine, wie auch fewer von sich warffen, vnnd böcke vnnd dergleichen an die mawren schickten hist. rer. Prussic. (1599) 76ᵇ (2. buch); mit tummlern schleuderten sie (die belagerer) feuerbalken in die vesten, oder zermalmende steinlasten Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 31, 179; die beförderung von geschützen durch die wildnisz war nicht leicht, doch nahm man bei gröszeren zügen einige standbogen und zuweilen einen tummler mit, im jahr 1381 zum erstenmal bombarden Freytag ges. w. (1886) 18, 222.
b)
vereinzelt auch für ein 'geschosz' gebraucht; so schon mnd.; 'daher (wegen der bedeutung von nd. tuͤmelen) hat man auch ehemahls die feuer-ballen, so aus den feuermörsern geworffen werden, tuͤmlers genant, weil sie vorher, ehe sie gesprungen, sich auf der erden getaumelt und getantzet haben' (Dieder. v. Stade dt. wörter d. Luther. bibelübers. [³1737] 908): twe grote mösers, de ... steynen löde (= kugeln) edder tümelers, 225 pundt schwar, geschaten hebben Balthasar Russow chronica der prouintz Lyfflandt (1584) in: script. rer. Livonic. 2 (1848) 1 ff.;
der groͤszte tummler traf sodann
Erithons kupfernase;
ein strom, burgunderaͤhnlich, rann
in die zerschellte vase
E. Fr. Huebner verwandl. (1791) 3, 132.
als mundartliche einzelanwendung findet sich: tümeler 'die kugel im kegelspiele' brem.-nieders. wb. 6 (1869) 379.
c)
halbkugelförmiger trinkbecher, der sichzur seite gekipptselbst wieder aufrichtet, s. auch unter tummelbecher, tummelchen und vgl. ndl. tuimelaar; engl. tumbler; schwed. tumlare neben tumling, das auch im norw. u. dän. in dieser bedeutung üblich geworden ist (zur sachgeschichte vgl. Czihak schl. gläser [1891] 72 und Jahn wb. d. kunst [²1943] 681); zuerst auf nd. sprachgebiet bezeugt: tümeler ... ein trinkbecher, wie eine theetasse gestaltet, welcher sich selbst wieder aufrichtet, wenn er auf die seite gelegt wird brem.-nieders. wb. 5 (1771) 128; ähnlich bei Dähnert plattdt. (1781) 487 und Sallmann Estl. 42; früh auch literarisch nachweisbar:
und wird der tummler ihm zu klein,
so legt er, wie von sinnen,
sich untern schlauch und laͤsst den wein
sich in die gurgel rinnen
Blumauer ged. (1787) 176;
Haddik liesz ... bei einem siegesmale einen pokal herumgehen ... er selbst schwang zuerst den tumler und brachte die gesundheit aus Schubart vaterlandschron. 87 (30. 10. 1789) 745;
rasch, giesz mir einen tummler voll,
dasz ich dich leben lasse!
Freiligrath ges. dicht. 3 (1877) 141;
den (wein) wir aus geringelten tummlern trinken J. Schlaf d. narr (1902) 142; in dieser bedeutung wird tummler jedoch bald unüblich: tummler, hiess auch vor alters ein becherähnliches trinkgeschirr Voigt hwb. f. d. geschäftsführung (1807) 2, 519; (ein) becher, so ... in früherer zeit tummler genannt wurde Hauff s. w. (1890) 2, 310.
d)
für einen beweglichen, hebelartig sich drehenden teil des webstuhls 'weberlatte, obertritt': mittelst der obern schnur hängt er (der schaft) an einem wagebalkenartigen zweiarmigen hölzernen hebel (kontermarsch, tümler, obertritt, bricoteau, couper) oben im stuhlgestelle Karmarsch grundr. d. mechan. technologie 2 (1841) 338; obertritt ... tümmler eines webstuhls ... couper, bricoteau, abricoteau de l'equipage d'un métier à tisser Hoyer-Kreuter technolog. wb. (⁵1902) 1, 513.
e)
als nautische bezeichnung für ein gekrümmtes, winkliges verbindungsstück, 'knie': tummeler courbe d'arcasse Schaffer frz. wb. 2, 3 (1838) 390; tümelers ... knien des heckbalkens Röding allg. wb. d. marine (1793) 2, 812; tummler (schiffsb.) knie des heckbalkens Mothes ill. baulex. (³1877) 4, 281.
f)
in mundartlicher einzelanwendung findet sich: tümeler, tü̂mler, tümler d. wirbel einer kette Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 445.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1751, Z. 41.

tummler, m.

tummler m.
ältere sprache kennt verschiedene formvarianten (s. auch unter dummeler teil 2, 1515 u. vgl. die formen von ².³tummeln): mhd. tumelære, tumeler, tumler mhd. wb. 3, 128; Lexer 2, 1566; spätmhd. gelegentlich mit angleichung des l an r: tumerære Ottokar v. Steiermark österr. reimchron. 31881 Seemüller u. ö. (vielleicht von tum[m]ern beeinfluszt, s. dort u. vgl. auch die ältersteir. form tummerer); mit eingeschobenem b (s. Weinhold alem. gr. 120): tumbeller der sœlden hort 6526 Adrian; tumbeler (Straszburg 1400) s. u. 1 c und mit umlaut: tümeler Marienburger tresslerb. s. u. 1 a; vereinzelt findet sich bereits doppelschreibung des nasals als zeichen der vor m erhaltenen kürze des stammvokals: tummler Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österr. 11968 Regel, sowie anlautende lenis: dummler (Frankf. 1384) bei Lexer a. a. o.; frühnhd. tumeler voc. rer. (15. jh.) s. u. 1 a; thumeler Schütz hist. rer. Prussic. (1599) 76ᵇ (2. buch); tummeler Stieler stammb. (1691) 2361; synkopiert: dumler Schönsleder s. u. 1 b; dumlher Hertzog s. u. 1 c; dümmler Frischlin s. u. 1 b; tummler Justinger s. u. 3 a; mnd. tumeler, tummeler Schiller-Lübben 4, 629; tommeler (15. jh.) städtechron. 14, 849 (Köln); mndl. tumelaer, tuymelaer, tumeler(e), tuymeler(e); ndl. tuimelaar Verwijs-Verdam 8, 765; me.-ne. tumbler Murray 10, 1, 459; aus dem dt. entlehnt sind dän. tumler u. schwed. tumlare (s. Falk-Torp 2, 1298). — in heutiger mundart überwiegt die umlautform, z. t. mit länge des stammvokals: tümeler brem.-nieders. 5, 128; tümeler, tü̂mler, tümler Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 445; tüümler Böning Oldenburg 119; tümmler Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Schütze holst. 4, 288; Dähnert pommersch - rügische ma. 497; Danneil altmärk.-plattdt. 229; Mi mecklenb. 95; Leithäuser Barmen 161; Rovenhagen Aachen 149; Hönig Köln 183; dümmler, tümmler Elberfelder ma. 44 u. 166; tü̂melær Schambach Göttingen 236; tuemelaer Fromme Hohenbostel (niedersächs.) 86 Alpers; obd. nur vereinzelt nachweisbar: tümmler Fischer schwäb. (in Ulm) 2, 454; tummler, tummerer Unger-Khull steir. 182. — die (nominativ-) form des plurals stimmt im allg. mit der des singulars überein; in nd. mundart findet sich (wie im mnd. u. ndl.) vereinzelt ein s-plural: tûmelærs Schambach Göttingen 236, der gelegentlich auch eingang in die schriftsprache findet: tümmlers Lichtenberg s. u. 2 a α, sowie bei Dieder. v. Stade unter 3 b und Röding unter 3 e. — die obengenannten formen gehören (mit ausnahme von tumbeler, Straszburg 1400; s. ferner unter 1 c) zu ableitungen von ³tummeln. nomen agentis zu ².³tummeln (s. dort u. vgl. die ältere, von tûmôn rotari abgeleitete bildung tûmari 'histrio, scurro, (pl.) salii' ahd. gl. 1, 292, 70; 2, 662, 56; 3, 383, 1; 4, 203, 70), das in mehrerenzu verschiedenen zeiten aufkommendenanwendungen an dessen bedeutungen anschlieszt.
1)
berufsbezeichnung.
a)
'tänzer, akrobat' (zu ³tummeln sich drehen, tanzen, springen A 4; vgl. ahd. tûmari histrio, sowie springer [1 c] teil 10, 2, 1, 103), so auch im mnd., mndl. und engl.: item 1 firdung, eyne basune zu bessern dem tumeler am tage Petri et Pauli (1401) Marienburger tresslerb. 114, 37 Joachim; item 1⁄2 m. dem tuͤmeler gegeben (1404) ebda 320, 12; tumeler vel springer 'iditum' voc. rer. (15. jh., obd.) bei Diefenbach-Wülcker 878; im selben winter vor fastelobendt spilte ein tumler zu Dantzke auf dem könig Artus hoffe im follen harnisch bei obents zeiten; vor dem ratstul sprang er den mordsprung und bey lichte von einer tafeln vnd hatte 2 degen auf seiner kehle. ein Holander, der im zusach, der beschweimte Kaspar Weinreich bei Passarge a. d. Weichseldelta (1857) 68;
und zween haupttummler δοιὼ κυβιστητῆρε) tanzten im kreise
Voss bei Campe 2 (1808) 572;
vereinzelt noch mundartlich nachweisbar: tüümler 'gaukler', selten gebraucht Böning Oldenburg (1941) 119.
b)
'bereiter, zureiter' (zu ³tummeln zureiten, abrichten B 2 b): equiso bereyter, roszdümmler Frischlin nomencl. (1591) 276; lampsidio roszdumler Schönsleder prompt. (1618) L 7ᵇ; tummeler maneggiatore di cavalli; pferdetummeler idem, cavallerizzo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1161ᶜ; vereinzelt im sinne von 'treiber' (zu ³tummeln [B] antreiben): agitator ein treiber, tummler thes. lat.-germ. (Frankfurt 1687) 40; als übersetzung von griech. ἱππιοχάρμης u. ä.:
Amythaon, den tummler der rosse
Voss Odyssee (1781) 11, 259;
ehmals war ich im phrygischen rebenbehangenen lande,
wo ich sehr viel Phrygier sah, die tummler der rosse
Stolberg ges. w. (1820) 11, 99;
fand er eifrig zum kampf die tummler hurtiger mähren,
so dann sprach er sie an mit mutherweckenden worten
Jordan Ilias (1881) 77 (4, 232).
c)
'zimmermann' (wohl zu ²tummeln lärmen, klopfen [3]); nur elsäss., in hist. quellen nachweisbar: der artickel von Peter Bersers und des tumbelers wegen der sol bliben, als es do verschriben stot. und sol der tumbeler an deheinem buholze mit niemen weder teil noch gemeine haben (ca. 1400, Straszburg) bei Eheberg wirtschaftsgesch. d. st. Straszburg 1, 370; es sol ouch ein iegelich dummeler sweren an den heiligen der stette werg getruwelich zuͦ tuͦnde und zuͦ arbeitende und dobi gedihte zuͦ blibende und keinen abschrot zuͦ nemende noch keinrehande holtz noch spene (1405) ebda 1, 41; der tumeler und meister ammeister der murer, und alle jre nochkommen an denselben zweyen ambahten, söllend sweren an den heiligen der stette wergk getreuwelich ze tuͦnde und zuͦ arbeitende und doby gedihte zuͦ blibende und nit vom werck jn jre huͦsere noch anderswohin zuͦ gonde ... und deheine abschröte zuͦ nemende noch deheinre hande holtz noch spenen (15. jh.) Brucker Straszburger zunft- und polizeiverordn. 592; wurde man auch haben einen sesz vor einer vesten von des landtfridens wegen, was kosten man da hat mit graͤbern, dumlhern mit werckleuten, oder andern kosten von bawes wegen, den costen sollen gelten alle die herren unnd stett, die zu disem landtfriden gehoͤrend B. Hertzog chron. Alsatiae (1592) 3, 5.
2)
tiername (s. auch unter dummeler teil 2, 1516 [5 u. 6] und taumler 11, 1, 1, 207).
a)
für ein wendiges, delphinartiges säugetier (zu ³tummeln A 4 sich drehen, springen, purzelbaum schlagen; vgl. springer [2 c α] teil 10, 2, 1, 104); so auch im übrigen germ. nachweisbar (engl. tumbler, erstbeleg 1671, s. Murray 10, 1, 459; ndl. tuimelaar, bereits bei Kilian [1623] Qq 3ᵇ; dän. tumler u. schwed. [seit 1745] tumlare; in welcher sprache das wort zuerst für den tümmler gebildet oder gebraucht worden ist, läszt sich nicht sicher entscheiden, s. Hellquist ³1242). im dt. zuerst auf niederdt. sprachgebiet bezeugt (s. brem.-niedersächs. wb. 5 [1771] 128 s. v. tümeler), von da wohl in die schriftsprache gedrungen (s. Kluge-Götze [¹⁵1951] 813); mundartlich auf das niederdt. sprachgebiet beschränkt: Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 445; Böning Oldenburg 119.
α)
'delphin, schweinfisch, braunfisch (delphinus phocaena)': als bewohner der Ostsee und des rigischen meerbusens (kommt) der tumler vor allg. dt. bibl. 63 (1785) 156; die tümmler oder delphine sind von mäsziger grösze mit einem kleinen kopf Oken allg. naturgesch. 7, 2 (1838) 1067; die arten (der delphine) schlieszen sich durch delphinus Eschrichti den braunfischen an und sind nach ihrem äussern habitus entweder tümmler oder eigentliche delphine Giebel säugethiere (1855) 98; der delphin, auch braunfisch oder tümmler genannt (delphinus phocaena) Allmers marschenbuch (³1900) 121; der tümmler, braunfisch oder das meerschwein ... (phocaena communis, delphinus phocaena, phocaena rondeletii) erreicht eine länge von 1, 5—2, in seltenen fällen auch wohl 3 m und ein gewicht von höchstens 500 kg Brehm tierl. 3 (1891) 606 P.-L.; auch auszerhalb der zoologischen fachsprache nachweisbar: die tümmlers und seehunde begleiteten unser schiff (19. 7. 1773) Lichtenberg verm. schr. 8 (1847) 211 (vgl. ebda 213: plötzlich überpurzelte er sich wieder, wie ein tümmler); die deutschen matrosen nennen übrigens die delphine nicht bei ihren rechten namen, sondern tümmler oder schweinfische, je nachdem es echte delphine (delphinus delphis) oder braunfische (delphinus phocaena) sind Burmeister geolog. bilder (1855) 2, 57; als sich bei Cuxhaven ein halb dutzend tummler hatten blicken lassen (16. 9. 1843) Hebbel br. 2, 280 Werner; vorüber an der schiffswand hatten sie den tümmler tauchen ... sehen Storm s. w. 3 (1898) 171.
β)
scherzname für die angehörigen des seebataillons (s. auch die belege bei Kluge seemannsspr. [1911] 798): da suchen sie (seesoldaten an bord) ... trost im schlaf; aber auch dieser wird ihnen oft vergällt, und schon haben einige lose blaujacken die träumenden 'tümmler', wie die soldaten von den matrosen genannt werden, mit so kunstgerechten schlingen aneinander festgebunden, dasz sie wenigstens eine halbe stunde brauchen, um sich wieder loszumachen R. Werner d. buch v. d. dt. flotte (²1874) 384; tümmler (mar.) surnom des hommes du bataillon de marine René Delcourt expressions d'argot allemand et autrichien (1917) 168ᵇ; die mannschaften des seebataillons heiszen tümmler Th. Imme soldatenspr. (1917) 41.
b)
für eine taube mit taumelndem flug (vgl. engl. tumbler, dän. tumler u. schwed. tumlare gleicher bedeutung): tummler, die tummeltaube le pigeon culbitant Schwan suppl. (1798) 176; ebenso bei Schaffer dt.-frz. 2, 3 (1838) 390; besonders in nd. mundarten nachweisbar, s. Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 445; brem.-nieders. 5 (1771) 128; Mensing schlesw.-holst. 5, 203; Schütze holst. (1800) 4, 288; Danneil altmärk.-plattdt. 229; Mi mecklenb. 95; Rovenhagen Aachen 149; Elberfelder ma. 44 u. 166; Leithäuser Barmen 161; Hönig Köln 183; Schambach Göttingen 236; Fromme Hohenbostel (niedersächs.) 86 Alpers; Fischer schwäb. 2, 454 bezeugt für Ulm tümmler 'brieftaube' als schriftdt. entlehnung; vereinzelt auch auf möwen bezogen: die beneidenswerten segler und tummler der lüfte und wolken Timm Kröger wohnung d. glücks (1897) 243.
3)
als technische bezeichnung verschiedener art (vgl.dreher [3] teil 2, 1366).
a)
'schleudermaschine, wurfgeschütz' (zu ³tummeln [B 1] in bewegung setzen), so bereits im mndl. (s. Verwijs-Verdam 8, 765 u. 766 anm.) u. mnd.; s. auch die belege bei Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 446; Frischbier pr. 2, 415; Hennig pr. 281; Fischer schwäb. 4, 454; Schmidt elsäss. 69 u. Unger-Khull steir. 182:
tac und naht man sach
mit rutten, blîden, tumeræren
manigen stein swæren
werfen hin in
Ottokar v. Steiermark österr. reimchron. 35404 Seemüller;
in dem vorgenannten jare (1388), im meyen, zugent die von Bern und von Solotern mit ganzer macht für Nidow, mit büchsen, bliden, boler, tummler und mit groszem gezüge, und warf man tag und nacht darin, wann sie straszröuber warent (1425) Conr. Justinger Berner chron. 223 Stierlin-Wysz;
wir seint die tvmler dvmmel dich mvtz,
wo wir hinkommen, schaffen wir wenig nvtz
(1570) Hans Ziegler geschützinschr. (1886) 30;
im nhd. nur noch historisch bezeugt, so bereits bei Schütz: vnd demnach richteten sie die wehren vnd werckzeuge an allem [!] orten an, die sie damaln nenneten bliden vnnd tummeler, das waren solche werckzeuge, damit sie grosse steine, wie auch fewer von sich warffen, vnnd böcke vnnd dergleichen an die mawren schickten hist. rer. Prussic. (1599) 76ᵇ (2. buch); mit tummlern schleuderten sie (die belagerer) feuerbalken in die vesten, oder zermalmende steinlasten Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 31, 179; die beförderung von geschützen durch die wildnisz war nicht leicht, doch nahm man bei gröszeren zügen einige standbogen und zuweilen einen tummler mit, im jahr 1381 zum erstenmal bombarden Freytag ges. w. (1886) 18, 222.
b)
vereinzelt auch für ein 'geschosz' gebraucht; so schon mnd.; 'daher (wegen der bedeutung von nd. tuͤmelen) hat man auch ehemahls die feuer-ballen, so aus den feuermörsern geworffen werden, tuͤmlers genant, weil sie vorher, ehe sie gesprungen, sich auf der erden getaumelt und getantzet haben' (Dieder. v. Stade dt. wörter d. Luther. bibelübers. [³1737] 908): twe grote mösers, de ... steynen löde (= kugeln) edder tümelers, 225 pundt schwar, geschaten hebben Balthasar Russow chronica der prouintz Lyfflandt (1584) in: script. rer. Livonic. 2 (1848) 1 ff.;
der groͤszte tummler traf sodann
Erithons kupfernase;
ein strom, burgunderaͤhnlich, rann
in die zerschellte vase
E. Fr. Huebner verwandl. (1791) 3, 132.
als mundartliche einzelanwendung findet sich: tümeler 'die kugel im kegelspiele' brem.-nieders. wb. 6 (1869) 379.
c)
halbkugelförmiger trinkbecher, der sichzur seite gekipptselbst wieder aufrichtet, s. auch unter tummelbecher, tummelchen und vgl. ndl. tuimelaar; engl. tumbler; schwed. tumlare neben tumling, das auch im norw. u. dän. in dieser bedeutung üblich geworden ist (zur sachgeschichte vgl. Czihak schl. gläser [1891] 72 und Jahn wb. d. kunst [²1943] 681); zuerst auf nd. sprachgebiet bezeugt: tümeler ... ein trinkbecher, wie eine theetasse gestaltet, welcher sich selbst wieder aufrichtet, wenn er auf die seite gelegt wird brem.-nieders. wb. 5 (1771) 128; ähnlich bei Dähnert plattdt. (1781) 487 und Sallmann Estl. 42; früh auch literarisch nachweisbar:
und wird der tummler ihm zu klein,
so legt er, wie von sinnen,
sich untern schlauch und laͤsst den wein
sich in die gurgel rinnen
Blumauer ged. (1787) 176;
Haddik liesz ... bei einem siegesmale einen pokal herumgehen ... er selbst schwang zuerst den tumler und brachte die gesundheit aus Schubart vaterlandschron. 87 (30. 10. 1789) 745;
rasch, giesz mir einen tummler voll,
dasz ich dich leben lasse!
Freiligrath ges. dicht. 3 (1877) 141;
den (wein) wir aus geringelten tummlern trinken J. Schlaf d. narr (1902) 142; in dieser bedeutung wird tummler jedoch bald unüblich: tummler, hiess auch vor alters ein becherähnliches trinkgeschirr Voigt hwb. f. d. geschäftsführung (1807) 2, 519; (ein) becher, so ... in früherer zeit tummler genannt wurde Hauff s. w. (1890) 2, 310.
d)
für einen beweglichen, hebelartig sich drehenden teil des webstuhls 'weberlatte, obertritt': mittelst der obern schnur hängt er (der schaft) an einem wagebalkenartigen zweiarmigen hölzernen hebel (kontermarsch, tümler, obertritt, bricoteau, couper) oben im stuhlgestelle Karmarsch grundr. d. mechan. technologie 2 (1841) 338; obertritt ... tümmler eines webstuhls ... couper, bricoteau, abricoteau de l'equipage d'un métier à tisser Hoyer-Kreuter technolog. wb. (⁵1902) 1, 513.
e)
als nautische bezeichnung für ein gekrümmtes, winkliges verbindungsstück, 'knie': tummeler courbe d'arcasse Schaffer frz. wb. 2, 3 (1838) 390; tümelers ... knien des heckbalkens Röding allg. wb. d. marine (1793) 2, 812; tummler (schiffsb.) knie des heckbalkens Mothes ill. baulex. (³1877) 4, 281.
f)
in mundartlicher einzelanwendung findet sich: tümeler, tü̂mler, tümler d. wirbel einer kette Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 445.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1751, Z. 41.

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