Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

dümpfel, m.

dümpfel, m.
wasserstrudel, tiefe stelle im flieszenden wie stehenden wasser, schlund, lache, sumpf, pfühl, pfütze, ahd. dumphilo gurges Graff 5, 428, mhd. tumpfel Vocab. von Wenzeslaus Brack Haupts zeitschr. 5, 416. poln. topiel. im niederd. und niederl. wird das wort nicht gebraucht (Brem. wörterb. 1, 271), auch nicht im ags. schwed. und dän. es gehört zu dummeln, dumpeln, da im strudel sich das wasser umtreibt, sich wirbelt.
1.
tumpfel gurges, profunditas aquae, reuma Voc. incip. teut. yᵃ. Diefenbach Gloss. 1470 sp. 144. 238. ders. Gloss. lat. germ. 271ᵇ. 497ᵇ. dumpfel reuma Melber Variloquus, caribdis meerschlunt, ein dumpfel oder gumpfel oder kunkel Eychmann Voc. praed. c 5ᵃ, gurges ein dumpfel, ein wirbel, tiefe des wassers das. i 5ᵃ, tumpfel als in wasser gurges Voc. theut. 1482. dümpel gurges Alberus, dümpfel strudel, tiefer ort in seen oder bächen Rädlein 204ᵇ. Frisch 1, 210ᶜ, tümpfel tümpel 2, 394, tümpel gurges, vorago, stagnum, trübetümpel vorago turbida, wassertümpel compluvium Steinbach 2, 881. tümpfel vertiefung wo sich das wasser gesammelt hat Reinwald Henneb. idiot. 1, 175. dümpel und kümpel ein tiefer pfuhl Schmitz Eifler idiot. 221. tümpel, wasserpfuhl, im bache eine besonders tiefe stelle Weinhold Schles. wörterb. 101ᵇ. die stelle wo sich bei Passau der Inn in die Donau ergieszt und wo sich die lendstatt befindet, wird von den schiffern seit undenklichen jahren der dümpel genannt Schmeller 1, 374.
und wat aus den sieben tümpfeln tief.
Rosenblüt in den Fastnachtsp. 1100.
sollen wir die tümpfel all durchwatten
1118.
tiefer dumpfel abgrund
Melissus Psalme N 4ᵇ.
da ein fall oder tumpel in einem flieszenden wasser in der sicherung viel stein hat, ist ein starke vermuthung, es sei eln gang oder fletz in der nähe Mathesius 99ᵇ. die dumpei zu Berningen von Lumda (in Oberhessen) herab bis gegen Geilshausen in den schwemenpfuel hat m. g. f. (mein gnädiger fürst) und herr zu fischen Saalbuch des amts Grünberg vom j. 1591 in Wagners Wüstungen im groszherzogthum Hessen 78. darauf hab er sie auf die kotlache gefüret, hab sie getauft in seinem namen aus einem dumpfel Büdinger (ungedruckte) hexenacten vom j. 1597 Weigand. des flusses grund (wo man brücken baut) soll nicht von trüb- (trieb) sand und tümpfeln sondern laimen und festen (so) boden sein Hohberg 1, 67ᵇ. die waldbäche nun sind ganz unterschiedlich, etliche trocknen bei dürrem sommerwetter fast ganz aus, dasz nur etliche wenige dümpfel davon übrig bleiben 2, 466. 489 und öfter. die hirschen süln (wälzen) sich in prudeln und tümpeln Fleming Teutscher jäger 94ᵇ. unsre romantischen tümpel Tieck Nov. 5, 118.
2.
uneigentlich und bildlich.
a.
das brausen hoher pracht, der tümpel von dem neid.
A. Gryph. 2, 24.
wir werden in den dümpfel des elends gleichsam versenkt Schuppius 775.
b.
ein falscher, tückischer mensch, homo subdolus Steinbach 2, 881. der wasserschlund nemlich zieht die menschen die hinein geraten, in den abgrund.
c.
in Franken ein gefüllter schweinsmagen und eine blut wurst Schmeller 1, 374. im Renner auch der angefüllte menschliche magen, tempfsac 9711, dempfsac 22775, tempfelsac 9759: die Frankfurter handschr. hat in allen drei stellen dumpfsac.
3.
engbrüstigkeit, rheuma Diefenbach Gloss. 1470, ders. Gloss. lat. germ. 497ᵇ. vergl. das subst. dumpf 1, dumpfig 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1525, Z. 52.

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tüle
Zitationshilfe
„tümpfel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCmpfel>, abgerufen am 08.08.2020.

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