Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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getüncht, participiales adjectiv

getüncht, participiales adjectiv
zu tünchen (s. d.). schon die althochdeutschen glossen zeigen die attributive verwendung des particips, von der die isolierung der verbalform ausgeht, und zwar treten schon hier die beiden grundformen einander gegenüber: gitunichotan. Steinmeyer und Sievers 1, 673 als glosse zu Amos 7, 7 (super murum litum, der herr stuͦnd auff einer klaibte maur. Eck, bei Luther andere fassung; auff einer beworffen maur. Dietenberger) und gitunchoto glosse zu Jeremias 12, 9 avis tincta (var. gimaler). Steinmeyer und Sievers 1, 629 (mein erbe ist wie der sprincklicht vogel, umb welchen sich die vogel samlen. Luther; gspräckleter vogel. Eck; manigferbiger vogel. Dietenberger).
1)
die erste der beiden verbindungen ist aus Luther bekannt, der sie in sinnlicher grundbedeutung und in übertragung gebraucht.
a)
in sinnlicher grundbedeutung: das volck bawet die wand, so tünchen sie dieselben mit losem kalck .. sihe so wird die wand einfallen. was gilts, denn wird man zu euch sagen, wo ist nu das getünchte, das jr getüncht habt. Hes. 13, 12 (wo ist die bestreiche, die jr klaibt habt. Eck; wo ist nu der mörtell, mit dem jr geworffen habt. Dietenberger); eben zur selbigen stunde giengen erfur finger, als einer menschenhand, die schrieben gegen dem leuchter uber, auff die getünchte wand in dem königlichen saal, und der könig ward gewar der hand die da schreib. Luther Dan. 5, 5. ebenso Dietenberger (flache wand. Eck. Petri im Basler nachdruck von 1523 führt getünchte wand im verzeichnis der unverständlichen wörter auf und übersetzt es mit geweisste, bekleibte. Frommann 6, 42); getünchte wand. Corvinus 133; getünchte sachen an den wenden crustae. 235; eine getünchte wand, une paroi blanchie Schwan (1782) 740; da der rath Reifenstein in Caserta bei ihm war, so machte Hackert einige versuche à l'encaustique; sowohl auf feine pappendeckel als auf holz, und auch auf getünchte mauer, oder auf grosze tavolezze, die er tünchen liesz, dasz sie also wie eine mauer waren. Göthe (Hackert) 37, 288; um nun auch den höhern kunstsinn zu befriedigen, so hatte man schon, und wahrscheinlich in besonderen werkstätten, sich auf die fertigung kleinerer bilder gelegt, die, auf getünchte kalktafeln gemahlt, in die weite getünchte wand eingelassen, und durch ein geschicktes zustreichen, mit derselben völlig ins gleiche gebracht werden konnten. Göthe (Zahns ornamente und gemählde aus Pompeji) 44, 148. vgl.abgetünchte wand unter abtünchen th. 1, sp. 145.
b)
in übertragener bedeutung: der hohepriester aber Ananias befalh denen die umb jn stunden, das sie jn auffs maul schlügen. da sprach Paulus zu jm, gott wird dich schlahen, du getünchte wand. Luther apostelgesch. 23, 3 (paries incrustata, τοῖχε κεκονιαμένε; got niderslach dich du geweiste want. cod. Teplensis; du vergleiszte wand. Eck, ebenso Dietenberger). die anschauung, auf der diese übertragung beruht, geht noch deutlicher aus einer anderen bibelstelle hervor, in der Luther das particip übertüncht gebraucht: jr heuchler, die jr gleich seid wie die ubertünchte greber, welch auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller totenbein, und alles unflats. Matth. 23, 27. hier knüpft der gebrauch bei Klopstock an, der wiederum auf die späteren schriftsteller von einflusz war:
ich will nicht eher ruhn, als bis dein hasser erwürgt ist!
als bis ich von des Nazaräers vergossenem blute
volle hände zum hohen altar der dankenden bringe,
und sie über mein haupt, das lange schon grau war, erhebe!
also sagt' er, und feurte sich an zu wähnen, die gottheit
decke getünchte gräber nicht auf; doch nannte sein herz ihn
heuchler!
Klopstock Messias 4, 173;
sollen vielleicht dem eroberer nur schandmale den lauten
namen ewigen? nicht dem hochverräther der menschheit,
nicht dem scheusal, dem heuchler auch, so der freiheit opfernd,
kettenumrasselte freie würgt?
nein, so wählet ihr nicht, vergesset eh die eroberer,
als dasz ihr nicht der freiheit getünchte vergötterer hinstellt,
wie sie waren.
das denkmal 2, 170;
indem er (der inquisitor) zu dem getünchten Philipp sagte: ich weisz es, ich weisz es, was schuld ist, dasz die empörer nicht sind gedämpft worden! die grosze gelindigkeit des Alba ist schuld. gelehrtenrep. (werke 12, 357);
im städtchen giebt es des jubels viel,
da halten sie hochzeit mit tanz und mit spiel,
dem fröhlichen blinkt der wein so roth,
die braut nur gleicht dem getünchten tod.
Chamisso der spielmann;
die kirche ist treulos geworden,
denn ohne führer, ohne licht,
läszt sie verwildern ihre horden,
entgegentaumeln dem gericht.
der klerus möchte gerne bannen
den strahl des himmels von der welt,
er möchte um die erde spannen
sein schwarz getünchtes lügenzelt.
Lenau (Savanarola) 2, 229.
2)
an getüncht, tinctus knüpft an:
wie? was? was willst du? — fährt
der mohr ihn schnaubend an.
ein kerlchen mit getünchten wangen,
ein ding von marcipan,
kommt und begehrt
ich soll den zaum ihm langen?
wann ward so was erhört.
Wieland (des maulthiers zaum) 18, 337;
Poseidon fährt mit rossen durch die wellen,
sein dreizack macht die felsenküsten beben,
empor sich inseln aus der tiefe heben
und flammen blutgetüncht, die nacht erhellen.
W. v. Humboldt sonette (Poseidon) 112.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1898), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 4588, Z. 70.

tunch, m.

tunch, m.,
vereinzelt statt des üblicheren thun bzw. thunfisch (s. teil 11, 1, 1, sp. 456): der tunch ... lat. thunnus vnnd thynnus, franz. thon ou thennine, ital. tonno ... ist ein grosser meerfisch Lonicerus onomasticon plant. (1555) 701.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1772, Z. 44.

tünch, m.

tünch, m.,
tritt als jüngere durch kalk, kalch beeinfluszte nebenform zu tünche, f. (s. dieses und tünchen). ausgangspunkt der entwicklung sind durch apokope entstandene kurzformen, wie sie schon aus früher zeit überliefert sind (litura tunich [13. jh.] ahd. gl. 5, 10, 13 St.-S.). wann das masc. genus eindrang, läszt sich nicht mit sicherheit sagen; die erste eindeutig masc. form gehört dem jahre 1448 an: in nassen tünich bei Birlinger schwäb.-augsb. 127. in der überlieferung des 15., 16. u. 17. jhs. erscheint das masc. gegenüber dem fem., das im frühen nhd. lediglich lexikalisch nachweisbar ist, als durchaus vorherrschend; die aus dieser zeit ohne sichere genuszeichen überlieferten formen ohne endungs-e wird man daher mit groszer wahrscheinlichkeit als masc. ansetzen dürfen: tünich S. Hüttel s. u.A 2 b; dünich Augsb. qu. (1614) bei Fischer schwäb. 2, 464; dünch Maaler teutsch spraach (1561) u. Riemer (1681), s. u.A 2 a; tÿnch (1524) qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 1, 575. im 18. jh. stehen masc. u. fem. nebeneinander, so bei Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵇ: die (der) tünch; bei Göthe: der tünch (s. u.A 1) u. die tünche (s. u.tünche A 2 a); im 19. jh. hingegen tritt tünch, m., völlig gegenüber tünche, f., zurück.daneben findet sich im schweiz. vereinzelt auch das genus neutrum: das dünch Rivius Vitruv (Basel 1575) 137 (neben: der dünch ebda 140). — wie bei tünche (s. dort) variiert die qualität des anlautenden dentals bis ins 17. jh. zwischen lenis und fortis; ebenso bleibt der umlaut des stammvokals nur ausnahmsweise unbezeichnet: tunch Frisius dict. (1556) s. u. B 2 b.
A.
als (bau-)technischer ausdruck.
1)
allgemein im sinne von 'verputz, bewurf' (vgl.tünche A 1): also, das von gedachtem erdbeben die kirche erschuͤttet und der tuͤnch abgefellet worden S. Suevus spiegel d. menschl. lebens (1588) 289ᵃ; doch ist wenig des dünnichs am gewölb hangendt geblieben G. Widman chron. 125 Kolb; tuͤnch abschlagen delere tectorium Calvisius thes. (1666) 847; wenn ich ein gebäude ansehe, so kan ich die figur und die groͤsze der fenster und thuͤren von einander unterscheiden ... allein den tuͤnch und die materie der steine und des holtzes ... erkenne ich nicht deutlich Chr. Wolff vern. ged. v. gott (1720) 454;
es war am vordertheil, zu ihrem aͤusseren grauen,
vollkommen leserlich allda,
dasz durch den leichten tuͤnch die dunkle mauer sah,
mit einem meiszel eingehauen:
von bauernschweisze reparirt
Arist schilderungen f. d. frauenzimmer (1764) 154;
weil ich alle obelisken von jeher verwünscht habe, die nicht aus einem granitstück gehauen waren: wie denn z. b. in Schönhof ein ungeheurer zusammengesetzter dasteht, den der abgefallne tünch jedem ästhetischen auge verdrieszlich macht Göthe IV 24, 271 W.
2)
mehr in hinblick auf diegewöhnlich durch kalkmilchanstrich hergestellteweisze, glatte fläche der obersten putzschicht (s.tünche A 2).
a)
im sinne von 'weiszer überzug, anstrich' (s. auch unter B 1 u. vgl.tünche A 2 a): dünch oder verweyszgung, es seye gypsz oder pflaster tectorium Maaler teutsch spraach (1561) 93ᵃ; die gebrechlichsten hauser kan man mit dünch überziehen und die vorbeigehenden augen damit betrügen Riemer polit. stockf. (1681) 73; sieht man freilich den so leicht sich bröckelnden muschelkalk der säulen und mauern, so wundert man sich, dasz er noch so lange gehalten. aber die erbauer ... hatten deszhalb vorkehrung getroffen: man findet noch überreste eines feinen tünchs an den säulen, der zugleich dem auge schmeicheln und die dauer verbürgen sollte Göthe I 31, 162 W.; sie (die mauern) sehen aber schlecht aus, besonders da es in England gar nicht gebräuchlich ist, den häusern von auszen einen tünch zu geben Johanna Schopenhauer reise d. Engl. u. Schottl. (1818) 2, 86.
b)
von der noch feuchten obersten kalkschicht, in die bei der freskotechnik gemalt wird (vgl.tünche A 2 b): das man die capellen zu St. Bartolome, zu St. Ulrichskirchen nach dem besten tünichen und in nassen tünnich wol malen laszen solle urk. v. 11. 9. 1448 bei Birlinger schwäb.-augsb. 127; anno domini im 1570 den 20. tag septembris hat der her Albrecht Sygler seine steinerne gibel lassen aufbauen und in tünich mit gemehl lassen drauf abreissen Simon Hüttel chr. d. st. Trautenau 193 Schlesinger.
c)
für anstrichmaterial, insbesondere die stark verdünnte kalkmischung, die sog. kalkmilch (s. auch unter B 2 u. vgl.tünche A 2 c): aber darnach hat er die mit dem tünche und steinfarbe uberstrüchen (1498) urk.-b. d. st. Heilbronn 2, 642 v. Rauch; aber das best ist, das man den duͤnch abruͤre mit oͤltrusen, welches alles vngezyfer verderbt Michael Herr feldbau (1551) 48ᵃ.
3)
in erweiterung des anwendungsbereichs gelegentlich auch für 'schminke' (vgl.tünche A 3 b): dann was magstu gutes hoffen oder halten von einem solchen man, dem ein weiszer tünnig besser gefelt, dann ein from weib Barth weiberspiegel (1565) X 3ᵃ; der tuͤnch ist ihr weidlich abgefallen pulcritudo ejus ... defloruit Stieler stammb. (1691) 350; ähnlich bei Ludwig: es ist ihr der tünch, oder die schmincke, ziemlich abgefallen, sie hat nunmehr ihre schönheit schon verlohren her painting could not save her faces from wrinkling teutsch-engl. (1716) 2039; im tode musz vollends aller tünch hinweg G. Cober cabinetsprediger (1715) 1, 25; schöner! dein tünch musz in das übertünchte grab ebda 1, 405.
B.
metaphorisch.
1)
im vergleich (vgl.tünche B 1):
gleich als der schöne tünch schneeweisz
an einer schlechten wand mit fleisz
nit kan bestehn wider den regen,
und ein zaun auff eim berg gelegen
wider den wind nit kan bestehn,
sonder musz bald zu trümmern gehn,
also steht auch das hertze blöd
desz narrn in seim fürnemen schnöd
wider kein schreckn in keiner sach
H. Sachs 19, 92 lit. ver.;
ähnlich bei Luther: gleich wie der schoͤne tuͤnch an der schlechten wand wider den regen und ein zaun auff hohem berge wider den wind nicht kan bestehen Syrach 22, 20; an diese gottes-kirche nun hat der boͤse feind seine capelle so nahe gebauet, dasz von dem darzu gebrauchten koth der warsagerei alle pfeiler und waͤnde dieser kirchen gantz besudelt, und gleichsam als von einem losen tuͤnch beschmitzet worden E. Weigel zeitspiegel (1664) 87.
2)
bildlich.
a)
zu tünch A 2 c: wie wol Musca Turrianus ... sich unterstanden hat, solchs gedechtnisz der unglucklichen geschicht mit frischem tuͤnch mehr zu beschmieren als auszzutilgen G. Klee berümter leute leben (1589) 1, 26.
b)
zu tünch A 2 bzw. 3, im sinne von 'glänzende oberflächliche verhüllung, falscher aufputz, scheinwerk' (vgl.tünche B 2 b β): fucus nit nur der weyber angestrichne farb, sunder yeder tunch vnd angestrichne verblendung Frisius dict. (1556) 589ᵇ; was hat wohl die welt, die da im argen liegt, ... meisterlicher gelernt, als ihrem thun und lassen, wenns den befehlen gottes zuwider, einen tünch anzustreichen, um etwa dadurch der schande und strafe, die auf die sünde folgt, zu entgehen Gottfried Büchner bibl. real- u. verbalconcordanzien (1757) 512ᵃ; wer ... seine handlungen mit dem tünch einer scheinheiligkeit überstreichet, der ist ein heuchler ebda 149ᵇ; ihr heuchler, warum heiset ihr euer thun gut? da doch alle euer tünch gar leicht abgewischt wird? ebda 2, 1442ᵇ.
c)
zu tünch A 1 bzw. 2 a (vgl. auch tünche B 2 b α): die neger haben unter einem tünch von Christenthum ihren fetischdienst bewahrt Bücher in: nat.-zeit. 12, 215 bei Sanders 2, 2, 1402.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1772, Z. 49.

tünche, f.

tünche, f.,
ahd. tunicha (10. jh.), s. u.A 2 a; mhd. tunicha, tuniche (12. jh.), tunche (13. jh.), s. u.A 1; frühnhd. tünche Frischlin (1591), s. u.A 2 a; mit anl. lenis: dünche Dasypodius (1547) C 3ᵃ; Hulsius-Ravellus (1616) 87ᵇ; ohne umlaut des stammvokals: dunche Henisch teutsche spr. (1616) 765. die ursprüngliche dreisilbigkeit erscheint früh gekürzt, einerseits durch synkopierung des schwach betonten mittelvokals -i- (s. o.), andererseits durch abfall des endvokals -e, der teilweise zum genuswechsel und zur abspaltung von tünch, m., (s. dort) führt. tunicha '(kalk-)verputz, weiszer überzug, anstrich' erscheint im 10./11. jh. als rückbildung von tunichon (s. u.tünchen) neben dem älteren tunicha '(unter-)gewand' (˂ lat. tunica), das als gelehrtes lehnwort nur teilweise eingelautet (s. Frings Germania Romana [1932] 212) und nur in wenigen unsicheren mhd. belegen (Tristan als mönch 985 u. 1696 Paul, sitz.-ber. München 1896, s. auch zfdph. 29, 343) über das ahd. hinaus bezeugt ist. gegenüber sinnverwandten wörtern wie gips (s. teil 4, 1, 4, 7537 [2 a]), kalk (s. teil 5, 64), mörtel (s. teil 6, 2594) und weisze (s. teil 14, 1, 1205[4] im sprachgebrauch durchdringend, wird es ein geläufiges wort der nhd. schriftsprache.
A.
als (bau-)technischer ausdruck.
1)
'(kalk-)verputz, bewurf, überzug' (vgl.tünchen A 1): litura tunichunga (10. jh.), tunicha, tuniche (12. jh.), tunche (13. jh.) ahd. gl. 1, 644 St.-S. (s. auch die belege bei Betz dt. u. lat. [1949] 144); dünche crusta, tectorium Dasypodius (1547) C 3ᵃ; die tuͤnch fällt ab la tonica cade, la parete si scrosta, stonica, scanica, scalcina Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵇ; wie er dieses grosze werk (leuchtturm auf Pharos) vollendet hatte, grub er seinen eigenen nahmen in den stein, woraus es erbaut ist; den nahmen des ... königs hingegen blosz auf den kalk, womit er den stein überzog, wohl wissend, dasz diese aufschrift in ziemlich kurzer zeit mit der tünche abfallen ... würde Wieland Lucian 4 (1789) 143; an einigen stellen dieser rotunda (in Rom) ist etwas vom anwurf der mauer geblieben, und dieser besteht aus eben der tünche, mit welcher brunnen, röhren oder gebäude, deren bestimmung war, wasser in sich zu fassen, beworfen wurden Stolberg ges. w. 7 (1822) 178; das hämmern, mit welchem man die tünche von den mauern des hauses herab schlug Stifter s. w. 7 (1916) 284.
2)
oft weniger für den verputz in seiner gesamtheit als für die weisze, glatte auszenfläche der obersten putzschicht (vgl.: tünche letzte schicht des dreitheiligen putzes Mothes ill. baul. 4 [1884] 379) oder auch für den milchfarbigen baustoff des handwerkers.
a)
'weiszer überzug, anstrich' (vgl.tünchen A 2 a): paries dealbatus tunicha (10. jh.) ahd. gl. 2, 41 St.-S.; in dealbatione lutei parietis iu (l. in) dero tunicho leimenero uuende Notker 2, 277 Piper; albarium, tectorium weisse, tünche Frischlin nomencl. (1591) 324; man weisz, mit welcher sorgfalt die alten ihre mauern abtünchten, welche marmorglätte und festigkeit sie der tünche zu geben wuszten Göthe I 47, 239 W.; das haus ... lag starr unter der sommersonne wie ein vom lichte gebanntes tier: blätternde tünche, verschossene fensterläden und ein ungewöhnlich breites tor, dessen üppiges schnitzwerk unter schlechten farbschichten verschwamm qu. v. 1926; in dieser verwendung von 'bewurf' ausdrücklich geschieden: die wände hatten ihre tünche, ja zum theil ihren bewurf verloren Immermann w. 1, 51 Hempel; er (der turm) trug noch nicht die verwitterte graue farbe seiner bloszgelegten steinmauern, wie heute, sondern war noch bekleidet mit anwurf und tünche Stifter s. w. 1 (1904) 314.
b)
in der malerei (bes. der freskotechnik) bezeichnet tünche den als malgrund für die (wand-)gemälde dienenden kalkbewurf (vgl.tünchen A 2 c sowie tünchgrund): die mittelbilder der wände, ob sie gleich auch auf tünche gemahlt sind, scheinen doch nicht an dem orte, wo sie sich gegenwärtig befinden, gefertigt worden zu sein Göthe I 47, 238 W.; das bild (ein pompejisches wandgemälde) hat übrigens gelitten ... an dem weibe (läszt sich) die farbe nicht mehr erkennen, da die tünche sich stark abgelöst hat Welcker alte denkm. (1849) 4, 12; man näszt den grund tüchtig und gibt am besten noch eine kalktünche darüber. man kann in die nasse oder auf die trockene tünche malen, deckend oder lasierend M. Doerner malmaterial u. seine verwendg. i. bilde (1944) 247.
c)
als material des handwerkers, in neuerer zeit fast ausschlieszlich von der gewöhnlich durch pinsel aufgetragenen verdünnten kalkmischung, der kalkmilch: dunche, weisser kalch, gyps alba calx, gypsus Henisch teutsche sprach (1616) 765; tuͤnche, darmit man die häuser weisz macht de la chaux, gypsus et gypsum, vel calx ad dealbandos muros Duez dict. germ.-gall.-lat. (1664) 530; die tünche ... dasjenige, womit getünchet wird, der flüssige körper, welcher auf einen andern gestrichen wird, doch nur noch in engerer bedeutung, eine weisse aus kalk und wasser bereitete farbe, die wände und mauern damit zu bestreichen Adelung 4 (1780) 1103; tünchen ist das anstreichen einer fläche mit tünche, die aus kalk und wasser besteht Schönermark-Stüber hochbau-lex. (1902) 850; (die kalkmilch) hat als anstrichfarbe im malerberuf keine grosze bedeutung, desto mehr als tünche und mörtel K. W. Hild d. weggenosse f. d. prakt. maler (²1927) 126.
3)
farbanstrich (vgl.tünchen A 3).
a)
zunächst wohl vom anstrich des mit farben versetzten kalks: an einem freien platze, den ein brunnen lebendig macht, zeigt sich in grauröthlicher tünche, die fenster mit schwarzen einfassungen umgeben, ein zweistöckiges haus, geräumig dem ansehn nach, aber durch nichts über das masz der wohnung eines wohlhabenden bürgers hinausgestellt Immermann w. 20, 87 Hempel; das wohnhaus, das zu dem gärtchen gehört, sieht nicht nach allen seiten so geschmückt aus, als nach der hauptstrasze hin. hier sticht eine blasz rosenfarbne tünche nicht zu grell von den grünen fensterläden und dem blauen schieferdache ab Ludwig ges. schr. (1891) 1, 141; des untern geschosses ... in dunkelbrauner firniszglänzender tünche Stahr Weimar u. Jena 1 (1852) 33; die stelle links über dem fenster des stiegenhauses, wo die braunrote tünche ins gelbliche abgeblaszt ist Wassermann Maurizius (1928) 445; von der angerührten farbe des malers: eine lange schweinsborste, welche aus dem pinsel gefallen und in der blauen tünche stecken geblieben war; denn Jobst hatte ... einmal ein kleines restchen solcher tünche gefunden und ... eine viertelswandseite damit angestrichen G. Keller ges. w. (1889) 4, 244.
b)
in erweiterung des anwendungsbereichs vereinzelt auch für 'schminke' (vgl.tünch A 3 u. tünchen A 3 b): es ist ihr die tuͤnch zimlich abgefallen ... ella è diventata vecchia e brutta dopo essersi sbellettata longo tempo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵇ; haͤtte sie doch jederzeit angestanden, einige schmincke ... zu gebrauchen so wohl, weil sie es vor eine suͤnde hielte, als auch andere mit einer uͤberzogenen tuͤnche zu betruͤgen mediz. maulaffe (1719) 144;
streicht ihr denn gleich mit brodt und kreiden
und maulthiermilch die glieder an,
so ist es doch um euch gethan,
man kann die tünche nicht wohl leiden
Triller poet. betrachtg. (1750) 1, 90;
so täuscht die alte buhlerin
durch eine modische perrücke
und eine tünche von carmin
beym balle selbst des kenners blicke
Pfeffel poet. vers. (1812) 7, 89;
in neuerem sprachgebrauch nicht mehr üblich, vgl. noch: was wir gesehen haben, waren thönerne beine, und was wie gesunde fleischfarbe erschien, war nur aufgemalte tünche Nietzsche w. (1895) 1, 275.
4)
vereinzelt auch sonst für verschiedene arten von überzug (vgl. auch: das gedüncht opus tectorium, lorica testacea; ein vberzogen pflaster, als vber ein maur, oder ein glestung eins gschirrs, glasier Schönsleder prompt. [1618] L 7ᵇ): tünche nennt man einen überzug über mauern, wände, irdene waaren etc.; sie besteht gewöhnlich aus mörtel, oder gyps, kalk, gummi u. dgl. Poppe technol. lex. 5 (1820) 350; tünche der irdenen pfeifen ebda.
B.
metaphorisch, in verschiedener (an tünche A anschlieszender) anwendung.
1)
im vergleich:
... doch da kommt die not,
die prüferin, und rüttelt an den herzen,
dasz, wie die tünche von gemalter wand,
der ganze lügenschmuck herunterblättert
und jedes ding im eignen wert erscheint
Geibel ged. a. d. nachlasz (1896) 242;
als sähe ich auf leerem platz statt eines baumeisters einen wahnsinnigen mauermann mit einem gefüllten tüncheimer stehen, der seine tünche aufs gerathewohl nach allen weltgegenden verquistet und gar nicht bemerkt, dasz es um ihn her an wänden fehlt Hebbel tageb. 3, 93 Werner.
2)
bildlich.
a)
auf konkreta verschiedener art bezogen:
und umsonst nicht
eifern jen' um die wette, mit wachs die luftigen spalten
ihrer burg zu verkleiben, durch tünch' und blumen den eingang
wohl zu verbaun
(... neque illae
nequiquam in tectis certatim tenvia cera
spiramenta linunt, sucoque et floribus oras
explent)
Voss Virgils w. 1 (1799) 268;
selbst dieses blut, das den boden zu bedecken scheint, ist eine schnöde tünche Prutz gesch. d. dt. theaters (1847) 113; mit grober unschlittseife schäumte er mich ein, und dieweilen diese tünche trocknete, schliff er sein rasiermesser Rosegger schr. III 3 (1905) 74; in freierer anwendung des poetischen sprachgebrauchs findet sich auch: aber es vergiszt sich nicht so leicht, dasz unter der trüben tünche (des regens) dieses licht und diese tiefe ist, die man gestern sah (13. 10. 1907) Rilke br. 1906 -07 (1930) 376; ich bin drei stunden von Gibraltar ... — wie nichts in dieser stimmung versucht, einmal hinüberzufahren zu den mohren, anderseits fürcht ich, es legt sich dann eine tünche von licht über das dunkle, tonrote Spanien (17. 12. 1912) ders., br. 1907-14 (1933) 256.
b)
auf abstrakta verschiedener bereiche übertragen; in mehreren bedeutungsschattierungen.
α)
oberflächlicher (dem kern einer verhüllten sache nicht homogener und organisch verhafteter) putz, anstrich: die höflichkeit ist die echte und rechte, deren mutter das wohlwollen ist; jede andere ist nur gesellige tünche Körte sprichw. (1837) 214; die äuszere tünche der westlichen civilisation G. Spiesz preusz. expedition (1864) 1, 282; die, welche eine andere richtung strenge bewahrten, standen als ein kleines häuflein einsam mitten im gewühl, und die zeiten, wo dieser zustand von grund aus mit einer tünche von anderen gesinnungen überdeckt werden sollte, liegen weit hinter Lionardo's todesjahr Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 47; wenn die hoheit und würde antiker ursprünglichkeit mit der modernen tünche subjektiven moralischen geschwätzes bekleckst ist E. Kapp heimfahrt d. Odysseus (1850) ix; für ihn (Karl d. Groszen) waren es natürlich christliche vaterländische lieder, insofern beziehungen auf germanische götter (in den von Karl gesammelten heldenliedern) und germanischen cult längst ausgemerzt waren und christliche tünche darüber lag Braune in: PBB. 21, 5; bei einem groszen teil der senatoren war die griechische bildung nur eine äuszere tünche; sie wagten sie nicht offen zu verachten ..., aber im kern ihres wesens waren sie davon unberührt Wilh. Kroll in: forsch. u. fortschr. 9 (1933) 201; euer gedicht ... hat mir nie so recht gefallen, weil es etwas befehlendes, etwas moralisierendes oder schulmeisterliches hat. könnte man ihm dieses element nehmen oder vielmehr diese tünche abwaschen, so wäre es eines eurer (Knechts) schönsten gedichte H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 137; ausgesprochen konservativ war der Landeshuter katholizismus; gänzlich unberührt von jener demokratischen tönung oder tünche, die um jene zeit schon an süddeutschen zentrumsmännern recht deutlich wurde W. Hellpach wirken in wirren 1 (1948) 47.
β)
beschönigende (einen häszlichen kern verdeckende) hülle, aufputz, scheinwerk: der wolluͤstling deckt seinen unflath mit der tuͤnche der menschenliebe Jung-Stilling s. schr. (1835) 1, 430;
du bist ein mensch, der mit gefäll'ger tünche
die rohheit des gemüthes überzog
Immermann w. 15, 250 Hempel;
gegen dieses verdorbene, faule staatswesen (Frankreich), in welchem sich hinter gleiszender tünche die harte unfreiheit des mittelalters birgt, müssen wir (Deutsche i. j. 1870) unser bestes blut setzen aus dem fürstenschlosz und bauernhofe Freytag ges. w. 15 (1887) 379; für die millionenpartei war es (das nazi-programm) eine oberflächliche tünche, die der wolkenbruch der 1942 beginnenden katastrophe bereits vor dem ende gründlich abgewaschen hatte Mueller-Graaf irrweg u. umkehr (1948) 210; vgl. auch: die wissenschaftstünche und darunter die nackte unwissenheit E. Kossak Berliner federzeichn. 5 (1865) 71.
γ)
von äuszerer glätte der darstellung, besonders von der gleiszenden hülle rhetorischen wortgepränges: diejenigen ..., welche ... ja wohl gar sich unterstehen, das allertheuerste geheimnisz der durch den sohn gottes gestifteten erlösung der menschen mit einer poetischen tünche dergestalt zu überziehen, dasz ... d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamkeit 4 (1754) 640 Gottsched; ich bemerkte nur von seinen redensarten, er habe aus den neuesten schriftstellern der Franzosen eine gewisse tünche angenommen Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 23, 69; er (der dilettantismus) gebraucht bunte und leuchtende tünche (beim dichten) Arent-Conradi-Henckell mod. dichtercharaktere (1885) VI (einl.); ich wüszte in der gesamten alten literatur kein buch zu nennen, das so unmittelbar, so frei von rhetorischer tünche wäre, wie dieses (Marc Aurels tagebücher) J. Bruns vorträge (1905) 316.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1774, Z. 46.

tünchen1, vb.

¹tünchen, vb.,
ahd. *tunichon in tunichos ahd. gl. (10. jh.) 1, 370 St.-S.; tunichotun ebda 643; kitûnichot (9./10. jh.) ebda 671 (der circumflex beweist schwerlich länge, s. P. Sievers d. accente in ahd. u. as. hss. [1909] 58); gitunihhot (10. jh.) ebda 1, 350; mhd. tünchen, tünichen Lexer 2, 1569; vereinzelt umlautlos: tunchen ebda; mit anl. lenis: dunchen (12. jh.) ahd. gl. 1, 350 und offener qualität des stammvokals: donchen Lexer a. a. o.; tonchen, tonchin Marienburger treszlerb. 275 u. 335 Joachim; frühnhd. tunchen voc. (1515) d 1ᵃ Hüpfuff; tynchen (var. teuchen, wohl tenchen zu lesen) Brack voc. rerum (1495) bei Diefenbach gl. 263ᵃ; tünchen 5. Mos. 27, 2; mit anl. lenis (s. auch V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 [1951] 166): dünchen Forer Gesners tierb. (1563) 2, 89ᵃ und offener qualität des stammvokals: doͤnchen Henisch teutsche spr. (1616) 727; entrundet dinchen Serranus synon. lib. (1552) 52ᵃ; getencht Schickhardt bei Fischer schwäb. 2, 464 (hierzu ist wohl auch die oben bei Brack genannte variante teuchen zu stellen); mnd. dönneken, denneken, donneken, donken Schiller-Lübben 1, 541 ist wohl aus dem hd. übernommen mit niederdt. färbung des anlautenden dentals (vgl. mnd. dref zu afrz. tref Holthausen as. elem.-b. [1921] 80, s. auch Kluge-Götze [¹⁵1951] 814), ebenso tschech. dynchovati (15. jh., s. A. Mayer d. dt. lehnw. i. tschech. [1927] 14 u. 32). die usprüngliche dreisilbigkeit mit dem i der mittelsilbe hält sich literarisch vereinzelt bis ins frühe nhd. (so noch gedünnicht G. Widmann chronica 125 Kolb), darüber hinaus gelegentlich noch mundartlich (s. u.). — in moderner mundart nur vereinzelt nachweisbar: döncken Strodtmann Osnabrück (1756) 40; dęnXən Hofmann niederhess. 243; teniXə Hentrich nordwestthür. 97; tincə Lenz Handschuhsheim 72; dünje Autenrieth pfälz. 37; tinign Kisch Nösner wörter 155; tyniΧṇ, tynΧn̤ Gebhardt Nürnb. ma. 46, 99, 126, 170 u. 171; tünchen, tünichen Höfer et. wb. d. obd. maa. 3, 246 u. Loritza volksspr. d. Wiener 135; im übrigen gegenüber sinnverwandten wörtern wie weiszen (s. Müller-Fraureuth obers. 263; Gerbet Vogtl. 67; Heilig ostfränk. 38, 82 u. 122 sowie Lenz a. a. o. und bad. wb. 1, 595) und gipsen (s. Fischer schwäb. 2, 464 u. 4, 46 s. v. ipsen) zurückgetreten. zur zeit des übergangs vom holz- zum steinbau, als sich der kalk- bzw. mörtelbewurf immer mehr gegenüber dem lehmputz durchsetzte, kam tünchen in der bedeutung '(mit kalk) bekleiden, verputzen' auf (s. Schrader-Nehring reallex. d. idg. altertumskde. 1 [1923] 552 u. H. Erdmann stud. z. gesch. d. spr. d. dt. bauwesens, diss. 1939, 22). tünchen (ahd. tunihhôn) ist als schw. vb. der 2. kl. vom früher bezeugten tunihha 'kleid' (lat. tunica) abgeleitet, wie wâtôn 'bekleiden' von wât (s. Schrader-Nehring a. a. o.; Gamillscheg Romania Germanica 1 [1934] 17; Kluge-Götze etym. wb. [¹⁵1951] 814; Wilmanns dt. gr. 2 [1930] 64; ferner ebda 85f., wo tunihhôn unmittelbar zu lat. tunica gestellt wird, so auch Jungandreas gesch. d. dt. spr. [1947] 9). als bautechnisches fachwort geprägt, beschränkt es sich zunächst auf denspäter differenzierten und um metaphorische anwendungen bereichertengebrauch '(mit kalk) bekleiden, verputzen' (ahd. mit chalche tunichos 'calce levigabis' ahd. gl. 1, 370 St.-S. [10. jh. u. später]), während das sinnentsprechende engl. denominativum to coat ('to cover with a surface layer or coating or with successive layers of any substance, as paint ...' Murray 2, 558) daneben die allgemeine bedeutung 'bekleiden' zeigt. tünchen steht damit in parallele zu dem, allerdings erst im 14. jh. nachgewiesenen, ital. intonacare, ant. intonicare 'coprire i muri rozzi con calcina' ˂ vulgärlat. *intǔnǐcāre da tǔnǐca 'veste' (Prati voc. etim. ital. [1951] 553). da ein lat. *intunicare als bautechnischer terminus nur aus den spät bezeugten roman. formen (it. intonacare, sp. entunicar, bask. entokatu, rumän. întuneca, s. Meyer-Lübke roman. etym. wb. 1 [1935] 369) erschlossen werden kann und lat. tunicare nur in der bedeutung 'bekleiden' nachweisbar undabgesehen von tunicātus 'mit der tunica bekleidet' — sehr selten ist, erscheint die unmittelbare entlehnung eines lat.-roman. verbs (s. Weigand-Hirt 2, 1087, Paul dt. wb. [1921] 551 u. Seiler d. entw. d. dt. kultur i. spieg. d. dt. lehnw. 1 [1913] 124) als wenig wahrscheinlich. gegenüber sinnverwandten verben, insbesondere gipsen (s. teil 4, 1, 4, 7540), kalken (s. teil 5, 65), kleiben (s. teil 5, 1067) u. weiszen (s. teil 14, 1, 1206) behauptet sich tünchen (neben der jüngeren, durch präfix verdeutlichten komposition übertünchen, s. teil 11, 2, 617) als wort der schriftsprache, in den mundarten jedoch vielfach gegen sie zurücktretend, s. o. und vgl. die im nhd. auftretenden komposita ab-, auf-, aus-, be-, über-, ver- und vortünchen; s. auch unter getüncht teil 4, 1, 3, 4588.
A.
als bau- bzw. maltechnischer ausdruck.
1)
'etwas verputzen', von der bekleidung der nackten lehm- oder ziegelwand mit einem überzug (gewöhnlich von kalk, vgl. oben ahd. mit chalche tunichos, s. auch unter tünchkalk), sei es durch bewurf oder auftragung mit hilfe der kelle, der bürste oder des pinsels (s.tünchung A 1): litum kitûnichot ahd. gl. 1, 671, 15 (9./10. jh.) St.-S., ähnlich 673, 37; cementare tunchen mit mortel voc. rer. (1433) bei Diefenbach gl. 111ᵇ; duͤnchen crustare parietes, tectorium inducere, trullisare Schönsleder prompt. (1618) L 7ᵇ; eine mauer etc. tuͤnchen intonicare, incalcinare un muro etc. Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵃ; eine wand grob tünchen, dieselbe mit kalck und untergemischtem groben sand überwerffen to rough-cast a wall Ludwig teutsch-engl. (1716) 2039; die mauren mit kalck tünchen Schnabel insel Felsenburg (1746) 2, 73; schon früh auch in der allgemeineren anwendung ein haus u. ä. tünchen: (jubebit ... luto alio) liniri (domum) gitunihhot uverdan (10. jh.) ahd. gl. 1, 350 St.-S.; ein haus aufs neu tünchen to parget or plaister its walls anew Ludwig teutsch-engl. (1716) 2039; vielfach in unmittelbare verbindung zum vorgang des mauerns gebracht: (et ipse aedificabat parietem, illi autem) liniebant (eum luto absque paleis) tunichotun (10./11. jh.) ahd. gl. 1, 643, 62; zum irsten sal her (der maurer) uns die vier huser zu Ragnith an gewelwen und an muwer ganz und gar bereyten ..., die her ouch aberichten (die mauerfläche säubern, waschen u. evtl. auchröteln) sal und tonchen Marienburger treszlerb. 275 Joachim; etliche helm uf den türnen send nur gemaurt und getencht (um 1600) Schickhardt hss. u. handzeichn. 21 Heyd; der maurer ... machet ... ausz ziegelsteinen vnd kalck steinerne mauren ... vnd bewirft oder tuͤncht sie mit seiner mertelkellen Comenius janua (1644) 158; der schönste und weisseste, so zum mauren als tünchen gut und dienliche kalch daraus (aus marmor) gemachet wird Abr. a s. Clara etwas f. alle (1711) 311; von der tätigkeit des klebens, malens und des weiszens unterschieden: und (dieser kalk) ist zu mauren gar gut und zu tünchen und zu weissen noch vill pesser Tucher baumeisterb. d. st. Nürnberg 94 lit. ver.; unser lieben frawen kirch und die zwen türn wurden getuncht und gemallet in demselben jar, anno 58 (15. jh.) städtechron. 5, 215 (Augsburg);
... die vngmalt getuͤnchte wandt (des saales)
Fischart Eulenspiegel v. 3354 Hauffen;
loricatio das kleben vnnd tuͤnchen an den waͤnden, wann man jhnen gleichsam einen pantzer anzeucht Corvinus fons latinit. (1646) 494; wenn das wetter so schön bey ihnen (anrede) ist als hier, so wird ja wohl das tünchen und färben und mahlen (in Göthes wohnung) gut vorwärts gerückt seyn (14. 11. 1792) Göthe IV 10, 39 W.
2)
schon früh liegt beim gebrauch des verbums das augenmerk zuweilen weniger auf der auftragung des deckmaterials in seiner gesamtheit als auf der herstellung einer durch glätte und weisze ausgezeichneten auszenfläche (vgl. ahd. mit chalche tunichos vel slkhtfs (slihtes) calce levigabis ahd. gl. 1, 370 St.-S.); dies wird die geläufige anwendung im nhd. (s. auch unter übertünchen teil 11, 2, 617).
a)
im sinne von 'weiszen': gipsare wyszen o. tynchen Brack voc. rerum (1495) bei Diefenbach gl. 263ᵃ; tünchen, weiss vberziehen plastrer, blanchir, sbiancare, ingessare Hulsius-Ravellus (1616) 332ᵃ; eine wand, eine mauer, ein hausz etc. tuͤnchen imbiancare, biancare, ingessare una parete, un muro, una casa etc., dar' il bianco alle mura Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵃ; besonders in neuerer zeit überwiegend für die herstellung des kalkmilchanstrichs: tünchen nennt man es, wenn eine geputzte mauer mit verdünntem kalk ... überzogen wird Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 376; tünchen das anstreichen einer wandfläche mit kalkmilch Karmarsch-Heeren techn. wb. (³1876) 9, 714 (ähnlich bei Schönermark-Stüber hochbau-lex. [1902] 850); im binnenland aber wohnte der landbauer in seinem blockhaus oder in lehmwänden, die er schon damals mit glänzendem weisz zu tünchen liebte Freytag ges. w. (1886) 17, 67; als handwerkliche tätigkeit von der kunstmalerei unterschieden: er ist kein kunstmahler, er tüncht nur he is no painter, he is only a dawber Ludwig teutsch-engl. (1716) 2039;
lern zimmerwände tünchen,
dann wirb um meine gunst!
wer giebt in der kunststadt München
einen groschen für die kunst?
P. Heyse im paradiese (1892) 223.
b)
in der nahezu fest gewordenen verbindung weisz getüncht, vielfach mit dem beiklang schlichter, sauberer wohnlichkeit: die wohnungen der Rayren sind von erde, ins gevierte aufgebaut, sehr reinlich, weisz getuͤncht oder bemalt Ritter erdkde (1822) 5, 769; hell und sonnig waren die räume (im hause Savignys), weisz getüncht die wände, tännen die dielen J. Grimm kl. schr. (1864) 1, 115; das haus war weisz getüncht, das fachwerk rot angestrichen und die fensterladen mit groszen muscheln bemalt Keller ges. w. (1889) 1, 210; die fensterrahmen sind schneeweisz angestrichen, die mauern schneeweisz getüncht M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 2, 7; im gegensatz dazu das einfache getüncht vielfach mit dem beiklang ärmlicher oder auch liebloser, nüchterner kärglichkeit: wenn die sonne des glücks ... scheint, so vergoldet sie mit ganz dem nämlichen schein die hölzerne bank wie den samtsessel, die getünchte wand wie die vergoldete W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 5; er muszte dann, während drauszen der durchsichtige himmelsbogen ... schwebte ... in ein kaltes, getünchtes zimmer treten Ricarda Huch v. d. königen u. d. krone (1919) 121; die türen ... gaben dem blick die kahlheit und die kärglichkeit getünchter kammern mit gestrichenen kiefern- und fichtenholzmöbeln frei J. Klepper d. vater (1934) 2, 45; die zelle war acht schritte lang und drei schritte breit. der fuszboden war mit linoleum ausgelegt, die wände getüncht Wiechert d. totenwald (1946) 25.
c)
in der malerei (bes. der freskotechnik) bezeichnet tünchen das herstellen des als malgrund für (wand-)gemälde dienenden kalkbewurfs (s. tünchgrund): das man die capellen zu St. Bartolome, zu St. Ulrichskirchen nach dem besten tünichen und in nassen tünnich wol malen laszen solle urk. v. 11. 9. 1448 bei Birlinger schwäb.-augsb. 127; die gemeinen haͤuser sind von steinen, so nur in der sonnen gebacken ..., inwendig aber sind sie fein gewoͤlbet, getuͤnchet und mit laubwerck bemahlet Olearius verm. reise-beschr. (1696) 254; um nun auch den höheren kunstsinn zu befriedigen, so hatte man ... sich auf die fertigung kleinerer bilder gelegt, die, auf getünchte kalktafeln gemahlt, in die weite getünchte wand eingelassen und durch ein geschicktes zustreichen mit derselben völlig ins gleiche gebracht werden konnten Göthe I 49, 1, 174 W.; gemälde auf getünchten, reliefe auf marmornen oder ... eingelegten wänden Welcker alte denkm. (1849) 2, 316; sie (kalkmilch) dient zum tünchen (kalktünche) und als letzte freskoschicht M. Doerner malmaterial u. seine verwendung i. bilde (1944) 222; in freierer anwendung vereinzelt auch im sinne von 'malen': die veraͤnderlichkeit und der schlechte geschmack verursachen noch dazu, dasz manche gute alte gemaͤlde (an den häusern in Augsburg) abgekratzet werden, um neuere daruͤber zu tuͤnchen Nicolai reise d. Deutschland u. d. Schweiz (1873) 8, 131.
3)
färben.
a)
'mit farbe (an)streichen' in verbindung mit farbbezeichnungen verschiedener art (vgl.tünchgelb): die Athener waren so saumselig im gebrauch ihres demokratischen rechts, den souverainen volksversammlungen beizuwohnen, dasz zwei stadtdiener ausdrücklich dazu bestellt werden muszten, mit einem roth getünchten seil, das sie zwischen sich ausgespannt hielten, auf dem markt herumzulaufen, um die bürger, die nicht in den Pnyx wollten, damit zu umschlieszen Wieland s. w. (1840) 34, 256;
roth ist der schornstein getüncht, roth die hölzerne traufe,
und grell-bunter schnörkel verziert den sims und die jahrzahl
des bau's
Gaudy s. w. 17 (1844) 8;
die stube war sauber mit gelber farbe getüncht Freytag ahnen 5 (1878) 328; ein ... grasgrün getünchtes haus Fontane ges. w. I 4 (1905) 276; die häuser sind in milden tönen gelb und rosenroth getüncht Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 41; das grosze lokal ist blau getüncht Gerhart Hauptmann weber (1892) 47; als mundartliches einzelzeugnis findet sich dinXə 'mit ölfarbe bestreichen' bad. wb. 1, 595, ebenso Lenz Handschuhsheim 72.
b)
mit dem beisinn des unechten, fassadenhaften (über den einflusz biblischer prägungen auf das entstehen des pejorativen beiklangs s. u. B 2): nur von holz, aber so künstlich zurecht getüncht, dasz es wirklich aussah, als wäre es etwas Prutz d. musikantenthurm (1855) 1, 12; die getünchten dekorationen, die geschminkten angesichter (im tagestheater) unter blauem himmel sind das widrigste, was man sich denken kann! Holtei erz. schr. 37 (1866) 222; insbesondere im sinne von 'schminken' (s. auch unter übertünchen teil 11, 2, 617 u. vgl. schmieren [2 d] teil 9, 1082): ein getünchtes gesicht, getünchte backen viso imbiancato cioè lisciato, imbellettato Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵃ;
wie? was? was willst du? — fährt
der mohr ihn schnaubend an:
ein kerlchen mit getünchten wangen,
ein ding von marzipan,
kommt und begehrt,
ich soll den zaum ihm langen?
Wieland s. w. 11, 84 Göschen;
färb' immerhin dein haar, nur muszt du dir nicht schmeicheln,
auf deinen wangen je die runzeln glatt zu streicheln;
du tünchest dein gesicht mit bleyweisz bis ans ohr
und guckst mit hohlem aug' aus einer larv' hervor.
umsonst! die schminke wird (so flüstern wir und lachen)
die alte Hekuba nicht zur Helene machen
ders., Lucian 6 (1789) 447;
die sitte, dasz die Bacchantinnen ... sich das gesicht mit gyps weisz tünchten μυστίδι γύψω Böttiger kl. schr. 1, 262 Sillig (anmalen des gesichtes i. d. frühesten zeiten d. schauspielkunst).
B.
metaphorisch in verschiedener (an A 1-3 anschlieszender) anwendung.
1)
im vergleich: bald anders bestehet wie der schnee im sommer, wie ein getuͤnchte wand im regen Lehman flor. polit. (1662) 2, 829;
die schaar der doppelfresser (kamele)
ahnt ihres stolzes fall,
den tod des stärksten blöckers,
der mit dem fett des höckers
ragt gleich getünchtem mauerwall
Rückert ges. ged. 1 (1834) 50;
Angela ... musste bis zu tode erschrocken sein; denn sie stand weiss, wie eine getünchte wand, da und wankte Stifter s. w. (1901) 1, 91; vereinzelt auch ohne vergleichspartikel: ein gelehrter ist ein getuͤncht hausz, wenns dawider hagelt, schneyt vnd regnet, so felt die angestrichne farb ab vnd guckt der leymen herfuͤr Lehman flor. polit. (1662) 1, 323.
2)
bildlich: ein werckmeister sagt: er hetts ausz erfahrung, wenn einer mit armer leut schweisz bawet, vnd mit witwen vnd waͤysen thraͤnen tuͤnchet, dasselb hausz leyde den bawherrn vnd seine erben nicht lang Lehman flor. polit. (1662) 1, 70; alles, was in der menschheit groszes, gutes und edles ist, arbeitet darauf, dasz diese zeiten (der befehdungen, der Hunnen- und kreuzzüge) nie mehr wiederkommen sollen und können; und wir wollten glauben, dasz das alte gerüst dieser zeiten, neu getüncht und bemahlet, von ewiger natur sei? Herder 18, 308 S.;
dasz nicht mit blut die vatererd' er tünchete
W. v. Humboldt ges. w. 3 (1843) 89;
der mit ihrer (der ansichten und begriffe) farbe getünchte schriftsteller hat sich von ihnen imponieren lassen Schopenhauer w. 5, 78 Grisebach; besonders hervorzuheben ist eine reihe biblischer prägungen, die in mannigfaltiger weise weiterleben und dem wort einen pejorativen beiklang verliehen haben; mit bezug auf die tätigkeit der falschen propheten: das volck bawet die wand, so tünchen sie (die falschen propheten) dieselben mit losem kalck Hesekiel 13, 10 (s. auch Hesekiel 13, 11. 12. 14. 15 u. vgl. die mnd. fassung bei Schiller-Lübben 1, 542ᵃ); ire propheten tuͤnchen ... mit losem kalck ... vnd predigen ... lose teyding Fischart s. dicht. 1, 245 K. (S. Dominici leben); also nemmen sie an statt gutes und starcken kalchs, haffnersthon und laim, und duͤnchen mit losem kalch, das sein jhre selbs erdichte ceremonien unnd menschen fuͤndlein Musculus papist. wetterhan (1585) 186; phariseer sind sie und tünchen mit losem kalck, die dir das gesetz nicht schärffen, sondern dich bey allen deinen sündengreueln mit evangelischem trost fein warm zudecken H. Müller geistl. erquickstunden (1714) 533; Lascha (ort des verblendens, der falschen salbung, ort des tünchens mit losem kalk) Brentano ges. schr. (1852) 5, 373; die wendung getünchtes grab geht von Math. 23, 27 aus (s. auch unter getüncht teil 4, 1, 3, 4589; übertünchen teil 11, 2, 617 und weiszen teil 14, 1, 1206): das ... ist eigentlich nichts anders als ... ein getünchtes grab voller todenbein und vnflat Dannhawer catech.-milch (1657) 1, 275;
also sagt' er, und feurte sich an zu waͤhnen, die gottheit
decke getuͤnchte graͤber nicht auf. doch nannte sein herz ihn
heuchler
Klopstock Messias (1780) 91;
er nannte letztern (den kategorischen imperativ) ein getünchtes grab, ein glänzendes, stolzes laster Klinger w. (1809) 10, 173; als schimpfliche anrede findet sich: gott wird dich schlahen, du getünchte wand apost. 23, 3 (s. auch unter weiszen); mit hineinspielen der bedeutung A 3 b auf eine geschminkte schöne bezogen:
... Chloris, du getuͤnchte wand
Grob dichter. versuchg. (1678) 61.
3)
übertragen, an tünchen A 3 anschlieszend:
so thürmte sich der pol durch Osmanns stolzen frevel
mit schwarz getünchtem qualm und donner-vollem schwefel
Weichmann poesie d. Niedersachsen 1 (1725) 59;
die kerkerluft tüncht keine wangen roth
A. Grün ges. w. 2 (1877) 260;
das morgengrauen tünchte behutsam den himmel qu. v. 1937; in anschlusz an tünchen A 3 b findet sich: das beyspiel niedertraͤchtiger und getuͤnchter handlungen ... scheint mich jetzt edler muster entwoͤhnt zu haben Hamann schr. 1, 6 Roth; aber diese getuͤnchte herrlichkeit des absterbenden ritterthums verdeckte nicht lange die unheilbare krankheit des (deutschen ritter-)ordens Freytag ges. w. (1886) 18, 231.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1778, Z. 14.

tünchen2, vb.

²tünchen, vb.,
'düngen, bemisten', wohl als formvariante zu düngen zu stellen (s. teil 2, 1531, vgl.tüncherde, ferner Steinbach: tunch ... dunche, aliis tung laetamen, fimus, stercus wb. [1734] 2, 881), wenn auch die ähnliche verwendung von gipsen und kalken zusammenhang mit ¹tünchen zu erwägen gibt; vereinzelt in obd. quellen des 16. jhs.: und darumb, das es alles sandig und dürr alda (in Arabien) ist, wechst kain traid alda oder ander frücht, hat allain schäfferei, ist überal vol hüeter, die die unfruchtbarkait des ertrichs mit menig des viechs püessen (la. tünchen) Aventin s. w. 4, 2, 677 bayer. akad.; so musz man das feld die ersten zwey jar tuͤnchen vnd bemisten vnd feigbonen oder sonst bonen darauff besaͤyen (fumerez la terre les deux annees premieres) Sebiz feldbau (1580) 20; haben die bawrn umb die statt Augspurg und in den nechsten flecken herumb den 4. januarij angefangen, die erden umbzuackern und die äcker zu kuͤnfftiger saat, mit zimlicher fruͤer arbeit zu tuͤnchen und zu egen Wolffg. Hartmann Augsp. chron. (1596) 3, 122; bildlich: so hat es gott auch wol gefallen, dasz dieselbe seine kirche, vom anfange bis zum ende jhrer samlung, mit plute getuͤncht oder gemistet wuͤrde Jac. Eysenberg d. heilig brotkorb (1583) 66ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1782, Z. 71.

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tüle
Zitationshilfe
„tünchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCnchen>, abgerufen am 18.06.2021.

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