Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tünchung, f., nomen actionis

tünchung, f., nomen actionis
zu ¹tünchen (s. dort); ahd. tunichunga (10. jh.) ahd. gl. 1, 644 St.-S.; tunichunia (11./12. jh.) ebda; dunchunga (11. jh.) ebda 3, 279; mhd. tunechunga, tunechunge (12. jh.) ebda 3, 245; tunichunge (13./14. jh.) ebda 1, 644; mit synkope des i: tunchunga (12. jh.) ebda; tunchunge (14. jh.) ebda; dunchunge (12. jh.) ebda 3, 279. frühnhd. tünchung Güntzel (1648) s. u.A 1; vereinzelt noch mit anl. lenis: dünchung Dasypodius (1547) s. u.A 1; mnd. donnekinge Schiller-Lübben 1, 542ᵃ.
A.
als bautechnischer ausdruck.
1)
'abputz, bewurf, bestreichung' (zu tünchen A 1 bzw. 2); in ahd. u. mhd. zeit allgemein als wiedergabe von lat. litura: litura dunchunga (11. jh.) ahd. gl. 3, 279, 4 St.-S.; litura, littura ... tunchunge gloss. (13./14. jh. obd. mit nd. ankl.) bei Diefenbach gl. 334ᵃ; dann in verschiedener glossierung bezeugt: dünchung trullisatio Dasypodius (1547) C 3ᵃ; die tuͤnchung, vberziehung desz gemaͤurs smaltamento di muro, incalcinamento, sbiancheggiamento, il lauoro di stucco Güntzel haubtschlüss. (1648) 792; die weisse tünchung, weisz anstreichung imbianchatura, sbancheggiamento [!] ebda 853; tuͤnchung intonicamento, imbiancamento Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162ᵇ; tünchung chemise, finishing-coat, arenatum opus, arenatio Müller-Mothes archäol. wb. (1877) 945.
2)
'putzschicht, tünche': (ubi est) litura (quam linistis? Ezech. 13, 12) tunichunga (10. jh.), tunchunga (12. jh.), in späteren handschr. dafür: tunicha, tuniche (12. jh.), tunche (13. jh.) ahd. gl. 1, 644; dann nur noch vereinzelt bezeugt: tuͤnchung ... tuͤnchwerck imbiancatura, intonicatore, intonico Kramer dict. (1678) 1063; tünchung 'letzte schicht des dreitheiligen putzes' Mothes ill. baulex. 4 (1884) 379; gelegentlich auch für den als malgrund dienenden kalkbewurf (vgl.tünche A 2 b): die bemalte tünchung der mauern Winckelmann w. (1839) 1, 275 Meyer.
B.
metaphorisch; im sinne von 'färbung' (zu tünchen B 3):
stets nährt das meer (wer löschet je sein flutgewog?)
viel silbergleichen purpurs neu aufschäumenden
glanz unerschöpft, die tünchung reicher teppiche
W. v. Humboldt ges. w. 3 (1843) 65.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1788, Z. 11.

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Zitationshilfe
„tünchung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCnchung>, abgerufen am 11.07.2020.

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