Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tünen, vb.

tünen, vb.,
'(ein-)zäunen, flechten; lügen, flunkern', s. u.zäunen teil 15, 415, sowie bei Sass d. spr. d. nd. zimmermanns (1927) 80; zusammenhang der übertragenen bedeutung mit tönen 'schwatzen' (s. teil 11, 1, 1, 765) ist wenig wahrscheinlich (vgl. das nebeneinander ähnlicher bedeutungen bei spinnen und s. J. Trier über den zusammenhang der wörter des sprechens mit wörtern der hegung und des zauns, PBB. 66, 234); nur aus dem nd. sprachgebiet bezeugt, s. Mensing schlesw.-holst. 5, 204; Böning plattdt. (oldenb.) 119; Schambach Göttingen 236 und Frederking Hahlen (b. Minden) 147; vereinzelt auch literarisch im sprachgebrauch norddeutscher schriftsteller nachweisbar: die frau rief aus der stube: du tühnst, Jasper Frenssen Jörn Uhl (1902) 136 (ebda 456 auch: da hat er die geschichte erfunden. so'n tühnkram); in Grabbes humor verbinden sich ... die stammhafte freude ... am spinnen und 'tünen' und der grimm des leidend einsamen Fr. Martini Grabbes nd. drama in: germ.-rom. monatsschr. 30 (1942) 166.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1789, Z. 27.

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tüle
Zitationshilfe
„tünen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCnen>, abgerufen am 11.07.2020.

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