Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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türkel, adj.

türkel, adj.,
'löchrig, pertusus, schadhaft'; ableitung von durch; vgl.dürchel, ↗dürkel teil 2, sp. 1603 und zum k Behaghel gesch. d. dt. sprache (⁵1928) 407.
1)
eigentlich: der do gelt sament, der schutte is in einen turkiln sac (Haggai 1, 6) Claus Cranc prophetenübers. 356 Ziesemer (durch löchrigen 1. dt. bibel 10, 104 Kurr.; löcherigen Wormser propheten (1527) q 1ᵇ; löcherten Luther);
der türkel oder lam ist,
dem hilft er (der arzt Vivian) zu keiner frist
fastnachtsp. 2, 679 Keller.
2)
fachausdruck der bergmannssprache: sobald ein ausgezimmerter schacht dürkel wird, kan man ... ihn mit verwandruthen in ruhe und sicherheit sezen qu. v. 1772 in: Veith bergwb. 506; die zimmerung (mit dem messer) anzustechen, um zu sehen, ob sie noch frisch oder dürkel ist bergm. wb. (Chemnitz 1778) 567; törkel, türkel Gätzschmann bergm. ausdrücke (1881) 102; Dannenberg-Frantz bergm. wb. (1882) 102. redensartlich türkel hauen: zeche türkel hauen, it. abhutten, eben machen, abköhlen, das ist, wenn man die stroszen und bergfesten alle daraus hauet, die schächte und strecken nicht mit notdürfftiger zimmerung versiehet, sondern alles zu bruch und sumpffe gehen läst Minerophilus bergwercks-lex. (1730) 726; vgl. Schönberg ausführl. berginform. (1693) 2, 110; ebda anh. 32; zs. f. dt. wortf. 13, 114; eine zeche dunkel oder türkel hauen sie eingehen lassen Richter berg- u. hüttenlex. (1805) 1, 211; abhütten Wenckenbach bergm. wb. (1864) 111; raubbau treiben Driszen bergmannsspr. 86; vgl. auch dürchl machen extenuare (1419) Diefenbach gl. 219ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1855, Z. 42.

türkel, m.

türkel, m.,
mittelalterlicher name eines edelsteins; wohl diminutiv zu Türke 2 d, nach der herkunft, vgl. türkis a. a. a.:
saffîr von Orîente und manic edel stein ...
türkel und jâchande sach man glesten drîn
Wolfdietrich D 92, 3 Amelung;
in der cronen stuont ouch ein stein, ...
das ist ein türkel, was bla grüen
meister Altswert 39, 16 lit. ver.;
der lîhten stein man dâ vermist,
als gorallus und amatist
turkel und magnes,
beryllus und agates ...
dise steine al,
die dâ sô lutzel kosten
Ottokar reimchronik 69274 Seem.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1856, Z. 1.

turkel, m.

turkel, m.,
nebenform von ²torkel, teil 11, 1, 1, sp. 891.
1)
taumel Brendicke Berlin 185; vgl. turkelig; turkeln.
2)
glück Brendicke Berlin 185: er hat'n furchtbarn torkel. auch turkel Meyer-Mauermann d. richtige Berliner (⁹1925) 178; wenn er turkel hat Fontane br. an s. familie (1905) 2, 135.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1855, Z. 35.

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Zitationshilfe
„türkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCrkel>, abgerufen am 11.07.2020.

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