Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

türkenland, n.

türkenland, n.,
zusammenrückung aus ursprünglicher genitivverbindung, die noch lange gefühlt wird: da sahen sie von fern, dasz sich unter des Turken lande wohl neuen schiffe ereugten (16. jh.) Pomerania 2, 57 Gaebel. nach dem muster von Mohrenland, Egyptenland, Syrerland früh verfestigt: und ist nit daz recht Kriechenland, als dann die landfarer sagen, wann daz recht Durkenland (hs. Durckchenland) ist verrer über mer sächs. weltchron. 383 Weiland; Ottakcher was ain künig in Dorczling und Türkenland österr. chron. 68, 21 Seem.;
manig heiden wirt gevalt
in Egypten und Syna,
in Turkelant und Capadocia
Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 5417 Singer.
im altnordischen scheint um 1150 als erster der isländische abt Nikolás von þverá Tyrkland in seinem reiseführer zu nennen PBB 69 (1947) 475. mit beginn der neuzeit rasch durch Türkei (s. d.) verdrängt. seitdem nur dichterisch:
dort liegt vor mir ein pfad gebahnt
der führt tief in das Türkenland
A. Grün krain. volkslieder (1850) 5, 108;
gebieter wie die Türken im Türkenlande (1890) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 419.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1860, Z. 14.

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tüle
Zitationshilfe
„türkenland“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCrkenland>, abgerufen am 11.07.2020.

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