Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

türkentum, n.

türkentum, n.,
in älternhd. zeit gewöhnlich die glaubensform des Islam, die das abendland durch die Türken kennenlernt: wenn nu solcher ungetauffter hauffe uberhand neme, was solt anders bald draus werden, denn ein lauter turckenthum odder heidenschafft? Luther 30, 2, 595 W.; das pabstthum, türkenthum nebst allen secten und religionen erlangen alsdenn ihre gewisse endschaft Q. Kuhlmann bei D. Hollatz examen theol. acroamaticum (1750) 1270; das ganze türckenthum und mahometsche wesen M. Wiedemann hist.-poet. gefangensch. (1690) 79; das hab ich wahrlich ... nicht gewust, dasz das türckenthum eine kirche genennt werde J. Scheffler ecclesiologia (1735) 1, 50ᵃ; A. Florschütz Türken u. türkenthum; glaubens- u. sittenlehre des koran (1855) buchtitel. in jüngerer zeit zieht sich die inhaltsvorstellung gern auf die dem Islam eigentümliche fatalistische lebenshaltung zusammen (vgl. oben türkenglaube): von dem, was dir bevorsteht, hab' ich gehört, ... mache das beste davon. ohne ein gutes stück türkentum kann man überhaupt nicht existieren (1880) Fontane br. an s. familie (1905) 1, 295.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1861, Z. 41.

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Zitationshilfe
„türkentum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCrkentum>, abgerufen am 11.07.2020.

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