Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

dürmisch, adj. und adv.

dürmisch adj. und adv.
1.
schlug er Reinharten also das er türmisch ward Aimon p i.
2.
damals, wie disz geschach, pflegt das volk hurnauszenweisz (wie hornisse), legionisch und belzenbubisch, dürmisch und stürmisch zusammen zu kommen an den ort so Neszle genannt Fischart Garg. 150ᵇ. wär man herr Heinrich nicht zu hülf kommen, so wäre er gefallen, denn er war ein wenig dürmisch Buch der liebe 36, 4. dürmisch obliquis trucibusque oculis spectare Schönsleder L 5. dürmisch angesicht torvitas vultus, oculis torvis tuens das. C. mit der linken hand streiche ich türmisch meinen bart: die stirn ist gerunzelt, die augen blitzen rache Favian hischaviensis.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1734, Z. 12.

türmisch, adj.

türmisch, adj.,
schwindlig, taumelnd; wild, ungestüm; finsterblickend; s. dürmisch teil 2, 1734.
1)
'betäubt, schwindlig':
darnach kam ain wind und saus,
der ging wol von dem ofen herausz
dasz si in den kopfen turmisch waren (1478)
hist. volkslieder nr. 153 Liliencron;
Fischer schwäb. 2, 500; schwindelig, taumelnd Neubauer Egerl. 53. 'taumelnd, purzelnd': trifft aber nur den gaul, dasz er mit samt dem mann sich türmisch überschlägt Hohberg d. habsburg. Ottobert (1664) Zzz 2ᵃ. 'berauscht, ausgelassen': davon (von dem trunk) werden sie dester tuͤrmischer und hertzhafftiger Megiser chorographia Tart. (1611) 339.
2)
die bedeutung des grundworts ist in abwertend-verstärkender richtung weiterentwickelt, 'wild, trotzig, ungestüm':
auch Englmar ain vetter hat,
der ...
... ist zu Bravant wol bekant
in dem land als ein türnisch (türmisch) man
fastnachtsp. 1, 445 lit. ver.;
weilen dan nun die kayszerische soldaten also thürmisch und verüebig, dorften die underthonen nit wohnen, noch uff den derfern verbleiben (1630) S. Bürster beschr. d. schwed. krieges 99 Weech; allhier stehen mir die augen voller wasser, wann ich zu gemüt führe den türmischen tod, wie er seine sensen so scharf gewetzet hat Abr. a s. Clara w. 2, 73 Strigl;
da taod is nöt meh
wos a türmischa knecht
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 1, 136.
'unordentlich, verwegen': nicht weniger zeigt auch die kleydung, hut vnd binden ein grossen vnterschied an, dann sie seyn nicht fein richtig vnnd so ordenlich gebunden vnd gewunden, sondern gar toll vnd türmisch durcheinander gewicklet Schweigger reyszbeschr. (1619) 136. 'tobend, wild, ungestüm' bad. wb. 1, 612. zur bedeutung 'stolz' neigend: von mancherlay farben gar zierlich und türmisch mit ungerischen hüettlin und schönnen federbusch U. Krafft reisen 377 lit. ver.; dürmisch ungestüm, zornig, stolz Fischer schwäb. 2, 500. insbesondere vom gesichtsausdruck 'finster, trotzig, wild': ein saures, turmisch, stürmisches gesicht machen far' un viso brusco, arcigno, far mal viso Kramer t.-ital. 2 (1702) 740ᶜ; dürmisch drein sehen torvum videre Weismann lex. bip. (⁸1725) 2, 101ᵇ; sein ansehen trutzlich, türmisch, erschrockenlich Pincianus ritterl. thaten (1561) 175ᵇ; im stier ist ein türmisches stiergesicht, von fünff grossen und vil kleinen sternlein J. Kepler opera omnia 1, 442 Frisch;
sah ausz so tuͤrmisch und vermessen,
als wolt er alle kinder fressen
W. Spangenberg ausgew. dicht. 81 Martin;
wild, trotzig, finster blickend Unger-Khull steir. 184; Hügel Wien 135; Höfer Österr. 3, 247; Lexer Kärnten 78; 'mürrisch, verdrieszlich':
ich will kurtz wissen, was dir sey,
dasz du siehst ytzt so türmisch ausz ...
das schickt sich nicht. ein knecht soll fein
hurtig, frölich und munter sein
W. Spangenberg bei Dähnhardt griech. dramen 1, 129 lit. ver.
'ängstlich, eingeschüchtert':
wie ain camel sol er (bauer) han ain rugken,
durmisch und scheuch in seinem gugken
(1528) Baumann qu. z. gesch. d. bauernkriegs in Oberschw. 257 lit. ver.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1872, Z. 16.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
tüle
Zitationshilfe
„türmisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCrmisch>, abgerufen am 11.07.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)