Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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turner, m.

⁴turner, m.,
ältere nebenform von türmer, s. teil 11, 1, 1, sp. 471 sowie Unger-Khull steir. 184 u. Kisch Nösner wörter 166.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1878, Z. 42.

turner1, m.

¹turner, m.,
im ndl.-dän.-norw. als turner, im schwed. als turnare nachweisbar; nomen agentis zu ¹turnen, s. dort sowie unter vorturner teil 12, 2, sp. 1801.
1)
'ein betreiber von leibesübungen, im oberdeutschen torner' ([25. 7. 1811] Jahn br. 35 Meyer): schwingungen eines besonders geübten turners am reck (1817) Göthe gespr. ²2, 409 Biedermann;
klettern, laufen, springen
ist des turners spie!
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 2, 133;
diese verschiebbare leiter muss in einer gewissen entfernung, mindestens 50 cm, von der wand aufgestellt werden, damit der turner auch die rückseite zum aufsteigen, z. b. beim tiefspringen, benutzen kann Kregenow-Samel gerätkde (1905) 65; es ist die vierte riege, die schlechten turner, die keine freude haben an der bewegung bei den geräten Rilke ges. w. (1927) 4, 211; die ungarischen turner blieben in diesem ... wettkampf ... sieger (31. 3. 52) dt. sport-echo 6. jahrg., nr. 27.
2)
turner ist früh auch zur bezeichnung eines bestimmten menschlichen typus geworden; es bezeichnet einen durch leibesübungen geschulten körperlich gewandten: in seinen bewegungen war der ausgebildete turner unverkennbar B. Auerbach ges. schr. 14 (1858) 32; da ich nun überdies ein groszer turner war und eigentlich teufelmäszige sprünge machen konnte, ... so war es kein wunder, dasz ich bald in groszes ansehen unter diesem volke kam Hauff s. w. (1890) 2, 1, 37; also betrachtete er, der Georg, zumal er ein ausgezeichneter turner und schlechter lateiner sei, die reichswehr als den für ihn gegebenen ort V. Klemperer l. t. i. (1949) 31; darüber hinausnach Fr. L. Jahn turnerideal (s. u.) — den träger einer bestimmten lebenshaltung überhaupt: man kann es dem turner ... nicht oft und nachdrücklich genug einschärfen, dasz keiner den adel des leibes und der seele mehr wahren müsse, denn gerade er; ... tugendsam und tüchtig, rein und ringfertig, keusch und kühn, wahrhaft und wehrhaft sei sein wandel; frisch, frei, fröhlich und fromm — ist des turners reichtum ...; muster, beispiel und vorbild zu werden — danach soll er streben Fr. L. Jahn d. dt. turnkunst (1816) in: w. 2, 1, 122f. Euler; bist du ein turner und sprichst und tust solches? ders. bei Bornemann lehrbuch (1814) 112;
wer gleichet uns turnern, uns frohen?
Frlach volksl. 4 (1835) 11;
doch schämte ich mich gewaltig der blödigkeit, die mich, den freien fröhlichen turner, befallen hatte W. v. Kügelgen jugenderinn. (1870) 384; (Fr. Vockerat:) turner aus Berlin, Käthel! prächtige menschen G. Hauptmann einsame menschen (1891) 41; bin fast die treppe hinuntergesegelt, als es klingelte, indessen ein alter turner, wie ich, hält sich aufrecht H. W. Seidel Krüsemann (1935) 47; die enge verflechtung des turnens mit der nationalen bewegung gibt turner gelegentlich den nebensinn eines parteigängers der freiheitsbewegung: Hans Ferdinand Maszmann, deutscher philolog und turner, ... der die unsaubren bücher verbrannt hat auf der Wartburg W. Scherer kl. schr. (1893) 1, 82; unerfreuliche aktualität erhielt das wort in jüngster vergangenheit: auch hier (an der bayerisch-tschechischen grenze) ist front: gegen die nazis jenseits, gegen die 'turner' Henleins diesseits der grenze Fr. Wolf zwei a. d. grenze (1950) umschlagtext; nach der erschieszung des heizers Franz müsse man mit aktionen gegen die turner rechnen ebda 336.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1877, Z. 30.

turner2, m., nomen agentis

²turner, m., nomen agentis
zu ²turnen, s. dort; vereinzelt bei Moscherosch, der es als grundwort von turnieren und turnier anführt: der berichtete mich: turner waͤre bey den alten ein junger soldat, ein tummelhaffter wacker kerly, ein frischer junger gesell, der sich in ritterlichen thaten vbete, daher thurnieren vnd ein thurnier seinen namen vnd anfang genommen Moscherosch gesichte (1650) 2, 416.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1878, Z. 20.

turner3, m.

³turner, m.,
'wender', als fachwort der milchwirtschaft im alem. bezeugt (s. auch Stalder schweiz. 1, 329; Fischer schwäb. 2, 503 sowie schweiz. id. 1, 453 s. v. turnarm): das grosse wellkesse, bandkesse oder kaͤskesse, welches an dem turner hanget, an einem hoͤltzernen schnabel, welcher sich mit leichter muͤhe uͤber das feuer und von demselben hinweg bewegen laͤszt Noel Chomel öc. lex. (1750) 8, 1065; turner (soviel wie winder) hölzerner oder eiserner zur seite des feuerherdes angebrachter drehbarer galgenförmiger kran, an welchem aufgehängt der käsekessel über das feuer gebracht, bez. davon abgezogen wird; auch benutzt, um den aus dem kessel gehobenen käseteig unter die presse zu bringen Martiny wb. d. milchwirtsch. (1907) 131.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1878, Z. 28.

turner4, m.

⁴turner, m.,
ältere nebenform von türmer, s. teil 11, 1, 1, sp. 471 sowie Unger-Khull steir. 184 u. Kisch Nösner wörter 166.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1878, Z. 42.

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Zitationshilfe
„türner“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/t%C3%BCrner>, abgerufen am 11.07.2020.

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