taste f
Fundstelle: Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 156, Z. 18
werkzeug zum tasten, finger- oder griffbrettchen an clavieren u. s. w., gewöhnlich im plural (ital. tasti): bei einigen werden diese tasten schlüssel genennet (s. klave th. 5, 1040), weil sie durch berührung der saiten den laut gleichsam aufschlieszen, besser aber scheint es man nenne sie tasten, weil sie begriffen und betastet werden. Mattheson kleine generalbaszschule 69; die langen tasten sind gemeiniglich von schönem ausländischen brasilien- oder ebenholz gemacht und die kurzen, die etwas erhaben über den langen liegen, sind gemeiniglich mit elfenbein belegt. Jacobsson 4, 376ᵇ; sie haben lernen müssen die tasten zu treffen und auf den saiten herumzuspringen. Göthe 36, 34; seine stimme ging wie der wind, und seine finger flatterten über den tasten. 36; er probirte erst die einzelnen töne und tasten. Heinse Hildeg. (1857) 43; Franz Liszt hatte sich ans fortepiano drängen lassen, strich seine haare aufwärts über die geniale stirn, und lieferte eine seiner brillantesten schlachten. die tasten schienen zu bluten. H. Heine 4, 267. bildlich: wie traurig! dasz an diesem harmonisch gestimmten klaviere (dem talentvollen studenten) sich doch zuletzt eine taste (die intoleranz) fand, welche nicht ansprach. Matthisson schriften 2, 78.
Zitationshilfe
„taste“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/taste>, abgerufen am 13.12.2019.

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