Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

todsünde, f.

todsünde, f.,
mhd. tôtsünde, peccatum mortale. voc. 1482 996ᵇ. (vgl. tödlich I, 3 und todessünde): in tôtsünden vallen meister Eckhart 557, 33; wan man vindet kaum ainen menschen, der nie kain tôtsünd hab getân. Megenberg 361, 14; todsund gegensatz zu teglich sund (s. täglich 1ᵃ) Luther 1, 220, 13 Weim., zu läszliche sünde. Butschky Patm. 564 (405); todtsünd thon Schwarzenberg 139ᵇ;
ein todsünd macht dir greise haar,
wann du bedächtest ihr gefahr.
Kehrein kirchenl. 1, 23, 6;
der hochmuth ist eine von den sieben todsünden. Wieland 11, 312; meinet ihr wohl gar eine todsünde werde das aequivalent gegen todsünden sein? Schiller 2, 203 (räub. schausp. 5, 2); bin ich doch ohnehin schon bisz an die ohren in todsünden gewatet. 133 (4, 2); etwas für eine todsünde halten, wie eine todsünde meiden u. s. w.: hat es demnach die meinung nicht, dasz man in der sprach zum puritaner werde, und mit einer abergläubischen furcht ein fremdes aber bequemes wort als eine tod-sünde vermeide. Leibnitz 1, 455; eine gestickte weste hielt H. für eine todsünde. Rabener 2, 64.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 588, Z. 1.

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Zitationshilfe
„todsünde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tods%C3%BCnde>.

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