Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

todtenbaum, m.

todtenbaum, m.
1)
schwäb.-alem. sarg der aus einem baumstamm gehöhlt ist (eichner trog oder todtenbaum Alem. 16, 223ᵇ v. j. 1527, in den alem. heidengräbern am würtemberg. Lupfen hat man ausgehöhlte eichenstämme als särge gefunden. Rochholtz deutscher glaube und brauch 1, 194), dann überhaupt ein holz- oder steinsarg (ein marmoren sarg oder todtenbaum Amadis 239 K.), loculus, feretrum Dief. nov. gl. 238ᶜ. Dasyp. (1556) q 3ᶜ. Schmid schwäb. wb. 48. Stalder 1, 286. J. Grimm kl. schriften 2, 274. 307: gehe in den keller, da stehet mein nachbawr in einem todtenbaum und ist gestorben. Pauli schimpf 95ᵇ; da kamen die begynen und legten den todtenboum wider uff die bar. Eulensp. 144 (94) neudr.; als sie all stunden uff dem kirchoff umb den todtenboum, da Ulenspiegel in lag 145 (95); nun stuͦndt ain todtenbaum an ainem ort, da gar niemands hin kam. Lindener schwankb. 23 Lichtenst.; er hat auch ain totenbaum, darin er nach seinem absterben gelegt zu werden begert, steetigs in seiner schlafcamer neben seinem bet steen gehapt. Zimm. chron.² 1, 365, 22, todenbaum 3, 13, 33; und hab darzu einen mann beredet, das er sich in einem todenbaum solt lassen in die grube tragen. Fischart bienenk. (1580) 194ᵇ f.;
se trage sie's meideli use ...
mittem chranz am todtebaum.
Hebel (1843) 2, 30. 86;
würde aber wohl auch jemand weinen, wenn ich stürbe, wenn sie mich zu grabe trügen und wenn die erde polterte auf meinen todtenbaum? Gotthelf geld und geist (1859) 77; demin. wie man .. das todtenbäumlein in das grab hinunter senken wollen. G. Keller ges. werke 1, 55; im ausrufe botz todenbaum! Fischart Garg. 202ᵃ (vgl. potz leichnam! th. 6, 627):
botz totenbaum! das wäre recht.
H. R. Manuel weinspiel v. 1103.
2)
er treget sein creutz oder den todtenbaum selber, daran er solte gehanket werden. Mathes. fastenpred. 108ᵃ.
3)
symbol. darstellung im gegensatz zum lebensbaum, z. b. aus dem ende des 13. jh. in Trier als baum, dessen früchte todtenköpfe sind. Müller-Mothes 927ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 597, Z. 23.

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Zitationshilfe
„todtenbaum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/todtenbaum>.

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