Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

todtenkleid, n.

todtenkleid, n.
sudarium Dief. 564ᵇ, vestis mortualis Aler 1904ᵇ, vgl. leichenkleid:
da fuhr auch auf der todte mann,
das todtenkleid ihn hindern was.
H. Sachs 9, 427, 34;
netzt mein todten-kleid
mit fernern thränen nicht.
Gryphius lyr. ged. 528;
die nachmahls, wenn sie hat entseelt die sterblichkeit,
auch leinwand nicht gehabt zu einem todenkleid.
C. Gärtner, schles. Helik. 404;
aus einem braut-gewand macht man ein todtenkleid.
495.
eh ich im todtenkleide
auf ewig von dir scheide.
Bürger (1778) 311;
die nachbarn kamen indessen um den entseelten anzukleiden .. die mutter hohlte das todtenkleid. Stilling jug. (1780) 133; schon drei nächte hintereinander sah ich sie in todtenkleidern. Lenz 1, 207; die todtenkleider, die jeder fromme jude immer bereit halten musz. Auerbach ges. schriften 10, 51; übertragen:
einer (ein baum) in des herbstes leid
trägt ein erdfarb todtenkleid.
Rückert poet. tageb. 398;
der bergmann hat sein todtenkleid immer an. Hebel (1843) 3, 294; dieses todtenkleid eines ganzen ermordeten ritterordens (d. i. die maske eines tempelherrn, die Albano zur redoute anzog.) J. Paul Tit. 2, 100.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 611, Z. 36.

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Zitationshilfe
„todtenkleid“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/todtenkleid>.

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