Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

todtenschein, m.

todtenschein, m.
1)
schein, schattenbild der todten, der geister: ein betrigender totenschein. ackermann aus Böhmen 36, 14;
mein hertzens-angst vermummt sich ..
.. ach! in euren (der geister) todten-schein.
Gryphius trauersp. 458 P.
2)
schriftliche todesanzeige:
ein schwartzer todten-schein von meiner freunde händen
ertheilt mir den bericht ...
schles. Helik. 639.
3)
apodixis defunctoria Aler 1904ᵇ, vgl. todesschein:
Marthe. hätt' ich nur einen todtenschein!
Göthe 12, 148 (Faust 2872 Weim.);
ich brach es (das gesiegelte blatt) auf, und blickt' hinein,
es war — mein eigner todtenschein.
ich sei gestorben den und den
im jahre dann und dann.
Immermann schriften 1, 199;
ich will nach dem prediger gehen und mir gleich einen todtenschein ausfertigen lassen. Brentano G. Wasa 124, 4 neudr.; 'aus so entlegener zeit werden keine totenscheine verlangt', versetzte der geistliche. Freytag ges. werke 6, 149; jetzt trage ich meinen todtenschein in der tasche (ist mir der tod gewisz). C. F. Meyer novellen 1, 274.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 620, Z. 22.

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Zitationshilfe
„todtenschein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/todtenschein>.

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