Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tollhäusler, m.

tollhäusler, m.
insasse eines tollhauses: daher es nervenschwachen nicht zu rathen ist, aus neugierde tollhäusler zu besuchen. Kant 10, 186; rasender tollhäusler! Klinger Otto 7, 22 neudr.; solch ein ding, das in allem zusammengekehrten und auf's höchste angeschlagnen werth neben dem Faust hervor leuchtet, wie der schmutzige pfennig auf eines tollhäuslers hand gegen die schaumünze, die einer edlen frau an dem busen schwimmt. F. Müller 2, 100 (Faust); guter Valerius! ... in diesen unsern heutigen tagen würde man deinen Kajus Blosius für nicht viel weniger als einen tollhäusler halten. J. G. Müller kom. romane 2², 520; wies immer hundert narren und tollhäuszler gegen einen besessenen, hundert fanatiker gegen einen inspirirten, hundert träumer gegen einen geisterseher geben soll. Musäus volksm. 2, 160; einen solchen tollhäusler zu schröpfen, ist diebstahl. Scheibert mit schwert und feder (1902) 39.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 641, Z. 64.

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todängstlich torfkuh
Zitationshilfe
„tollhäusler“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tollh%C3%A4usler>.

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