Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tollkeulen, verb.

tollkeulen, verb.
fische durch keulenschläge auf das eis betäuben (s. die grundbedeutung von toll 'betäubt, bewusztlos' sp. 631). 'ist eine art von nachtfischerey, in der Mark auf see'n besonders üblich, wo man zander, hechte und aalraupen dadurch fängt, dasz man bei nicht zu starkem, durchsichtigem eise 2 bis 3 starke schläge auf dasselbe thut, wodurch der unten liegende fisch betäubt wird, sich umdreht, das maul aufsperrt und nun leicht wegzufangen und aus dem eise heraus zu nehmen ist.' Weber ökon. lex. 592. s. Jacobsson 4, 411ᵃ. Campe. Heinsius. Krünitz 185, 627: ferner bleibt allgemein verboten: das hecht-tollen oder tollkeulen, wobei auf durchsichtigem eise der fisch durch starke schläge auf das eis betäubt und dann gefangen wird. fischerei - polizeiordnung für Berlin vom 12. april 1859 § 8ᵇ. vgl. tollen 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 643, Z. 63.

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Zitationshilfe
„tollkeulen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tollkeulen>.

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