Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tolp, tolbe

tolp, tolbe,

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s. dolp th. 2, 1232.
1)
ein fisch, bei Brehm 8, 127 tolbe, sonst auch groppe, kaulhaupt, kaulquappe, kopput genannt. der name mag mit telben, graben (sp. 237) zusammen hängen: 'sie (die groppe) ... liebt sandigen oder steinigen grund, da sie sich gern unter steinen aufhält, und besucht, der steine halber, sogar die kleinsten, wasserärmsten bächlein.' Brehm 128 ; allota, capito, carabus, gubea dolb Dief. 24ᶜ. 97ᵇ. 99ᵇ. 270ᶜ; allota tolb nov. gl. 16ᵇ; capo tolpe (14. jahrh.), concha est genus piscis i. e. mültop (1412) Schm.² 1, 505; dolb'n Schöpf 85. das gleichbedeutende tirolische tolm oder dolm bei Schmeller und Schöpf, über das th. 7, 2310 unter qualm 1, c falsch geurtheilt wird, ist aus tolbn entstanden, wie alm (alpe) aus albn (vgl. Stosch zeitschr. f. deutsche wortforschung 3, 359). auch die schreibungen tholln und tolbm kommen vor, wie unten die belegstellen zeigen: man verpeut euch auch, das ... niembt im sommer kein tholln nit fach tirol. weisth. 1, 74; ain richt (gericht) mit kraut und gepachen tolben darauf 2, 353;
grundl, tolbm und alln
die pring ich euch ane zall
Sterzinger spiele 15, 460.
nach Schöpf soll der fischname bildlich einen ungeschickten, dummen menschen bezeichnen. doch handelt es sich hierbei offenbar um das folgende tölp aus tölpel. —
zusammensetzungen:
tolbenvischen
ordnung des tolbenvischens tirol. weisth. 4, 11;
tolbentauppl
tolbentauppl, enges fischnetz zum tolbenfang. 4, 13.
2)
tolp, art schwammes Schm. cimbr. wb. 178.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 650, Z. 9.

tölp, tolp

tölp, tolp,
s. dölp th. 2, 1232, wo jedoch die angabe unrichtig ist, dasz das wort erst im 16. jahrh. vorkomme. es findet sich als fingierter eigenname bereits im 15. jahrh. bei Hans Folz fastn. sp. 337, 20:
ich pin der erst und haisz der Moll,
der ander Tölp, der dritt haist Droll
nach mittheilung von Kluge (vgl. zeitschr. f. deutsche wortforschung 1, 374 und 2, 297) dürfte tölp aus tölpel hervorgegangen sein, indem man letzteres als deminutivum auffaszte und dazu ersteres als neues grundwort bildete. auch Bechstein Germania 8, 333 hält bei tölp eine kürzung von tölpel für möglich. als nebenform von tölp erscheint tülp in rulpentülp th. 8, 1477, wie auch tülpel neben tölpel und tülpisch neben tölpisch vorkommt. tirolisch hat das wort, ebenso wie der fischname tolp (s. d.), eine umwandlung zu tolm oder dolm erfahren (vgl. Stosch zeitschr. f. deutsche wortforschung 3, 360); s. die belege am schlusz. — tölp, tölpel, törper, dölpel, bardus, hebes, lourdaut Schottelius 1432; törpel, tölpel, tölp Stieler 2282: sprech ich, das der dechan von Parisz mit seinen sophisten grobe esell (die handschr. hatte zuerst tolpen, dann püffel) seyn Luther 9, 739 Weim.; oft bei H. Sachs:
was fragten wir denn nach dem tölpen?
9, 24, 23;
ich musz den dölpn examinirn
14, 311, 5;
es wer gnug, wenn du werst ein bawer,
der dölppen einr von Zeiselmawer
17, 215, 13.
später in der litteratur noch bei Voss vorkommend:
ein dünnbackichter schuft. ein tölp!
Shakespeares schausp. 2, 394;
mishandelt wie der ärgste geck und tölp,
dem je ein streich gespielt ward!
401.
tirolisch: diesem dolm hab' ichs gedraht (habe ich einen possen gespielt) Zingerle sagen, märchen und gebräuche aus Tirol 309; sie (das ordentliche mädchen) sagt's dem buben schon, der ums gassegehen fragt, dass sie nachts schlafen wolle ... und kommen mehrere, lässt sie die tollm schreien und lärmen, bis sie ausgelärmt haben und endlich abziehen zeitschr. des vereins für volkskunde 8, 256.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1913), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 650, Z. 34.

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Zitationshilfe
„tolp“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tolp>.

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