Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

tonen1, verb.

¹tonen, verb.
s. ¹tönen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 759, Z. 29.

tönen1, verb.

¹tönen, verb.,
mhd. dœnen (mhd. wb. 1, 382ᵇ; Lexer 1, 447) wurde als schwaches zeitwort zunächst zu mhd. dôn 'melodie. lied' (vgl. ¹ton) gebildet und in der bedeutung 'spielen, singen' verwendet. allmählich erweiterte sich jedoch der kreis der beziehungen auf alle dem subst. entsprechenden verbalen gebrauchsweisen. auch die formen sind ganz analog denen des subst.: neben den umgelauteten begegnen seit dem späteren mittelalter bis in die erste hälfte des 18. jhs. umlautlose; ebenso wird schon im späteren mhd. das anlautende d gelegentlich durch th und t vertreten, th ist im frühnhd. vorherrschend. etwa seit der mitte des 18. jhs. ist tönen die regelmäszige norm, doch wird die umlautlose form noch für die Schweiz verzeichnet bei Stalder 1, 289.
1)
tönen bezieht sich auf die möglichen schallwirkungen überhaupt, besonders auszer, aber auch in der musik.
a)
die dinge und körper im raum, raum und welt tönen.
α)
die metalle tönen: anders tönt das geschlagene metall Herder 22, 63; voll tönenden metalls 11, 171; seiner herte halb tönet es (das silber) wan man es wirfft oder schleht Münster cosm. ix; es (das gold) schimmert und tönt ganz artig Laroche Sternheim 227; ein donend ertz oder eine klingende schelle 1 Cor. 13, 1;
du bist ein eitel tönend erz
Mildh. liederb. 12 Becker;
den fürchterlichen gott der schlachten,
der, in tönendes erzt eingekleidet,
sich um den Simois zahllos verbreitet
Schiller 6, 190.
β)
die waffen tönen, der mensch in seiner waffenrüstung tönt: an den stiefeln tönten die sporen Stifter 3, 134; in tönender rüstung Schubart 6, 224; von waffen tönende schaaren J. J. Dusch 289;
eh die sonne sinkt,
werden schilde spalten ...
und schwerter treffen,
dasz die helme tönen
Herder 5, 180;
getroffen tönten helm und schilde
Göthe 10, 139 Weim.;
tönend stürzt' er dahin, und schlug mit der stirne den boden
Voss Odyssee 22, 94;
γ)
andre dinge tönen: tönender käs (beim aufschlagen mit den fingerknöcheln) Martiny milchw. 118;
leere fässer tönen laut
volle fässer tönen nicht
Kirchhofer schweiz. sprüchw. 257;
wo im trüben erlenteiche
dürres rohr im winde tönt
Matthisson 1, 27;
die donnernde wage tönet fort und wägt!
Klopstock oden 1, 150;
es rollt ein tönender wagen
Fouqué bildersaal 1, 80;
also schlummerte dort der herliche dulder Odysseus
unter der tönenden hall', im schöngebildeten bette
Voss Odyssee 7, 395.
δ)
erde, luft, wasser tönen: der tönende sand Ritter erdkunde 2, 204; (die untere schicht) eines backsteinharten tönenden lehmlagers 6, 1113; es wurde kalt, das eis tönt Storm 2, 106;
es thoͤnet in derselben grentz
der hohe berg mit starckem prausn
Spreng Äneis 45;
dasz berge tönen, widerhalln abgründe
Tieck 1, 218;
tönt in meinen lobgesang,
wellen, felsen und gestade!
Ramler lyr. ged. 287;
eine wimmelnde tönende stadt
Klopstock oden 2, 95;
es war mir, als hörte ich das land umher tönen Jung-Stilling 4, 676; jetzo tönen die gärten — die luft summt Jean Paul 7-10, 356; am morgen, im tönenden lenz um ihn und in ihm 1, 355; das brausen und tönen der wasser Tieck 4, 8; das wasser fängt an zu rauschen, zu schwellen, zu tönen Allmers marschenbuch 1, 2, 330; eine kleine quelle kam aus einem hügel, sie tönte wie lauter glocken Novalis 4, 162;
in demselben lande, wo die Ilme rauschend thont
Neumark palmbaum 348;
die wogen töneten
Herder 12, 72;
und mädchen wandelten mit krügen
zum brunnen, welcher tönend quillt
Geibel 1, 137.
ε)
die welt, die gestirne tönen: diese farbenglühende, tönende welt du Bois-Reymond grenzen der naturerk. 10;
die pole klingen, sonnen tönen;
alles ein chor, ein gesang der welten
Herder 27, 45;
laszt, himmel, tönen eure morgensterne
Rückert 1, 39;
am himmel kreisen tönend goldne sterne
Geibel nachlasz 29.
ζ)
die ohren tönen: wider das thönen der ohren sol mans einem mit magkolbensafft eintreiffen Heyden Plinius (1584) 147; tinniunt aures .. klingend, tönend Frisius 145.
b)
dem intransitiven gebrauch entspricht von etwas tönen:
die brücke,
die von wagen und menschen tönt
Hölderlin 1, 202;
doch plötzlich tönt die gruft von schrecklichem gebrülle
Zachariae 1, 65;
oft tönete die flur von ihrer sicheln klang
Gotter 1, 135;
hörst du nicht das feld
des Mavors laut von freudenstimmen tönen?
Mastalier ged. 25;
die luft tönte von sturmeshauch und meeresrauschen Storm 10, 81; im januar schon tönt die ganze luft von vögelgesang Geibel bei Litzmann, Hölderlin 49; ganz Warschau tönt jahr aus jahr ein von concerten und hausmusik wieder Schubart ästhetik der tonkunst 249.
c)
bes. in gehobener sprache transitiv etwas tönen:
sie tönen, die lanzen, tönen nun die todestöne
im thale der ernsten schlacht!
Klopstock Hermanns schlacht sc. 4;
und aller sterne harmonien
verstummen. jeder stern erklang
zum lobe gottes: sie entfliehen,
und tönen keinen lobgesang
Cramer nord. aufseher 1, 134;
o so tönen dieses tempels hallen:
'eine veste burg ist unser gott!'
Schubart leben 2, 105;
Wellington, die wellen tönen
wogend dich um Albion
Brentano 2, 364.
d)
die schallwirkung selbst tönt.
α)
ein geräusch, ein schall tönt: eines nachts wache ich von einem sonderbaren geräusch auf, welches aus meiner bibliothek tönt Immermann 1, 100; in den straszenlärm hinein tönte überall schallendes geräusch Seidel Leberecht Hühnchen 21; tönender goldklang auf die laute der natur Schiller 1, 151;
griff der könig zum speer,
schlug zum schilde tönenden schall
Herder 25, 425;
angenehmer wiederhall,
töne, wirble deinen schall!
theater der Deutschen 12, 450;
noch tönt des echo's hall
Pocci komödienbüchlein 6, 84.
β)
der schlag, fall, tritt tönt:
von hohlen bretern tönt des hammers schlag
Göthe 16, 133 Weim.;
da thönet schlag auf schlag, da hört man knall auf knall
König ged. 156;
das tönende herabfallen kleiner kugeln Humboldt kosmos 2, 452; wenn selbst die fusztritte des wanderers tönen Göthe 40, 265 Weim.; das biegen seines fuszes tönte wie donner unter ihm Büchner nachgel. schriften 203.
γ)
das plätschern des wassers, brausen des windes, rollen des donners tönt: von dem springbrunnen her tönte unausgesetzt das angenehme plätschern des wassers Chr. v. Schmid 2, 60; ein leiser wind tönte nur oben in den alten wipfeln Novalis 4, 92;
und sieben donner gottes tönen
durch die bestürzten himmel hin
Cramer nord. aufseher 1, 135;
es blitzen überall die eisernen ballonen,
der wolken donnerstimm beginnt im feld zu thonen
Birken fortsetzung der Pegnitz-schäferey 8.
δ)
unpersönlich es tönt: es tonet donnert Stalder 1, 289; horich, wü dis awer tont wëⁿⁿ mᵉr in dis fass nin grüeft! Martin-Lienhart 688; nur unten schien es, als würden thore zugeschlagen, und als tönte es von davonjagenden hufen Stifter 2, 112;
immer tönt's, wie flug der eulen,
mir um sein unschuldig haupt
Müllner dram. werke 1, 60.
2)
tönen von musikinstrumenten.
a)
die musikinstrumente tönen.
α)
die glocke und schlaginstrumente: wie die glock oder daz seytenspil doͤnet Keisersberg bilgerschaft 8ᶜ; ein glock die thonet nach dem sie guͤt ist brösamlin 2, 37ᵇ;
die glocke, glocke tönt nicht mehr
Göthe 1, 204 Weim.;
Dante sasz in seiner kammer ...,
hörte fern die glocken tönen
Uhland ged. 1, 211;
mit dem letzten schlage zwölf einer aus der ferne dumpf tönenden turmuhr E. Th. A. Hoffmann 6, 110; sein herz ist leer wie eine tönende schelle (= 1 Cor. 13, 1 klingende schelle) Arndt an s. l. Deutschen 1, 280; trommeln tönen von allen enden Schiller 3, 137; wie denn ... nur die lärmtrommel zu tönen und die glocken zu stürmen brauchten Alexis Roland 1, 264.
β)
die blasinstrumente: wenn es (das horn) aber lange dohnen wird 2 Mos 19, 13; höret, wie ihre hörner tönen Schiller 2, 107.
das waldhorn tönt, das windspiel bellt
Gottsched ged. 1, 41;
im tiefen walde mein horn
liesz ich da hallend tönen
R. Wagner 6, 88;
flöte wird für diese tönen
Göthe 3, 123 Weim.;
wenn eine flöte tönt von fern
Uhland ged. 1, 29.
γ)
die orgel, das klavier: das tönen der orgel Rädlein 1, 875; das zerschlagene klavier tönet nicht mehr Schiller 2, 183.
δ)
die saiteninstrumente: die violine ... tönt nur, so lange die saite gerieben wird Hegel 7, 1, 210;
lasz für Nathos deine harfe tönen
B. v. Arnim Günderode 1, 123
der alte rührt die tönende zitter
A. Grün 4, 198;
kann diesz nicht sein, so lasz zuletzt
nur Günthers leyer wieder tönen
Gottsched ged. 1, 185.
die saiten an sich: die seyten schlahen das sy toͤnind oder kyndind Maaler 403;
dô im der seiten dœnen sô süeʒlîch erclanc
Nib. 1772 Lachmann;
tönet, eh der tag sich neiget,
durch den hohen fürstensaal,
frische saiten!
Denis Sined 133;
zärtliche lieder
aus siebenfach tönenden saiten zu ziehn
Ramler lyr. ged. 88;
zerreiszt das tönende saitenspiel
und ergreift die pfeifende klinge!
Strachwitz ged. 28.
bildlich: ach! die natur hat mir die saite des schmerzens allzugut in der seele aufgezogen, als dasz ich eine solche saite, wenn sie an einem andern geschöpfe gerührt wird, nicht sollte sogleich an meiner eigenen zittern und tönen hören Abbt 1, 151; sie ist Mignon, ach ich fürchte sie wird nicht leben, diese zarten saiten haben so früh getönt Caroline 2, 84; eine saite meines herzens, von keinem finger noch berührt, tönte da zuerst Schubart leben 1, 16; da ist keine saite meines wesens, die mit dem ihrigen zusammen tönte Görres briefe 1, 6.
b)
intransitiv von, in einem ton tönen, eines tones tönen:
es tönt an meinem munde
ein silbernes horn von süszem schall
Geibel 1, 6;
es tönt in lieblichem ton das elfenbeinerne horn
Wieland Oberon 1, 2;
tön' andres tones, saite!
Klopstock oden 270.
c)
transitiv etwas tönen: die kirchenglocken tönten wieder friedfertige töne Stifter 5, 1, 37;
von dem dome
schwer und bang
tönt die glocke
grabgesang
Schiller 11, 313;
und die kartaune toͤhnt den groben leichenklang
geharnschte Venus 8;
töne, frohe leyer,
töne lust und wein!
töne, sanfte leyer,
töne liebe drein!
Lessing 1, 61;
höre den rath, den die leier tönt; ...
'was tönt denn die leier?' sie tönet laut:
die schönste das ist nicht die beste braut
Göthe 6, 67 Weim.
die wirkung wird hervorgehoben:
die abendglocke tönt den tag zur ruh
Seume ged. 4.
d)
die klangwirkung selbst tönt.
α)
der klang eines instruments, der schlag der glocke, die stunde tönt: aus dem städtchen heraus tönte mild ein feierlicher glockenklang Holtei erz. schr. 14, 172; im Georgenturme tönte eben der letzte von vier glockenschlägen O. Ludwig 1, 158; dazwischen tönte hie und da einmal der ferne stundenschlag vom kirchturme der stadt 2, 184;
sie tönet, o meister, sie tönet
die frohste der stunden!
Gotter 3 556;
vom thore her tönte dumpfer trommelschlag Freytag 11, 189; dazwischen tönt auch der lebhafte schall wirksamster blasinstrumente Göthe 25, 3 Weim.;
ein flötenhall, der in der luft verzittert,
wenn er getönt zwei selige sekunden
Geibel nachlasz 24;
es tohnt das trarara der lermenden trompeten
Schottelius haubtsprache 63.
β)
unpersönlich es tönt:
vom fernen thurm tönt's mitternacht
Fontane ged. 30;
auch der subst. infinitiv:
süszes tönen entlockt er der flöte
Schiller 14, 48.
3)
tönen vom menschen bei spiel und gesang.
a)
der mensch tönt (spielt, singt):
dô begunde er suoʒe dœnen
und harphen sô ze prîse
Gottfried Tristan 3586;
in dem munster wît, ...
dâ wart gelesen und gedônt
Ottokar reimchr. 69140 Seemüller;
der gleich wie auch thuͤn die Sirenen
im wilden mer so suͤeslich thoͤnen
H. Sachs fabeln u. schwänke 208, 75 Götze;
doch von dem claviere tönt
ganz ein andrer himmel (der musiker Fr. H. Himmel);
Göthe 2, 158 Weim.;
nordwärts der Alpen tönen die völker nicht zur guitarre Herder 24, 263; bald wirst du ... dich wieder muthig auf die gipfel der tannen setzen, und in den wald tönen Bräker 2, 157. ebenso die singvögel:
losâ wie die vogele alle dœnent,
wie sî den meien mit ir sange krœnent!
Neidhart 27 Haupt;
der vogele dœnen
geb der schœnen
wunneklîchen gruoʒ
minnes 2, 266ᵇ Hagen;
also tönt ein schwan im sterben
Brentano 3, 181;
die nachtigallen hüpften tönend zwischen den silberzweigen Jean Paul 15-18, 569.
b)
instrument und singstimme sind mittel der tongebung die zunge, die stimme tönt:
ich wæne Orphêes zunge,
diu alle dœne kunde,
diu dœnete ûʒ ir munde
Gottfried Tristan 4789;
in allen wimmelnden städten
fügt, versammelte menschen, zur tieten donnernden orgel
die weit tönende stimm'
Giseke 23.
α)
mit dem instrument, mit der stimme tönen:
was ruft ihr Hermanns namen so
und tönet mit den waffen?
Kretschmann 1, 174;
wie Diodymene, hoch aus dem heiligthum,
allgegenwärtig niederrauschet
und mit gewaltiger cymbel tönet
Klopstock oden 1, 24;
und so du doͤnst mit den hörnern erste bibel 4 Mos. 10, 3 Kurrelmeyer; er ... thönete mit der trompete A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 947;
o dafür werden alle schönen
dein lied mit süszer stimme tönen
J. A. Ebert episteln 149.
β)
in das instrument, das instrument, die stimme tönen:
töne, schwager, in's horn
Göthe 2, 66 Weim.;
auf, schwager, ins horn getönet!
Voss ged. 5, 246;
und wenn man das halljahrs horn bleset und denet Josua 6, 5; eine jungfraw, die eine schöne stimme hat ..., sie zierlich zwingen, ziehen, thönen und abwechseln kan Moscherosch insomnis cura parentum 65 neudr.
c)
gegenstand der tongebung ist die musik, deren gefühls- und gedankeninhalt.
α)
einen schall, eine melodie, ein lied, ein musikstück tönen:
ûf dem rîse
dœnent wol ze prîse
vogellîn ir schal
Konrad v. Landegg minnes. 1, 356ᵃ Hagen
töne, töne, nachtigall!
meiner klagen wiederhall
neuer freuden wiederhall
Göthe 11, 292 Weim.;
nu tretet ûf den anger, unde dœnet
mit den vogelîn iuwern niuwen süeʒen sank
Wizlaw minnes. 3, 83ᵃ Hagen;
inmittelst wil ich thönen
die weise melodey,
dasz auch das grab der schönen
nicht ohne freude sey
Treuer deutscher Dädalus 1, 170;
die heilge lippe tönt ein wildes lied
Göthe 10, 80 Weim.;
von lieben kindern ist der raum erfüllet,
die mit den harfenzungen hymnen tönen
Tieck 2, 86;
auch sang und tönte sie (die psalmen Davids) das volk unter einer musik, von deren art und würkung wir würklich keinen begriff haben Herder 8, 352; (sonette, die) zur alten leier ... getönt wurden Voss krit. blätter 1, 506. auch im sinne von componieren die worte tönen: dise wort Minuzo in sein geigen tönet in masz als dann soliche materi begern was Arigo decamerone 622 Keller; es sein noch nit drey tag das die wort in den tone getönet warden ebenda.
β)
einen gefühls- und gedankeninhalt tönen:
mînen kumber ich ir dœne,
swar ich landes var
Heinr. v. Stretlingen minnes. 1, 111ᵃ Hagen;
und freude tönte dir das lerchenfeld
Tiedge 2, 170;
das wir ewig gottes lob thönen
H. Sachs 22, 168 Keller-Götze;
(der gesendete)
tönte des weltgerichts entsetzen aus der posaune
Klopstock Messias 5, 334.
γ)
von etwas tönen:
doch wenn die leier an du klingst
und tönst von gram und lust,
dann bist du selber, was du singst,
das lied ist deine brust
Grillparzer 2, 101.
δ)
die wirkung wird hervorgehoben:
thauige blumen der au und vögelchen tönst du in schlummer
Voss 2, 197;
wen soll ich zur ew'gen ruhe tönen?
Immermann 11, 244.
d)
die musik selbst tönt.
α)
ein musikalischer klang, eine melodie, ein lied, ein musikstück tönt:
weh euch ihr stolzen hallen! nie töne süszer klang
durch eure räume wieder, nie saite noch gesang
Uhland ged. 1, 308;
wenn der lerche wirbel tönt
Z. Werner ged. 61;
seines liedes klang nicht mehr durch traute dämmerstunde tönend! Holtei erz. schr. 2, 248; tonica, terz und octave tönen schon für sich allein ... befriedigend Vischer ästhetik 3, 886; aus den telegraphenstangen ... tönten summende akkorde Hauptmann Thiel 26; die süsze sanfte melodie ..., die emphatisch und voll wie die sehnsucht zweyer unschuldvollen, gleichliebenden herzen tönet maler Müller 1, 325;
lerchengesang, nicht nachtigallenweise
tön' aus deiner kehle mir!
Blumauer ged. 12;
schon tönten seine psalmen heiser
Pfeffel poet. vers. 2, 155;
ein munterer marsch tönte von weitem Göthe 24, 163 Weim.; aus einem groszen, hellerleuchteten hause tönte muntere ... tanzmusik Pückler briefw. u. tageb. 2, 326; ebenso tönten die lieder der teutschen barden Kretschmann 1, 10;
wem tönt diesz kühnre lied?
Lessing 1, 146;
und neue lieder
tönen darauf!
Göthe 14, 19 Weim.;
sangen's und die lobgesänge tönten fort im Gotenheere
Platen 1, 6.
β)
unpersönlich es tönt:
es tönt so wunder süsse, wenn sie ihre stimm' erschwingt
Grob dicht. vers. 59;
auch der subst. inf.:
also wirkt ein künstlich tönen,
dass sichs blut bald reg't, bald leg't
Brockes ird. vergn. 2, 316.
γ)
von etwas tönen:
die frohen schläge, die sie thut
erschallen in die nahen wälder,
und tönen nur von lust und muth
Hagedorn 3, 26.
δ)
etwas tönen: eine traurige musik tönt einige laute Göthe 11, 120 Weim.; jetzt müssen wir uns mit einer einzigen sammlung solcher lieder begnügen, die rosenduft athmen und turteltaubengesang tönen Herder 11, 272;
Orpheus spiel tönt die gewohnten lieder
Schiller 6, 25;
tön', o heldengesang, die waffenthaten des kaisers
Pyrker Tunisias 1, 1.
4)
tönen bezieht sich auf die sprachliche lautgebung, auf deren gegenständlichen inhalt und ihren gefühls- und gedankenausdruck.
a)
die sprachliche lautgebung wird vielfach als tönen aufgefaszt.
α)
von der unarticulierten lautgebung des menschen, die auch mit der des thieres verglichen wird: luen oder schreyen oder prullen als die ochssen boare, mugire, reboare, resonare donen voc. theut. (1482) t III a; thoͤnen mit eyner knellenden und gebrochnen stimm clangere ... von zwang thönen gemere Dasypodius R VIIᵇ; dadurch unterscheide sich der mensch von dem thiere, dasz der mensch spreche, das thier nur töne Arndt an s. l. Deutschen 1, 382; was soll für seinen (des menschen) würkungskreis ... die sprache des redendsten, am vielfachsten tönenden thiers? Herder 5, 25; so wenig sind nachrichten aus dieser zeit der sprache möglich, da man noch nicht sprach, sondern tönete 1, 153.
β)
vom unarticulierten freudengeschrei in der bibelsprache: jederman in Juda doͤnet (omnesque viri Juda vociferati sunt) 2 chron. 13, 15; vil aber doͤneten mit freuden, das das geschrey hoch erschal (multi vociferantes in laetitia elevabant vocem) Esra 3, 12; er wird jauchtzen und doͤnen (vociferabitur et clamabit) Jesaia 42, 13. darnach:
da alles thönt und jauchzend ist
Stoppe Parnasz 432.
γ)
in verächtlichem sinn vom gedankenlosen 'schwatzen': also meinen sie auch, sie wollen ein wenig disputiren treiben und die leute mit plaudern und dönen ein treiben Luther 30, 3, 549 Weim. so noch in der mundart: tönen langweilig reden, andern dadurch langweile, überdrusz verursachen Stalder 1, 289; dei dönt dâ wat her der schwatzt da was her Schambach 42. und das übrige tönten sie in einer steifen, strotzenden feyerlichkeit daher, die in jeder sylbe den komödianten verrieth Lessing 9, 248; der ganze schwarm tönender worthelden, überspannter enthusiasten und bilderkrämer Herder 20, 368.
δ)
im sinne von sprechen, bes. von der feierlichen pathetischen rede: aus Schwaben du hast mir nicht gedehnt (gedoͤhnt) geantwortet Fulda idiotikensamml. 549; nochdem als wir leüt seind, nochdem thönen wir Keisersberg postill 3, 40; 'sind bräute hier — eins — zwey' tönte sie jetzt langsam, wie mit einer geisterstimme Hegner 2, 215;
wil mich an dir nitt gar verhönen
sust wett ich dich wol leeren tönen
schweiz. schauspiele 3, 125 Bächtold;
schön tönt vor meinem ohr der fuͤrst Athens
Tieck 3, 225;
nun hob der lieblich gestimmte
Nestor sich empor, der tönende redner aus Pylos
Bürger 188;
wenn völker von lebhaftem geist vielsylbig und tönend ableiten, biegen, steigern A. W. Schlegel Athenäum 1, 38.
b)
zunge, lippen, mund, stimme tönen:
so fern und weit die deutsche zunge tönt
Fouqué held des nordens 1, 22;
wo stets dein auge strahlt, wo deine lippen tönen
Gottsched neueste ged. 106;
die herrlichen fremdlinge
mit den sinnvollen augen
dem schwebenden gange
und dem tönenden munde
Novalis 1, 6;
wie silbersüsz tönt bei der nacht die stimme
der liebenden, gleich sanftester musik
Göthe 9, 200 Weim.;
fast immer tönet diese stimme um mein ohr, wenn ich Friedrichs schriften lese Herder 17, 30; jauchzende stimmen tönten von allen seiten Brentano Godwi 2, 316.
α)
mit der stimme tönen:
was wunder ist es denn, wenn diese lustsyrenen
bey ihrer wiederkunft mit gleicher stimme tönen!
Neukirch ged. 109.
β)
die stimme tönen: zeig mir dein antlitz, tön' deine stimme Göthe 37, 303 Weim.
c)
gegenstand der sprachlichen tongebung sind die worte, alle äuszerungen in prosa und poesie und deren gefühls- und gedankeninhalt.
α)
ein wort, einen namen tönen: alle eingliedige selbständige teutsche wörter ... können kurz- und langgethönet werden Birken rede-, bind- und dichtkunst 5; die sowol einheimische, als fremde, eigennamen, ... sollen im vers ihren natürlichen wort-thon behalten, und werden mit verunformung anders gethönet 56; (der mund) der sonst meinen namen so oft getönt hatte Tieck 7, 156; das eine volk spricht eherne panzer von worten; das andre mit feinern sprachwerkzeugen tönet silberwellen Herder 4, 107; (es) tönt eine grause innere stimme unaufhörlich mir zu: umsonst! Pückler briefw. u. tageb. 1, 457;
gegrüsst, Maria! tönt sein holder mund
A. W. Schlegel Athenäum 2, 137
β)
ein gedicht tönen:
wo sind die sänger, die des krieges
bardiete tönen?
Kretschmann 1, 256;
dasz ich diesz todtenkalte fieber höhne, ...
und hohe säkulärische päanen töne
Ramler lyr. ged. 84.
γ)
einen gefühls- und gedankeninhalt tönen: alle thiere bis auf den stummen fisch tönen ihre empfindung Herder 5, 17; empfinde nicht für dich allein: sondern dein gefühl töne 5, 6; sein mund ist voll schöner klänge und seine lippen tönen prunk Arndt an s. l. Deutschen 2, 57;
oder ist es gefühl,
was er (der dichter) tönet, sinds zärtliche klagen
Klopstock oden 1, 77;
o göttin! deine stimme
tönt der verzweifelung,
in ihrem tauben grimme,
noch oft beruhigung
Bürger 8ᵃ;
deine zunge töne mord,
aber nicht dies heil'ge wort!
Grillparzer 4, 109.
δ)
von etwas tönen:
Cherubim und erstandene tönten vom untergang
Babylons
Klopstock Messias 20, 687.
d)
der laut, das wort, die rede und deren gefühls- und gedankeninhalt tönen.
α)
der sprachlaut, der thierlaut tönt: die ableitunglaute d, de, en, el, ft u. s. f. veralteten, weil sie nur sehr unbestimmt tönen, am ersten Adelung umständl. lehrg. 2, 214; ein so scharf tönender anfang des wortes Kästner 2, 127; denn in den kurzen sylben, wo wir (Griechen) tönende vocale haben, steht bey euch (Deutschen) meistens das unbedeutende e A. W. Schlegel Athenäum 1, 13; kaum tönte hie und da ein miszbilligender laut durch das rufen des volkes Gentz 3, 222;
und wenn das ohr sich erst vertraut,
ihm tönt der muttersprache laut
Göthe 3, 366 Weim.;
ihm tön' entflammt von tausend zungen
der herzen jubelton
J. H. Voss ged. 3, III;
wie willkommen war mir der klang des beifalls, der aus der menge herauf tönte Göthe 22, 96 Weim.; der athem tönte der meyerin, als er das erzählte Pestalozzi 3, 126; in meinem morgentraum tönte pferdegewieher und hundegebell Stifter 3, 205.
β)
ein name, ein wort tönt:
und Hermanns name tönt ins zelt
der götter, wie hier durch die welt
Kretschmann 1, 41;
deinen namen, o Daphne,
der wie silber der saite tönt
Miller ged. 108;
der name klingt prächtig; manchen mag er seiner vielumfaszenden dunkelheit wegen gar erhaben tönen; jahrhundert! Herder 23, 6; (wenn dein name) wie der name des teufels nur zu flüchen und zu verwünschungen tönen wird Göthe 39, 160 Weim.; dieses wort tönte wie die posaune des weltgerichts in meine seele Pfeffel pros. vers. 2, 135; jedes wort tönte noch nach G. Keller 4, 44;
dem unsre worte nicht zum herzen tönen,
kann er ein vater seyn zu seinen söhnen?
Schiller 13, 186;
ein düstres reimwort folgte — tod.
es tönte hohl, gespensterhaft gedämpft
Göthe 15, 307 Weim.;
lasz dir in deinen oren doͤnen dise worte: was geet es dich an? volg du mir nach Keisersberg pred. 106; als daz amen getoͤnet hatt Hedio chron. Germ. E IIIIᵃ; sein ominöses: 'reisen sie glücklich!' ... tönte mir nun in den ohren Thümmel reise 1, 22; schöne frau? ei seht, das tönt schon besser! G. Keller 5, 168; tönende namen, worte, phrasen: oft füllt er ganze verse mit mächtig tönenden namen Treitschke hist. u. pol. aufsätze 1, 44; ihr ... holt euch eure speculative begeisterung aus der fremde her, aus Paris, und pappt euch den tönenden namen auf: 'das junge Deutschland!' Bauernfeld 3, 304; (er) führte in tönenden worten himmel und hölle an uns vorüber G. Keller 1, 349; er stellte den gründen des anklägers tönende phrasen entgegen Holtei erz. schr. 3, 229.
γ)
ruf, rede, vers, sprache tönen:
soͤlchs red mir auff das suͤssest thont
Schwartzenberg Cicero 159;
wie fernes wettergemurmel
tönt seine rede
Schubart 2, 285;
da tönt der weckende ruf Immermann 2, 165; ein lauter heilruf der Vandalen tönte um die halle Freytag 8, 148; dasz unser auf dem blatt ruhender vers in wenige ohren, und nicht die empfindlichsten, tönen wird Voss zeitm. 5; mit erstaunen hörte er im verlaufe des gesprächs völlig regelrechte hexameter aus ihrem munde tönen Immermann 5, 170; übrigens tönte die hochdeutsche sprache der leute in diesen gegenden immer angenehm in Reisers ohren Moritz A. Reiser 352 neudr.; eine nach beschaffenheit des inhalts harmonisch tönende periode Kretschmann 1, 17; so gewannen seine perioden einen tönenden rhythmus Forster 6, 7; (diese musik) war lebende tönendere sprache Herder 4, 118; sie (die Venetianer) sprachen ihr eigenes musikalisch tönendes patois Grimm Michelangelo 2, 61;
(durch) die sprache gestärkt, die wie Kalliopens
tuba tönet
Ramler lyr. ged. 4;
darum wählt ich auch nicht hüpfender reime kunst, ...
des Horazischen sangs tönenden silbenfall
Novalis 1, 246.
δ)
eine bestimmte äuszerung in wort und schrift, in poesie und prosa tönt:
in deinem hirtenlande tönen
Karolomannus geweihte taten
Herder 27, 71;
der jüngling, dem ihr (der sage) tönen sich ergeuszt!
Fouqué held des nordens 1, 56;
andre nationen haben sie (die alten wunderbegebenheiten) zu lyrischen gemälden erhoben, wo sie kürzer, andringender, rührender tönen Herder 12, 181; so ganz ohne polemik tönt er (der gesang der Vala) Dahlmann gesch. v. Dännemark 1, 36; wer ist z. e. der verfasser dieser langen, tönenden und schon vergessnen jubelode Herder 5, 407; (er) brachte in einem tönenden leitartikel die rede auf jene alte geschichte Frenssen Hilligenlei 354;
so tönte jüngst in Friedrichs ohren
die nachricht, die aus Pommern flog
einhundert hist. volksl. d. pr. heeres 25 Ditfurth;
wann der sünde dann ihr urteil tönet
Hölderlin 1, 36;
jetzt tönt die losung Schiller 8, 288; data für meine erwartung ... tönen mir alle tage um die ohren Lavater physiogn. fragm., vorrede;
gütiger gott, meinen feurigsten dank! ...
dass er laut durch alle deine himmel tönte!
Meiszner skizzen 1, 124;
schon rüstet sich der zug; schon tönt das lustgetümmel
Gotter 2, 5;
der menge beifall tönt mir nur wie hohn
Göthe 14, 54 Weim.;
ein jauchzen tönet durch die himmel
37, 4.
ε)
der gefühls- und gedankeninhalt, geist und seele tönen: noch tönen ihre melodiereichen klagen in meinem ohr! Wieland I 3, 79 akad.; es ist mir unmöglich ... die lärmende freude zu schildern, die jetzt durch ganz Holland über die neue veränderung tönt Boyen bei Meinecke 1, 356;
wer ist der, des gram
so voll emphase tönt?
Shakespeare, Hamlet 5, 1;
ein luft'ges elfenkind
leb' ich im tönenden leid
Fouqué held des nordens 1, 199;
das natürliche gefühl was jedem aus der seele tönt B. v. Arnim Günderode 1, 224; aber wie schön und voll auch das gefühl in ihnen (den scenen) tönt, die dramatische bewegung ist doch nicht grosz Freytag 14, 124; aus seinen belehrungen tönte ein steifer meisterstolz Justi Winckelmann 2, 1, 30; die höchste reinheit der seele tönte von den ... lippen Thümmel reise 8, 219; in einer schlechten zeit, wo die wahrheit nicht tönen darf Börne 4, 54;
(Adramelech) feurte sich an, die gedanken tönen zu lassen
Klopstock Messias 5, 437;
und lyrischer wird unser leben tönen
mit schönen seelen im verein
Tiedge Urania 6, 708;
dem nun ein halb jahrhundert
die welt des schönen tönt
Uhland ged. 1, 231;
woge, geist, in mir, frohlocke, ...
töne wie die silberglocke
Schubart ged. 1, 12;
in den hainen, in den tempeln erwachten und tönten ineinander ihre seelen Hölderlin 2, 74.
ζ)
unpersönlich es tönt: wie du yn ein wald schreyst, als thoͤnt es widerumb Keisersberg narrenschiff 159; das es von menschen doͤnen sol (tumultuabuntur a multitudine hominum) Micha 2, 12; 'ins haus, ins haus!' tönte es zur antwort G. Keller 1, 167; Jucundus hatte keine ahnung wie es um ihn her tönte (wie von ihm gesprochen wurde) 5, 277. auch der subst. inf.: das das wort ym schwang gehe und nicht widderumb eyn loren und dohnen draus werde Luther 12, 37 Weim.; (augenblicke) wo es nur eines verwandten tönens bedarf, um die auf liebeshülfe wartenden liebesklänge aufzuwecken Fouqué alts. bildersaal 2, 504.
η)
von etwas tönen:
doch von Trafalgar töne kaum die sage
Göthe 3, 198 Weim.
θ)
etwas tönen:
jeder laut, der
göttliche dinge nicht tönt, verstumme!
Klopstock oden 48;
der muttername ...
hat nie den himmel euch ins herz getönt
Matthisson ged. 169;
dein leben tönt
mehr harmonieen, als ein unsterblich lied!
Klopstock oden 1, 29;
freund, dir jauchzt mein geist, der vorhin von kummer verstimmet,
harmonischer wird, und zärtlichkeit tönt
J. A. Schlegel ged. 1, 309.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 759, Z. 53.

tonen2, verb.

²tonen, verb.,
von der abstufung in farben (vgl. ²ton und ²tönen); in der technischen sprache der photographie ist die umlautlose form regelmäszig, transitiv und intrans.: tonen und fixieren kann auch in einer gemeinschaftlichen lösung, dem tonfixierbad, vorgenommen werden Vogel taschenbuch der prakt. photographie 17, 221; die bilder tonen gewöhnlich nicht alle gleich schnell ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 759, Z. 30.

tönen2, verb

²tönen, verb,
von der abstufung in der farbe; vgl. ²ton und ²tonen. in dieser bedeutung wird vorwiegend das part. pf. gebraucht: es waren vier stuckwände, gelblich getönt, von goldleisten eingefasst Fontane I 1, 134; aus dem bräunlich getönten gesichte schauten durch eine goldene brille zwei gutmütige ... augen Seidel Leberecht Hühnchen 134.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 768, Z. 68.

tonen3, verb.

³tonen, verb.
(vgl. ¹tone): Uli schlug sogar noch das tonen vor in der nassen matte Gotthelf 2, 230; die ganze wässerung taugt nichts ..., es sollte gedohnet werden erlebnisse eines schuldenbauers (1852) 405. vielleicht ist auf tonnen, vertonnen, -dohnen in der bergmannssprache hinzuweisen in der bed.: 'den schacht mit tonnenfach auskleiden'. dieser gebrauch des verbs, der sich mit der entwicklung des bergbaues weit verbreitet hat, konnte auf westalem. gebiet auf ein analoges verfahren bei der herstellung von entwässerungskanälen übertragen worden sein, und es konnten dann hier zum verb auch entsprechende substantiva gebildet werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 759, Z. 37.

tonen4, verb.

⁴tonen, verb.,
ist eigentlich holländisch 'zeigen, weisen, sehen lassen', wird aber auch in der nieders. kaufmannssprache vielfach gebraucht Richey 309; Schütze 4, 269. tonen zeigen Campe; Woeste 273.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 759, Z. 49.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
todängstlich torfkuh
Zitationshilfe
„tonen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonen>, abgerufen am 28.05.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)