Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tonisch1, adj.

¹tonisch, adj.,
1) in allgemeiner bed.: (man) kam daher auf den gedanken, unter der benennung tonische künste musik und poesie zu vereinigen Solger vorl. über ästhetik 257; zweitheilung in plastische und tonische künste Vischer ästhetik 3, 151. 2) mit bezug auf die tonika: in diesem falle sind die theoristen gewohnt, die dominante der grundtonart mit dem ausdrucke, die tonische dominante, zu bezeichnen Koch mus. lex. 1555; tonische hülfsakkorde ... die vorzüglich geschickt sind ... in entfernte tonarten zu leiten, oder aus solchen entfernten tonarten wieder zurück in den hauptton zu gehen ebenda; (ein) satz in tonischen accorden Chrysander Händel 3, 44; der auf der tonica errichtete 'tonische' dreiklang Vischer ästhetik 3, 888.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 776, Z. 15.

tonisch2, adj.

²tonisch, adj.,
'zusammenziehend, spannend' (zu ³ton): ob dieser (der blasenschnürer) sich übrigens, wie der afterschnürer in einer tonischen contraction befindet und den harn zurückzuhalten bestimmt ist, ist zweifelhaft Sömmerring menschl. körper 5, 334; man dürfte tonische und klonische phantasien unterscheiden in demselben sinne, wie tonische und klonische krämpfe 6, 741; eine mäszige tonische spannung der wangenmuskeln Wundt völkerpsychologie 1, 1, 106; tonische mittel sind spannmittel Campe wb. zur erkl. 589; dasselbe eisen, das die todeswunde schlägt, ist als tonisches, zusammenziehendes mittel heilsame arznei Görres schriften 2, 396; die zapfen werden als ein tonisches ... mittel gebraucht Schlechtendal flora von Deutschland 10, 248.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 776, Z. 29.

verthuisch, verthunisch, adj.

verthuisch, verthunisch, adj.,
auch mit umlaut, 'verschwenderisch': mhd. vertuonisch Lexer 3, 279; unnütz, verthunisch Meichszner handbüchlin (1567) 20ᵃ; vertuhnisch, prodigus Schottel haubtsprache 358; bair. vertuenisch, schwäb. verthunisch, im 17. jh. erlöschend Schmeller 1, 577; Fischer 2, 1393; lebendig in Hessen-Nassau verthunisch, verdûisch, verdôisch Kehrein 1, 432; Crecelius 2, 864. nach Adelung und Campe ist verthuisch ausdruck der niederen sprechart. die form verthüisch ganz vereinzelt: dasz der vatter verthüisch were, seiner hauszhaltung übel vorstünde Frankfurter erneuerte reformation (1578) 201. sonst stets mit nasaleinschub: ain seltzamer junger herr ... insonderhait gechzornig, ungotzförchtig, verthonisch Zimmer. chron. 1, 237, 17; die sorgfeltigen werden verwegen, ... die spareten verthunisch (erster druck: verdunlich) Schwarzenberg vom zutrinken 40 neudr.; Germania gibt sehr vil arms volcks und bettler .. so ein verthuenisch volck Franck weltbuch (1567) 47ᵃ; ein mann soll im h. ehestand .. nicht verthuenisch sein Moscherosch insomnis cura 74 neudr.; sey nicht verthunisch, sey aber auch kein karger filtz Zinkgref apophthegmata 122 (vgl. verthulich).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1914), Bd. XII,I (1956), Sp. 1902, Z. 63.

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Zitationshilfe
„tonisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonisch>.

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