Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tonnlägig, adj.

tonnlägig, adj.,
in der bergmannssprache, geneigt, insbesondere unter einem winkel von 75 bis 45 grad Veith 496. je stärker ein gang sich verflächt, oder je steiler ein gebirge ist, je länger wird auch die linie eines tonnlägigen schachts gegen einen saigern Delius 175; selbst der kalkstein ... zeigt sich in eben solchen tonnlägigen schichten allg. deutsche bibl. 44, 537; tonnlegig Jacobsson 4, 415; Richter 2, 521. do(h)nlägig, don(n)legig, Gätzschmann 82; Scheuchenstuel 57; Richter 1, 204; Adelung 1, 1515; Campe 1, 728; theil 2, 1237. die erweichung des dentalen anlauts, sowohl hier, wie bei tonnläg, tonnlage, -läge, tonnlägt, tonnlägigt, tonnlägte, ferner bei tonnbrett, tonnfach, tonnholz, tonnlatte hat zu verfehlten ableitungen anlasz gegeben: ein donen 'abhängig, geneigt sein', das Adelung 1, 1515 vergleichen will, gibt es nicht, und dohne 'gespannt', an das theil 2, 1237 erinnert wird, kann schon der bedeutung nach in unsern zusammensetzungen nicht vorliegen. zweifellos ist der tonnläge, tonnlägige schacht jener schacht, in dem die tonne als das förderungsgefäsz des bergmanns in läger, lägiger 'geneigt liegender' richtung auf- und abgezogen wird zum unterschied vom saigern schacht, wo sie aufrecht auf- und abschwebt. ebenso ist die beziehung auf das förderungsgefäsz bei tonnbrett, -fach, -holz, -latte einleuchtend; sie dienen zur auskleidung vornehmlich des tonnlägen schachtes, um das gleiten der tonnen zu erleichtern. die erweichung der dentalen fortis ist eine mundartliche erscheinung. da die bergmannssprache des frühentwickelten sächsischen bergbaus, vor allem Freibergs, offenbar weithin maszgebend war, liegt die annahme nahe, dasz diese bildungen von da aus weitere verbreitung fanden, und man wird auf den dialectischen zusammenfall der fortis und lenis in diesem sprachgebiet hinweisen dürfen; vgl. Göpfert, die ma. des sächs. erzgebirges 5. auch tunnholz neben tonnholz ist hervorzuheben; die u-form wird allerdings aus einer etwas verschiedenen mundartgegend eingedrungen sein, sie erklärt sich aber ungezwungen durch den hinweis auf tunne neben tonne und spricht somit gleichfalls für die hier angenommene herkunft. die kurzen lautungen mit tonn- sind organisch fortentwickelte, eigentliche zusammensetzungen aus älterer zeit (vgl. die belege unter tonnenfisch), während in der modernen schriftsprache die uneigentlichen compositionen mit dem gen. plur. tonnen- vorherrschend und regelmäszig erscheinen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 802, Z. 25.

tonnlägigt, adj.

tonnlägigt, adj.,
gleichbedeutend mit tonnlägig: tonlege donlege ... ist das flachfallen eines ganges, ... und wird donlegigt oder tonnlegigt genennet, dieweil die tonne im auf- und nieder-gehen auflieget Herttwig berg-buch 105, Schöneberg 98; Minerophilus 664. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 802, Z. 73.

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Zitationshilfe
„tonnlägig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonnl%C3%A4gig>.

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