Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tonlage, f.

tonlage, f.,
lage der töne nach höhe und tiefe. 1) in der musik: seine (des musikstücks) melodischen und harmonischen fortgänge kommen je nach umständen bald in diese bald in jene tonlage Vischer ästhetik 3, 878; wiederholungen der gleichen melodischen motive in veränderter tonlage Wundt völkerpsychologie 2, 1, 444; die, um der jetzt benöthigten höheren tonlage willen benutzte flöte R. Wagner 9, 248; sängerinnen, die man nach der höhe ihrer tonlage ... schätzen musz Gutzkow werke 7, 429. 2) in der sprache: (es) klang aus den drohworten des Teiresias an Kreon hinter der veränderten tonlage dieselbe bewegte menschenseele heraus G. Freytag 14, 134; (sein organ war) doch in den mittleren tonlagen nicht stark und klangvoll 16, 309; da aber seine stimme zu jener zeit eben im brechen war, erdröhnten nur die ersten silben des wortes in tiefer tonlage G. Keller 6, 15; hernach hob er seine stimme in eine noch weichere tonlage Rosegger 15, 17. 3) bildlich und übertragen: wir wollen es (das leben) lässig und gemächlich nehmen und die welt hetzt uns in ganz andere tonlagen und tempi Gutzkow werke 2, 420; die wendung des gespräches hatte eine mildere tonlage angeschlagen ritter vom geiste 9, 449. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 779, Z. 48.

tonnlage, f.

tonnlage, f.,
im bergbau, die geneigte richtung des schachtes, einer fläche überhaupt, dann auch die geneigte fläche selbst; vgl. Veith deutsches bergwb. 496. die flache tonnlage der meisten schächte, welche einen groszen geld- und zeitaufwand bedingt, um nur ein mäsziges stück in saigerer richtung tiefer niederzugelangen Beust über ein gesetz der erzvertheilung auf den Freiberger gängen 1, 13; die das gestein durchsetzenden adern haben meist einige neigung gegen die horizontalebene, welche ihr fallen oder ihre tonnlage heiszt erinnerungen an Freibergs bergbau 7. das zweite glied erscheint oft in umgelauteter form tonnläge (vgl. läge 'declivitas' theil 6, 61 nach Stieler 1111 und läge, lege im selben bergm. sprachgebrauch bei Veith deutsches bergwb. 496), die auf alter, mundartlicher j-ableitung beruht: tonlege Schöneberg 98; Minerophilus 664; tonnlege Jacobsson 4, 415; Richter 2, 521. selten ist die jüngere rückbildung tonnenlege Jacobsson und Richter a. a. o. alt ist die mundartliche erweichung des anlauts im ersten glied: wenn aber die gebirge ihr danlag und gehäng und eine feine senffte haben Mathesius Sarepta (1679) 144; die hohen und flachen gebirg, die ihre sanffte dohnleg haben xxxiᵇ; nach des flachen ganges donlege bergordnungen der preussischen lande 437 Brassert; auf der grube D wirft der gang eine starke donnlege in das hangende Karsten archiv für bergb. 5, 111; vgl. ferner don(n)lege bei Schöneberg 98; Herttwig 105; Minerophilus 664; Richter 1, 203; daneben auch don(n)lage bei Jacobsson 1, 434; Adelung 1, 1515; Campe 1, 728; theil 2, 1237. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 801, Z. 62.

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Zitationshilfe
„tonnlage“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonnlage>.

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