tonsprache f.
Fundstelle: Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 807, Z. 18
1) ausdruck in musikalischen tönen: weil nun die instrumental-music nichtes anders ist, als eine ton-sprache oder klang-rede, so musz sie ihre eigentliche absicht allemahl auf eine gewisse gemüths-bewegung richten Mattheson vollk. capellmeister 82; haben sie wirklich einen leidenschaftlichen drang, sich in der tonsprache zu äuszern, so ist es unerläszlich, die ersten elemente dieser sprache sich anzueignen Bülow briefe 5, 554; das sichere ergreifen des augenblicks und dessen umsetzung in die tonsprache Schumann 1, 9; ein schwelgerisches vertrauen in die überzeugende sicherheit der reinen tonsprache R. Wagner 8, 285. 2) 'die sprache in gegliederten, bezeichnenden tönen, die sprache der menschen, in gegensatz der thiersprache', als neubildung bei Campe. die tonsprache ... dienet, einerseits die begriffe ... dem gedächtnis auf eine bleibende weise einzuprägen allg. deutsche bibl. 84, 550; als tonsprachen verlieren unsre sprachen auszerordentlich Novalis 3, 179; die elemente der tonsprache, die einzelnen buchstaben Hegel 17, 346. —
Zitationshilfe
„tonsprache“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonsprache>, abgerufen am 21.04.2018.

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