Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tonzeichen, n.

tonzeichen n
1) in der musik. a) 'zeichen des musikalischen tones, dergleichen heut zu tage die noten sind' Adelung; Campe; sie sasz eine weile in das anschaun der tonzeichen vertieft, griff die töne auf dem buch und sang in sich hinein Schleiermacher die weihnachtsfeier 8 Reclam; nur eine einzige probe mit tonzeichen kenne ich, von der nicht verbürgt ist, ob die beigefügten neumen von der hand des spielmanns sind Böhme gesch. des tanzes 1, 287. b) 'auch verschiedene andere zeichen, welche etwas zur beachtung beim spielen oder singen bezeichnen, z. b. das zeichen in einem tonstück, ob und wo man wieder anfangen soll' Campe. 2) in der sprache. a) der gesprochene und geschriebene laut: gerade wie es eine doppelte art natürlicher gebehrden giebt, ausdrückende und nachahmende, so ist es auch mit den tonzeichen A. W. Schlegel vorlesungen 1, 278 neudr.; in ansehung der erfindung der bestimmten zeichen ist es natürlich, dasz zu tonzeichen für tönende erscheinungen ... unmittelbare nachahmungen derselben gemacht werden Hegel 18, 189. b) 'in der grammatik, ein zeichen, den ton der sylben damit zu bezeichnen' Adelung; Campe; man spreche nur lieber richtig wie andere Deutschen, so wird man keines tonzeichens vonnöthen haben allg. deutsche bibl. 40, 577; das tonzeichen ( ̨) hat nur der tǫn der denung Klopstock über sprache und dichtkunst 239.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 812, Z. 75.
Zitationshilfe
„tonzeichen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tonzeichen>, abgerufen am 21.02.2020.

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