Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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topas, m.

topas, m.,
ein meist gelber, in rhombischen säulen kristallisierender edelstein, der aus thonerde, kieselsäure und fluor besteht und den achten härtegrad erreicht. von Plinius nat. hist. ist offenbar 37, 42 dieser stein als chrysolithus 'aureo fulgore' und unser chrysolith 37, 32 als topazus 'virenti genere' bezeichnet worden; aber schon Diodor, Dion. perieg. und dann Agricola de nat. foss. 623 kennen den 'goldgelben' topas. nach Plinius entspricht sein name seinem fundort auf einer fabelhaften insel topazos im rothen meer. auch von seiner heil- und wunderkraft ist im alterthum und mittelalter viel gefabelt worden, so von Dioskorides, Psellus, Isidorus, Marbodus, Albertus Magnus, deren angaben bis auf Zedler univ. lex. 44, 1257 ff. sich vererbten. die beiden lat. formen der vulgata: exod. 28, 17; 39, 10; Hiob 28, 19; Ez. 28, 13; apoc. 21, 20 und psalmen 118, 127 begegnen auch an den entsprechenden stellen der ersten gedruckten deutschen bibel, des Halberstädter bibeldruckes von 1522 und der übersetzung von Eck, aber auch sonst vielfach in älteren deutschen literaturdenkmälern: topâzius Vorauer Moses 60, 16 Diemer; Hesler Apoc. 21909 Helm; himml. Jer. 340 Waag; Wolfram Parz. 780, 20; 791, 30; H. v. Freiberg Tristan 4519; Stricker 11, 165 Hahn, Altswert 42, 11; 102, 3; Volmar steinbuch 85; Keisersberg schiff der penitentz 126; topâziôn Ernst D 2366; Ottokar 69265; H. v. Langenstein Mart. 50, 53; Wernher Mar. 928 Päpke; W. v. Rheinau Mar. 26, 55 Keller (hier in der entstellung topazin überliefert). die verdeutschung topâzî verwenden der Stricker Daniel 6590; Konrad v. Megenberg buch der natur 464 Pfeiffer. wohl auch unter dem einflusz von altfranz. topaze z. b. in der chans. de Rol. und in Chrestiens Perc. (vgl. Godefroy 10, 777) steht die bildung topâz(j)e (pl. en) Rol. 1555; Wolfram Parz. 589, 20; Gotfrid 11139; Ulr. v. Zaz. 4130; Ulr. v. d. Türl. 34ᵇ; Eraclius 974; Reinfr. v. Br. 16688. während Luther in seiner bibelübersetzung nur Hiob 28, 19 die lat. form beibehält, sonst aber die nach ihm nur selten gebrauchten bildungen topaser, topasier einführt, steht in der Prager Wenzelbibel eine verdeutschung nur Ez. 28, 13, hier aber bereits entsprechend der späteren schriftsprachlichen norm topaz. ebenso erscheint topas(z) gelegentlich in vocabb. des 15. jhs. gloss. 587ᶜ Diefenbach, dann in den wbb. der folgezeit, z. b. bei Frisius (1556) 174ᵃ; Dasypodius (erst 1592) Rr 5ᵇ; Schönsleder (1647), Jii 2⁶; Schottel haubtspr. 1432; Steinbach 2, 823; Aler 2, 1896; Frisch 2, 377; Adelung 4, 627; Campe 4, 850; vgl. Karmarsch-Heeren 9, 510 f.; K. E. Kluge handb. der edelsteinkde 299 ff., u. s. after-, rauch-, zapfentopas bei Krünitz 186, 83 f.; in der literatursprache ist die form bes. seit dem 17. jh. in normaler verwendung: ein weiszer topasz Lohenstein Arm. 1, 172; aus einem vollen topas geschnitten A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 560; einen goldnen ring mit einem schönen topas E. Th. A. Hoffmann 9, 239;
ein geschmoltzenem topase fast an farben ähnlichs nasz
Brockes ird. vergn. 4, 345;
wo die erde gleich topasen
Platen 2, 81.
wohl unter dem einflusz von franz. la topaze steht die form der topase Besser 1, 256 König; Kosegarten rhaps. 3, 19; plur. topasen K. A. Böttiger Sabina 14; Pückler briefw. 2, 26; es erscheint sogar die rothe topase Kotzebue urtheil des Paris, 8. scene.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 813, Z. 42.

topasen, adj.

topasen, adj.:
im topasnen kelch der tulpe Platen 1, 139. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 814, Z. 31.

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Zitationshilfe
„topasen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/topasen>.

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