Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dobel, döbel, tobel, töbel, m. und n.

dobel döbel tobel töbel, m. und n.
1.
waldschlucht, waldthal, durch regengüsse entstandene bergschlucht, ein eng zusammenlaufendes thal, ravin, ahd. tubil m., gatubili n. convallis Graff 5, 352. dobel saltus, profunditas silvae inter montes Gerbert Gl. 50. mhd. tobel. in der Schweiz und Baiern tobel Stalder 1, 285. Schmeller 1, 424. Tobler 140ᵇ. s. bachtobel, bachtöble. nach Westenrieder auch tiebel, tiefel, tief 582. Wackernagel bringt es in verbindung mit θάπτειν und τάφρος Glossar z. Lesebuch dxxv.
gebirge steic er unde tobel
reht als ein wilder steinboc.
Konr. v. Würzb. Troj. krieg 5959.
er hiez in dicke springen
über manegen tobel tief
6190.
der für den bolz flouc zuo dem zil
und über tiefen tobel spranc
14762.
kein pavelûn was sô hôch
noch kein tobel alsô wît,
man sæhe in drüber an der zît
gewalteclichen springen
Straszb. handschr. bl. 188ᵃ.
Esaias spricht 'alle tal oder döbel erhöcht werden' S. Frank Güldin arch bl. 152ᵃ. und liesz sich durch ein loch usz in das tobel hinab Tschudi 1, 156. das schlosz Urstein im Hundwyler töbel an dem wasser Urnäsch, zwischen solchen zweien dörfern auf einem tobel ist gelegen das schlosz Rosenburg Stumpf Schweiz. chronik bl. 366ᵇ. Unteruznach auf dem tobel, dadurch die Aa das wasser heraus flieszt 415ᵃ. die blauflüsser unter den federspiel haben ihre nester in hohen felsen bei den wassern und tiefen töblern 561ᵃ. das tal Versanna sonst genannt Versennis tobel 585ᵃ. er baut ein vesten in einen dannen tobel, dem gab er den namen Hochentan Lirer Schwäb. chronik 12ᵃ. da ware auch in derselbigen zeit ein ganzer buͦchbaum in ein dobel hinunder gefallen Würtz Wundarznei 243. erschrack das ganze stift bei der zeitung, dasz an der hohen brücke das fasz in ein tobel gefallen Joh. Müller Schweizergeschichte 1, 223. am end der wiese rauschte ein wildangelaufner bach durch ein tobel Tockenb. V. ein thal welches sich zum tobel verengt Wysz Reise ins Berner oberland.
2.
in Östreich eine flache, doch niedrig gelegene gegend Höfer Östreich. wörterb. 3, 229. es wird dann ein breiteres bergthal gemeint.
3.
öder platz neben einem acker oder einer wiese, der zuweilen gemäht wird, rain zwischen feldern. hof, veld, wismad, holzwachs, gärten und töbel Monum. boica 4, 200 ad 1488. feld, waid, töbel, wismat 21, 544 ad 1467. kraft revisionssigl vom 11ten jul. 1771 sollen burger welche mit eigenen grundstücken nicht versehen, weder auf ihrer mitburger viel weniger auf anderer bauern reinen, vorhäuptern und doblen zu grasen sich unterstehen Wagner Civilbeamt. 2, 228.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1857), Bd. II (1860), Sp. 1197, Z. 78.

tobel, m. und n.

tobel, m. und n.,
s. das dritte dobel th. 2, 1197f.; dem worte liegt die wurzel von tief zu grunde, s. Fick³ 3, 150. — hier folgen noch einige belege.
zu 1: da sach er wie das ein leiter aufgericht was in einem greusenlichen feurenden tiefen tobel. Keiserberg trostspiegel 203ᵇ; der sibent markt, das ist gott selber. wer dahin wil kommen, der muͦsz faren zwüschen den zwaien tüeffen töblen und dunkelhaiten oder finsternuszen, das ist ain lauter blosz verloͤgnen alles zeitlichen trostes, und vergessen aller creaturen, und auch ain nit wissen von got dem herren. pred. (1508) 48ᵇ; alle tobel erhöhe man und alle berg und bühel nider man. Züricher bibel von 1530 336 (alle tal sollen erhöhet werden, und alle berge und hügel sollen genidriget werden Jes. 40, 4); in demselbigen wilden rauchen tobel blib die grefin etlich jar ... nach langer zeit kam des grafen jeger ainer ... in das bemelt tobel. Zimm. chron.² 1, 353, 29; Lousanne ain statt .. gelegen auf ainer höhe, durch ain tobl hin und her auf etlich bühl zersträt. Ernstinger raisbuch 128; am end derselben (wiese) rauschte ein wildangelaufener bach durch ein tobel. der arme mann im Tockenburg 11; bach, .. der aus einem romantischen tobel kömmt, wo er über steinschrofen daher rauscht. 216; er schaute nur eine minute hinab in den tobel. Auerbach ges. schriften 7, 206.
zu 3: bisz zum creuz, so zwischen des Enzenpacher und des Rueppen toblen stehet. östr. weisth. 6, 355, 16 (16. jahrh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1891), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 528, Z. 8.

topel

topel,
s. toppel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 814, Z. 57.

topel, m.

topel, m.
= topas: als ein plaicher tobel Suchenwirt III, 138 Primisser. auch von Morlande der topelsteyn poet. paraphrase des buches Hiob 10 900 Karsten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 814, Z. 58.

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Zitationshilfe
„topel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/topel>.

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