Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

topf1, m.

¹topf, m.,
bezeichnet in der nhd. schrift- und umgangssprache das besonders in der küche und auf der tafel verwendete gefäsz, sowohl das mehr breite, in dem gekocht wird, als auch das mehr hohe, das zur aufbewahrung von nahrungsmitteln dient. in den niederd. und hochd. maa. ist die substantivbildung dopp(e), topf(e) auch in vielen anderen bedeutungen gebräuchlich. die herkunft des wortes ist von den herausgebern des Weigandschen wörterbuches 2⁵ (1910), 1053 als 'dunkel' bezeichnet worden, und dieses urtheil scheint allerdings durch die miszerfolge bisheriger aufhellungsversuche gerechtfertigt zu werden. die spielerei mit einer umkehrung des niederd. pot, die im 17. und 18. jh. von Stieler bis Frisch beliebt war, hat freilich bereits Adelung zurückgewiesen. doch auch der autor des gramm. krit. wbs. hielt die beurtheilung in falscher bahn, indem er die schon von Ludwig im teutsch-engl. lex. (1740) ausgesprochene meinung weiter gab, dasz man ein directes verwandtschaftsverhältnis zwischen topf und tief anzunehmen habe, und dasz dabei von dem begriff 'vertiefte höhlung' auszugehen sei, der dem gebrauche des wortes als gefäszbezeichnung, dann im sinne von 'hohlkreisel' und in den bedeutungen 'schale' und 'deckel' zu grunde liege. der gedanke, dasz der topf eigentlich ein 'vas profundum' vorstellt, ist dann von J. Grimm in der gramm. 2, 48 bekräftigt und von den verfassern der meisten neueren etym. handbücher wiederholt worden, so von Heyne 3, 988; Weigand 2³, 912; Kluge⁸ 455; Falk-Torp bei Fick 3⁴, 209 und im norw.-dän. etym. wb. 1, 148 u. 2, 1272. allein die herleitung ist nur auf unmethodischem wege durchführbar; es geht nicht an, dasz man willkürlich einzelne gebrauchsweisen der substantivbildung herausgreift, ihnen einen doch auch ganz unpassenden gemeinsamen grundbegriff unterschiebt, andere weit verbreitete verwendungsarten aber vollkommen ignoriert. auch die z. b. im woordenb. der nederl. taal 3 ii 3134 vertretene ansicht, dasz die verschiedenen gebrauchsweisen aus einer zu grunde liegenden verwendung des wortes zur bezeichnung der 'halbkugelform' sich entwickelt haben, kann nicht zutreffend sein; denn abgesehen davon, dasz sehr viele von den bezeichneten dingen durchaus nicht als halbkugelige formerscheinungen bestimmbar sind, bleibt das subst. an sich als ausdruck für diesen grundbegriff ganz unerklärt. verfehlt ist gewisz auch die von Franck-v. Wijk etym. woordenb. der nederl. taal 127 und Ehrismann beitr. 20, 59 vorgeschlagene combination des wortes in den bedeutungen 'kreisel' und 'knopf' mit holl. deuvik und bair. düpel, die den 'pflock' bezeichnen; sie läszt nicht nur alle anderen verwendungsarten des subst. ganz unberücksichtigt, sondern auch die grenzen der möglichkeit eines directen lautlichen zusammenhanges.die geschichte der westgerm. subst.-bildung kann aber doch bis auf ihren ursprung zurückverfolgt und in ein helles licht gestellt werden. allerdings ist die entstehung ihrer verschiedenen gebrauchsweisen im laufe der sprachlichen entwicklung verdunkelt worden. gerad in seinen grundbedeutungen wurde das subst. auf niederd. und hochd. boden von anklingenden und analogisch umgestalteten bildungen bis auf geringe reste verdrängt. erhalten haben sich im norden und süden zahlreiche übertragene verwendungsarten; aber von diesen ist wieder gerade jene fast spurlos im hochd. untergegangen, die hier auf engbegrenztem gebiet in eigenartiger weise die grundlage für die gefäszbezeichnung gewesen ist. somit sind wichtige glieder der organischen bedeutungsentwicklung ausgefallen, und eben dadurch ist ein einblick in die zusammenhänge wesentlich erschwert worden. die bestimmung der herkunft des wortgebrauches zur gefäszbezeichnung, der nur auf einem ganz beschränkten hochd. gebiet mundartlich bodenständig ist, wird erst möglich sein, wenn die verwendungsart der westgerm. substantivbildung überhaupt klargelegt worden ist.
I.
die substantivbildung niederd. dopp(e) ist auch das 'eintauchen', niederd. und hochd. dopp(e), topf(e) ist mundartlich vereinzelt in functionell isolierter verwendung auch die 'berührung' und der als berührungsspur vorgestellte 'punkt'. man hat ganz allgemein verkannt, dasz diese verwendungsarten die eigentlich ursprünglichen sind. regelmäszig wird allerdings sonst im niederd. das 'eintauchen' durch dip, die 'berührung' und der 'punkt' durch tip oder stip ausgedrückt, und weiter im süden gilt in diesen bedeutungen regelmäszig mitteld. dupp(e), oberd. tupf(e). allein das höhere alter der o-form in diesen verwendungen wird sowohl durch die ags. überlieferung bezeugt, in der noch dopp als das 'eintauchen' nachweisbar ist, als auch durch die altoberd., die topfe in der bedeutung 'punkt' festgehalten hat. als secundäre phänomene sind auch diese gebrauchsweisen von dopp(e), topf(e) weder im niederd. noch im hochd. verständlich; denn sie können nicht aus den sonst üblichen verwendungsarten der substantivbildung mit dem stammvocal o sich erst entwickelt haben, wohl aber, wie sich im folg. unter II wird zeigen lassen, ihnen zu grunde liegen. ebenso wenig kann das auftreten der wortform in den hier zu den gruppen 1 und 2 zusammengefaszten gebrauchsweisen auf einem späteren ersatz von dip, tip und stip durch dopp(e) im niederd. und auf einem spontanen lautübergang von dupp(e), tupf(e) in dopp(e), topf(e) im hochd. beruhen, sondern nur auf der erhaltung eines ursprünglichen gebrauches unter ganz besonderen verhältnissen, der sonst durch jüngere ausdrucksformen verdrängt wurde. in dieser verdrängung von dopp(e), topf(e) durch niederd. dip, tip, stip und hochd. dupp(e), tupf(e) ist auch ein ganz natürlicher entwicklungsprocesz erkennbar, der auf der tendenz beruht, die lautgestalt des verbalabstracts an die des entsprechenden gleichbedeutenden verbs anzupassen. neben dem verbalabstract erscheint als verbale j-ableitung ags. dyppan, mittelengl. dippen, engl. dip, niederl. und nieders. dippen, weiter im süden, wo die umlautung des stammvocals nicht mehr durchgedrungen ist, begegnet vorherrschend md. duppen, oberd. tupfen, und die umlautlose form ist wie bei zupfen, stupfen auch schriftsprachlich normiert worden. im englischen und im niederdeutschen tritt das verb nur in der bedeutung 'etwas eintauchen' auf; vgl. woordenb. der nederl. taal 3 ii 2642; Danneil altm.-plattd. 223; Müllenhoff glossar zum quickborn 292. die bildung ist in eben dieser verwendung, wie z. b. Lessiak beitr. 28, 112 bezeugt, bis tief ins südbairische hinein nachweisbar; vorherrschend aber erscheint im hochd. ihr gebrauch in der bedeutung 'etwas wiederholt leicht berühren', der auch in der schriftsprache geltung hat. beide bedeutungen sind gewisz gleich ursprünglich, sie differenzieren sich eben aus dem gemeinsamen grundbegriff 'etwas durch wiederholtes leichtes berühren einsenken'; vgl. das einzige aus älterer zeit erhaltene deutsche zeugnis in der glosse zu Prudentius, peristephanon 5, 230: (arvina posthinc igneum impressa cauterem) lavit tupfta 2, 429, 1 Steinmeyer-Sievers. das verb duppjan ist aber von dupp mit schon germ. doppelconsonanz abgeleitet worden; diese ist nicht das resultat einer verschärfung vor folgendem j der verbalableitung erst im westgerm., denn sie tritt ebenso in der nominalbildung auf und kann auch nicht vom verb auf das subst. übertragen worden sein, weil dieses, wenn es erst zu jenem gebildet worden wäre, gleichfalls palatal determiniert und dann nicht mit dem stammvocal o erschiene. germ. dupp ist ursprünglich als verbalabstract mit consonantenverdoppelung in der bedeutung 'das einsenken durch wiederholtes leichtes berühren' zu germ. deup-, daup-, dup- 'vertiefen, einsenken' gebildet worden. das germ. u der stammsilbe ist vor dem folgenden palatal einer zu dem verbalabstract neugebildeten verbalen j-ableitung erhalten geblieben, vor dem folgenden velar der nominalbildung selbst aber zu o gebrochen worden. später wurde dann die form des verbalabstracts an die des verbs wieder angeglichen. nun ist aber im engl. und niederd. dippen nur in der bedeutung 'eintauchen' gebräuchlich geblieben, in der bedeutung 'berühren' jedoch durch die stammverschiedenen, doch anklingenden synon. tippen und stippen verdrängt worden. daher hat man auch das verbalabstract dopp im engl. und niederd. nur als das 'eintauchen' durch dipp, als die 'berührung' und den 'punkt' hingegen durch tipp und stipp ersetzt. im hochd., wo tupfen gerad im sinne von 'berühren' verwendet wird, ist auch dupp(e), tupf(e) als 'berührung' und 'punkt' allgemein gebräuchlich geworden. überall sind aber noch spuren des gebrauches der älteren form dopp(e), topf(e) in ihren ursprünglichen verwendungsarten nachweisbar. auf englischem boden erscheint freilich nur noch in der ags. überlieferung dopp ausschlieszlich als das 'eintauchen'. aber schon auf niederd. gebiet ist dopp(e) auch noch die 'berührung' und der 'punkt' in functionell isolierter verwendung. doch kommt mitunter auch dann, wenn das o der stammsilbe bewahrt ist, eine teilweise anpassung an tippen besonders im nieders. zum ausdruck in der verhärtung des dentalanlautes der form topp. die verhältnismäszig deutlichsten spuren hat dopp(e) als 'berührung' und 'punkt' im niederl. hinterlassen, weil es der verdrängung durch den hier vorherrschenden gebrauch des im anlaut stärker differenzierten stippen gröszeren widerstand zu leisten vermochte. wie im niederd., so hat sich auch in den hochd. maa. dopp(e), topf(e) nur in fällen functioneller isolierung als die 'berührung' und der 'punkt' erhalten. aber noch im mittelalter war die o-form gewisz viel weiter verbreitet; denn gerade nur sie ist in der bedeutung 'punkt' von der altoberd. überlieferung festgehalten worden. die substantivbildung in ihrem ursprünglichen gebrauch als verbalabstract, das das 'eintauchen' und die 'berührung' ausdrückt, ist meist starkes, als bezeichnung für die berührungsspur, den 'punkt' meist schwaches masc. doch ist an dieser unterscheidung der o-formen ebensowenig wie an der der u-formen im hochd. streng festgehalten, und auch die bildung eines fem. besonders in der bedeutung 'punkt' ist vorauszusetzen; vgl. das fem. der u-form z. b. im thür. Hertel 249 ; im schwäb. Fischer 2, 472; in Basel Seiler 91. von dem subst. der o-form in seinen besonderen verwendungsarten sind vielfach secundäre verbalbildungen abgeleitet worden und mitunter kann aus der erhaltenen verwendung verbaler o-formen der verdrängte gebrauch des zu grunde liegenden subst. erschlossen werden.
1)
das subst. dopp als das 'eintauchen' ist im niederl. vorauszusetzen neben der gleichbedeutenden secundären verbalableitung doppen; vgl. woordenb. der nederl. taal 3 ii 3142. daneben ist natürlich auf niederd. boden auch dipp zu dippen, auf nieders. auch tipp zu tippen in dieser bedeutung gebildet worden. im engl. ist nur mehr dipp neben dippen als das 'eintauchen' nachweisbar. doch ist die alte form des verbalabstracts festgehalten in den ags. zusammensetzungen dopfugel, dopenid 'mergulus', und auch der ags. vogelname dufe-doppa und die secundäre verbalableitung ags. doppettan 'eintauchen' sind überliefert; vgl. Bosworth-Toller 209; suppl. 155 u. 160.
2)
die substantivbildung dopp(e), topf(e) bezeichnet die 'berührung' und den 'punkt' in functionell isolierter verwendung.
a)
das subst. der o-form ist als die bezeichnung einer berührung unter ganz besonderen umständen erhalten geblieben. es liegt vor in dem zu beginn des 18. jhs. aus der nieders. volkssprache in die obers. umgangs- und literatursprache aufgenommenen ausruf topp, der besonders den bekräftigenden handschlag begleitet und ursprünglich die rechtsbekräftigende berührung mit einem finger oder auch der ganzen hand ausdrückte. die verhärtung des dentalanlautes war erst eine folge späterer anpassung an tippen und tipp; der ursprünglich weiche dental ist bewahrt in der secundären verbalableitung doppen, mit der noch im holstein. das rechtsbekräftigende 'berühren' bezeichnet wird; vgl. im folg. topp interj. im niederl. wird dop(pe) noch als ausruf gebraucht, um den schall auszudrücken, der mit einem schlag verbunden ist; vgl. woordenb. 3 ii 3139; die secundäre verbalableitung doppen hat im niederl. auch noch die bedeutungen 'fechten', dann 'aufgreifen und gefangen setzen', auch 'plündern'; vgl. woordenb. 3 ii 3142. den 'schlag' als eine vergröberte berührung bezeichnet dopp neben seltenerem dupp auch im siebenb.-sächs., und die secundäre verbalableitung doppen, mitunter in anlehnung an niederd. tippen auch toppen, neben seltenerem duppen heiszt hier 'schlagen, klopfen'; z. b. in einer aufzeichnung aus dem 17. jh.: (dasz sie ihm) auf den kopf hätt gedoppt, dasz das blut wer herausgegangen; in der lebenden ma. bedeutet e hued mich gedoppt auch 'er hat mich überwunden' siebenb.-sächs. wb. 2, 59f. im siebenb.-sächs. ist dop, dob auch das aufschlagen beim auffallen der geschleuderten 'piziknochen', die der spielende in ein erdloch zu werfen hat, dob machen heiszt den dabei gewünschten erfolg, d. i. das aufschlagen an der vorgeschriebenen stelle erzielen. bei einem ähnlichen spiel mit knöpfen heiszt wieder en dopp deᵃn 'einen fehlwurf thun' und dann bildlich 'sich verrechnen, täuschen'; der ausruf dopp! bedeutet daher auch 'gefehlt!' ebenda 2, 52. dopp ist auch im mittel- u. rheinfr. das aufschlagen der in die höhe geschleuderten steinchen im 'tätschelspiel' (vgl. sp. 160 u. th. 2, 825f.); die form ist unverschoben ins schwäb. gedrungen, wo topp vereinzelt als bezeichnung des sechsten ganges bei diesem spiel auftaucht Fischer 2, 266 ; die steinchen heiszen nassau. doppsteinches Kehrein 114; lothr. doppwäckleⁿ Follmann 96; sich mit diesem spiel abgeben, also 'dopp machen', heiszt wieder doppen, auch im oberhess. Crecelius 1, 282; in unverschoben entlehnter lautung noch im südrheinfr. Fischer 2, 268; im schwäb. in der umgebildeten form topflen ebenda 266. in dem ebenda 265 citierten schwäb. abzählvers bezeichnet das schluszwort gewisz die energische berührung, die den ausgezählten trifft:
eins zwei drei,
nicke nacke nei,
nicke nacke bohnenstecken,
nicke nacke topf!
b)
das subst. der o-form ist auch in der bedeutung 'punkt' mitunter erhalten. sie liegt zu grunde, wenn niederl. dop(pe) gelegentlich im sinne von 'auf den punkt genau, präcis', dann 'sogleich, sofort' gebraucht wird; vgl. woordenb. 3 ii 3142. auf ihr beruht auch die function des ersten gliedes der besonders im alem. im sinne von 'auf den punkt genau, ganz eben' verwendeten zusammensetzung topfeben (s. d.). dann wird noch als grob bäurische lautung in der bedeutung 'punkt' topp neben feinerem tupp von Jecht mansf. 115, töppelchen neben tüppelchen von Schmidt westerw. 257 verzeichnet; vgl. auch töppel 'tüpfelpunkt' und töppelech 'getüpfelt' im luxemb. wb. 439 neben oberhess. düppel, düppelchen Crecelius 2, 311. die westmd. l-ableitung mit dem stammvocal o liegt auch dem gebrauch der obers. deminutivform zu grunde in der redensart töppchen malen; vgl. im folg. töpfel und töpfchen. — nur in der bedeutung 'punkt, fleck' und ausschlieszlich in der o-form hat die ahd. und mhd. überlieferung das wort festgehalten in tophun der beiden Prudentiusgll. zu 'punctis' und 'notas' gll. 2, 428, 53; 476, 61; 444, 26 Steinmeyer-Sievers; dann im 'himmlischen Jerusalem':
dâ stênt ane topfen,
sam dî golttropfen
darane sîn gemâlôt
377 Waag.
die secundäre verbalableitung tophōn 'punktieren, mit kleinen flecken versehen' ist von Notker verwendet worden 1, 741, 9 und 32 Piper.
II.
niederd. und hochd. dopp(e), topf(e) werden vielfach zur bezeichnung verschiedener, ganz bestimmter concreter gegenstände verwendet. die herkunft dieser verwendungsarten und auch der zusammenhang zwischen den niederd. und hochd. benennungsweisen ist ganz allgemein verkannt und übersehen worden. alle die hier zu den gruppen 1-6 zusammengefaszten bedeutungsfunctionen sind als organische entwicklungen zu verstehen aus dem gebrauch der substantivbildung zur bezeichnung der sich einsenkenden oder der oberflächlichen berührung und des als berührungsspur vorgestellten punktes. das subst. hat verwendung gefunden als bezeichnung auch eines ganz bestimmten sich einsenkenden gegenstandes und einer bestimmten künstlichen oder natürlichen vertiefung, die als die spur einer solchen einsenkung aufgefaszt wurde, dann des oberflächlich berührenden teiles an einem bestimmten gegenstand, ferner verschiedener, ganz bestimmter, auch plastisch hervortretender punktartiger formerscheinungen, schlieszlich des als punktartige formerscheinung vorgestellten äuszersten abschlusses auf einem bestimmten gegenstand, und dann auch überhaupt der äuszeren bedeckung und des deckels. durch seine anwendung auf ganz bestimmte concrete gegenstände ist das subst. vielmehr noch als in den unter I 1 und 2 zusammengestellten fällen begrifflich von seinen ursprünglichen gebrauchsweisen isoliert und daher auch vor der verdrängung durch dipp, tipp und stipp im niederd., durch dupp(e), tupf(e) im hochd. viel besser geschützt gewesen. im englischen allerdings fehlen die übertragungen des wortes auf concrete dinge ganz; sie haben sich offenbar auf dem westgerm. festland erst nach der abwanderung der Angeln und Sachsen auf die britischen inseln entwickelt. sie sind im nieders. und in besonders reicher fülle gerad im niederl. vorhanden, wo auch das subst. in den bedeutungen 'berührung' und 'punkt' besonders deutliche spuren hinterlassen hat; aus dem niederd. ist auch das subst. besonders in der unter 4 genannten verwendung ins nordgerm. gedrungen. doch auch im hochd. sind ganz entsprechende mundartliche gebrauchsweisen nicht selten, und dasz mitunter das gefühl für ihren zusammenhang mit den zu grunde liegenden begriffen doch auch länger sich erhalten hat, ist hier erkennbar an dem gelegentlichen auftreten der regelmäszig die 'berührung' und den 'punkt' bezeichnenden jüngeren u-form doch auch zur bezeichnung dieser ganz bestimmten concreten gegenstände. entsprechend dem gebrauch der verschiedenen flexionstypen der substantivbildung in ihren grundbedeutungen werden mit dem starken masc. vorwiegend concrete gegenstände ausgedrückt, deren benennung unmittelbar die verbalen thätigkeitsbegriffe der 'einsenkung' und 'berührung' voraussetzt; vgl. besonders 1-3. das schwache masc. hingegen bezeichnet vor allem die als punktartige formerscheinungen auch plastisch hervortretenden dinge; vgl. besonders 4. aber die beiden bildungsweisen berühren sich vielfach; vgl. besonders 3 und 5. auch das fem. tritt auf; vgl. die aus dem niederd. in das altn. entlehnte form unter 4 und das hochd. fem. besonders unter 6. die starke pluralform wird in der regel mit analogisch durchgeführter umlautung, die schwache umlautlos gebildet. neben dem subst. in seinen verschiedenen bedeutungen erscheinen besonders im niederd. vielfach meist unumgelautete secundäre verbalableitungen, und mitunter ermöglicht die fortbestehende bedeutung der verbalen o-form einen schlusz auf die untergegangene des subst.
1)
das wort bezeichnet einen bestimmten sich einsenkenden gegenstand meist in gestalt eines sich verjüngenden keils oder eines kegelförmigen zapfens, dann auch die keil- oder zapfenartige formerscheinung an sich.
a)
im niederl. ist dopp der 'holzkeil', den der schuster in den leisten treibt, um den schuh zu dehnen; ebenso das 'holzzäpfchen', das zur ausfüllung in ein nagelloch getrieben wird, das ausfüllen des nagelloches mit dem zäpfchen heiszt doppen; vgl. woordenb. der nederl. taal 3 ii 3137 u. 3140. die zapfengestalt an sich, der 'tannenzapfen' heiszt im niederl. dopp ebenda 3137.
b)
im siebenb.-sächs. ist die dopp der 'stöpsel, stopfen', der in das loch in einem fasz gesteckt wird; vgl. siebenb.-sächs. wb. 2, 59.
c)
im bair. ist der topf der 'zapfen' an der stange der abzugsvorrichtung in teichen, der in das gleichnamige loch der grundrinne eingesenkt wird; vgl. 2 c.
d)
gewisz ist dopp, topf in der bedeutung 'kreisel' trotz seiner herkunft aus dem franz. noch im mittelalter meist als der 'zapfen' verstanden und als eine bildung von dem wortstamm aufgefaszt worden, der eigentlich die berührung ausdrückt; vgl. ⁴topf und topfen 'mit dem kreisel spielen'.
2)
das wort bezeichnet eine bestimmte künstliche oder natürliche, besonders trichterförmige vertiefung, die als die berührungsspur eines sich einsenkenden zapfens vorgestellt wird.
a)
niederl. dopp bezeichnet eine künstliche vertiefung in der zusammensetzung dopguts, die den 'hohlmeiszel' benennt als das instrument, mit dem eine solche vertiefung hergestellt wird; die secundäre verbalableitung doppen heiszt 'eine künstliche vertiefung machen', z. b. die vertiefung, die die stelle bezeichnet, an der dann gebohrt werden soll; vgl. woordenb. 3 ii 3140. in der nautischen terminologie bedeutet doppen besonders 'die runde vertiefung um den kopf eines bolzens machen', der mit einem ringe verklunken werden soll: man doppt zuerst das holz um die bolzenspitze etwas aus Bobrik naut. wb. 241 u. 397. hierher gehört auch doppen 'eichen', eigentlich eine vertiefung als zeichen an einem gegenstande machen; das verb in dieser bedeutung ist wieder in der naut. terminologie gebräuchlich im sinne von 'das fassungsvermögen an einem schiff anzeichnen, das schiff ausmessen, eichen', der dopper ist der 'eichmeister'; vgl. woordenb. 3 ii 3173; Bobrik 241.
b)
niederl. dopp ist als natürliche vertiefung z. b. das 'grübchen am kinn' woordenb. 3 ii 3137. im ostfries. platt erscheint das demin. doppke als 'kleine vertiefung, höhlung in der erde' Doornkaat-Koolmann 1, 314.
c)
in der oberbair. terminologie des teichbaus ist topf das trichterförmige loch in der grundrinne der abzugsvorrichtung, in das der gleichnamige zapfen eingesenkt wird; vgl. 1 c u. s. Schmeller 1², 614. mit dem wort kann auch die ganze abzugsvorrichtung bezeichnet werden, durch die einerseits beim heben des zapfens dem wasser der zutritt in die grundrinne und die möglichkeit abzuflieszen freigegeben, der teich somit 'gezogen' wird und anderseits beim einsenken des zapfens in das loch der grundrinne das ansammeln des zuflusses im becken, das 'spannen' des teiches bewirkt wird; vgl. den ausdruck striegel für den zapfen und den ganzen apparat z. b. bei Riemann practische anweisung zum teichbau (Lpzg. 1798) 274ff.; schon in einer rechnung herzogl. bair. hofbaumeister vom jahr 1613 steht der posten zu grundrinnen und döpfen Cbm. 2224 s. 177 nach Schmeller.
d)
besonders in Schwaben wird das trichterförmige becken gröszerer quellteiche mit dem wort bezeichnet Fischer 2, 265; auch der weiher selbst heiszt dann topf. in einem 1569 festgesetzten vertrag mit Waltershofen von wegen ... der fischerey im Lechstrom und darvon kommenden giessen, töpfen, bronnen, neben- und beywassern wird entschieden, dasz fürohin ein gemaind von Thierhaupten in den töpfen und verfallnen wassern, welche vom Lech ... kainen eingang oder ausgang wassers haben ... allain vischen sollen Lechrain 387 u. 390 Lori; vgl. Schmeller 1², 614. der bekannteste so zubenannte teichtrichter ist der Blautopf in Blaubeuern, der quellkessel der Blau, den Mörike im anhang zum Stuttgarter hutzelmännlein beschreibt: (die gröszte tiefe von 71 fusz) befindet sich ziemlich in der mitte des topfs; nach den seiten nimmt sie überall ab, so dasz sich daraus wirklich eine trichterförmige gestalt des beckens ergibt erz. 417; ortsnamen scheinen zu bezeugen, dasz diese benennung von quelltrichtern weiter verbreitet war; in Schwaben begegnet der von Fischer citierte ortsname im Topfen; im obers. erscheint als flurname für ein kleines quellgebiet der faule Topf Müller-Fraureuth 1, 229; in Kärnten der Tupf als name eines badeortes Lexer 77. nicht zu verwechseln mit dieser volksthümlichen benennungsweise ist die geologische bezeichnung kesselförmiger vertiefungen als riesentöpfe Vogt lehrbuch der geologie 2³ (1871), 191; der name ist als gelehrte verdeutschung von schwed. jättegrytor gebräuchlich geworden Adelung 3, 1114; Campe 3, 835.
3)
das wort bezeichnet an einem bestimmten gegenstand den oberflächlich berührenden äuszersten teil in form einer runden kuppe; die berührende spitze dagegen wird im niederd. mit den hart anlautenden topp und tipp benannt, doch sind beide bezeichnungen gelegentlich verwechselt worden, und dopp ist im niederl. mitunter auch die 'pfeil- und sperspitze' woordenb. 3 ii 3137.
a)
nieders. dopp(e) ist die berührende kuppe am finger: de doppen fan de fingers sünt mi gans katel 'kitzlich' Doornkaat-Koolmann 1, 314; de doppe sunt mi verfraren brem.-nieders. wb. 1, 229; vgl. fingerdop th. 2, 1258 und fingerdopke Doornkaat-Koolmann. das wort mit verhärtetem anlaut in anlehnung an topp und tipp bezeichnet die zur rechtsbekräftigenden berührung verwendete 'daumenkuppe' z. b. in der redensart topphalten, eigentlich 'die daumenkuppe in die höhe halten'; vgl. topp m. auch im niederl. heiszt es de toppen der vingers v. Dale groot woordenb. 1786.
b)
das wort bezeichnete im niederd. auch an dem ei ursprünglich die sich verjüngende kuppe, die man vor dem schälen eindrückt, indem man sie mit etwas hartem in berührung bringt. das als volksthümlicher osterbrauch beliebte aneinanderschlagen der eikuppen, um ihre härte zu erproben, heiszt auch z. b. in Basel tupfen, zusammentupfen Seiler 91; im schwäb. eier tupfen Fischer 2, 473. erst später unter dem einflusz des schriftsprachlichen gefäsznamens ist der dopp an dem ei als bezeichnung des behältnisses für das eiinnere aufgefaszt und als die 'schale' überhaupt verstanden worden, oft gerad als die 'halbe schale' Danneil 37; Schambach 44. im nieders., niederl. und fries. ist dieser gebrauch des wortes allgemein verbreitet, besonders auch in sprichwörtlichen wendungen; vgl. Schiller-Lübben 1, 542; Verwijs-Verdam 2, 305; Dijkstra fries. woordenb. 1, 287; woordenb. 3 ii 3134;
den armen laten se nauwe de doppe,
wan se en der eyger hebben berovet
Reinke de vos 4764 Prien;
better eyn halff ey dan eyn heel dop Tunnicius nr. 174; auch leddig, idel dop brem.-nieders. wb.; Woeste westf. 54, Bauer-Collitz waldeck. 21; die vele eyer hefft die maket vele doppe Tunnicius nr. 321; ein doppmaeker ist daher ein 'verschwender' Kilian etym.; dat küken klöterd al in de dopp, 'das küchlein läszt sich schon in der schale hören, ist reif zum auskriechen' Doornkaat-Koolmann 1, 314;
de voggel syn nicht alle flugge,
de allererst falt ut deme doppe
koker (1711) 362 nach Schiller-Lübben;
kiken, de even uut dem dop krapen sunt brem.-nieders. wb. 1, 229; du büst eben uut dem dopp krapen Schütze 1, 237; meinste ik wör gistern este ūtem dope krupen Bauer-Collitz 21; hei is kûme ût den döppen ekropen Schambach 44. viel gebraucht ist auch die zusammensetzung eidop, eierdop, schon im 15. jh. als verdeutschung von 'testa' gloss. 581 Diefenbach; vgl. Doornkaat-Koolmann; Schütze; Woeste; Danneil; brem.-nieders. wb. es erscheint auch die verhochdeutschte form eyerdopff Adelung 4, 629; Campe 4, 850; also das der storch, der sperling, schwalb, henfflingk, graszmück, meise, rabe und krähe eins von ihren kindern, so bald sie aus dem eyerdopff kriechen, dem gutsherren zum mietlohn heraus werffen Gabr. Rollenhagen ind. reisen (1605) 270. im niederl. bezeichnet die verbalableitung doppen mitunter 'etwas aus eierschalen machen' besonders auch 'das ei schälen'; vgl. woordenb. 3 ii 3140 f. wie die schale vom ei hat man dann auch die von hülsenfrüchten besonders im niederl. und fries. mit dem wort bezeichnet: de lösse doppen von arften, bonen sind 'entkernte erbsen- und bohnenschalen'; dopparften sind 'pahlerbsen' mit harter, ungenieszbarer schale, die entschalt werden müssen; doppen heiszt auch 'enthülsen'; vgl. z. b. woordenb. 3 ii 3134 und 3140.
c)
das wort bezeichnet im norden auch an sich die hohlkuppenform in gestalt einer halben eischale. dopp ist z. b. eine kleine 'schale', ein 'napf', besonders in Lübeck ein flaches 'trinkgeschirr' Schütze; brem.-nieders. wb. im niederl. ist dopp auch der napfartige blechbecher, in dem die arbeiter bei den südafrikan. weinbauern ihre weinration erhalten; vgl. woordenb. 3 ii 3137; v. Dale 462. auch ein napfförmiges werkzeugbestandtheil kann so genannt werden; vgl. woordenb. 3 ii 3136; daher auch die gelenkpfanne Leihener Cronenb. 22.
d)
die kleine kupferne trichterform der edelsteinschleifer, die an einen draht gesteckt wird und in der der eingekittete diamant geschliffen wird, heiszt im norden die doppe woordenb. 3 ii 3137; Jacobsson 1, 437; Krünitz.
e)
auf hochd. boden entspricht solchen gebrauchsweisen die bei Adelung 4, 628 und Campe 4, 850 erwähnte verwendung von dopf, topf im schwäb. zur bezeichnung der 'leuchterdülle', des metallkelches für das licht, der im leuchter steckt.
4)
das wort bezeichnet einen ganz bestimmten als punktartige formerscheinung vorgestellten, plastisch hervortretenden gegenstand. in solchen bedeutungen ist die bildung aus dem niederd. auch in das nordgerm. gedrungen; vgl. altnord. doppa 'knopf, knauf, stift'; dän. dop 'metallknopf, nagel mit halbkugeligem kopf, stift' Falk - Torp norw.-dän. etym. wb. 1, 148.
a)
besonders im älteren niederl. und nieders. sind die doppe(n) vielfach die kleinen 'knöpfe' oder 'plättchen', die als verzierungen bei beschlägen an kleidungs- und schmuckstücken, sätteln, zäumen, büchereinbänden u. s. w. angebracht werden Verwijs - Verdam 2, 305; Schiller-Lübben 1, 542; z. b.: (ein beutel aus samt, besetzt) mit sulvernen keden, pukelen, eckern, knopen, loverken unde doppen Neocorus chron. 1, 159. auch der einzelne in edelmetall gefaszte runde edelstein als schmuckgegenstand heiszt im niederl. dop woordenb. 3 ii 3134; die verbalableitung doppen kann ausdrücken 'verzierungen solcher art an einem gegenstand anbringen' 3 ii 3140.
b)
in der niederd. seemannssprache ist dop die in der mitte der kompassnadel angebrachte kleine erhebung in gestalt eines hohlkegels aus messing, die auf der spitze der kleinen pinne schwebt und so die drehung der scheibe ermöglicht Beil techn. wb. 147; Bobrik naut. wb. 240; schon in einer alten 'beschriv. von der kunst der seefahrer' heiszt es; dat de compassen bewilen nicht aver en holden (übereinstimmen) geschuet mehr dorch unreinigheit des doppes nach Schiller-Lübben. niederl. dop ist auch die kreisförmige erhebung auf der rückseite eines schlosses, in der der schlüssel festgehalten wird; vgl. woordenb. 3 ii 3137.
c)
in der niederd. seemannssprache sind die doppen auch 'runde hölzerne klampen, die auf dem deck oder an der schiffsseite der festigkeit und zierlichkeit wegen um runde gatten gelegt werden, durch welche taue fahren' Bobrik naut. wb. 240. im fries. ist dop auch die als knopf dienende durchbohrte halbkugel aus holz oder bein am kummet von wagenpferden, womit die zugseile verbunden werden Dijkstra 1, 287.
d)
im niederl. sind doppen auch die kleinen baumwollknoten im grobgewobenen barchent, und dieser selbst wird dann mit der pluralform bezeichnet: fusteynen van Brugghe ... die men heet doppen; breede doppen, smalle doppen, gebandeerde doppen woordenb. 3 ii 3138.
e)
im hochd. hat man mit dem schwachen masc. mitunter den kleinen 'klumpen' aus einer weichen masse benannt. die bezeichnung musz in älterer zeit auf fränk. boden üblich geworden und von hier in den oberd. süden gedrungen sein, wo verdunkelte reste noch heute bewahrt erscheinen. in fränk. quelle noch aus dem 17. jh. heiszt es: drey morgen nach einander ein dopfen aus dem kalbsmagen eingeben Pinter pferd-schatz 386; in einer schwäb. aufzeichnung aus dem 16. jh. begegnet in ähnlicher verwendung die l-ableitung: nembt .. allaun .. thuets in ein ayerklaar unnd klopfs wol durch einander und lassets ein weil stehen, so wirdt ein töpfel daraus, das bindet uff die wunden nach Fischer 2, 266. auch die kleinen knollen des dick gekochten, ausgepressten spinatsaftes und besonders der gestockten milch sind ursprünglich im fränk. mit dem wort bezeichnet worden. die schwache pluralform ist dann im oberd. süden vielfach als sing. aufgefaszt und als name für den dick gekochten spinat und vor allem für den 'milchquark' allgemein gebräuchlich geworden; vgl. topfen.
5)
das wort bezeichnet den als punktartige formerscheinung vorgestellten äuszersten abschlusz auf einem gegenstand, dann auch überhaupt die abschlieszende, äuszere bedeckung in gerundeter kuppenform; der spitze abschlusz wird dagegen im niederd. mit den hart anlautenden topp und tipp ausgedrückt, doch berühren sich mitunter wie unter 3 die verschiedenen benennungsweisen.
a)
im nieders. ist der auf einer frucht als runde kuppe sich abhebende kelch mit dem wort bezeichnet worden. die verholzten kelche der eicheln heiszen doppe de uppe den eckeren wassen schon in einem Rostocker arzneibuch des 15. jhs. nach Schiller-Lübben; vgl. de doppen fan de ekkels, auch eckerndopp bei Doornkaat-Koolmann; Schütze; Danneil; Schambach; Woeste; brem.-nieders. wb.; auch der fruchtkelch an der haselnuss, der buche und dem buchweizen wird im nieders. und besonders im niederl. und fries. so genannt; vgl.notedop, bokweitedop Schambach; Doornkaat-Koolmann; Dijkstra 1, 287; woordenb. 3 ii 3136.
b)
im niederl. ist dop an einem nagel der halbkugelig gerundete 'kopf'; das instrument, womit man diesen abrundet, heiszt dopijzer und dopper, das abrunden des nagelkopfes doppen woordenb. 3 ii 3140 f.
c)
im niederl. ist dop auch das futteral in gestalt einer kleinen, hohlen halbkugel, das die scharfe spitze besonders einer waffe schützt; auch der runde herrenhut heiszt dop, den 'hut abnehmen' doppen woordenb. 3 ii 3137 u. 3142.
d)
im fries. kann mit dop auch das futteral um das euter einer trächtigen kuh bezeichnet werden, ferner die scheuklappe vor den augen der pferde Dijkstra 1, 287; vgl. dazu westfäl. hä het döppe op den ôgen 'er sieht nicht' Woeste 54; auch das augenlid und dann das auge selbst heiszt im niederl. u. fries. dop woordenb. 3 ii 3137; Dijkstra 1, 287; Leihener Cronenb. 22.
e)
in der Schweiz heiszt mitunter die oberste schichte auf dem heustock topf und tupf Tobler appenz. 141.
f)
im westmd. ist früher das wort zur bezeichnung der 'schädeldecke' verwendet worden:
er slûc in ûf den schedelkopf
durch den helm in den topf
Herbort v. Fritzlar 8796 Frommann
noch von Hederich 1196 und Steinbach 2, 823 wird der deutsche pflanzenname für 'onobrychis vulgaris', der sonst als hahnenkopf und hahnenhaupt erscheint (Pritzel-Jessen 251), als hahnentopf verzeichnet; im mittelfr., rheinfr. und westthür. gilt heute noch die ableitung döppen, töpfen als 'schädeldecke, kopf'; vgl. im folg. sp. 825 und töpfen 2.
6)
das wort bezeichnet den abnehmbaren kuppen förmigen abschlusz auf einem behältnis, seinen 'deckel'; vgl. auch das deminut. in entsprechender verwendung unter töpfchen 2.
a)
im niederl. und fries. ist dop der wachsdeckel auf der bienenzelle; vgl. woordenb. 3 ii 3137; Dijkstra. auch der deckel auf einem ventil, auf einer röhre heiszt im niederl. dop woordenb.; in verhochdeutschter form als 'deckel auf der hauptröhre der bassons' wird topf von Adelung und Campe verzeichnet.
b)
im niederd. weit verbreitet ist dop als deckel auf dem kopf der tabakspfeife; vgl. pipendop woordenb.; Dijkstra; Doornkaat-Koolmann; Schütze; Woeste; brem.-nieders. wb.; auch von Adelung und Campe wird der pfeifendop genannt; daneben erscheint die verhochdeutschte form: (da) am gestade der Traven das tobackrauchen mit pfeiffen, welche mit döpfen versehen, nachgelassen ('erlaubt') worden ordnung des Travenvogts (Lübeck 1768) § 10.
c)
im niederd. ist dop dann auch der deckel auf einem gefäsz, z. b. auf einem leimtiegel oder auf einer theebüchse v. Dale groot woordenb. 462; man sagt de dop up de theebussen und een dop (vull) thee 'ein theebüchsendeckel voll thee' Schütze; brem.-nieders. wb.; unter dem einflusz der schriftdeutschen gefäszbezeichnung heiszt dann im norden auch die theebüchse selbst theetopf Adelung 4, 629; Campe 4, 850.
d)
im zusammenhang mit der folgenden untersuchung der herkunft des gebrauches der substantivbildung zur gefäszbezeichnung wird sich ergeben, dasz früher im mittelfr., rheinfr. und westthür. das masc. und das fem. mit o und u der stammsilbe als bezeichnung des gefäszdeckels überhaupt gebräuchlich waren, und dasz schwache spuren davon im westthür. heute noch vorhanden sind.
III.
der ursprung des gebrauches der substantivbildung als gefäszname kann aus der verwendung der mundartlich zur gefäszbezeichnung gebrauchten bildungen des wort stammes noch erschlossen werden. innerhalb eines ganz eigenartig begrenzten verbreitungs gebietes erscheinen sehr verschiedene bildungstypen in höchst auffallender vertheilung. ein mit dem alten īn-suffix abgeleitetes neutrum ist ausschlieszlich im westen gebräuchlich. es erscheint mit dem stammsilbenvocal o vor allem im mittel- und rheinfr.: döppen, deppe luxemb. wb. 67; Follmann lothr. 90; Weitz Aachen 35; Schmidt westerw. 257; Kehrein nassau. 114; debbe, deabbe Crecelius oberhess. 1, 281; dann im südwestthür. döpfen, depfe Regel 176; Hertel 245; im henneb. töpfe Spiess 256. auf demselben gebiet ist aber auch das īn-neutrum in der u-form bodenständig: düppen, däppen, dippen, dibbe siebenb.-sächs. wb. 2, 93; Follmann lothr. 90; Authenrieth pfälz. 33; Vilmar kurhess. 413; Askenasy Frankf. 21. mit secundärem geschlechtswechsel erscheint die bildung auch als masc. z. b. im lothr. nach Follmann und in Aschaffenburg nach Schmeller 1², 613. mit anlautverhärtung gilt das neutrum tippen, tipn im eichsfeld. Hentrich 67 und mansfeld. Jecht 112; in verschobener form im hess. und westthür. auch düpfen, tüpfen Vilmar; Hertel. das u-neutrum begegnet aber auch im angrenzenden niederd. als düppen Bauer - Collitz waldeck. 21; Woeste westfäl. 63; vereinzelt noch weiter im norden, sogar im dithmars. Heide nach H. Grimme plattd. maa. 162; mit secundärem geschlechtswechsel auch das fem. düppe im münsterl. ebenda. doch auch im oberd. süden tritt überwiegend das u-neutrum auf; im Elsasz neben seltenerem tepfi meist tipfi, tipfe Martin-Lienhart 2, 703; in Basel düpfi Seiler 91; im Aargau tüpfi Hunziker 56; auch in Bern Stalder 1, 327 und im Entlebuch K. Schmid (1915) 82. vereinzelt erscheint im elsäsz. wieder mit secundärem geschlechtsübergang das fem. tepf, tipf und überdies mit unverschobenem p das masc. tipe Martin-Lienhart; unverschobene bildungen sind auch noch tief im roman. süden nachweisbar; im waatl. und genf. franz. bezeichnet topẽ, tupẽ, im prov. topí, im catal. tupí den 'irdenen topf' Meyer-Lübke roman. etym. wb. nr. 8788. das neutrum erscheint besonders im mittelfr. und rheinfr. vielfach auch als erstes glied von zusammensetzungen; hier sind auch neben den neutralformen die ableitungen döppner, düppner und die demin. döppchen, düppchen gebräuchlich. auf diesem verbreitungsgebiet der īn-ableitung taucht das grundwort als gefäszname nur ganz sporadisch auf. als fem. der u-form erscheint einerseits im westthür. die duppe, dubbe mit dem demin. dibchen Regel 176; Hertel 249 ; anderseits im canton Freiburg die tupfa neben dem häufigeren demin. tupfele als die 'flache irdene pfanne' Stucki Jaun (1917) 68. auch in der o-form begegnet wieder als die 'pfanne' ganz vereinzelt auf elsäsz. boden die topf Martin-Lienhart, und diese form wird bestätigt durch die topffe im altwestalem. dict. undec. ling. des Calepinus und die doppe im altniederl. etym. des Kilianus, die als verdeutschungen von 'patella' festgehalten sind. ebenso ganz vereinzelt ist auch das masc. der topf in der Schweiz nachweisbar als das 'irdene geschirr mit füszen, das man über das feuer stellt', im Aargau Hunziker 55 und im Entlebuch K. Schmid 82; vgl. dazu das masc. in einem elsäsz. literaturdenkmal von 1513 im folg. sp. 827. als gefäszname allgemein gebräuchlich ist dagegen das masc. der o-form in dem an das verbreitungsgebiet der īn-ableitung östlich anschlieszenden raum: ostthür. und altenb. dob Hertel 245; sächs.-erzgeb. topp, tupp, tuup, toup, toop Müller - Fraureuth 1, 229; Göpfert 20; schles. topp, tupp, tôp, taup, tōp Weinhold 99; v. Unwerth 14, 63, 76, 82; schles. herkunft ist auch die gefäszbezeichnung in plattd.-preusz. umgebung Frischbier 2, 406. die ostmd. langvocal. und diphthong. nominative beruhen auf regelmäsziger dehnung und dann localer diphthongierung des zu grunde liegenden o vor schlieszender alter doppelconsonanz, die kurzvocalischen auf übertragungen aus mehrsilbigen formen, in denen der laut als kürze vor folgender doppelconsonanz erhalten blieb, meist aber secundär in u sich verfärbte, z. b. in einem dat. tuppe. aus dem ostthür. und ostmd. ist die gefäszbezeichnung auch weiter nach süden gedrungen: vogtl. dopf Gerbet 54; westböhm. topp, topf, tuap, tuapf Gradl 53. der plural wird regelmäszig umgelautet: depp(e), töpf(e); vgl. ferner die verkleinerungen töpfchen, töpflein, dann die ableitungen töpfer und töpfern und die zahlreichen zusammensetzungen mit topf. aus dieser übersicht über ihre verbreitung ist zunächst erschlieszbar, dasz die verwendung des wortstammes zur gefäszbezeichnung vom mittel- und rheinfr. ausgegangen sein musz. im niederd. ist sie, abgesehen von vereinzeltem vordringen weiter nach norden, auf das dem mittel- und rheinfr. benachbarte westfäl. beschränkt. auf oberd. boden kennt sie der volksmund weder in Baiern und Österreich noch in Schwaben und in der Ostschweiz; ins westalem. aber ist sie vom mittel- und rheinfr. direct auf dem handelswege der groszen flüsze gelangt, der auch durch unverschobene pp-formen im Elsasz und in der südwestl. Romania deutlich markiert erscheint. auch im hauptgebiete des süd- und ostfr. ist die gefäszbezeichnung mit dem wortstamm nicht gebräuchlich, und sie kann auch nicht vom ostmd. ausgegangen sein, weil der gebrauch einer īn-ableitung im westmd. und zudem ihr eindringen ins westalem. noch zur zeit der pf-verschiebung ein höheres alter voraussetzt, als der dauernden deutschen besiedlung des raumes östlich von Elbe und Saale zukommt. es ist auch an sich anzunehmen, dasz im mittel und rheinfr., wo die drei wegstränge nach norden, süden und osten geknotet sind, ihr ausgangspunkt gelegen ist. im mittel- und rheinfr. werden nun die beiden īn-neutra mit o und u der stammsilbe als gleichberechtigte doppelformen zur gefäszbezeichnung verwendet. überdies sind als gefäsznamen zwei grundwortbildungen gebräuchlich, von denen das starke masc. nur in der o-form, das fem. auch in der u-form nachweisbar ist. höchst auffallend ist nun ihr erscheinen nur an den beiden äuszersten flanken im westen und osten des verbreitungsgebietes der īn-bildung; in der westmd. heimat der gefäszbezeichnung selbst begegnet keine von beiden neben den īn-ableitungen. dagegen fehlt im ostmd., wo das masc. allgemeine geltung hat, das entsprechende īn-neutrum ganz. sein spurloses verschwinden hier ist neben einer gleichbedeutenden grundform und chen- oder lein-verkleinerung allerdings wohl verständlich unter der meist angenommenen voraussetzung, dasz es selbst als demin. gebildet worden war; īn-verkleinerungen wurden ja schon am ausgang der ahd. periode von den überwuchernden chen- und lein-bildungen im md. vollkommen verdrängt. aus eben diesem grunde können aber die westmd. īn-formen bereits damals nicht mehr als verkleinerungen gebraucht worden sein. es ist aber auch ganz unglaubhaft, dasz sie trotzdem von haus aus als deminutive gebildet worden wären und ihren ursprünglichen charakter erst nach dem aussterben der grundwörter in entsprechender bedeutung verloren hätten; denn warum sollten diese gerad in der engeren heimat der bezeichnung den gleichbedeutenden īn-verkleinerungen schon in frühahd. zeit das feld vollkommen haben räumen müszen, während sie doch in der zu beiden seiten, im westen und osten, angrenzenden nachbarschaft, wo die bezeichnung nicht eigentlich bodenständig ist, bis zum heutigen tag ungehindert auch neben chen- und lein-ableitungen fortbestehen konnten! wenn aber dort, von wo die bezeichnung ausgegangen ist, schon von allem anfang an nur nichtdeminuierende īn-ableitungen als gefäsznamen verwendet werden, dann kann das auftreten der grundwörter in dieser bedeutung überhaupt nichts ursprüngliches sein, sondern nur die folgeerscheinung einer erst in den nachbargebieten vollzogenen umdeutung der īn-formen in deminutionen. die richtigkeit dieser schluszfolgerung musz über jeden zweifel gehoben erscheinen, wenn gezeigt werden kann, dasz früher gerad auf mittel- und rheinfr. boden die beiden grundwörter auch in einer bedeutung geltung hatten, die den gebrauch einer nichtdeminutiven ableitung zur gefäszbezeichnung verständlich macht, und wenn ferner die umdeutung des namens in eine deminution gerad in den benachbarten gebieten sich ganz natürlich erklären läszt. schwache spuren älterer, verdrängter gebrauchsweisen des masc. der o-form auf westmd. boden sind gerad auch an der verwendung des entsprechenden īn-neutrums heute noch erkennbar. nach dem idiot. von Schmidt (1800) 257 ist döppe(n) nicht nur das 'kochgeschirr', sondern auch der 'kopf' in dem gebiete der ehemaligen herzogthümer Jülich und Berg, in Koblenz, im Westerwald und in der Pfalz; ebenso ist es im oberhess. nach Crecelius 1, 281 der 'hirnschädel mit dem hirn', im südwestthür. bezeichnet aber nach Regel 176 döpfen überdies noch den 'gefäszdeckel', auch das kardelsdöpfen ist hier nicht nur das 'gefäsz, das ein quart hält', sondern auch der 'krugdeckel'. das erscheinen der īn-ableitung im westmd. als 'schädeldecke' steht gewisz in unmittelbarem zusammenhang mit dem früheren gebrauch des masc. selbst in dieser bedeutung gerad auf westmd. boden; vgl. II 5 f. nun erscheint aber auch neben dem īn-neutrum als 'gefäszdeckel' im südwestthür. das gleichbedeutende masc. im niederd.; vgl. II 6. auch diese bedeutungsentsprechung musz auf einem unmittelbaren zusammenhang beruhen, der aber zur voraussetzung hat, dasz das masc. nicht nur im niederl. und nieders., sondern auch im südwestthür., und dann natürlich ebenso in dem dazwischen gelegenen mittel- und rheinfr. gebiet im sinne von 'gefäszdeckel' verwendet wurde. die zunächst gewisz auffallenden thatsachen aber, dasz somit im westmd. neben diesem grundwort, das die 'schädeldecke' und den 'gefäszdeckel' bezeichnete, ein gleichbedeutendes und daher als demin. zu beurtheilendes īn-neutrum doch fortbestehen konnte, ohne von einer chen-verkleinerung verdrängt zu werden, und dasz es sich im mittel- und rheinfr. selbst blosz in der bedeutung 'schädeldecke', in der bedeutung 'gefäszdeckel' aber gerade nur im westthür. erhalten hat, werden im folg. noch besonders sich begründen lassen. die frühere westmd. verwendung des masc. der o-form zur bezeichnung des deckels wird dann auch bestätigt durch den im älteren schles. nachweisbaren gebrauch der substantivierten adjectivableitung töppicht in der bedeutung 'küchengeschirr'. diese collectivbenennung für küchengefäsze wird nicht ursprünglich von einem grundwort abgeleitet worden sein, das selbst als gefäszname gebräuchlich war, sondern von dem subst. als deckelbezeichnung, und die bildung ist in das ostmd. siedlungsgebiet natürlich mit den colonisten aus der westmd. heimat gelangt; vgl. weiter unter u. s. ¹töpficht. im folg. wird noch begründet werden können, warum diese von haus aus westmd. bildung gerad auf ostmd. boden sich länger erhalten hat, ebenso warum auch das grundwort als fem. in der u-form nicht im mittel- und rheinfr. selbst, wohl aber im östlich angrenzenden westthür. als deckelbezeichnung sogar bis auf den heutigen tag conserviert erscheint. meist ist aller dings auch die westthür. duppe das mit deckelverschlusz versehene 'gefäsz', so z. b. die gelttuppe, die von dem Thüringer C. Stieler stammb. 2296 als 'capsula fictilis' beschrieben wird, oder die zum einthun des käses bestimmte kaseduben Hertel 249. nach Regel aber ist im westthür. die dubbe nicht nur der 'deckeltopf', sondern auch der 'topf-' und 'pfannendeckel', und in dieser bedeutung ist ursprünglich neben dem masc. auch das fem. sicher gerad im mittel- und rheinfr. gebraucht worden. hier ist das erscheinen eines masc. und fem. und das auftreten von formen mit o und u der stammsilbe in der bedeutung 'deckel' nicht überraschend, denn auch in anderen verwendungen begegnet die substantivbildung als masc. und fem.; im hochd. auch in der u-form; vgl. I sp. 816 f. und II sp. 818 f. neben den grundwörtern als deckelbezeichnungen sind aber die beiden im mittel- und rheinfr. zur gefäszbezeichnung gebildeten īn-neutra gerad als nichtdeminutive ableitungen unmittelbar verständlich. dasz īn-ableitungen ursprünglich auch gar nicht verkleinerungen waren, sondern eine zugehörigkeit irgendwelcher art ausdrückten, ist an einem ahd. beispiel wie fingerīn noch deutlich erkennbar. wie dieses den zum finger gehörigen 'ring', so bezeichnete das doppīn und das duppīn ein mit einem dopp oder einer duppa versehenes 'gefäsz'. es sind von haus aus 'deckelgefäsze', geradeso wie das töppicht eigentlich das 'deckelgeschirr' ist, und in dem bedarf an gefäszen mit deckelverschlusz gerad in der küche ist die verwendung dieser namen besonders zur bezeichnung der koch- und essgeräte begründet. die īn-ableitung ist in frühahd. zeit auf mittelfr. boden gebildet worden, wo schon im mittelalter Aachen, Köln, Siegburg, Horn hervorragende centren der thongeschirrerzeugung waren; vgl. O. v. Falke das rhein. steinzeug. ursprünglich hat man mit der benennung gefäsze mit deckelverschlusz von andern ohne solchen unterschieden. die verwendung des namens konnte aber alsbald verallgemeinert und auf die bezeichnung von gefäszen überhaupt erstreckt werden umso leichter, als sein eigentlicher sinn gewisz schon in alter zeit nicht allgemein verständlich war; denn auch die grundwortbildungen waren im hochd. damals bereits eben nur auf einem ganz beschränkten gebiet als deckelnamen bekannt, und auch auf diesem sind sie dann von anderen hochd. synonymen verdrängt worden. zur zeit aber, als die īn-deminution von der jüngeren chen-verkleinerung abgelöst wurde, waren im mittel- und rheinfr. die grundwörter in der bedeutung 'deckel' noch geläufig, und diese verwendung des masc. der o-form galt damals auch noch im westthür. daher ist in diesen maa. die damals noch richtig verstandene ableitung nicht als verkleinernde gefäszbezeichnung aufgefaszt und nicht durch ein chen-deminutiv ersetzt worden. der gebrauch der īn-ableitung sowohl mit o als mit u der stammsilbe hat vielmehr so feste geltung im westmd. erlangt, dasz er später auch durch die verdrängung beider grundwörter als deckelnamen nicht mehr erschüttert werden konnte. aber man hatte das īn-neutrum der o-form hier doch auch als deminutiv zu dem grundwort in der bedeutung 'schädeldecke' verwendet, zu dem grundwort in der bedeutung 'gefäszdeckel' freilich nur im westthür., wo die abgeleitete bildung eben nicht in gleicher weise wie im mittel- und rheinfr. als 'deckelgefäsz' fest eingewurzelt war; und das īn-neutrum konnte sich auch in diesen beiden deminutiven verwendungen erhalten, weil gleichzeitig die form als nichtdeminutive gefäszbezeichnung vor der verdrängung geschützt gewesen ist.anders gestaltet hat sich das schicksal der bezeichnungen des gefäszes und seines deckels zur zeit der īn-verkleinerung in mundartgebieten, in die sie erst aus dem mittel- oder rheinfr. gelangt waren und wo das der ableitung entsprechende grundwort als deckelname nicht verwendet wurde. dieses konnte freilich durch ein bodenständiges synonym sofort ersetzt werden, und dann blieb allerdings die gefäszbezeichnung als ganz isolierte bildung der gefahr entrückt in ein deminutiv umgedeutet und später durch eine chen- oder lein-form ersetzt zu werden; so scheint im westfäl., wo nur das masc. der o-form als 'deckel' nachweisbar ist, der gefäszname hingegen nur als ableitung von dem fem. der u-form aufnahme gefunden hat, dieses selbst keine besonderen spuren hinterlassen zu haben. das ganz vereinzelte auftauchen aber des fem. als 'pfanne' im älteren niederl., wo gleichfalls nur das masc. als 'deckel' nachweisbar ist, dann das ebenso vereinzelte erscheinen des masc. und fem. als gefäszname im westalem., wo keines von beiden jemals den 'deckel' bezeichnete, ist darin begründet, dasz hier eben nicht überall sofort das grundwort als deckelbezeichnung durch ein einheimisches synonym ersetzt worden war, sondern gelegentlich doch zugleich mit dem abgeleiteten neutrum aufnahme gefunden hatte, zur zeit der īn-verkleinerung aber als grundwort zu der in ein deminutiv umgedeuteten ableitung aufgefaszt wurde. von besonderer tragweite waren die folgewirkungen des vordringens der bezeichnungen weiter nach osten noch zur zeit als hier īn-verkleinerungen allgemein gebraucht wurden. das fem. der u-form war schon im westthür. nicht mehr als 'deckel' geläufig und wurde daher auch hier alsbald neben der īn-ableitung selbst zur gefäszbezeichnung verwendet; aber die form hat sich doch auch in der bedeutung 'deckel', in der sie zuerst übernommen worden war, erhalten können, und zwar gerade hier und nicht auch im mittel- und rheinfr. selbst, weil sie auf westthür. boden in ihrer gleichzeitigen verwendung als gefäszbezeichnung einen schutz gegen die verdrängung durch synonyme gefunden hatte. das masc. der o-form musz aber beim eindringen der ihm entsprechenden īn-ableitung im westthür. als 'deckel' noch bekannt gewesen sein; denn man hat hier einerseits sogar auch diese als den 'kleinen deckel' verstanden, anderseits aber das grundwort nicht auch zur gefäszbezeichnung verwendet. doch schon im ostthür. war auch das masc. der o-form als deckelname nicht mehr geläufig. das grundwort und die ableitung wurden hier und dann im ostmd. ganz allgemein miszverstanden und umgedeutet. das īn-neutrum, das nur mehr deminutive verwendung fand, muszte hier später, als die zeit der chen- und lein-verkleinerungen gekommen war, spurlos verschwinden, das masc. aber hat alsbald die stelle der eigentlichen gefäszbezeichnung eingenommen. auch die von dem deckelnamen abgeleitete collectivbildung zur bezeichnung für das 'küchengeschirr' konnte sich gerad im ostmd. länger erhalten, wo die form des masc. an sich als gefäszname ganz allgemein üblich geworden war und auch geblieben ist. zu seiner verbreitung weit über die grenzen des ostmd. hinaus hat dem gebrauch des masc. der o-form zur gefäszbezeichnung ausschlieszlich die verwendung in der schriftsprache verholfen. die beiden īn-ableitungen sind in der schriftlichen überlieferung seit dem 12. jh. auf westmd. boden nachweisbar; aber nur das neutrum der o-form hat vorübergehend eine gewisse literarische rolle gespielt, nachdem es von Luther aus der volksthümlichen sprache Westthüringens aufgegriffen und auch in der bibelübersetzung verwendet worden war; vgl. weiter unten und den artikel töpfen. von den beiden grundwortbildungen begegnet das fem. nirgends in eigentlich literarischem gebrauch, das masc. hingegen findet sich seit der zweiten hälfte des 13. jhs. vielfach in denkmälern der schrift, vor dem erscheinen der Lutherbibel aber nur auf dem gebiet seiner heutigen mundartlichen verbreitung. auf westalem. boden ist der topf nachweisbar in dem offenbar 1513 erschienenen elsäsz. gedicht 'die welsch-gattung'; vgl. 4 a. häufig tritt die bildung auf in aufzeichnungen aus dem md. osten; z. b. im Marienburger tresslerbuch des 14. jhs.: die toppe qwomen ken Koningisburg 378 Joachim; dann in Breslauer inventaren des 15. jhs. top, pl. toppe (anz. f. d. kunde d. d. vorzeit 18, 15), in einem Iglauer stadtbuch des 15. jhs. der pl. tepp (Jelinek, mhd.-böhm. wb. 717), in anweisungen für den Erfurter küchenmeister aus dem anfang des 16. jhs. der pl. doepff (hg. v. Michelsen 19). die spätere schriftsprachliche verbreitung der normalform topf als gefäszname beruht aber auf ihrer geltung bereits in der deutschböhmischen literatur- und umgangssprache am ausgange des mittelalters. schon im 13. jh. hat der Deutschböhme Heinrich v. Freiberg den ausdruck in gebundener rede verwendet; vgl. 2 a. topf und töpfe begegnen dann in der zu Prag am ende des 14. jhs. geschriebenen Wenzelbibel ganz regelmäszig an allen erhaltenen vulgatastellen mit 'olla' und 'lebes', im ganzen etwa 30 mal. in der spätmittelalterlichen bibelübersetzung auf nicht ostmd. sprachgebiet hingegen findet das subst. als gefäszbezeichnung noch keine verwendung: in dem niederd. bibeldruck des jahres 1522 aus Halberstadt erscheinen an den entsprechenden stellen groppen und degel, in der ersten gedruckten hochd. bibel, deren text auf einer übersetzung aus dem 14. jh. beruht, degel und hafen. der erste bibeldruck von 1466 bietet nur an der aus unbekannter vorlage interpolierten stelle Nahum 2, 10 toph, ferner an den beiden stellen 1 kön. 7, 40 und 2 chron. 4, 16, die sich als interpolationen aus eben jenem übersetzungszweig erwiesen haben, dessen ältester vertreter die Wenzelbibel ist (vgl. Kurrelmeyer 10, v f.); an allen drei stellen aber haben fast alle späteren ausgaben den fremden ostmd. ausdruck wieder entfernt. auch in den spätmittelalterlichen vocabularen findet sich nur selten als verdeutschung von 'olla' und 'lebes' das ostmd. masc. in den lautungen dop, top, dopf, topff gloss. 395 und 321 Diefenbach. Luther aber hat in seiner bibelübersetzung die böhm.-obers. sprachnorm berücksichtigt, freilich mit mehr bewuszter absicht erst in den zuletzt übertragenen prophetischen und apokryphen büchern. während er nämlich in den vorangehenden theilen sein westthür. töpffen etwa 24 mal verwendet, aber nur 2 Mos. 27, 3 und 38, 3 aschentöpffe, 3 Mos. 6, 28 topff und 1 kön. 7, 40 töpffe, begegnet später das neutrum Jerem. 1, 13 und dann nur dreimal noch: Ezech. 24, 3; Mich. 3, 3; Nah. 2, 10, das masc. aber in den formen topff und töpffe Jerem. 18, 4 (zweimal) und dann noch 12 mal: Ezech. 11, 3, 7, 11; 24. 6, 11; Joel 2, 6; Sirach 13, 3 (zweimal); 21, 17; 27, 6; 3 Esra 1, 12; an der stelle psalmen 18, 7 hat Luther bei der ersten niederschrift einmal auch die obersächs. dialectform top festgehalten. das töpffen und der topff der Lutherbibel haben im 16. jh. nicht überall sofort anklang gefunden und sie sind regelmäszig durch den hafen ersetzt worden z. b. in den Wormser propheten, im Züricher alten testament und in der schwäb. bibelübertragung von Eck; als hafen ist der topf auch im Basler bibelglossar erklärt worden. aber die meisten lexicographen des 16. jhs. haben den biblischen topf bereits verzeichnet, z. b. die Alemannen Dasypodius (1537) c 4ᵇ; Frischlin (1591) 287; Calepinus undec. (1598) 235; der Wetterauer Alberus (1540) 95ᵇ. Hans Sachs, Wickram, Spreng, Fischart verwenden das wort bereits auch in ihren dichtungen, meist in den formen dopff, döpff. in seinen böhm.-obers. normallautungen topf, töpfe ist aber dann das subst. die bevorzugte gefäszbezeichnung der im 17. jh. führenden schles. und der im 18. jh. maszgebenden obersächs. literatursprache geworden. als solche erscheint es auch in den wörterbüchern von Schottel 1432; Stieler 2295; Aler 2, 1906; Ludwig 1992; Steinbach 2, 823; Frisch 2, 377; Adelung 4, 629; Campe 4, 850. in der modernen hochd. schriftsprache hat der ostmd. ausdruck als gefäszbezeichnung fast ausschlieszliche geltung erlangt, und auch in der heutigen umgangssprache der gebildeten erstreckt sich seine herrschaft weit über die grenzen seiner mundartlichen verbreitung. auf nieders. boden wird in der umgangssprache der gebildeten ganz ausschlieszlich an stelle des mundartlichen pot der schriftsprachliche topf gebraucht, den hafen hat der topf in der höheren verkehrssprache auf westmd. und zum teil auch auf oberd. gebiet verdrängt; vgl. dazu die genauen angaben bei Kretschmer wortgeogr. 531 f.der in der nhd. schrift- und umgangssprache allgemein vorherrschende gebrauch des subst. als gefäszname ist aber keineswegs sein eigentlich ursprünglicher; er setzt seinen gebrauch als deckelname voraus, der auf der verwendung des wortes zur bezeichnung des als punktartige formerscheinung aufgefassten obersten abschlusses auf einem gegenstand beruht; und erst auf dem umweg über ein umdeutendes sprachliches miszver ständnis ist schlieszlich der 'deckel' zum 'topf' geworden. das wort bezeichnet gefäsze von verschiedenster art was sowohl ihre gestalt und herstellung als auch ihre verwendung betrifft, doch ist am sprachgebrauch vielfach noch die ursprüngliche bezeichnung gerade des deckelgefäszes aus thon, das besonders in der küche und auf der tafel benötigt wird, erkennbar.
1)
die gestalt, allgemeine beschaffenheit und besondere herstellung des gefäszes kommen zum ausdruck, oft in stehenden redensarten und sprichwörtlichen wendungen.
a)
die gestalt des gefäszes entspricht seiner verwendung althergebracht als kochgerät sind der stollentopf (Kramer teutsch-ital. 2, 1100) und der deckeltopf: topff ist ein von kupffer oder glasirten thon hol und rund gedrehetes küchengeschirr, auf drey niedrigen beinen stehend, worinnen die speisen gekocht werden ... die küpffernen töpffe werden heut zu tage alle mit schlussdeckeln versehen Amaranthes frauenz. lex. (1715) 2030;
nemblichen siben töpff geziert,
auff dreyen füssen schön formiert
Spreng Ilias 110 a;
eine kochmaschine mit genau schlieszendem deckel ist der nach dem erfinder benannte papinstopf oder papinische, papinianische topf Krünitz 107, 233; Campe 4, 850. die vorstellung vom deckel- und henkeltopf ist im sprichwort geläufig: warlich der topf hat seyne rechte störtze Luther 30 iii 437 Weim.; kleiner topf, kleine stürze Hippel lebensläufe 1, 319; mann findet kein so schönen topff, mann findet als einen schönen deckel schöne weise klugreden (1548) 43 a;
findt seinen deckel jeder topf,
und allen geht's nach ihrem kopf
Shakespares sommernachtstraum 3 act, 2 sc.;
der topff gehet so lange zum wasser, bis er einen henckel verleurt Prätorius glückstopf 274; denn wie mancher topf zween henkel hat, so hat auch jedwede sache zween handgriffe Gottsched anmuthige gelehrsamkeit 1, 54; kleine töpfe haben kleine öhre Wander 4, 1270; es ist ein topf mit zwei ohren 4, 1274. an dem gefäsz werden wand, rand und boden unterschieden: (der töpfer) steckt auch wohl zuweilen die linke hand in den topf und hilft auszerhalb mit der rechten nach, um die seitenwand des topfes gehörig zu erhöhen Jacobsson 4, 417; (er fährt) mit der schiene ... ganz langsam von dem boden hinauf zu dem oberen rand des topfes ebenda; wenn der topf voll ist, sieht man den boden nicht Wander 4, 1272; wenn der topf an den boden gedächte, so liefe er nicht über ebenda. von besonderer form ist der in den stubenofen eingesetzte ofentopf oder die ofenblase zum wasserwärmen; vgl. theil 7, 1163. mit der form des gefäszes wird im erzgeb. gelegentlich die des predigtstuhles verglichen; mit beziehung auf den thönernen kanzeltopf in Strehla fragt man wo predigt der pfarrer aus einem topf? Müller-Fraureuth 1, 229. im obers. heiszt auch nach seiner form der tschako als militärische kopfbedeckung topf ebenda. in der zoologie wird die westind. rollen- oder walzenschnecke (olla voluta), auch die philippinische kahnschnecke topf genannt Campe 4, 850; Krünitz 186, 100.
b)
die beschaffenheit des gefäszes im allgemeinen und des besondern materials, aus dem es hergestellt ist, werden angegeben, meist mit rücksicht auf seine verwendbarkeit: ein weiter topf, ein enger topf Steinbach 2, 823; es sollte ein groszer topf werden, es ist aber nur ein kleines krüglein geworden Wander 4, 1274; ein kleiner topf braucht wenig feuer 4, 1268; es ist ein ungleich streiten, wenn die alten topffe wollen mit den felsen streiten Luther 23, 475 Weim.; gleich wie der ofen bewert die newen töpffe, also bewert die trübsal des menschen sinn Sirach 27, 6; für den alten topf musz man einen neuen kaufen Wander 4, 1269; voller topf, voller kropf Petri der Teutschen weisheit 2, 578; form ohne inhalt ist ein leerer topf, eine scherbe Herder 22, 193. zumahlen ein voller topff auff dem herd herunden stehet und leydet, dass ihm die augen übergehen, ein lährer topff aber, der stehet oben auff der stöll: also wird nit selten ein lährer topff in die höhe zur 'officia' erhoben und ein kopff voller wissenschaft musz herunden bleiben Abraham a. s. Clara Judas der ertzschelm 1, 90; wer ereifert sich denn ... dasz der hohle topf so dumpf klingt, wenn ihn einer an die wand wirft? Hölderlin 2, 92; hohle töpfe haben den lautesten klang Shakespeares Heinrich V. 4 act, 4 sc.; über aus hohlem topfe reden vgl. unter töpfen; du schirben von den tenein töpfen der erden! (testa de samiis terrae!) Wenzelbibel, Jes. 45, 9; einem tönernen topfe gebührt ein hölzerner kochlöffel Wander 4, 1268; was sol dir der irdene topff bey dem ehrnen topff? Sirach 13, 3;
will der irdene topf nicht zerschellen,
so musz er sich nicht zum eisernen gesellen
Wander 4, 1273;
besser stolz an dem irdnen topfe,
als demüthig am goldnen tisch
E. M. Arndt 3, 69;
ein kupferner oder messingener topf Ludwig teutschengl. 1992; ein zinnerner, eiserner topf Adelung 4, 628; (er) hat aus einem alten ehernen topf eine petarde gemacht Tieck 12, 299; der irdne topf will oder soll im magischen licht ein goldner topf scheinen Herder 20, 85; hiernächst wurde ein sonderbares geräusche mit kesseln und döpfen von erz gemacht A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 676;
zween töpfe steigen hier von silber auf
Dusch verm. werke 145.
c)
das gefäsz aus thon wird mit der hand gemacht, gedreht, dann gebrannt und glasiert: der topff, so er aus dem thon machet, misriet im unter den henden, da machet er wiederumb ein andern topff Jerem. 18, 4; der hafner aus dem lemen der erden kan machen ... auch einen schlechten topf Abraham a. s. Clara etwas für alle 1 (1699), 526; die seele wird nicht gemacht, wie ein töpffer einen topff machet J. Böhme 4, 241; machst den topf und kannst nicht drein kochen Musäus volksmärchen 1, 64; nun war der haffner eben in seiner arbeit, dasz er die lätt erde fein künstlich zu den töpffen und krügen drehet Agyrtas grillenvertreiber (1605) 268; so konte er doch an der scherben leichtlich abnehmen, wo der topff gebacken wäre 235; ein paar kleinere irdene töpffe so hart gebrannt, als man nur hatte wünschen mögen Robinson Crusoe 1 (1720), 171; nun wird der topf matt getrocknet ... hernach glasuret und gebrannt Jacobsson 4, 417; glasurte töpfe Göthe 9, 261 Weim. das metallgefäsz wird gegossen: umbs rote hausz geusst man auch eiserne ofenrören, töpff Mathesius Sarepta lxxix a; gegossene töpfe Jacobsson 4, 417.
d)
das gebrechliche thongefäsz wird von seinem erzeuger zerschlagen wenn es miszraten ist, bei der benützung zerspringt es leicht und wird schadhaft: duͦ solt si mit ainem eisenen scepter schlagen: wie hafners töpfe soltuͦ si zerschmeissen Melissus psalmen 2, 9 (wie töpffen soltu sie zerschmeissen Lutherbibel); gott zerschmeisset grosse töpffe Schottel haubtsprache 1142; einen topf auf eines andern kopfe zerschlagen Steinbach 2, 823; wir beide schlügen die welt wie einen alten topf zusammen Raupach dram. werke 7, 82;
durch zu harte proben
werden die töpff zerkloben
schöne weise klugreden (1548) 92ᵇ;
dein guter name lag in diesem topfe,
und vor der welt mit ihm ward er zerstoszen
H. v. Kleist 1, 352;
wer die töpfe macht, kann sie auch zerbrechen Wander 1273; (der töpfer) der in einem von seiner hand zer brochenen topf blos ein ding von thon zerbrechen sieht Klinger neues theater 1, 115; do die eheleut gar von einander abgesündert werden, eines krüge zubricht, das ander töppe Musculus eheteufel e 1 C; ja su gihts! hie zebricht ma töppe, do krüge Gryphius lustspiele 261; der eine fürste brach töpfe, der ander krüge H. v. Schweinichen denkw. 172 Österley; der eine bruder brach töpfe, der andere krüge. verderbliche wirthschaft! Göthe 42 ii 138 Weim.; (Cain) occidit fratrem, da war der topff zubrochen Luther 20, 29 Weim.; wenn der topff zubricht, so wirft man ihn weg, und spart selten die stück Petri der Teutschen weisheit 2, 639; zerbrochene töpfe findet man aller orten Schellhorn sprichwörter 75; mein armer kopf ist gegen Kants ein zerbrochener topf — thon gegen eisen Hamann 6, 365; wenn der topf einmal geborsten ist, wird er nicht wieder ganz Wander 4, 1272; gesprungene töpfe dauern am längsten 4, 1269;
ein topf und deine jungferschaft
gehn beyde leicht entzwey
Stoppe Parnasz 263;
'will hie auch wie ein kriegsman sterben'.
da gieng der topff zu kleinen scherben
Burkard Waldis Esopus 2, 27 Kurz;
man sichts an scherben aller gwist,
was für ein topff es gwesen ist
Eyering prov. copia 3, 205;
so sehr dir auch der topf gefällt,
was nutzen dir zuletzt die scherben?
Göthe, 124 Weim.
ein ritziger topf Kramer teutsch-ital. 2, 1100; wie ein spaltiger topf Voss Luise 1, 519; einem löcherigen topfe soll man kein wasser, einem schwätzer keine heimlichkeit anvertrauen Wander 4, 1268; ein topf der ausläuft Stieler stammb. 2295; des narren herz ist wie ein topff, der da rinnet, und kan keine lere halten Sirach 21, 17; vgl. Hans Sachs 19, 86 Keller-Götze. der zürnende, der heftig auftritt wird mit donner und hagel verglichen, die ins thongeschirr fahren: a kom on, wie der dunner ei de töppe Robinson sprüchwörter 23;
allein ich kam auch an, wie hagel in die töpfe
Günther 528.
ein beliebtes spiel ist das schlagen nach einem umgekehrt aufgestellten thongefäsz, das von dem spielenden, dem die augen verbunden werden und der mit einem stock bewaffnet ist, in drei schlägen getroffen und zertrümmert werden soll. das spiel ist weit verbreitet (vgl. Rochholz alem. kinderspiele 446) und heiszt im md. osten topfschlagen Krünitz encycl. 186, 159; ostthür. dubschlâchens Hertel 245. schon bei Luther: wie man der blinden kue spielet odder nach den töpffen schlegt 23, 645 Weim.; wie sie blinde kuh gespielt, nach dem topfe geschlagen, geangelt und gesungen hätten Göthe IV 1, 192 Weim.; er liesz mit verbundenen augen nach dem topfe schlagen Immermann 18, 132. nach dem hahn, der manchmal als gewinnst für einen treffer unter dem gefäsz in einer erdgrube verborgen ist, heiszt das spiel auch hahnenschlag theil 4 ii 169;
ich geh, ihn (den hahn) samt dem topfe zu holen,
wie auch zum schlagen den bunten stab
Kotzebue der hahnenschlag 13 scene.
2)
das gefäsz wird in der küche und auf der tafel als kochtopf und esstopf, speistopf verwendet.
a)
der topf wird vielfach unter anderem tafel- und küchengeschirr genannt (vgl. töpfen):
ez wirfet ûf und ze tal
die schüzzeln und die töpfe gar
H. v. Freiberg schrätel und wasserbär 111 Bernt.;
sie lieszen fliegen her und dar
die schüsseln, teller und die köpff,
pfannen und heffen und auch döpff
J. Wickram 8, 145 Bolte;
warffen die eymer, häfen, döpff
einander weidlich umb die köpff
Fischart Eulenspiegel 33 Hauffen;
zum kessel sprach der neue topf:
'was hast du einen schwarzen bauch!'
'das ist bei uns nun küchenbrauch ...'
Göthe 6, 233 Weim.;
er wirfft töpffe und tiegel durcheinander Schmidt rockenphilos. 2, 244; ich habe vor zwanzig jahren hier im schlosse den bratspiesz gedreht, und bin, so zu sagen, zwischen topf und schüssel aufgewachsen Bauernfeld 5, 56; wie der topf, so die pfanne Wander 4, 1273; ae topp un ä löffel sein ebenda. sie besaszen weder topf noch herd Ramler einl. in die schönen wissenschaften 1, 347; die hausfrau ... hielt dabei den topf auf dem heerde im auge Mommsen röm. gesch. 3, 594. nach dem gebrauch werden die gefäsze gereinigt und auf ein regal gestürzt: (dasz der küchenknabe) die doepff, diggell, pfannen und zienen schüsseln reiniglich und schone reyb und wesche küchenmeister befehle nach Michelsen, Mainzer hof zu Erfurt 35; serva, quae die topff wescht Luther 34 ii 313 Weim.; ists aber ein ehern topff, so sol man in scheuern und mit wasser spülen 3 Mos. 6, 28; jeder hat seinen eigenen topf zu scheuern Wander 4, 1269; (ein) küchenregal, worauf die töpffe gestürtzet werden Amarantes frauenz.-lex. 2030; sie haben ihre töpfe umgestürzt 'sie haben nichts zu kochen' Wander 4, 1274.
b)
das gefäsz wird ans feuer und sein inhalt zum kochen gebracht: setze zu einen grosen topf und koche! Wenzelbibel 2 kön. 4, 38 (setz zu ein gros töpffen, und koch! Lutherbibel);
hier ist caffee! den topf zum feuer!
Stoppe Parnasz 35;
als eines morgens nun die mutter
den topf zum feuer setzen will,
gebrachs an holz
Wieland 12, 60 Hempel;
sie setzt den topf wol ans feuer, bringt ihn aber nicht zum kochen Wander 4, 1274; lege auch den topff lehr auff die glut Hesek. 24, 11; ein topf, welchen die mägde zu tief in die gluthen geschoben Immermann 3, 18; viel töpfe beim feuer, aber wenig darin Wander 4, 1271; sechs oder sieben eiserne töpfe umstanden mit ihrem siedenden und brodelnden inhalt diese gluthen Immermann 3, 9; den topf bey dem fewr verteidigen B. Krüger spiel von den bäurischen richtern 5; wenne als der brynnenden dornen pfeifen under dem topfe, also ist das gelechter des torechten Wenzelbibel, prediger 7, 7 (denn das lachen des narren ist das krachen der dornen unter den töpffen Lutherbibel); wer alle töpfe kochen will, dem brennen welche an Wander 4, 1273; wir kannten schon jeden topf, der auf unserm herde kochen sollte Storm 1, 215; kleine töpfe kochen leicht über Wander 4, 1270; der topf läuft über 'die sache geht schief' 4, 1274; siden macht er sam einen topf den grunt des meres Wenzelbibel, Hiob 4, 22 (das das tieffe meer seudet wie ein töpffen Lutherbibel); einen entzunten topf (ollam succensam) sehe ich Wenzelbibel, Jerem. 1, 13 (ich sehe ein heisz siedend töpffen Lutherbibel); im siedenden topffe Prätorius winterflucht der sommervögel 384; jeder weisz von seinem eigenen topfe, wie des nachbars töpfe sieden Wander 4, 1269; wenn ich nicht ein kleiner topf wäre, der bald siedet kunst über alle künste 130; (sie) aufscheumen yhre eygene schande wie eyn topff voll hytze Luther 14, 83 Weim.; wie ein topff am feuer ... gescheumet wird Butschky Pathmos 143; den topf schäumen 'far la cucina, far il guattaro, galuppo ò il venturiere di cucina' Kramer teutsch-ital. 2, 1100;
doch von allen meinen reimen
sah ich keine töpfe schäumen
Morhof unterricht 2, 344;
wenn nun am abend das feuer prasselte, die töpfe dampften G. Keller 1, 63; dort brodelten die töpfe für die darbenden G. Freytag 8, 191; wenn der topf brodelt, brodelt auch die freundschaft (fervet olla, fervet amicitia) Wander 4, 1272.
c)
in dem gefäsz wird die speise zubereitet: und kochte das in einem topfe Wenzelbibel 4 Mos. 11, 8 (und kochets in töpffen Lutherbibel); soll die speisz in irrdin häfen oder döpffen gekocht werden Ryff spiegel und regiment der gesundheit 756; (der sitte) herrschaft beginnt von dem sessel, worauf er (der mensch) sitzt, von dem topf, worin er kocht Arndt schriften für und an seine lieben Deutschen 2, 153; koche nicht in einem topfe, worin ein anderer schon gekocht hat 'heirate keine witwe' Wander 4, 1270; es ist noch nicht in dem topfe, worin es kochen soll 4, 1274; (er) stand eben über einem kleinen kochherd gebückt und rührte in einem topfe G. Keller 3, 65;
sie rührt mit raschem querl für mich im topfe
Rückert 1, 315;
was man zuerst in einen topf getan, das hängt ihm an Wander 4, 1271; was man in unsaubere töpfe gieszt, säuert bald ebenda. vielfach bildlich angewendet wird die vorstellung dasz man verschiedenes in eínem topfe kocht, in eínen topf wirft: wy her czwene kole in einem toppfe gekocht hette K. Stolle thüring. chronik 4; er will in einem topfe zwei brei kochen Wander 4, 1270; man musz nicht alles in einem topfe kochen 4, 1270; dasz man den rechten gebrauch mit dem miszbrauch in einem topffe kochen will Weise drei hauptverderber 85; als in einem topfe, wie man sagt, alle sprachen gekocht worden Schottel haubtsprache 141; wann man die beyde geblüt, österreichisches vnd beyerisches, in einem topff zusammen sieden wolte, eines würde das ander machen herausz springen Zinkgref apophthegmata (1628) 1, 83;
ich werffe kind und grauen kopf,
arm und reich hier in einen topf
poesie der Niedersachsen 6, 392 Weichmann;
dialektisch und sophistisch wird in einen topf zusammengeworten Schleiermacher I 5, 542; deine tugend wird mit meinen sünden in einen topf geworfen G. Freytag 2, 240; es ist ein völliges verkennen des bonapartismus, wenn sie denselben mit jenen dingen in einen topf werfen Bismarck ged. u. er. 1, 210; nachdem die herren theorienschmiede alle bemerkungen in der dichtkunst, der mahlerei und sculptur in einem topf gerüttelt hatten, so wäre es zeit, dasz man sie wieder herausholte Göthe 37, 195 Weim.
d)
das gefäsz mit zubereiteter speise kommt auf die tafel, sein inhalt wird genossen: er brachte in einem topfe speisen, die wir ... aszen Stifter 5 i 187; das weib aber stellte indess den topf zurecht, den sie mitgebracht, und sagte: vater, jetzt komm und isz! L. Aurbacher ein volksbüchlein 91; bildlich: zu mittag, als alles bei tisch und topf beschäftigt ... war Göthe 33, 307 Weim.:
setzen sich bey die töpff und tonnen,
fressen und sauffen bier und wein
Rollenhagen froschmeuseler Ss ⅤⅠⅠ b;
ihr geitzhäls' ihr, mit vollen kröpffen,
wann gottes hand euch guts beschärt,
wie, dasz ihr es allein verzährt,
und sitzt bey euren faisten töpffen
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 36;
quecksilber hat der narr im kopf,
der nicht mit lust bei deinem topf,
korsarenvater, bleibet!
Voss ged. 4, 53;
und sieh! wir waren drei,
und vier und fünf und sechse,
sie saszen um den topf
Göthe 3, 41 Weim.
hier aus unscheinbaren töpfen
ist das köstlichste zu schöpfen
Rückert 2, 132;
bis du guckst, buckst, schmuckst, druckst in kopff,
ist mir schon ausgelehrt der topff
Harssdörfer frauenzimmergespr. 2, 25;
so voll auch topf und teller ist,
ich leere sie
Blumauer ged. 35;
was der topf bescheert, würzt hunger zu götterkost Wieland Amadis 13, 26; wir ... speisten geruhig den einfachen topf in verschiedenen absätzen und trachten Göthe 33, 128 Weim. bildlich: wenn allen aus eínem topfe angerichtet wird, so tut der unwitzig, der einen besonderen pfeffer begehrt Wander 4, 1271; sie haben aus eínem topfe gegessen 4, 1274.
e)
speisen aller art werden in dem gefäsz zubereitet und auf die tafel gebracht: die stadt aber sol nicht euer topff sein, noch ir das fleisch drinnen Hesek. 11, 11; ich will, dasz jeder sein huhn im topfe habe Immermann 16, 525; und haben greuelsuppen in ihren töpffen Jesaias 65, 4;
an suppe fehlt' es nie in meiner mutter topf,
und nie dem topf an holz
Wieland 12, 71 Hempel;
der hausfrau soll es nicht an kohl noch an rüben, oder sonst einem gemüse im topf ermangeln Göthe 24, 97 Weim.; und für bas mer was nichtes nicht pitterkeit in dem topfe Wenzelbibel 2 kön. 4, 41 (da war nichts böses in dem töpffen Lutherbibel); do schriren sie: der tod ist in dem topfe, man gotis, und mochten sein nicht gessen Wenzelbibel 2 kön. 4, 40 (schrien sie, und sprachen, o man gottes der tod im töpffen, denn sie kundtens nicht essen Lutherbibel);
da noch die pracht den neid bey uns nicht eingeführt
und kein beschmutzter koch den tod in töpfen rührt
poesie der Niedersachsen 1, 129 Weichmann;
denn dieses ist ein schlechtes glücke,
wenn man den tod in töpffen speist
Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 2, 89;
bildlich: wenn man aus den vielen deutschen orkanen im topf in die grosze weite weltbewegung ... hinausblickt Arndt an seine lieben Deutschen 3, 198.
3)
das gefäsz wird als behältnis zur aufbewahrung von nahrungsmitteln verwendet.
a)
für den inhalt des gefäszes interessieren sich der hungrige und der neugierige: gehst wie die hungrige katze ... um den lang gewünschten topf herum H. L. Wagner theaterstücke 35; so wollen wir selbst zu den töpfen gehen und was herausfischen schaubühne 5, 350 Gottsched; laszt mich noch ein wenig zu den töpfen schauen Bauernfeld 1, 187; was geht's blos die an, was wir essen? die sollen doch in ihre teppe gucken G. Hauptmann biberpelz 28; es belästigt jedermann, wenn man ihm in den topf guckt Polenz Grabenhäger 2, 135; sie nennen mich einen scharfen herrn, der in jeden topf guckt G. Freytag 10, 150;
er kann nicht jeden topff beriechen ...
das ist der weiber proprium
Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 471.
b)
das gefäsz wird seinem inhalte nach unterschieden als fleisch-, suppen-, mus-, breitopf, reis-, erbsen-, zucker-, kondittopf, wasser-, essig-, milch-, molkentopf usw.; der inhalt wird angegeben: als wir saszen auf den töpfen vleisches Wenzelbibel 2 Mos. 16, 3 (bey den fleischtöpfen Lutherbibel); dieser tag (der chytren) ist von töpfen gekochten gemüses benannt E. Gerhard akad. abh. 2, 152; wie rühmlich ... Curius bey seinem topffe rüben das überschickte gold verschmähet Lohenstein Arminius 2, 1096, als gegenpräsent für den topf erbsen Grabbe 1, 430; einen topf heiszen wassers Holtei erz. schriften 4, 93; einen topf milch auszunaschen E. Th. A. Hoffmann 10, 33; Perette trug auf ihrem kopfe einen topf mit milch Ramler einl. in die schön. wissenschaften 1, 293; der hr. graf ... brachte ... einen grossen topf voll sauer-kraut da heraus geschlept Reuter Schelmuffsky 50 neudr.; einen groszen topf voll syrup Langbein 31, 116; diesen topff voll honig hieng er neben sein bett Schupp schriften 246;
einen topf mit rahmen voll
man vor den katzen hüten soll
volksbücher 1, 7 Simrock;
sechs grosze töpfe, welche Gritli noch mit eingemachten früchten gefüllt G. Keller 5, 139; zwei eiserne töpfe stets mit kochendem wasser gefüllt Ritter erdkunde 3, 252. bildlich: endlich sagte er: groszer vorsteher aller verständigen! du topf der weisheit! du arsenal der künsten Lindenborn Diogenes 2, 149; vernäht mich mit pechdraht, wenn dieser junge nicht euern ganzen topf voll weisheit zum frühstück auslöffelt! Raabe hungerpastor 145. das gefäsz ist auch als masz für trinkbare flüssigkeiten verwendet worden: mässiger, zwey-, dreymässiger topf 'pentola, dove cape un, due, tre boccali' Kramer teutschital. 2, 1100. im schles. besonders als weinmasz: 1 topf = 4 quart, 20 topf = 1 eimer Steinbach 2, 823; Frisch 2, 377; Adelung 4, 628; Campe 4, 850. in Westpreuszen 24 töpfe = 1 fass, 72 töpfe = 1 tonne; vgl. quellen und forschungen zur gesch. Westpreuszens 2, 56. 141⁄2 m. und 9 sch. vor zwene zober und 14 toppe walisch wyn Marienburger tresslerbuch 389 Joachim; ist dabei ein starker trunk gefallen, da mir denn diesen abend 3 eimer und 4 töpfe wein sind ausgetrunken worden und hat mich dieser abend über 30 thlr gestanden H. v. Schweinichen denkw. 439 Österley. im obers. und thür. wird das gefäsz als biermasz gebraucht Frisch 2, 377; mit dem wort wird dann auch der krug oder das glas von einem halben masz, 'seidel' bezeichnet, aus denen man trinkt: en topp bier; mer ham den topp voll beern Müller-Fraureuth 1, 229. durch die studentensprache ist diese verwendung des wortes auch weiter verbreitet worden; z. b. auch in Basel gilt topf als burschikoser ausdruck für ein 'glas bier' Seiler 91; vgl. töpfchen. im schles. hat man das masz auch zur bestimmung des fassungsvermögens von gefäszen gebraucht. in einem Breslauer inventar von 1448 wird verzeichnet: item eyn pewdirlin kanne von eyme halben toppe anz. für die kunde der deutschen vorzeit 18, 46. auf diesem gebrauch beruht auch die verwendung des wortes in den altschles. zusammengesetzten gefäsznamen topfflasche und topfkanne (s. d.).
4)
das gefäsz findet auch sonst mannigfache verwendung zur zubereitung und aufbewahrung von dingen.
a)
in dem gefäsz werden z. b. auch chemikalien, arzneien und zaubermittel zubereitet und aufbewahrt: hätte der chemiker so widersprechende elemente in einen topf gegossen, so wäre das wildeste aufbrausen, wirken und gegenwirken entstanden Göthe IV 23, 215 Weim.; leer steht ihm daheim der topf, er destilliert keine kräuter mehr und versteht nur wenig noch von arzneien J. Grimm Reinhart fuchs lxxx.
kröte du, die nacht und tag
unterm kalten steine lag,
monatlanges gift sog ein,
in den topf zuerst hinein
Schiller 13, 300.
da funden sich gefäsz, so man sonst töpffe nennt,
die rauchen stets, und drinn ein heimlich fewer brennt
D. v. d. Werder rasender Roland 4. ges. str. 38;
dies hervorzaubern des nebels aus seen und bächen oder aus grübchen und töpfen geht auf die naturanschauung zurück von nebel- und wetterbildung aus gewässern Laistner nebelsagen 348;
die planeten hond practiciert,
das wetter in den topff gerürt
welschgattung 155 Waga.
volksthümlich ist die vorstellung, dasz man in dem gefäsz die seele festhalten kann: einer besann sich einer wunderbaren localsage von seelen die einer in töpfen hielt und zudeckte J. Grimm an Wilhelm 390 briefwechsel; der mann befreite nun die seele aus dem topfe Laistner nebelsagen 123; töpfe umstürzen nach eingetretenem todesfall um die seele darin zurückzuhalten Wuttke volksaberglaube § 725; töpp imwen'n galt früher im Erzgeb. als ein mittel, das die frau anwendete, um den förster zurückzuhalten, wenn der mann in den wald gieng holz zu stehlen Müller-Fraureuth 1, 229. das gefäsz wird ferner verwendet z. b. als kammer-, nachttopf; bruntz-, seich-, pisstopf (Kramer teutsch. ital. 2, 1100); scheisz-, kacktopf (Stieler stammb. 2295); dann als waschtopf, aufwaschtopf (Stieler); spültopf (Kramer); ziehtopf, in dem die wäsche eingeweicht wird, damit der schmutz herausgezogen wird (Krünitz 186, 100); schöpftopf (Steinbach 2, 823); giesztopf (Ludwig 1992) u. s. w.
b)
das gefäsz wird nach dem darin aufbewahrten inhalt unterschieden z. b. als aschentopf, in dem die asche vom herd oder vom ofen gesammelt wird; auch als leichaschentopf (urna funebris Stieler), leichentopf (Kramer), todtentopf (Steinbach); als kohlen-, laugen-, leimtopf; als schminktopf: auf jedem topfe steht, dasz die schminke unschädlich sei, und doch ist es dann nicht wahr Tieck 7, 197; als farbentopf: die verzierungen der wände sind wie aus einem geiste entsprungen und aus demselben topfe gemahlt Göthe 49, 169 Weim.; aus einem topfe zwei wände streichen (duo parietes de eadem fidelia dealbare) Wander 4, 1274; als geldtopf, spartopf: höchstens griff er ,.. in den topf und wühlte ein wenig in den münzen Holtei erz. schr. 19, 62; (er fand) einen groszen topf mit alten thalern Grimm sagen 1, 71; mit dem wort kann auch das gefäsz bezeichnet werden, in dem beim spielen das eingesetzte geld liegt: in den topf spielen 'pecunia collecta ludere' Steinbach 2, 823; der topf ist dann auch der einsatz selbst, die 'collectio pecuniae' ebenda. das gefäsz begegnet ferner als loostopf und glückstopf: (es ist) zu Cölln geschehen. dasz ein solcher töpfler seine schöne tochter in das spiel gesetzet, der hoffnung, so vielmehr zu ge winnen, wie dann auch geschehen. es ist auch solche letzlich von einem obersten, der viel tausend thaler deszwegen in den topf geworffen, diesen zettel zu finden, herauszgehoben worden Harsdörfer schaupl. lust und lehrreicher gesch. 2, 362; es waren zwei töpfe, in den einen wurden die namen derer geworfen, welche einen zettel gelöst, in den andern gewinne und nieten, ein sechzehnjähriger knabe zog, zwischen die töpfe gestellt, aus beiden zugleich G. Freytag 19, 343; als das gefäsz, in dem gesammelte stimmzettel, auch die zettel der wahrsagerin aufbewahrt sind: dieser ostrazismus von stimmen aus dem vaterlande, die ein einziger ... einsammelt und in seinem geheimen topf durcheinander schüttelt Lenz verth. des herrn Wieland 17;
kurz nur davon! denn es naht mein trauergeschick, das mir knaben
einst nach geschütteltem topf die sabellische graue geweissagt
Voss Horaz, satyren 1, 9, 30.
besonders gebräuchlich in der schrift- und umgangssprache ist die verwendung des wortes auch zur bezeichnung des gefäszes für pflanzengewächse (vgl. blumentopf bei Weise erznarren 34 neudr., dann bei Stieler, Steinbach, Adelung, Campe): die piniolen müssen ... in einen topf gesteckt ... werden Göthe IV 8, 192 Weim.; unsere hyazinthenzwiebeln habe ich in töpfe gesetzt Moltke ges. schr. 6, 156; die vielen pflanzen, die ich sonst nur in kübeln und töpfen ... zu sehen gewohnt war, stehen hier froh und frisch unter freiem himmel Göthe 31, 147 Weim.; blumen, wenn sie noch im garten oder im topfe wachsen Heine 3, 69; die pflanze soll vollkommner in ihren töpfen gedeihen Sturz 2, 346; (geraniumpflanzen), die nicht im topf gezogen, sondern nur eingesetzt waren Fontane I 5, 124; (wir) bauten vor dem fenster ein breites gerüste, um auf demselben durch gröszere töpfe möglichst einen garten einzurichten G. Keller 2, 63; einen topf mit einem basilikumstrauch B. v. Arnim frühlingskranz 41; töpfe mit levkojenpflänzchen Stifter 1, 46.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 814, Z. 63.

topf2, topfe2

²topf(e),
als ausdruck für die dem gebrauch der substantivbildung zu grunde liegenden begriffe 'einsenkung, berührung, punkt' vgl. unter ¹topf I.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 836, Z. 1.

topf3, topfe3

³topf(e),
in übertragenem gebrauch zur bezeichnung zahlreicher, ganz bestimmter, concreter gegenstände vgl. unter ¹topf II.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 836, Z. 4.

topf4, m.

⁴topf, m.
'kreisel' ist ein in den westlichen maa. des niederd. und hochd. sprachgebietes gebräuchlicher ausdruck, der auch in der höheren literatursprache des mittelalters verwendung gefunden hat. die herkunft der bezeichnung ist von der gelehrten wortforschung des 18. und 19. jhs. vielfach unrichtig beurteilt worden; vgl. ¹topf sp. 815 und topfen sp. 844. vor der verbreitung des ostmd. gebrauches der substantivbildung gerade zur gefäszbezeichnung auch im westen durch die nhd. schriftsprache ist der name des kreisels gewisz ganz allgemein als der kegelförmige 'zapfen' verstanden worden, der auch sonst mitunter dopp, topf genannt wird; vgl. ¹topf II 1 sp. 819. dasz die bezeichnung des kreisels theilweise heute noch als eine benennung mit dem wort empfunden wird, das eigentlich die 'berührung' ausdrückt, geht hervor aus dem erscheinen neben der form topf auch der lautung tupf in der bedeutung 'kreisel' auf elsäsz. boden nach Martin-Lienhart 2, 703. aber diese auffassung des namens beruht doch erst auf der umdeutung eines lehnwortes aus dem franz. als ursprüngliche namengebung ist die bezeichnung des frei sich drehenden spitzkeiles mit dem worte, das sonst den sich einsenkenden zapfen bezeichnet, schon an sich wenig wahrscheinlich, und nichthochd. formen mit hartem dentalanlaut weisen auf den zugrunde liegenden gebrauch eines stammverschiedenen wortes zur benennung des kreisels: im niederl. erscheint neben dop auch top v. Dale groot woordenb. 1786, auch im spätags. und mittelengl. gilt top Skeat 654. besonders aber sind im franz. bildungen mit hartem anlaut weit verbreitet. allgemein verwendet werden franz. toupie 'kreisel' und toupiller 'sich drehen wie ein kreisel' Hatzfeld-Darmesteter 2167, und in entsprechender bedeutung begegnen bereits altfr. topet und topier Godefroy 7, 746. auf franz. boden hat sich die bezeichnung entwickelt aus dem gebrauch von altniederfr. topp 'spitze' zur benennung auch des zugespitzten kleinen holzkeiles, der als kreisel verwendet wird. aus dem franz., wo die abgeleiteten bildungen noch heute schriftsprachliche geltung haben, ist auch das gleichbedeutende grundwort einerseits ins engl. und anderseits ins niederl. gedrungen. im mittel- und rheinfr., wohin der ausdruck nach abschlusz der hochd. verschiebung zur affricata des harten dentalanlautes gelangte, muszte dieser durch den entsprechenden weichen ersetzt werden, und der name ist dann hier mit dem worte zusammengefallen, das auch den sich einsenkenden zapfen bezeichnet; dasz der gebrauch von dop als 'kreisel' auch im westmd. auf einer entlehnung aus dem franz. beruht, ist schon von den sammlern des moselfr. wortschatzes hervorgehoben worden: Follmann lothr. 96; luxemb. wb. 54; siebenb. sächs. wb. 2, 59. s. ferner Weitz Aachen 35; Schmitz Eifel 1, 223; Vilmar kurhess. 72; Kehrein nassau. 114. im mittelfr. wird auch das deminutiv depchen oft gebraucht, im rheinfr. die adjectivableitung doppich 'im kreise' Autenrieth pfälz. 33; auch substantiviert erscheint hier der doppich als 'der kreisel', ebenso im oberhess. Crecelius 1, 282 und im nassau. Kehrein. aus dem mittel- und rheinfr. ist dop 'kreisel' in das angrenzende niederl. und westfäl. gedrungen: woordenb. der nederl. taal 3 ii 3137; Woeste 54; Strodtmann 336. noch vor dem abschluss der pf-verschiebung gelangte der ausdruck auch in die benachbarten hochd. maa.: dopf gilt auch noch im westthür. Regel 174; Hertel 245; topf im elsäsz. und schwäb. Martin-Lienhart 2, 703; Fischer 2, 265; unweit von der alem. sprachgrenze auch im bair. Schmeller 1², 614; auf schweiz. boden noch im Aargau Hunziker 55. in den ostniederd. und ostmd. maa., dann auf dem hauptgebiete des bair.-österr. und auch, wie von Staub-Tobler 1, 45 betont wird, des schweiz. fand die von haus aus nordfranz. bezeichnung keine aufnahme mehr.in schriftlicher überlieferung erscheint, schon von hss. des 10. und 11. jhs. festgehalten, als gl. zu Vergils 'turbo' (Äneis 7, 378) dop, doch (entstellt aus doph) und topf 2, 711, 4; 726, 75; 660, 2 Steinmeyer-Sievers; auch in den Salomonsgll. begegnet 'turbo' toph, in bair. österr. hss. mitunter entstellt in topho und stof 4, 105, 31 ff.; in Heinrichs summar wird 'trochus' topf verzeichnet 3, 170, 1 f.; 211, 66. die beiden übersetzungen finden sich auch in spätmittelalterl. vocabularen: gloss. 602 a; 598 c; nov. gloss. 372 a Diefenbach; dann in den frühnhd. wbb. von fränk. verfassern wie Alberus (1540) 95; (1591) 474; Garth (1657) 823; Pomey (1720) 576; von alem. wie Dasypodius (1537) E E 6ᵇ Maaler (1561) 91; Golius (1585) 288; Frischlin (1591) 474; Calepinus undec. (1598) 1495; Schönsleder (1647) L 6; Dentzler (1716) 827; Weismann (1725) 2, 410. im mittelalter ist das wort vielfach literarisch verwendet worden, auch in denkmälern höfischer kunst, z. b. von Wolfram, Konrad v. Würzburg, Ulrich v. Türheim, Enenkel, Heinrich v. Neustadt; vgl. mhd. wb. 3, 48; Lexer 2, 1462 f.; Verwijs-Verdam 2, 305. es ist dann noch in den dichtungen des 16. jhs. nicht selten z. b. von Hans Sachs, Spreng, Fischart. aber die bezeichnung, die nicht dem seit dem ausgang des mittelalters maszgebenden ostmd. wortschatz angehört, ist auch in die nhd. schrift- und umgangssprache nicht aufgenommen worden; sie wird in den wbb. des 18. und 19. jhs., die sich nach der obersächs. norm richten, ausdrücklich als mundartlich, fränk. und oberd. gekennzeichnet, so von Steinbach 2, 823; Frisch 2, 377; Adelung 4, 629; Campe 4, 850. nur in denkmälern von stark mundartlicher färbung wird der ausdruck noch gelegentlich literarisch gebraucht: so fabeliert z. b. H. Lindenborn von der allegorischen verwandlung eines ratsherrn in einen topf 'kreisel' in seinem 'Diogenes' (Cöln 1742) 2, 393; Mörike im Stuttgarter Hutzelmännlein berichtet: bei uns im Schwabenland heiszt so ein topf aus holz gemeinhin eine habergeis erz. 131. — mundartliche und schriftsprachliche synonyme für den 'kreisel' siehe bei Kretschmer wortgeogr. 27; J. v. Zingerle das deutsche kinderspiel im ma. 28; Rochholz alem. kinderlied u. kinderspiel 419 f.
1)
das wort bezeichnet das spielgerät, dessen einfachste form ein kleines zugespitztes, geschnitztes oder gedrehtes holzstück ist. darnach heiszt in der älteren naturbeschreibung auch die 'meermuschel' in form eines gedrehten zapfens entsprechend ihren lat. namen 'turbo, trochus' von irer gestalt, so sich vergleicht dem instrument, mit welchem die knaben spielen ... ein meerdopff, ein dopffechter strauchschneck; ... solchen döpffen werden auch hinzu gesetzt etliche andere gestalten der straubschnecklin Gesner Forer fischbuch 142 -143. auch die menschliche figur wird mitunter mit der zapfengestalt des kreisels verglichen: gedreⁱt eweⁱ en dopp heiszt 'schöngewachsen' luxemb. wb.; doch auch ein dickes, rundes frauenzimmer ist ein dopp siebenb.-sächs. wb.; im elsäsz. ist eine 'starke person' ein topf, eine kleine person auch ein tupf Martin-Lienhart. oft wird mit dem wort gerade die gröszere form des hohlkreisels bezeichnet, z. b. im westfäl. Woeste. er heiszt nach dem geräusch, das er verursacht, auch
bröldopp
Weitz Aachen;
brummdobbch
Crecelius oberhess.
ebenso gilt aber auch die bezeichnung von der kleineren form, die aus einer kleinen kugel oder einem knopf mit durchgestecktem hölzchen als fusz besteht. ein kreisel solcher art wird schon in einer handschrift des 10. jhs. von einem commentator der angeführten Vergilgl. beschrieben als 'in modum factus globi rotundus'; er ist besonders als stubenspielzeug im winter beliebt, z. b. in Schwaben, wie Fischer hervorhebt, und heiszt nach dem durchgesteckten hölzchen niederd. auch pinndop Strodtmann, mittel- und rheinfr. dildap, dillendap luxemb. wb.; dilldopp Vilmar; dilldoppich Crecelius.
2)
das wort bezeichnet das spielgerät im allgemeinen. man sagt mit dem topff spielen Alberus; Golius; Comenius; Duez; auch dopff spilen Schönsleder. mittelalterliche spruchweisheit empfiehlt an stelle des verhängnisvollen würfelns das harmlose spiel mit dem kreisel:
nim einen topf vür würfelspil,
wurfzabel soltu vliehen
Cato 96 Zarncke.
der gröszere zapfenförmige kreisel wird im freien bewegt, oft gerad auf dem eise und heiszt dann auch z. b. im westfäl. îsdop Woeste Kuhns zs. 9, 71; im elsäsz. istopf u. -tupf Martin - Lienhart. er wird mit der peitsche herumgetrieben und heiszt daher auch driifdop Weitz Aachen.
sô daz sich ûf dem îse ein topf mit geiselslac versûmet hæte
jüng. Titurel 1642 Hahn;
ez gewan nie topfe
von geiseln solhen umbeswanc
als sî mich âne mînen danc
mit slegen umb und umbe treip
böse frau 692 Schröder;
hie helt diu geisel, dort der topf,
lâtz kint in umbe trîben
Wolfram Parzifal 150, 16;
wann sie den topff lang hin und wider
umbtreiben auff dem boden nider
Spreng Ilias 140 a;
ein topff, wie die buben (herum)treiben Weismann lex. bipart. 1, 624 u. 628; den topf hauen luxemb. wb.; ich bin so wol geplagt als ein kreusel oder topff, den ein knab herumb peitscht Corvinus fons lat. 925; den topf laufen machen Follmann; Martin-Lienhart; den topff umbdrehen Pomey 576; nehmt den topf zur hand, und dreht ihn vor der thür des saals im oehrn Mörike erz. 129. der kleine kreisel wird mit der hand gedreht und ausgeworfen und heiszt daher im elsäsz. auch werftopf, schmisstopf Martin-Lienhart. man sagt den topff werfen nov. gloss. 372ᵇ Diefenbach; der dopp awerpe Weitz Aachen.
3)
mit dem sich drehenden kreisel wird z. b. der tanzende mensch verglichen, dann der taumelnde, der einen schlag auf den kopf bekommen hat, auch der schwindelnde kopf des betrunkenen: da man einander im welschen tantz an schamigen orten fasset und wie ein getriebener topff herummer haspelt und wirbelt Prätorius katzenveite K 8 a;
er sluoc in vaste ûf den kopf,
daz von geiseln nie kein topf
alsô vaste umbe gelief
Ulr. v. Türheim Willehalm 113 b Lexer;
ich wil dich schlagen umb den kopf,
das du umblaufest als ein topf
fastnachtspiele 194, 18 Keller
sî sluoc ze zwein hundert drumen
daz dehsschît über mînen kopf,
daz ich gie umbe als ein topf
böse frau 318 Schröder;
daz er sich drâte als ein topf
Heinr. v. Neustadt Apollonius 19 485 Singer;
daz er begunde zwirben
al umbe und umbe sam ein topf
Konr. v. Würzburg Otte 149 Lambel;
daz er ûf dem anger vor mir sweibelt als ein topf
minnes. 3, 240ᵇ Hagen;
das sie umbwirbelt wie ein topff
Spreng Ilias 270 a;
dasz er umbdaumelt wie ein topff
Hans Sachs 17, 521 Keller-Götze;
wann ringe wein trinck ich nicht gern,
sonder die starckn dasz mir der kopff
darvon umbtrendel wie ein topff
15, 74;
ti koͤbff so schwintaln wie ti töbff
Fischart geschichtsklitterung 51 neudr.
4)
auch sonst wird mit der bewegung des kreisels die menschliche regsamkeit verglichen; man sagt im lothring. lâfen eweï en dopp; er geat weï'n däppchen 'er arbeitet flott'; e mädchen weï en dopp 'ist ein flinkes, geschicktes mädchen' Follmann; den dapp gêt em heiszt mit beziehung auf den vor aufregung schwindelnden kopf 'er ist in angst' luxemb. wb.; en âlen dopp ist 'ein flinker, tüchtiger bursche' ebenda. im thür. ist dopf die 'gewandte durchtriebene person', eine 'schelmische hexe', döpfchen ein 'loses mädchen' Regel, Hertel. doch auch von einem ungeschickten menschen, der wie der kreisel überall anrennt, sagt man im hess. er dormelte herum wie ein dilldop, und 'der täppische, linkische mensch' selbst heiszt hier dilldopp Vilmar.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 836, Z. 7.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
todängstlich torfkuh
Zitationshilfe
„topf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/topf>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)