Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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doppelspiel, n.

doppelspiel, n.
lusus aleae Henisch 730. mhd. toppelspil (Eraclius 2463. Parz. 289, 24. Wolfr. Wilh. 427, 26). s. doppeln.
weiber, zern, dopfelspil
machen tummer leut vil Proverbia eloquentis Freydangs
(o. j. u. o., vor 1500) 2ᵃ.
mit doppelspil und schönen frawen
H. Sachs 3. 1, 263ᵃ.
ich treib stett groszes doppelspil
4. 3, 63ᵃ.
auch findt man vil so sich erneren
allein aus falschem doppelspil
Wickram Bilger 2, 54.
niemand sol doppelspiel verhegen, so gering es immer sei oder wolle, bei der strafe zehn guter mark Waissel 107.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1271, Z. 66.

toppelspiel, n.

toppelspiel, n.,
'das spiel mit würfeln' und das 'glücksspiel' überhaupt. die zusammensetzung mit dem ersten glied in der form toppel begegnet nur in älteren hochd. denkmälern. in lebendigem sprachgebrauch erscheint niederl. dobbelspel woordenb. 3 ii 2672; nieders. dobbelspil Doornkaat-Koolman 1, 303; brem.-nieders. wb. 1, 217; auch fries. dobbelspul Dijkstra 1, 280; oft auch in niederd. aufzeichnungen aus dem späteren mittelalter Verwijs-Verdam 2, 219; Schiller-Lübben 1, 528. Wolfram hat toppelspil mit deutlicher anspielung auf den gebrauch der l-ableitung auch im sinne von 'kampfgetümmel' verwendet: Parz. 289, 24; Willehalm 427, 26; unter dem einflusz Wolframscher diction stehen unverkennbar Winsbeke 20 Haupt; Eraclius 2613 Gräf; Reinfr. v. Br. 15, 718 Bartsch; Heinr. v. d. Türlin krone 97 a Scholl; Hugo v. Langenstein Martina 122, 25 Keller; der Teichner nach Karajan s. 284; die stelle in einem ged. aus Lassbergs lieders. 1, 412. dann hat der gebrauch der zusammensetzung im Sachsenspiegel I, 6, 2 ihre verwendung auch in hochd. rechtsprosa zur folge gehabt, so im Kulmer recht 78 Leman; im Altprager stadtrecht 113 Rössler; in den statuten der stadt Frankenhausen von 1534 (rechtsd. aus Thür. 490 Michelsen); in Breslauer urkk. (Br. urkb. 1, nr 20, 50 Korn); auch noch in den schriften Luthers: übermessig zutrinken, hurerey, betriegliche toppelspiell, und andere sunde ... vermeiden 12, 17 Weim. sonst erscheint im frühnhd. mit weichem dentalanlaut doppelspil, z. b. auch bei Hans Sachs und Wickram; vgl. theil 2, 1271; diese form wird auch in älteren glossaren und wbb. mitunter verzeichnet, auch noch von Adelung 1, 1521; Campe 1, 734.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1923), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 876, Z. 56.

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Zitationshilfe
„toppelspiel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/toppelspiel>.

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