Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tartsche, f.

tartsche, f.,
mhd. tartsche, md. tarsche, tarze, mnd. tartze, tartzge, aus franz. targe und dies mit mlat. targa wahrscheinlich aus ags. targe, altn. targa schild, ahd. mit lautverschiebung zarga, einfassung, die eine befestigung gewährt, rand u. s. w. Diez⁴ 315. Leo ags. wb. 617. Schade² 923. 1230.
1)
ursprünglich ein groszer, den ganzen körper deckender, sodann gewöhnlich ein kleinerer, länglichrunder schild ('das verhältnis der tartsche zum schilde ist noch nicht recht ermittelt' Schultz höf. leben² 2, 88, vgl. 220), antile, parma, pelta, scutum Dief. 33ᶜ. 414ᵃ. 422ᶜ. 522ᶜ, ein kleins halbs rund schiltle der fuͦszknecht Dasyp. (1556) X 7ᶜ, groszer reuterschilt (1535) 282ᶜ, starke tartschen oder sturmtartschen Frisch 2, 363ᶜ (aus Fronsperger u. a.): sunder tartschen (turnieren). Suchenwirt 30, 190; (wagen,) dy wir mit bretin behengen und tarssen. Elbogner chron. 145 Schlesinger; und der könig lies machen ... dreihundert tartschen vom besten golde, ja (je) drei pfund goldes zu einer tartschen. 1 kön. 10, 17. 2 chron. 9, 16;
er sah auf der mawer ein Frantzosen,
den thet er mit seiner tartschen stoszen,
das er fiel hinderruck hinab.
H. Sachs 8, 627, 17;
Sabinus mit der tartschen sein
sich decket, kam hinauf allein
gantz unbeschedigt.
16, 392, 33;
schöne alte armature von tartschen, werinen, turnierzeugen. Zimm. chr. 2, 29, 19; gab im so ein groszen schlag, das dem riesen die tartschen ausz seiner hand fiel. buch d. liebe 274ᵃ; legten ihre tartschen und schwerdter ab. wegkürzer 97ᵇ; darum dann die jungfraw .. mit schilten oder tartschen seie uberhauft worden. Rihel Livius 12; die (käs-)rinde für tartschen und schanzkörb prauchen. Fischart Garg. 55ᵃ;
würde Leo wol allein ohn schwerdt und tartsche stehn?
Gryphius trauersp. 32 Palm;
(land,) das meine faust
gefüllt mit leichen, ... das ich mit spiesz und schild
und tartschen oft gepflügt.
68.
bildlich: da gott selbst .. sein schirm und tartzsch gewesen wäre. Mathesius Sarepta 21ᵃ; unser gott sei seiner kirche tartzschen und decke, und erhalt sie bei seiner lere. 107ᵃ;
die runden schild und leichten tartschen.
Bürger 163ᵇ. 218ᵇ,
zerhieben einander die leichteren tartschen.
Stolberg 11, 169,
hauten sie wild einander umher an den busen die stierhaut
schöngerundeter schild und leichtgeschwungener tartschen.
Voss Il. 5, 453;
säbelhiebe pfeifen durch die gespaltene luft, abrasselnd auf panzer und tartsche. F. Müller 1, 359;
die breite tartsche deckt genick und haubt.
Platen 3, 273;
hab' ich die tartsche lang und breit,
kann sie mich besser decken.
Uhland 2, 173;
bringt euer kriegszeug,
tartschen und klingen.
Freiligrath 2, 76.
zusammensetzungen: tartschentrager Rädlein 868ᵃ, -schwinger Bürger 160ᵃ. 221ᵇ.
2)
das scheibenkraut, peltaria Graszmann pflanzennamen nr. 57; seine (des schildbesenkrautes) oberste dartschen oder schildtlein sein dünn und liecht wie pergament. Tabernaem. 854ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 146, Z. 44.

tortsche, f.

tortsche, f.,
fackel. aus mlat. torticium entlehnt; zuerst in der form tortis, s. Diefenbach 589ᶜ torticium tortiis, -ysz, -eysz u. 228ᵇ fax tortyse, torditze; dann tortse, tortsche, torsche. die torschen oder fackel fax Maaler 404ᶜ; fackel, ampel, tortze, torschen, windliecht Henisch 967; tortse, torze, dortsche Kramer (1702) 2, 1101ᶜ; tortsche Dentzler 2, 288; Aler 2, 1906ᵇ; Frisch (1741) 2, 378ᵃ: daher haben der zünfften ein jede mit 12 mann ... an ... hochzeitlichen tagen mit ihren tortschen das münster bezünden sollen Chr. Wurstisen Baszler chr. (1580) 117; der hertzog ... liesse ... (den leichnam) mit angezündeten tortschen ... gen Bern begleiten M. Stettler Schweitz. chr. 1, 480ᵇ; er sollte (bei der tortur) ... in blossem hembd mit einer angezündeten zweypfündigen tortschen gebührliche reparation thun ebda 2 (1626) 449ᵃ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 897, Z. 65.

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Zitationshilfe
„tortsche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tortsche>, abgerufen am 20.01.2022.

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