Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tränker, m.

tränker, m.,
trinker; schenk. vom ahd. bis ins 17. jh. bezeugt; afries. draͦnker; mnd. drenker; mnl. dranker, drenker; dän. dranker ist nd. lehnwort.
1)
von ¹trank gebildet. selten in der allgemeinen bedeutung, s. theetränker thermopota Aler 2, 1889ᵃ.
a)
'zecher', 'säufer, trunkenbold'; ahd. potator trankari trankere gloss. 3, 141, 56 f., bibulus tranchere 225, 65; drencker bibo (1417) Diefenbach n. gl. 52ᵇ; guttibernalis 199ᵇ; temulentus (15. jh.) gl. 577ᵃ; potator 550ᵃ; trencker sorbarius (1507) 542ᶜ; trenger bibo 73ᵃ; drenker, suypper, swelgher, potor, potator v. d. Schueren Teuth. 86ᵃ Verdam:
ein trenker was Hercules
Rudolf v. Ems Barlaam u. Jos. 255 Pfeiffer;
dirre lon ist gescriben allen den, di vrecze un drenker nu sint heil. regel f. ein vollkomm. leben 42 Priebsch; ein frâzhaftic mensche und ein trenkêre Matth. v. Beheims evang.-buch, Luc. 7, 34 Bechstein; die trenker unde die frezzer Berthold von Regensburg 1, 19 Pfeiffer; bistu ein gutter trencker, so bistu ein gutter gesell S. Franck Germ. chron. (1539) 6ᵇ; volsupen ys, wenn me mehr supt, denn eynen nütte und gudt ys ... up solcke drencker redet de here harth Freder v. d. vollensupende (1553) a 3ᵇ; also haben auch die Teutschen den nahmen vor andere, dasz es grosze träncker sindt M. Quad enchiridion cosmographicum (1604) 61; das zeigen auch an die auszwendigen zeichen des angesichts, dasz die guten träncker unter ihren augen so roth werden Knaust kunst, bier zu brauen (1614) 16. uneigentlich schon mhd.:
suntliches wildez jagehunt
von dem bœsen geiste enzunt
houbtsunden ein enkir (anker)
heiliges bluotes ein trenkir
(schelte gegen den blutdürstigen kaiser)
Hugo v. Langenstein Martina 112, 56 Keller;
der sunden trenker ebda 152, 100. — componiert: vollendrencker Freder a. a. o. und vollträncker Knaust a. a. o. 79. — gelegentlich tränkerin: se (Maria) ne was ne drenckerynne noch spotterynne quelle bei Schiller-Lübben 6, 106ᵇ.
b)
an die bedeutung von ¹trank I B 3 anknüpfend: trenker 'junges mastschwein' Schmeller-Fr. bair. wb. 1, 668; erweitert: 'kränkliches kind, zur erholung auf die alpe gegeben' ebda.
2)
vom wb. tränken gebildet.
a)
tränker dator, praebitor potus Stieler 2333; specieller, der zu trinken gibt, der schenke: de drenker mot hir ock syn by der tonnen (1534) quelle bei Schiller-Lübben 1, 572ᵃ. vgl.: des herrn Pantagruel ... obersten löffelreformirer, erb und erztränk Fischart groszmutter (im titel); und tränken 2.
b)
zur bedeutung tränken 3 gehörig, im compositum: mardertränker eine ertränkfalle jagd-büchel (München 1849).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1223, Z. 47.

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Zitationshilfe
„tränker“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%A4nker>, abgerufen am 24.09.2021.

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