Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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träppe, f.

träppe, f.,
der zum träppen nötige platz auf dem nachbaracker: soll auch kainer ... uf des andern treppen morgensuppen essen oder fuetern (1594) s. Fischer nachtr. 1765.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 73.

trappe1

¹trappe,
auch trapp, in beiden formen m. und f., fuszspur, schrittspur, fuszstapfen, schwach deklinierte bildung, zu trappen gehörig, nicht überall eindeutig von ¹trapp zu trennen. neben den normalformen trapp oder trappe begegnen trap (1476) Diefenbach nov. gl. 65ᵇ; Follmann dt.-lothr. 99; drap Frisch 2, 381; (s. auch unter A 2); trap Gangler Lux. 453; drabbe Hertel Salz. wb. 47 (eine secundäre ausweichung, da das pp nd. pp entspricht, s. Paul dtsch. gramm. 1, 268). öfter mit verdumpftem vocal, z. b. tro̜p Kisch Nösner wört. u. wendg. 156; troppe Bernd Posen (1820) 320; der plural ist fest geworden in trapen, f., Gangler Lux. 453 (s. auch A 3), trappen, f., Kleemann nordthür. idiot. 23ᶜ; Hertel Thür. sprachsch. 246. nur den plural kennt Spiess henneb. 257. der masculine gebrauch ist vorwiegend obd.
bedeutung und gebrauch: vestigium, tritt und spur eines trappenden Frisch 2, 381; vestigium pedis Steinbach (1734) 2, 840; Wachter (1737) 1703; einen trapp eindrücken vestigium imprimere ebda; tritt, spur des ganges, fusztapfen Adelung 4, 648; trittspur, stapfe, hufspur, rosztrappe Kaltschmidt 980. mundartliche belege auszer den genannten: obd. Martin-Lienhart 2, 762; Fischer 2, 318; Schmidt idioticon Bernense 66; md. Jecht Mansf. 113; Reinwald Henneberg 2, 127; nd. Danneil altmärk. 226; Damköhler Nordharz 196; Block Eilsdorf 98; Andree Braunschw. volksk.² 123.
A.
im eigentlichen concreten sinne:
1)
die hufspur des pferdes: demnach sie dieselben pfad vnd trapp nachfolgeten Amadis 1, 353 Keller; ... und hier mit seinem hufe dem felsen das mal eindrückte, das noch bis auf den heutigen tag daselbst unter dem namen der trappe sichtbar ist Novalis 1, lxix Minor;
dasz vom dorf du keine trappen
siehst als die von deinem rappen
Schmidt v. Werneuchen ged. (1797) 170;
(der rappe schlug) die trappe ... in den ... granit J. Wolff d. wild. jäg. (1877) 9;
der trappen spur vom pferdehufe
ward priesterlich mit blut bekreuzt
F. Matthisson ged. 2, 65 Bölfing.
2)
von andern tieren: es war ein esel, man sieht es an seinen trapen Frisch 2, 381:
der fuchs wolt nicht zum lewen gehn,
weil er kein trapp sah rückwärts stehn
M. Rinckart Eisleb. christl. ritter 33 ndr.;
waz seinndt für selltzam drappen hie (spuren eines löwen)
D. Türckis Pyram. u. Thisbespiel 207 lit. ver.;
bei den jägern die fährte Adelung; fuszspuren der vögel im sand: uff der brache gehören sich sonsten mit hacken und rechen die trappen ausszuscharren kurtzer u. einf. bericht vom vogelstellen (1653) 65; vgl. auch 92; trapp eines hahns, vgl. hahntrapp eine ganz kurze strasze in Hamburg nd. korresp. bl. 1908, 90. hierher gehört der name Varrentrap(p) = ochsenspur, vgl. Vilmar namenbüchl. 21.
3)
vom menschen: fuszspuren, bes. schmutzige auf der diele, im Brandenburgischen; trappen im schnee Martin-Lienhart 2, 762;
sie lugt, do er vormals hintratt,
ob nit die trapen stunden noch
Wickram 8, 125 Bolte;
allda hat er nu ohn unterlaz drei jahr lang also gestanden, das man auch heute zu tage die trappen und den orth, da er gestanden, auszgetretten, erkennet H. Braun kinderspiegel (1610) 111.
B.
in übertragenem und bildhaftem gebrauch.
1)
mit concreterer vorstellung in der wendung: jem. auf dem trapp haben oder jem. auf den trapp kommen: die katze hat eine maus auf dem trapp bei Müller-Fraureuth 1, 235; ebenso vom dieb, verleumder ebda;
spüren wir das dorf rings ab,
kommen wir ihm (dem marder) auf den trab
Bornemann hum. jagdged. (1855) 151.
2)
abstracter in den wendungen: im alten trappen bleiben, aus dem alten trappen bringen u. ä., fast ausschliesz- lich frühneuhochdtsch., mit persönlichem und sachlichem subject: bisz der zuchtmeyster weg geht, so bald ist die natur in iren trappen und verbirgt sich die natur und jugent nit (ist in ihrem alten geleise) S. Franck sprüchw. (1541) 1, 123ᵃ; die sachen sind im alten trappen zimmersche chron. 3, 463; nachdem biss anher das königreich Polen in seinem allten trappen verharret und sich des religion zwispalts nicht hessig angenommen Joh. Brentz 1558, s. anecd. Brentiana 451 Pressel; bischof Johannes ... blibe uf seinem trappen L. Fries Würzb. chron. fol. 228; unser gottlosz wesen, unser unzucht und büberei ... bleibt einen weg als den andern in seinen alten trappen Artomedes christl. ausleg. (1609) 2, 17; im alten trappen fortfahren J. Andree erinnerung (1567) 72; das fallende babstumb wieder in sattel zu heben, in alten trappen zu bringen, auff frische füsse zu stellen A. Scherdiger novae novi orbis hist. (1591) a 2ᵇ; dergleichen die geomancey auff einen falschen grundt gesetzt, die medicin ausz ihren rechten trappen gebracht Paracelsus (1616) 1, 227ᶜ Huser; nachher hat er (der sonnenwirt) sich mit dem hirschbauren und seiner tochter gemein gemacht, und so ist er von einem bösen trappen auf den andern kommen H. Kurz sonnenw. (1855) 348.
C.
häufig in compositis: fusztrappe s. teil 4, 1, 1052; pferdstrappe vertiefung im erdboden, von einem pferdehuf herrührend Martin - Lienhart 2, 762 (nachzutragen in teil 7, 1691); rosztrappe (vgl. teil 8, 1277), dazu rosztrapp, m. Gödeke grundr. 2¹, 778; wolfstrapp, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1251, Z. 73.

trappe2, m.

²trappe, m.,
tölpel, s. ²trapp.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 28.

trappe3, f.

³trappe, f.,
plumper, groszer fusz Unger-Khull 163; tatze Götze frühnhd. gloss.² 53; palma, pes, manus ein fusz, trapp (als teil der vögel) Pomey (1720) 57; vgl. lauf des hasen; man findt darin grosse weisse und grimmige bären, die mit ihren trappen durch das eisz löcher zum wasser machen und also die fisch herauszziehen M. Quad ench. cosmograph. (1604) 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 29.

trappe4, f.

⁴trappe, f.,
'tierfalle'. ableitung von ¹trappen, vb., 'hart gehen', also ursprünglich das trittbrett, durch dessen berührung mit dem fusz das tier den mechanismus der fangvorrichtung auslöst und so eingeklemmt wird; dann die ganze falle; schlieszlich in naheliegender begriffserweiterung jedes tierfanggerät, mit verschiedener spezialisierung in den einzelnen sprachen. am ende steht die übertragung zu 'hinterhalt'. niederdeutscher herkunft: si quis aucellum de trappa furaverit lex Salica vii, § vi Geffcken; mndl. trappe 'falle, fuszeisen, meisenkasten'; ags. treppe, engl. trap 'falle, falltür, schlinge, hinterhalt, versteck'. ahd. und mhd. nicht bezeugt; nicht hierher gehören nach Kluge altdeutsches sprachgut im mittellatein (1915) 15 die glossen tenda, trapum ahd. gl. 4, 101, 18 St.-S.; trapun 4, 123, 37, da sie mlat. trabum 'zelt' meinen. aus dem frk. ist trappa mit der sache vor 400 n. Chr. ins mlat. entlehnt, vgl. Brüch einflusz d. germ. sprachen auf d. vulgärlatein 87; 95; du Cange 8, 158ᵇ. daraus entwickelt frz. trappe 'fall-, klapptür, wolfsgrube, schiebefenster'; vgl. zs. f. rom. phil. 22, 208-211; Meyer-Lübke rom. etym. wb. 673ᵇ; Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 859ᵇ. im nhd. nicht häufig bezeugt: sie (object) ... in die trapen, welche ... Burgund auf sie gerichtet, fellen und einfüren, M. Stettler annales (1627) 1, 251; 'eine falle, da die vögel darauf mit füszen springen und gefangen werden' Frisch 2, 381. allgemein 'tierfalle, vogelfalle' Voigtel wb. 3, 416ᵃ; Moritz gramm. wb. 4, 152 ; mit einschränkung aufs nd. sprachgebiet Adelung 4, 1029; Fulda versuch 551; Vollbeding wb. d. plattd. ma. 66; ten Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 430. in obd. maa. dafür üblich ²trappel, s. d., sp. 1257. vgl. ferner die weiterbildungen ²trappen; ²trapper 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 36.

trappe5, m., f.

⁵trappe, m., f.,

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otis tarda (grosztrappe) und otis tetrax (kleine, zwergtrappe), laufvogel; oft auch trappgans (s. d.) und in älterer zeit ackertrapp (s. Diefenbach gloss. 403ᵇ; Heuszlin Geszners vogelbuch [1557] 104ᵇ), trappvogel genannt. ursprünglich ein steppenbewohner, der in Mittel-, Ost- und Südeuropa die groszen offenen felder ebener gegenden bewohnt Brehm tierl. 6, 150 P.-L.; Riesenthal jagdlex. (1882) 438; 440.
A.
herkunft, form und bedeutung.
1)
während das wort im germanischen (abgesehen von jungen entlehnungen ins nordische) aufs deutsche, seit etwa 1200, beschränkt ist, ist die wortsippe in den slawischen sprachen weit verbreitet, auch im russischen und südslawischen, s. Bernecker slav. etym. wb. 1, 227; daher wird das deutsche wort, das in den mundarten fehlt, wohl aus dem westslawischen entlehnt sein (vgl. z. b. altpoln. dropia, alttschech. dropfa), doch macht der stammvocal schwierigkeit. am nächsten stehen der deutschen form das innerhalb der slavischen formen freilich isolierte poln.-tschech. drop, m., alttschech. dropa, s. Bernecker a. a. o.; Brückner słown. e̋t. je̜z. polsk. 98; Falk-Torp 2, 1279; Suolahti vogelnamen 263.
2)
im ahd. und as. unbezeugt; dagegen im mhd. nicht selten, s. mhd. wb. 3, 84ᵃ; Lexer 2, 1497 f.; vereinzelt auch mnd. Schiller-Lübben 4, 606ᵇ. in glossaren und wbb. der nhd. zeit unzählige male in verschiedensten formen verzeichnet: der anlaut erscheint als t oder d, das e der endung ist oft apokopiert. an seltenen formen begegnen: drappo voc. opt. 42 Wackernagel; trabbe Diefenbach 283ᶜ. gewöhnlich wiedergabe für otis Frisius (1556) 936ᵇ; Decimator thes.; Diefenbach 403ᶜ; (otis) tarda ebda 573ᶜ; nov. gl. 359ᵃ; Heyden Plinius 404; Frischlin nomencl. 98; Zehner nomencl. 232; Wiederhold (1669) 340ᵃ; tetrax voc. rei numm. (1552) f 7ᵇ; tarda und tetrax Junius nomencl. (1567) 71ᵃ; Henisch (1616) 742; Dentzler clavis (1716) 288ᵇ; Steinbach (1734) 2, 840; bistarda, -usavis tarda) Diefenbach 75ᶜ; 438ᵃ; gemma (1512) c 5 rᵇ; Herrigs arch. 47, 427ᵃ; Alberus y 4ᵇ. häufig auch für die lat. namen von vögeln verwandter gattung, die meist anders glossiert werden: z. b. für pygargus (rebhuhn) Diefenbach 434ᵃ; Dasypodius (1536) Y y 2ᶜ; Alberus (1540) y 4ᵇ; Golius onomast. (1589) 343; gradipes (stockaar, stoszfalke) Diefenbach 55ᶜ; 268ᵃ; nov. gl. 196ᶜ; voc. opt. 42 Wackernagel; ortigometra (wachtel) Diefenbach 401ᶜ; mlat. hd. böhm. wb. 198; Niger Abbas 3525. nicht selten bleibt die sachbeziehung von trappe zu der lat. bezeichnung undeutlich: z. b. parrus ebda 3625; Diefenbach 414ᵇ; egipius ebda 196ᶜ; nov. gl. 146ᵃ; trocalus Diefenbach 598ᶜ; mutilus ebda 374ᵇ; marcica ebda 349ᵃ; icius ebda 283ᶜ; gallinarius ebda 256ᶜ; alietus ebda 22ᵇ; alocco, uccello Hulsius-Ravellus (1616) 85ᵇ. über die form krappe s. teil 5, 2066.
3)
ursprünglich schwaches masc.; seit der zweiten hälfte des 18. jh. beginnt der übergang in das fem. geschlecht, 'doch ist das männliche das gewöhnlichste' Adelung 4 (1780) 1029. früheste literarische belege für die trappe Forster s. schr. 1, 88; W. v. Humboldt ges. schr. 5, 72; Holtei erz. schr. 22, 76. das fem. setzt sich schnell durch und bildet seit dem ausgang des 19. jh. bereits die reguläre form (s. u.), der sich nur jäger und jagdliebhaber in stolzem festhalten an dem hergebrachten masc. entgegenstemmen: wenn das jagdglück ein wildentenpaar beschert oder einen guten trappen Scheffel ges. w. (1907) 3, 28; entsprechend Bornemann humorist. jagdged. (1855) 10; in schulbüchern wird der vogel merkwürdigerweise immer als die statt der trappe bezeichnet Berger jagd aller völker (1928) 433; völlig selbstverständlich als masc. behandelt bei Raesfeld d. dtsch. weidwerk 4 (1931) 133. in den modernen maa., in denen es freilich ganz ungeläufig zu sein scheint (vgl. Fischer schwäb. 2, 319), nur als fem. bezeugt Teuchert neumärk. 242.
B.
gebrauch. literarisch seit dem ende des 12. jhs.:
ouch fuorten ir knappen
des tages von den trappen
ir satel wol behangen.
wan dâ was gar gevangen
swaz ir wart gestoubet
Hartmann v. Aue Erec 2048;
während der nhd. epoche gleichmäszig gut bezeugt: ain pawer richtet gar vil der strik in synem aker und fienge mit den selben ainen trappen Steinhöwel Äsop 251 lit. ver.;
der trap war truchsasz, trug zu tisch
gar köstlich tracht, wiltprat und fisch
H. Sachs 4, 280 lit. ver.;
grosze schaaren von trappen, hasen ... waren die gegenstände, die an uns vorüberflogen Bismarck br. a. s. braut u. gattin 347; zumal wegen bestimmter eigenschaften gern angeführt:
der wol geborne knappe
hielt gagernde als ein trappe
Wolfram v. Eschenbach Parz. 149, 26;
geht wancken wie ein alter wagen,
hat knocket füsz gleich einem trappen
H. Sachs 9, 123 lit. ver.;
warumb straffst nit die rappen,
den weihen, adlar, geyr und trappen?
die han vil gröszern schaden than
Waldis Esopus 2, 109 Kurz;
das isz a grober vogel, 's mag wul gar a trappe seen Bomolcke sprüchw. (1734) b 1ᵃ; vgl. H. Sachs 22, 213 lit. ver. besonders charakteristisch für die trappe ist ihre furchtsamkeit und scheu, s. Heuszlin Geszners vogelb. (1557) 105ᵃ; Brehm tierl. 6, 150 P.-L.; Naumann naturgesch. 7, 47;
sie lugt, do er vormals hintratt,
ob nit die trapen stunden noch
Wickram w. 8, 125 lit. ver.;
warumb fürchtet sich der trappe für dem pferde? Lohenstein Armin. 2, 523ᵃ; das furchtsame volk der wilden vögel, vor allen die männerhohen trappen A. v. Arnim s. w. 11, 48 Grimm. daher sind sie ein nicht leicht zu erlegendes, geschätztes wild und gelten als vornehm und kostbar:
die andern geborenen vom adel:
der pfaw, kranch, trapp und der phasan
W. Spangenberg ausg. dicht. 14 Martin;
der trappe gehört zur hohen jagd Döbel neueröff. jägerpract. 1, 46; die seltene jagdbeute, eine trappe, (ist) mir darüber aus dem schusz gekommen Storm w. (1899) 5, 155; als mir das unglück begegnete, dasz ich drei zahme türkische gänse schosz, die ich für trappen ansah Kotzebue s. dram. w. 2, 40; hat sich daraus die wendung einen trappen schieszen im sinne von 'angeführt werden, einen fehler machen' (vgl. einen bock schieszen) entwickelt? vgl. auch trappenschütze:
(ich will) darnach mich machn auff die heymfart,
dem bulen nicht weiter nachhossen,
dieweyl ich hab ein trappen gschossen
H. Sachs 17, 216 lit. ver.;
ursprünglicher: dies scheint auf einen magister zu seyn, der anstatt eines trappen einen esel geschossen hatte allg. dt. bibl. 1², 271. sein fleisch bildet eine nicht alltägliche, wohlschmeckende speise, s. Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 105ᵃ; Comenius janua aurea iv ling. (1643) § 150; v. Fleming vollk. teut. jäger (1719) 146;
gib uns geleich
fruͦstuck reich ...
gib jedem knappen
ainen trappen
und vier kappen
uff ainer groszen schüssel
liederbuch der Hätzlerin 70ᵃ;
von vögeln liesz er aufftragen ... strauszen, trappen, wachteln volksb. v. dr. Faust 88 Braune; hofrat Rehbein war gebeten einen trappen verzehren zu helfen Göthe III 9, 55 W.
C.
compositionen:
trappenart
Ritter erdk. 6, 1122;
trappenbraten
so viel steht fest, dasz ein trappenbraten kein feines gericht ist
Naumann naturgesch. d. vögel 7, 49;
trappenbüchse
'ein langes, wie eine flinte geschäftetes rohr, welches auf einem eignen dazu verfertigten wagen geführt wird, auf trappen daraus zu schieszen' Voigtel wb. 3, 416ᵇ;
trappenei
s. alphab. stelle;
trappenfeder
s. ebda;
trappenfusz
bei den spielhäusern ist die gewöhnliche zierde oben ein so genannter trappenfusz, welches die spadille der Schinesen ist
Lichtenberg verm. schr. 5, 245;
trappengesellschaft
wenn eine trappengesellschaft sich ganz nahe bei dem versteckten schützen niederläszt
Naumann naturgesch. d. vögel 7, 29;
trappenhahn
Brehm tierl. 6, 155 P.-L.; Behlen forst- u. jagdkd. 6, 82; dazu trapphahnfangen, 'name eines scherzspiels' Unger-Khull steir. 163ᵇ;
trappenherde
Ritter erdk. 11, 218; Brehm tierl. 6, 153;
trappenjagd
Bornemann humor. jagdged. (1855) 39; Naumann naturgesch. d. vögel 7, 42;
trappenschar
ebda 7, 50;
trappenschütze
Fr. J. Riedel der trappenschüzze, ein komisches heldengedicht (1765); vgl. Matthisson schr. 4, 71; wenn man nicht schreiben kann, ohne zu hinken, und nicht jagen kann, ohne gerade zu sehen, so ist zum schreiben der hinkende besser als der beste trappenschütze Möser s. w. 3, 244;
trappenvogel
s. trappvogel;
trappenzug
Bornemann humor. jagdged. 36; 40.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 67.

trappe6, trapp, m.

⁶trappe, trapp, m.,
racemus; scapus; traubenkamm, die entbeerte traube; sarmentum uvae der trapp, das holz des traubens und die stil, daran die beere wachsend Frisius (1556) 1181ᵇ; die traube bestehet aus dem trapp oder kamm, daran die stielgen befindlich, welche die beeren halten allg. haushalt.-lex. (1749 ff.) 3, 704; vgl. die synonyma kamm, teil 5, 105; rapp, rappe, teil 8, 114. die rein lautlich mögliche zusammenstellung mit nl. drabbe, drab 'hefe, bodensatz, treber'; westfäl. drabbe 'treber'; vgl. noch isl. drabb 'unordentliches leben, schmutzige arbeit', shetl. drabb 'kleinregen'; nrhein. drabb 'bodensatz des kaffees'; ostfr. drabbe 'dicke, trübe flüssigkeit, schlamm, bodensatz' (s. Johannesson mediageminata im isländischen 3; Walde-Pokorny 1, 856; Fick 3⁴, 203; Falk-Torp 154) leidet daran, dasz trappe, trapp ausgesprochen die traubenstiele, das hölzerne gerüst der traube bedeutet, nicht aber die rückstände der trauben beim keltern im sinne der drabbe-, treber-gruppe. auffällig ist, dasz im westdeutschen in genau derselben bedeutung formen mit g-, k-anlaut begegnen: grappe, krappe 'stielgerüst der traube' rhein. wb. 2, 1353; grappen, f., 'traubenkamm' Staub-Tobler schweiz. id. 2, 787 neben trappen u. drappen ebda 6, 1182 f., s. auch ndl. krappe, krap uva, racemus Kilian 260ᵇ; sie stellen sich unmittelbar neben eine romanische gruppe: franz. grappe 'weintraube', tosk. grappa 'stiel von früchten', ital. grappo, friaul. grap 'weintraube', trient. grapino 'feuerzange', die zurückgeht auf ein fränk. *krappo 'haken', nachdem das traubengestiel in ähnlicher weise benannt ist wie bei kamm und rappe, s. Meyer - Lübke nr. 4760; Gamillscheg 483. bereits im Heinrici summarium bezeugt: racemus drappo, drappe, drapp ahd. gl. 3, 90, 58; 194, 21. in den wbb. von frühnhd. zeit bis ins 18. jh. hinein unter den formen trap(p), drapp(e), drabbe, trappe, trappen häufig notiert: z. b. Diefenbach 482ᵇ; 518ᶜ; 619ᶜ; nov. gl. 312ᵃ; gemma gemmarum (1508) x 2ᵃ, 2; Dasypodius (1537) 203ᶜ; Geszner catal. plantarum (1542) 98ᵃ; 109ᵃ; Frisius (1556) 164ᵃ; 1188ᵃ; 1113ᵇ; Golius onomast. (1582) 369; Henisch (1616) 742; Ludwig (1716) 2003ᵃ; Adelung 4, 1029; die trauben von den trappen abpflücken Kramer (1702) 2, 208ᵇ. in den maa. wbb. nur fürs obd. bezeugt: Schmeller-Fr. 1, 672; Fischer schwäb. 2, 319; Martin-Lienhart elsäss. 2, 762ᵇ; schweiz. id. 6, 1182. literarisch neben üblichem kamm oder dem plural von stiel selten: besser wer, das auff den züberen legen hurdten, durch die der wein gon möcht in die züber, und nit die trappen ... etlich trauben aber haben lützel härb trappen, das der wein wol mit in mag syeden Petrus de Crescentiis vom ackerbaw (1531) 50ᵃ; stuck von zelten (kuchen), ausz den trestern und trappen der gekelterten trauben gemachet Rauwolff aigentl. beschreib. (1582) 29. dazu die ableitungen trappechtig; trappenwein; s. an alphab. stelle.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 11.

trappe7, m.

⁷trappe, m.,
'ein modell oder muster, wornach alle rechnungen sollen eingerichtet werden' Frisch 2, 381; Moritz gramm. wb. 4, 152; als veraltet notiert bei Campe 4, 860ᵇ; Frischbier preusz. wb. 2, 408ᵇ. auch trappen im nom. sing. Schrader dtsch.-frz. 2, 1375; Frischbier a. a. o.: keine amtsrechnung soll angenommen werden, so nicht nach ordnung des trappens und gewöhnlicher amtsartickel eingerichtet kammerordn. in Preuszen (1648) § 51 bei Frisch a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 63.

trappe8, f.

⁸trappe, f.,
s. treppe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 72.

treppe, f.

treppe, f.,

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stufe, stiege (gradus, scala).
herkunft und form. nd. md. wort, das dem obd. von haus aus fehlt; afries. treppe, f., 'stufe', mnl. trappa, trap, f. und m., 'tritt, leitersprosse, treppe, leiter', mnd. treppe, trappe, troppe, f., mhd. trappe, treppe, f. und schw. m., auch eyn trap (md. 15. jh., Köln 1507) Diefenbach gloss. 268ᵃ; daneben vereinzelte formen mit anlautendem d: drap, drepe vel stafel (westmd. 15. jh.) Diefenbach a. a. o.; trepp, drappe (westmd. 15. jh.) a. a. o. aus dem nd. entlehnt sind norw. tropp, trapp, aschw., schw. trappa, dän. trappe sowie aschw. trappe, m. wahrscheinlich verwandt mit kleinrussisch drabyna 'leiter', tschech. drabina 'wagenleiter', 'heuraufe', poln. drabina 'leiter', drabka 'krippe' słown. jęz. polsk. 1, 548ᵇ, vgl. treppe, drapp, trapp 'über d. krippe angebrachte raufe im pferdestall' in Unterfranken u. Hessen - Nassau (nach materialien des atlas d. dtsch. volkskunde). zu *dreb-, das auch in ags. treppan 'treten' (trepeþ 'terit' Kent. gl. in zs. f. deutsch. altert. 21, 144) und hd. trappen (s. d.) zugrunde liegt, vgl. Walde-Pokorny 1, 796; Berneker slav. etym. wb. 219. zur selben wurzel gehört ags. treppe, anfränk. trappa (lex Salica), ahd. trapo 'falle', vgl. trappe, f., tierfalle.die form trap ist auf die bedeutung 'gradus' beschränkt (Diefenbach gl. 268ᵃ, Diefenbach-Wülcker 876, Lautensack circkels underweisung [1563] 14ᵃ) und geographisch nicht so scharf zu umreiszen wie die bedeutung 'scala'. diese gilt in der form treppe vorzüglich für das sächsische (Eilhart 8928 Lichtenst.; Frauenlob spr. 249, 11 Ettm.; Stolle thür. chron. 204 lit. ver.; chron. d. d. städte (Braunschweig 1488) 16, 118; auch passional 8, 91 K.; 9, 16 H.), in der form trappe für das rheinische (träumender mönch 12724; Limburger chron. 3. anh. 115; chron. d. d. städte (Köln 1395) 12, 299 und 365; buch d. byen 140ᵈ; Karlmeinet 103, 2; Arn. v. Harff pilgerfart 10 Groote). vom sächsischen bezirk aus verbreitet sich seit der reformation die einheitliche form treppe: Luther 15, 363; 8, 397 W. u. ö.; Lindener katzipori 141; 187 lit. ver.; Kellner chronica (1574) 55ᵃ; Kirchhof wendunmut 2, 79 lit. ver.; Krüger Clawert 34 ndr.; Weise drei erznarren 178 ndr. dialektisch gilt die a-form bes. rheinisch: trapp Wegeler Coblenz 78; auch niederrhein. trapp; lux. ma. 440ᵇ; Meisinger Rappenauer ma. 204ᵇ; Askenasy Frankf. 212; Lenz Handschuhsh. 72; Bauer-Collitz waldeck. wb. 105ᵃ; im späten 16. und im 17. jh. sind bei md. nd. autoren sporadische formen mit pf belegt: trepfe, traepfe, troͤpfe, trapfe: Forberger warhaft. beschr. 92; Hüttel chron. d. stadt Trautenau 243; Hollonius somnium vitae human. 60 ndr.; Petri d. Teutsch. weisheit 2, O o 1ʳ; Kraus siebenbürg. chron. 1, 45; Lohenstein blumen (1680) 22; Weck beschr. v. Dresden (1680) 237; alamod. techn. interim (1675) 564; lexikalisch noch im 18. jh. Steinbach (1734) 2, 840.
bedeutung und gebrauch.
A.
treppe 'einzelstufe, gradus'. bis ins 17. jh. die hauptanwendung, die in den wbb. des 16. und frühen 17. jh. allein notiert ist z. b. gradus eyn staffel, trappe, tritt Dasypodius 88ᵇ; trapp 442ᵇ; gradus ein trapp Alberus 248ᵇ; gradus stuffen, trepffen, stafflen, stiegen Decimator 567; trapp, steige grado della scala Hulsius teutsch-fr.-it. 326ᵇ; Weismann (1698) 2, 377; mit ausdrücklicher unterscheidung scalae stiege, gradus treppe, tritt, oder stuffe Zehner 514. seit der zweiten hälfte des 17. jh. tritt diese bed. in den wbb. aber gegenüber der nunmehr sich vordrängenden bedeutung B 'scala' zurück (s. u. B) und wird seit dem 18. jh. kaum mehr erwähnt, auch nicht von Kramer u. Adelung; zu erwägen ist freilich, wie weit nicht dialektgeogr. momente die aufnahme oder weglassung bedingen: insuper ipsis concedimus edificare quatuor gradus, qui treppen vulgariter dicuntur (1309) preusz. urkundenb. I 2, 570; (Maria) die vijftien trappen (zum tempel) op ghinc (1330) leken spieghel II, nr. 4, 29 de Vries; er fûrte sie in ein gewelbe, daz war wol lx treppen tief under der erden Loher u. Maller bei Lexer 2, 1497; an dem end giengen wir durch ein thür abwerts dreissig steinen troͤppen in ein capellen Joh. Tucher bericht der meerfart (1561) 12; item bij deser capellen quaemen wir an eyne steynen marmelltrappe, die eecht ind tzentzich trappen hoigh ist ... wir kruffen dese trappe off mit unsen knyen sprechende off yeder trappe eyn pater noster Arn. v. Harff pilgerfahrt 16 Groote, vgl. dy trap is tweintich treppen heech Diskstra friesch wb. 3, 313; es hatte der erste tag meiner ankunfft seine endschaft knap erreicht, als ... mich der hauszknecht mit seiner papiernen laterne hundert und 11 treppen hoch zu bett leuchten muszte Chr. Reuter Schelmuffsky 94 ndr. als auftritt zu möbelstücken: er ist an die seiten gegen der wandt gangen, daselbst die zwo treppen vorm bet ufgestiegen zimmr. chron. 4, 173; — in das 16. u. 17. jh. drängt sich fast ausschlieszlich die im ganzen seltene bildliche anwendung der bedeutung 'gradus' zusammen: itlik dach is ein trappe dale gestegen to dem dode 1519 Tunnicius nr. 1223; ebenso Petri d. Teutschen weisheit 1, b 8ᵃ; es wird sich nicht schicken, wenn du ein stiegen hinauf solt gehen, das du gleich auf die öberst träppen wölst springen, sonder du muszt unden anfahen, und ein trapp nach der andern allgemach hinauff steigen Lautensack circkels underweisung (1563) 14ᵃ; mancher wil auff der spitze desz thurms stehen, were jhm besser, dasz er auff der untersten treppen blieb Lehmann flor. polit. 1, 102; gleichwohl achten sie sich selbst nicht geschikt, die glückseeligkeit zu erreichen, ehe sie durch die treppen der 50 wissenschaften darnach seind aufgestiegen Dapper Africa (1671) 43ᵃ. nach dem 17. jh. in der schriftsprache in der bedeutung 'einzelstufe' nur noch selten: letzthin kam ich zum brunnen, und fand ein junges dienstmädchen, das ihr gefäsz auf die unterste treppe gesetzt hatte Göthe 19, 11 W.; da du einst ... an den fingern die treppen zähltest von unserm berge herab zu deinen hause Hölderlin 2, 117 L. mundartlich aber, oft als alleinige bedeutung, vielerorts erhalten: Krüger Emden 69; Martin-Lienhart elsäss. 2, 762ᵇ; treppenstufe allgemein die trappe Askenasy Frankf. 212; trape, m., einzelne stufe einer treppe Lenz Handschuhsheim. 72; in der bedeutung 'fuszschemel' trappen, m., bei Stalder schweiz. idiot. 1, 297; ebenso trappe, trap Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 430ᵃ; Dijkstra friesch. wb. 3, 313.
B.
treppe 'scala'. seit Eilhart 8928 Licht. in dieser bedeutung belegt, die bis ins 17. jh. gleichwertig neben der bed. A 'einzelstufe' steht, gelegentlich sogar beide unmittelbar nebeneinander angewandt, vgl. Arn. v. Harff oben sp. 152. seit mitte des 17. jh. aber gewinnt sie mehr und mehr das übergewicht und ist heute, wenigstens schriftsprachlich, die alleinige bedeutung von treppe geworden. dieses vordringen der bedeutung 'scala' seit dem 17. jh. spiegelt sich in der lexikographischen verzeichnung. während sie in den wbb. des 16. jh. noch fehlt, wird sie erstmalig als dräppe gegen trapp 'stufe' abgesondert bei Hulsius-Ravellus 85ᵇ; 326ᵇ; an zweiter stelle steht sie noch bei Schottel (1663) 1433; Stieler (1691) 2299, rückt an die erste stelle bei Stör (1663) 2, 487ᵃ und gilt seit Kramer 2 (1702) 1132ᵃ fast ausnahmslos als einzige bedeutung.
1)
eigentlich: item 3 firdung an 8 pfenge den bretsnydern vor sthuffenholz zu treppen zu snyden Marienburg. treszlerbuch 161 Joachim.
a)
grosze meist steinerne freitreppe aus einer mehrzahl von stufen vor vornehmen häusern, kirchen, im sinne des älteren grede (s. d. sowie Mor. Heyne hausaltertümer 1, 219):
da waren vunfzen stufen
an ein treppen geleit,
die man nach gewonheit
hinuf in den tempel quam
pass. 8, 91 Hahn;
anno domini ... sint bede isern lenen an der langen trappen heruff und die ander bie hern Wolfhaens hues die trappe heruff ... gemachet worden Limbg. chron. 115 mon. Germ.; bij deser capellen quaemen wir an eyne steinen marmelltrappe ... wir kruffen dese trappe off Arn. v. Harff pilgerfahrt 16 Groote, s. a. oben A; man führte uns eine grosze steinerne treppe hinauf Schiller 4, 203 Göd.; da haben sie gesehen, dasz keine stiegen oder träppen an dem rathhausz gewesen grillenvertreiber 159; so appellativ für 'rathaustreppe': welk Russe de to Nowgorod an de treppe genegelt wert, dat men dat uth scrive an der stede (1402) livl. urkunden nr. 1602, 8; bildlich: wy mötet de hoge treppe tohop stygen wir müssen unsere sache gerichtlich (im rathause) ausmachen Strodtmann id. Osnabr. 251. im inneren des hauses: Salomo lies aus hebenholz treppen im hause des herrn und im hause des königs machen 2. chron. 9, 11; ehe er die treppen (vom boden herunter) finden und ein lager erreichen könte Krüger Clawert 34 ndr.; (er) schleichet ausz allen leibeskräften zur stuben hinausz, und die treppen hinunter zur küchen zu Weise erznarren 178 ndr.; da fuhr das bett, als zögens sechs pferde, über schwellen und treppen kinder- u. hausmärchen 1 (1812) 16; die treppen und gallerien an der inneren burgmauer sind ... erhalten Nitzsch dtsch. studien 203; auch oft deminutiv: zwischen alle dem schlängeln sich die corridore, die schmalen treppchen Laube schr. 4, 26. besonderer erwähnung wert ist der raum unter oder hinter der treppe, in früherer zeit auch als aufenthaltsort (M. Heyne dtsch. wohnungswesen 219) für elende, bettler, narren:
des tôren hîz die vrauwe dô
gar vlîzlîche plegen
unde hîz im dô zu wege
stetelîchen betten
undir die treppin
in irer kemenâtin
Eilhard 8928 Lichtenstein;
als literarisches motiv bes. in der Alexiuslegende verwandt: (der vater) bevalch sînen knechten, daz si in (Alexius) heim furten und leiten in zwischen di ezzelouben unde di kuchin under eine treppin Herm. v. Fritzlar in d. mystiker 1, 162 Pf.; da muste sie ere legerstedde nemen under eyner treppen Wigand Gerstenberg chron. 189 Diemar. dann, mit veränderter baulicher voraussetzung, der (abgeschlossene) raum für die dienerschaft; übertr.: schon wandelt allmählich die populär gewordene litteratur unter die treppe, und mir ist eine lesegesellschaft bekant, zu welcher ein paar kutscher gehören Sturz schr. (1779) 1, 119; wer weisz, hinter welcher treppe sie den (bastard) zu stande gebracht haben dtsche volksbücher 2, 17 Simrock. mit der vorstellung einer art brückenspukes (vgl. Fried. Ranke in J. Meier deutsche volkskunde 206): es ligt wol ein schalck unter der brücken oder treppen, und lest einen ehrlichen mann drüber hingehen oder reiten Petri d. Teutsch. weish. 2, C c 2ᵇ; es koͤnne wol ein frommer über die traͤppen gehen, da ein schalck undenliege, das koͤnne der teufel wol leiden, das Christus uber die zung gehe, und er dieweil darunder lige Zinkgref apophthegmata 257. weiterhin von stufenförmigen anlagen mannigfacher art: ego Ludowicus ... clericus do domum meam sitam in pede scale seu trappe cymiterii cum area et fundo ob salutem anime mee ... viris religiosis ... (1327) hess. urk.b. I 2, 380; man sah in die engen, krummen und mit treppen verbundenen gassen hinein, auf kleine plätze, wo brunnen standen Keller w. 2, 157; als deminutiv:
wenn du aber die winkel nicht scheust, nicht gäszchen und treppchen
Göthe 1, 323 W.;
(ich) sah nicht lange zu, sondern eilte von meinem hohen standorte durch allerlei treppchen und gänge hinunter an die grosze Römerstiege Göthe 26, 321 W.; über dieser war auch noch eine andere und kleinere höle, zu welcher man auf einer ... in den stein gehauenen treppe stiege S. v. Birken ostländischer lorbeerhäyn 84; dort angelangt begann er ... kunstgerecht eine schnurgrade aufwärts führende treppe in das eis zu schlagen Stratz der weisze tod 129.
b)
besondere merkmale einer treppe finden in charakterisierenden adjectiven ihren ausdruck, von denen ein teil sprachläufig geworden ist: als ich eine treppe hoch war, fragte ich die magd. 'ich sollte nur diese gebrochene (d. h. abgesetzte) treppe hinaufgehen' J. G. Müller aus dem Herderschen hause 21; die westliche einarmige treppe ... ist eine gewendelte treppe Gersbach gesch. d. treppenbaus (1917) 39;
... im augenblick nahm sie das nachtlicht
und ging bebend für angst zur schneckenförmigen treppe
Zachariä poet. schr. 2, 252,
vgl. wendeltreppe; und so schritt sie dem grafen ... voran in das haus und die breite treppe hinauf Keller w. 3, 165; wo denn auf- und absteigende geister ... ihm beim scheiden die ohnehin schmale treppe verengen Göthe w. 41, 2, 370 W.; was siehst du nun? Raphael: eine enge treppe abwärts Klinger w. 4, 8; wir stiegen eine elende treppe hinauf Göthe w. 31, 134 W. anderer art: man sieht ... die kabinette, kammern und geheime treppen ... des königs Gottsched anm. gelehrsamk. 9, 732; den herzog nahm er so ein, dasz geheime treppen gemacht wurden, wodurch er ... unbemerkt in sein zimmer kommen könne J. v. Müller s. w. 3, 46.
c)
die function der treppe, ein unten gelegenes mit einem oberen zu verbinden, begründet ihre häufige syntaktische zusammenfügung mit adverbiellen bestimmungen der richtung, die ihrerseits zumeist mehr oder weniger fest mit verben der bewegung verbunden sind.
α)
der eigentlichen aufgabe der treppe gemäsz geht dabei der richtungssinn für das bewusztsein am häufigsten von unten nach oben: hiemit stiegen die geistliche die treppe hinauf und verfügten sich in die kammer Chr. Thomasius gedanken u. erinnerungen 2, 338; Göthe IV 1, 164 W.; Chamisso w. (1836) 3, 163 u. oft. nun stürmten sie eilends die treppe hinauf Jacobi w. 8, 115; so auch die treppe hinauf kommen, gehen, schreiten u. ähnl., vgl. auch die belege oben unter a und b; auch bei transitiven verben: (sie) führeten uns die treppe hinauf Chr. Reuter Schelmuffsky 14, ndr. in dieser verbindung erscheint treppe selbst gern als subject: die gerade, ohne gelenke emporführende treppe O. Ludwig ges. schr. 2, 306; eine reich geschnitzte treppe führte mich in eine reihe von zimmern Moltke ges. schr. (1892) 1, 205. gelegentlich bleibt das unterbewuszte bewegungsverb ohne sprachlichen ausdruck: in fünf schritten war ich die treppe hinauf S. v. Laroche frl. v. Sternheim 2, 35. mit angabe des zieles, attributiv zu treppe gestellt: so stieg ich die treppe nach einer ... gallerie hinauf G. Keller w. 4, 177. nicht selten findet zusammenrückung des adverbs mit treppe statt: sie stiegen nun wieder treppauf Fontane ges. w. I 2, 76; treppauf gelangten wir nun in den corridor Matthison schr. 2, 19; wie eine spinne rannte der knabe treppan G. Keller ges. w. 7, 227; davon treppansteigend: gemurmel zahlreicher stimmen und schleifendes geräusch treppansteigender füsze C. F. Meyer Jürg Jenatsch (1901) 265. wenn der richtungsbegriff schon im verb liegt, kann seine angabe durch adverbiale bestimmungen fehlen; so vor allem bei steigen, meist mit der nebenvorstellung des mühseligen: wer keine treppen steigen kann, wird nie hoch kommen Wander 2, 1306; wer eine treppe steigt, hält sich gern an der lehne ebda; mit anderm gehalt: (er lernte) wie gesalzen das brot aus fremden händen schmeckt und wie bitter es ist, fremde treppen zu steigen Treitschke hist. u. pol. aufsätze 1, 46.
β)
im umgekehrten richtungssinne: indesz ich die treppe hinunter ging Göthe 31, 143 W.; ich flog die treppe hinunter mit dem festen vorsatze, das haus nie wieder zu betreten 27, 292; die jungfrauen ... schleicht die ... treppen hinab Joh. Wetzel reise der söhne Giaffers 127, lit. ver.; auch hier wie bei α die zusammenrückung des adverbs mit treppe: er ... stapfte wieder treppab Fontane I 2, 81; und liesz den ängstlich vorschnellenden schneider ... mit der lampe voraus treppab leuchten Raabe Abu Telfan (1870) 2, 131; in gelegentlicher analogie auch: dann aber eilte ich trepphinunter aus dem hause G. Keller ges. w. 1, 124. eine besondere gruppe von verbalen verbindungen bringt den höhenunterschied, den die treppe überwindet, in der art der bewegung zum bewusztsein; vor allem die treppe hinunter fallen: mancher fellet ein treppen oder stigen ab, dass er selbs nit weyss wie im geschehen ist theatr. diabol. (1569) 54; darüber war er dermassen ... erschrocken, dasz er gleich die treppen hinunter gefallen und für tott müssen aufgenommen werden Prätorius glückstopf 67. in redensarten (vgl. je höher treppe, je schwerer fall Petri d. Teutsch. weish. 2, j 8ᵃ): er hat einen anschlägigen kopff, wenn er die treppen hinunter fällt Gryphius lustsp. 11 Palm; uneigentlich 'sich die haare schneiden lassen', mundartl. weit verbreitet: Christa Trier. ma. 70; Damköhler Nordharzer wb. 196 (mit nachweis einer parallele aus dem schwedischen); Bruns volksw. d. prov. Sachsen 69; Frischbier preusz. sprichw. 1, 266, vgl. der ist die stiegen 'nabgefallen und hat's haar gebrochen Fischer schwäb. wb. 5, 1757. als oxymoron die treppe hinauffallen in seiner laufbahn unverdientes glück haben Breysig wb. d. bildersprache 230ᵇ. in verkürztem ausdruck ohne ein eigenes bewegungsverb: wenn mich nicht noch ein bedienter ergriffen, so hätte ich gewisz meinen jungen hals die treppe hinunter gebrochen samml. von schauspielen (Wien 1764-69) 2, 26; der ... wunsch, den er mir nachrief, dasz ich auf der treppe den hals brechen möchte Hebbel (1891) 9, 155. mit derselben erlebnisvorstellung übertragen: ich bin auch auff den selben treppen (eines religiösen irrtums) gewest, ich hab aber ein bein druber zubrochen Luther 23, 198 W. so auch bei transitiven verben: ich habe selbst hohe und niedrige geistliche allerhand religion mit verwunderung am tantze geschäfftiger als weltliche gesehen, und liesze der fürst ... einen deszwegen die trapfen hinunter hals über kopff gängelen alamod. techn. interim (1675) 564; bes. jem. die treppe hinunterwerfen u. ähnl.: do warff der son synen vater usz dem bette und dy treppen en nyder jin das husz, als man solde dencke, he hette sich selbest todt gefallen Stolle thür. chron. 204 lit. ver.; mit andrer örtlicher vorstellung: etliche schüler hatten jhren praeceptorem die treppen ... hineingeworfen Lehmann florileg. polit. 4, 206. in neuerer zeit redensartlich abgeschwächt zu 'hinauswerfen': nun bey meiner ehre, es wäre fürwahr kein wunder, sie schmissen mich die treppe hinunter, wenn ich ... käme, sie zu besuchen (1780) Lichtenberg br. 2, 59. burschikos: augere aliquem honore einen die treppe hinunterstoszen Zend. a Zendoriis teutsche winternächte 101. wohl mit anlehnung an tür 1 b: würde man ihm nicht die treppen oder stiegen weisen? Dannhawer catechismusmilch 7, 133.
γ)
beide richtungsangaben verbunden:
wann sich dan nahet ihre zeit,
dasz sie der frucht soll werden queit,
so sollen sie spacieren thon,
die treppen auf und nieder gohn
Ruoff hebammenbuch 249;
mit dem beisinn der emsigkeit oder ruhelosigkeit: als man sie (die heinzelmännchen) hören soll, die treppe herunter und herauff steigen Prätorius anthropodemus pluton. 1, 373; dieser führte ihn trepp auf, trepp ab, sperrte thüren auf und zu Stifter w. 2, 66; so oft formelhaft: und nun ging es sogleich herzhaft an die nöthigen vorbereitungen, trepp auf, trepp ab, die thüren flogen Eichendorff s. w. (1864) 3, 373.
trepp hinauf, hinunter
sonder rast und ruh!
Hoffmann v. Fallersleben schr. 2, 241.
abgeschwächt zur bewegungsbezeichnung schlechthin: Tom Otter ist seines weibes unterthan, er ... geht ... ihr im hause nach, trepp auf und ab, wie ein page Tieck schr. 12, 216; Beathe lief schon an Augusts ... hand trepp auf trepp ab Holtei erz. schr. 18, 161. örtliche vielartigkeit bezeichnend, wenn die parallelsatzteile gleichfalls ortsangaben sind:
die quer und läng
trepp auf, trepp ab, durch enge gäng
verfallne wüste keller
Göthe 1, 166 W.;
er ist mir durch jeden winkel ... nachgeschwebt, oben und unten — trepp auf, trepp nieder Fr. L. Schröder dram. w. 2, 86.
d)
von den sonstigen verbalen verbindungen mit treppe erscheinen diejenigen häufiger, die das akustische moment zum ausdruck bringen:
da knarrte Nettchens treppe
von ihrem fusz
Göckingk ged. (1781) 2, 201;
kaum ist der morgen grau,
so kracht die treppe schon von blau und gelben röcken
mit briefen, ballen, unfrankierten päcken
signiert: an die berühmte frau
Schiller w. 6, 29 Gödeke,
vgl. in dem hause, wo ich wohnte, hatte ich den klang und die stimmung jeder stufe einer alten hölzernen treppe gelernt Lichtenberg verm. schr. 1, 15.
2)
gewisse anwendungen von treppe führen zu bedeutungsabschattungen im sinne von 'treppenabsatz': auf der ersten treppe der kanzlei harrte meiner ... ein 73 jährige mutter Schubarts briefe in D. Fr. Strausz w. 9, 246. besonders aber dient treppe zur angabe des stockwerks, indem der weg an stelle des zieles genannt oder treppe in verbindung mit zahlen u. ä. innerhalb des mehrstöckigen gebäudes als masz genommen wird: er wohnet ein, zwey oder drey treppen hoch Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2014; (er) liesz sich bey seinem nachbar eine treppe hoch melden Nicolai Seb. Nothanker 2, 107; bey der groszen noth um quartiere ... bin (ich) eine treppe höher gezogen Göthe IV 21, 358 W.;
abends, wenns dämmert noch,
steig ich vier treppen hoch,
poch ans thor
Grillparzer s. w. (1887) 1, 42.
3)
bildlicher und übertragener gebrauch.
a)
übertragung auf grund der function (zu B 1 c). das räumliche oben und unten der treppe wird dabei in irgendeinem sinne wertend verstanden. dazu kommen vorstellungen, wie sie auch verwandten begriffen wie leiter, stufe (s. d.) eigentümlich sind; treppe als weg zu einem meist erstrebenswerten ziele, seltener im umgekehrten sinne: den blick stets auf den gipfel der treppe gerichtet, konnte er es nie über sich gewinnen, die unteren stufen zu betreten Geibel briefe 78 Litzmann; die gabe zu unterrichten ... hat jeder mensch ... wer eine treppe in die höhe steigen kann, wird sie auch herabsteigen Hippel lebensläufe 1, 196. besonders scharf bei moralischer wertung: Bruno stürzte den (leib) die treppe der dirnen hinunter A. Schäffer d. prisma (1926) 134; redensartlich: wer die treppe hinunterfällt, musz ohne aufenthalt vorwärts Wander 2, 1307. social wertend: wenn man die treppe kehrt, fängt man oben an 'bei den majoriten, nicht bei den minoriten' Binder 196, mit deutlicherer vorstellung des stufigen: wie der priester ... zu den 7 kleineren ämtern, deren treppe erst zur priesterwürde führen, sich ... hinaufschwingt Jean Paul w. 30, 19 Hempel. auf zeitliches übertragen: die schritte werden immer kleiner im leben, und bin ich ohnlange immer zwei stufen auf einmal die treppe hinaufgestiegen, so wird jetzt eine nach der andern in gemächlichkeit abgetan Görres briefe 3, 616. mit dem empfinden für das bequeme im gegensatz zu sonstigem an- oder abstieg: was unsern wünschen unersteigbare klippen sind, werden jenem (dem unglück) bequeme treppen Fouqué zauberring 1, 47; lasz auch hindernisse wie gebürge zwischen uns treten, ich will sie für treppen nehmen Schiller 3, 37 G. die zielvorstellung wird herrschend: nu ist aber die demut die staffel, leiter und treppen darzu, dasz man hoch steige, und empor komme J. Westphal hoffartsteuffel, im theatr. diabol. 2, 14ᵃ; concreter: ebensowenig fand er für sich oder für ein blatt eine treppe zu ihr J. Paul w. 15-18, 327 H. insbes. für den weg zu gott: das was eine hohe treppen an den Christus hinan Luther 16, 531 W.; das wir nit anfahen, eygen treppen tzu machen und nach got tappen, wie die schullerer unsz leren 8, 397. im 16./17. jh. häufiges bild Mathesius Sarepta (1571) 140ᵇ; Herberger hertzpostille 1, 509; Lohenstein himmelschlüssel (1680) 22. für den weg zum verständnis; zu grunde liegend schon bei Luther in der wendung: wie reimet sich das? die treppen hinein uber heubt undt rucken d. h. 'führt nicht zum verständnis, ist falsch' 33, 111 W.; ähnl. 23, 199;
auf der metaphysik steppe
hat Albin ein schlosz gebaut,
leider ists beym licht beschaut
eine sternwart ohne treppe
Pfeffel poet. vers. 8, 40;
immerhin ihr guten leute!
doch gesteht, in diesem tempel (der natur)
sind die treppen unbequem —
niederträchtig schlechte treppen!
H. Heine w. 2, 378 Elster;
es fehlt mer e trapp 'eine erklärung' Askenasy Frankf. 38. bemerkenswert ist die übertragen gebrauchte, in verschiedener bedeutung verbreitete redensart jemandem etwas auf die treppe legen, werfen ironisch 'jemanden abweisen' Follmann lothr. 102ᵇ; lux. ma. 440ᵇ; Hönig Köln. 182ᵃ; Weyden Kölner sagen (1839) 2, 8; Leihener Cronenberg. 124; brem.-ndsächs. wb. 5, 106. 'jem. ein hindernis in den weg legen' Müller-Weitz Aachen. 247. etwas auf die treppe werfen missilia iacere, stipem publice iacere ('eins ausgeben') Serz teutsche idiotism. (1797) 157ᵇ. wohl im sinne der alten volkstümlichen vorstellung, dasz auf freude leid folgt: wenn das vergnügen im saale ist, ist der verdrusz auf der treppe Düringsfeld sprichw. 1, 254ᵇ;
b)
übertragung von der form der treppe (vgl. bei stufe sp. 296f.) ist meist an concreta gebunden. es kann das ganze der treppe übertragen werden hauptsächlich bei in der natur vorgefundenen stufenbildungen, zunächst mit dem bewusztsein ihrer verwendung: eine natürliche treppe bildeten die baumwurzeln H. Heine w. 3, 51 E.; eine treppe groben gerölles Moltke ges. schr. 4, 21; für geographischgeologische formationen: (die) treppen des Alpengebirges Hölderlin 1, 263 L.; eine massige treppe zerborstener, übereinander gestürzter felswürfel baut zur neuen höhe sich auf H. v. Barth Kalkalpen 505. einzelne merkmale der treppe werden als charakteristisch für andre gegenstände gesehen; nur selten die schrägneigung:
flog dann hinan des ufers jähre treppe,
dasz kies und mergel dran herunter klirrten
Freiligrath ges. dicht. 1, 180.
constitutiv ist das stufige, gegliederte: der mond, der über eine durchbrochene treppe von wolken stieg Jean Paul w. 1, 250 Hempel. zu neuer dingbezeichnung führend: treppchen bei weinnamen: z. b. Erdener tr. von der anlage der weinberge; treppen schneiden 'die haare schlecht, mit abstufungen schneiden' Hönig Köln. ma. 182ᵃ; lux. ma. 440ᵇ; Christa Trier. ma. 70 u. sonst. treppen im gewebten stoffe 'streifen von ungleicher dichte' Br. Bucher reall. 410; wenn ihr ock eure sache besser verstehn thät't. treppen hat's wieder drinne ... a guter weber verschiebt's aufbäumen nich wer weesz wie lange Hauptmann weber (1891) 6. treppen der laffette Beil technol. wb. 607; treppe 'gesägtes eisenband am vorderen ende des pflugbaumes ... zur einstellung des joches' Frischbier 2, 496ᵇ. trappe 'aufschlag am kleid' Kehrein nassau. volksk. 1, 408. — von der wendeltreppe ist übertragen: treppe als teil des schneckengangs im ohr Blancard arzneiwb. 1, 588ᵃ; treppe als schneckenname Campe 4, 877.
C.
zusammensetzungen mit treppe an erster stelle, seit ende des 14. jh. belegt (treppennagel 1399 cod. dipl. Lus. sup. 3, 339; -geld 1420 [s. d.]), gewinnen erst seit dem 17. u. 18. jh. gröszere verbreitung. gebildet werden sie mittels des compositionselementes treppen-, neben dem in vereinzelten nebenformen zu sonst regulären bildungen trepp- vorkommt, s. treppklampe, -luke. sie sind meist technische bezeichnungen. zu grunde liegt ausschlieszlich die bedeutung 'scala'; gelegentliches anklingen von 'gradus' bezieht sich auf die stufenform der treppe, nicht direct auf die bedeutung A selbst, vgl. z. b. treppenaufgang, -strasze, -weg. eine feste gruppe von zusammensetzungen verwendet die gestufte, in regelmäszige absätze gegliederte form der treppe zu übertragener anwendung auf gegenstände von ähnlichem bau oder stufenartiger zeichnung (vgl. B 3 b), z. b. treppenkühler, -moos, -natter, -pasz, -rost, -schnitt, -visier. in manchen fällen klingt auch in den zusammensetzungen die association des minderwertigen an, die dem simplex öfter anhaftet (s. bei B 1 a): treppenarbeit, -heirat, vgl. auch treppenfleisch, -fratz, -schleppe, -träger.
treppenabsatz
unterbrechung der treppe durch eine gröszere plattform Kramer 2 (1702) 1132ᵇ: jetzt war er neben dem stalle auf einem treppenabsatz Alexis Isegrim (1854) 3, 90; ich muszte ihn bitten, auf dem letzten treppenabsatz halt zu machen V. A. Huber (1855) reisebriefe 1, 100; will der herr rath mit uns hinaustreten, nur bis an den ersten treppenabsatz Holtei erz. schr. 6, 184. im 18. u. anfang des 19. jh. dafür auch treppenruhe (s. d.);
treppenaltan
altan, zu dem eine treppe führt: auf dem überdachten treppenalten Auerbach dorfgesch. 3, 179;
treppenanlage
bau, lage einer treppe: trotz des auskunftsmittels in der treppenanlage bleibt immer der raum rechts vom zentrum der gröszere H. Brunn kl. schr. 3, 296;
treppenarbeit
das (jungfernkind) mag eine treppenarbeit gewesen sein, ... so eine arbeit hinter der thüre Eschenburg Shakespeare 3, 223;
treppenarm
seite einer mehrästigen treppenanlage (s. auch treppenast) Müller-Mothes arch. wb. 938ᵇ;
treppenartig adj. u. adv.,
stufig wie eine treppe (s. B 3 b) allg. dtsche bibl. 100, 472; die strasze senkt an dieser stelle sich treppenartig abwärts Matthison schr. (1825) 4, 27; die marksubstanz (der haare) besteht aus längsstreifen, (die) durch querlamellen treppenartig abgetheilt seyen Sömmerring bau d. menschl. körpers 6, 317. auch von kreisförmiger anordnung der absätze: (der münzträger) besteht aus zwei teilen, dem untersatz ... und dem eigentlichen träger, einer kugelhälfte, in deren schnittfläche ... ringe treppenartig eingelassen sind Luschin v. Ebengreuth münzkunde 104; s. auch treppenförmig, -weise;
treppenast
dass. wie treppenarm Mothes illustr. baulex. 4, 368;
treppenaufgang
mündung der treppe auf die strasze oder den hausflur (s. auch treppenfusz): frau Benedicte war unten an dem treppenaufgang stehen geblieben Storm w. 13, 64; anders: es war einer von den neuen waggons mit treppenaufgang Fontane w. I 4, 233;
treppenbacke
'schräges holz, worein die staffeln eingreifen' Eggers kriegslex. 2, 65; s. auch treppenwange;
treppenbalken
hauptbalken der treppe, der die stufen trägt O. Ludwig (1891) 1, 308;
treppenbrüstung
breiteres treppengeländer: besprachen sich an der treppenbrüstung H. König selts. gesch. 89;
treppenfahrt
mit stufen versehene einfahrt in einen schacht Veith bergwb. 168;
treppenfeger
eigentl. 'der, der eine treppe fegt'; mit den geringwertenden associationskräften von treppe (s. B 1 a): die treppenfeger aus der stadt kann man nicht um sich ausstehen dorfprediger v. Wakefield (1777) 118;
treppenfegerin
nun merke ich auch erst, dasz ich mich mit einer treppefegerin habe copulieren lassen Holberg dän. schaubühne (1743) 3, 272;
treppenfenster
fenster des treppenhauses: der hut vom kopfe über das treppenfenster hinab in den hof fället Leipz. avanturieur (1756) 1, 195;
treppenfeuerung
heizanlage mit stufenartiger lage der feuerstellen Muspratt chemie 7, 498;
treppenfleisch
im 17. und 18. jh. öfters belegte verächtliche bezeichnung für die weibliche dienerschaft (vgl. B 1 a): nachdem er hinaus guckte, erblickte er ein subtiles treppenfleisch, welche fragte, ob er mons. Virtuano were polit. mausefalle (1683) f 3ᵃ; wenn das lose treppenfleisch meine heimlichkeiten erschnappet hat der frantzösische betrug (1701) 64; abgefäumtes treppenfleisch Chr. Fr. Henrici ertztsäuffer (Cöln o. j.) c 1ᵇ. mit eindeutigerer festlegung des wohl schon ursprünglich zum begriff gehörenden erotischen gehaltes: zofe heisset auch eine hure: in Sachsen eine kammerjungfer oder treppenfleisch Estor teutsche rechtsgelahrtheit 3, 614. noch gebucht bei Pansner schimpfwörterbuch (1839) 71ᵃ;
treppenflucht
reihe von treppen Mothes ill. baulex. 4, 368; über drei sehr steile treppenfluchten hinauf Ritter erdkunde 3, 676;
treppenflur
längerer gang, corridor, der von einer treppe zur anderen führt: oben auf dem weiten treppenflur Laube ges. schr. 15, 67; dann auch für das 'treppenhaus' überhaupt, besonders für den zu ebener erde gelegenen teil;
treppenförmig adj. u. adv.,
in der (gestuften) form einer treppe (vgl. B 3 b): die treppenförmig in felsen gehauene ... strasze J. H. Meyer mahlerische reise (1793) 61; die treppenförmig übereinander gelagerten felsschichten H. v. Barth nördl. Kalkalpen 84. in wissenschaftlicher terminologie: scalaris, treppenförmig oder treppig (wie) die strunklosen hüte von Polyporus cryptatum (welche) übereinander aus baumstämmen ... hervorwachsen Bischoff wb. d. beschr. botanik 179 (vgl. treppengefäsz, -moos); die krystalle (des grünbleierzes) sind ... treppenförmig Zappe min. hand-lex. 1, 419; (das natronalaun) krystallisirt in octaedern, deren flächen ... treppenförmige vertiefungen haben Sprengel chemie f. landw. 1, 681 (vgl. treppenkies);
treppenfratz
(vgl. B 1 a) als schimpfwort: dieser hölzerne treppenfratz Lindenborn Diogenes 2, 413;
treppenfusz
das untere ende einer treppe: er schlich ... sacht nach dem treppenfusze Immermann w. 4, 19 Boxb.;
treppengebäude
treppengebäude von gyps ... machen den aufenthalt (im schlosz) sehr zweydeutig Göthe 35, 88 W.;
treppengefäsz
'treppengefäsze (botanisch) haben unregelmäszige, durch lang in die quere gezogene tüpfel unterbrochene wandverdickungen' Gerke botan. wb. 194ᵇ; Hartig forstl. conv.-lex. 675;
treppengehäuse
treppenhaus: von dem fenster unsers ganges zum fenster des treppengehäuses hinüber Bahrdt gesch. s. leb. 1, 59;
treppengeländer
vereinzelt -gelände Gutzkow zauberer v. Rom 8, 287; A. v. Droste-Hülshoff w. 1, 243 Cotta; 'treppengeländer heiszen die tischler die beschläge der treppen, nicht durch aneinander gesetzte bretstücken, sondern mit ausgeschweifften setzstücken, theils zu einiger zierrath, vornehmlich aber das licht binnen der treppen zu haben' Beier-Struve allg. handlungslex. (1722) 435ᵃ; (der) baum ..., der aus dem hayn herabstieg, um als treppengeländer zu dienen Lichtenberg erkl. der Hogarthischen kupferstiche 3, 351; s. auch treppenhabe, -holm, -lehne;
treppengeld
'lohn, getreide auf den kornspeicher zu tragen' Ziesemer ausgabenb. d. Marienb. hauscompturs, register: item 4 sc. treppengelt (a. d. j. 1420) ebda 355; 9 sc. treppengelt ebda 356;
treppengerüst
schaugerüst, dessen sitze stufenartig angeordnet sind: mädchen, welche wie an einem treppengerüst (eines röm. theaters) bis an die wand hinauf saszen Jean Paul w. 48, 353 Hempel;
treppengewinde
sie zog hinauf das treppengewinde
Böhme volkstüml. lieder 110;
treppengewölbe
gewölbe für eine treppe: wir können damit schon gute fortschritte thun, die treppengewölbe und hauptmauern aufführen Göthe IV 11, 62 W.;
treppenglück
zu spät kommendes glück, nach treppenwitz gebildet (s. d.): wie der witz mancher menschen nicht mit der gelegenheit gleichen schritt hält, sodasz die gelegenheit schon durch die türe hindurch ist, während der witz noch auf der treppe steht, so giebt es bei anderen eine art von treppenglück, welches zu langsam läuft, um der schnellfüszigen zeit immer zur seite zu sein: das beste, was sie von einem erlebnis, einer ganzen lebensstrecke zu genieszen bekommen, fällt ihnen erst lange zeit hinterher zu, oft nur als ein schwacher gewürzter duft, welcher sehnsucht weckt und trauer Nietzsche w. 3 (1899) 169;
treppengrund
dass. wie treppenrost: wie überköstlich dieses gebäu gewesen, kan man noch diese stunde aus den daselbst vorhandenen marmorstükken, treppengründen und seulenfüssen wahrnehmen Schottelius horr. bell. grammatic. a 2ᵇ;
treppenhabe
geländer: kaum dasz ich die treppenhabe ertappen ... konnte Rosegger schr. II 12, 280;
treppenhalle
halle, in der sich die treppe befindet Hegel w. 10, 2, 350;
treppenhaus
gebäudeteil, in dem sich die treppe befindet: oberbaudirektor Coudray befestigte die beyden groszen zeichnungen im treppenhaus Göthe III 12, 122 W.; ich stand in der nische vom treppenhaus Bettine d. buch gehört d. könig 1, 290;
treppenheirat
nicht standesgemäsze heirat: sagen sie, herr Reinhart, haben sie noch eine treppenheirat zu erzählen? G. Keller ges. w. 7, 131, s. B 1 a;
treppenholm
treppengeländer: er stützte sich vorsichtig gegen die beiden treppenholme Ulitz narrenkarosse 27;
treppenkies
fer sulfuré concrétionné Beil technol. wb. 607;
treppenklampe
treppklampe 'kleine tritte untereinander an die äuszere seite des schiffs gespikert, sodasz sie eine art treppe formieren' Röding wb. d. marine 1, 850; treppenklampe Mothes baul. 4, 370;
treppenkühler
treppenförmiger kühler zum maischekühlen Muspratt chemie 1, 444;
treppenläufer
langer treppenteppich Lueger lex. d. ges. techn. 5, 415;
treppenlehne
treppengeländer Mother baulex. 4, 370;
treppenleiter
eine mit treppenstufen versehene leiter (sonst trittleiter): schauerlich trat man die langen treppenleitern durch die leeren, dumpfen thurmgeklüfte Jean Paul w. 20, 225 Hempel;
treppenlied
lehnübersetzung von canticum graduum, gemeinsame bezeichnung der psalmen 119-133, nach Luthers zählung 120-134, s. auch stufenlied, stufenpsalm: etlich meynen, die priester und leviten haben solche psalm gesungen, wenn sie hynauff ynn den tempel gangen sind, auf den treppen oder stuffen, darumb nennen sie die selben stuffenlied odder treppenlied Luther 15, 363, 2 W.;
treppenloch
loch, in das die treppe mündet: ich will ... durchs treppenloch den mann besehn Immermann 14, 136 Boxb.;
treppenluke
dass. Mothes ill. baulex. 4, 370; auch treppluke écoutille J. F. Schaffer dtsch.-fr. 2, 2, 376;
treppenmantel
'raum, worin die treppe liegt' ebda 4, 370; Mozin-Biber-Hölder 3, 23ᶜ;
treppenmoos
benennung nach der formalen ähnlichkeit m. e. treppe, s. B 3 b: die treppenmoose (haben in der capsel) eine netzförmige haut, (in) durchbrochene zinken eingetheilt Oken allgem. naturgesch. 3, 292;
treppenmündung
auch waren noch andere ... an der treppenmündung Alexis Isegrimm 64;
treppennacht
die dunkelheit, die auf der treppe herrscht:
bis schwer mein schritt in treppennacht versinkt
W. v. Scholz spiegel 178;
treppennagel
zur herstellung einer treppenanlage: vor 1⁄2 sch. treppinnail 22 gr. (1399) codex diplom. Lus. superioris 3, 339;
treppennatter
natter mit stufenartiger zeichnung Brehm tierl. 7, 304 P.-L.;
treppenpasz
fischwehr, bestehend aus einer breiten wasserrinne, in welcher querwände angebracht sind Lueger lex. d. ges. techn. 4, 282;
treppenpfeiler
Mothes baulex. 4, 370;
treppenpflock
stärkere säule des geländers:
und auf jedem treppenpflocke
müde lächelnd amoretten
Rilke erste ged. 3;
treppenpfosten
dass.: in einem topfe ist sie (die fuchsie) wenig werth, kaum auf treppenpfosten zu gebrauchen L. Becker bilder aus d. fremde 1, 85;
treppenpyramide
pyramide, die sich in stufenartigen absätzen erhebt, stufenpyramide: die treppenpyramide des Belus (war) von Xerxes der zerstörung preisgegeben worden A. v. Humboldt kosmos 2, 196;
treppenreue
diese treppenreue, wie man es nennen kann, ist sehr traurig Auerbach w. (1845) 18, 19, vgl. treppenwitz, -glück;
treppenrost
1) eine besondere feuerung: treppenrost stufenförmig abfallender rost Karmarsch-Heeren techn. wb. 2, 534; 2) der die unterste stufe einer treppe tragende unterbau Mothes baulex. 4, 370;
treppenruhe
dass. wie treppenabsatz: die verzierung der treppenruhe mit dem hunde der Diana und dem jungen faun von Belvedere Göthe gespräche 4, 91; die nemliche (bildsäule), von welcher eine ... copie auf der treppenruh ... stand Kotzebue erinn. aus Rom 231; (die stufen) von einer treppenruhe zur andern zu zwölfen gerechnet Regis Rabelais 1, 161;
treppenrundung
die einzelne windung einer wendeltreppe: (er) sah, dasz um das gehäuse eine treppenrundung lief Stifter sämtl. w. 4, 1, 295;
treppensäule
dass. wie treppenpflock:
als, dich in armen, ich das augenlicht
erlöschen fühlt an jener treppensäule
Wessenberg sämtl. dicht. 1, 203;
treppenschacht
schacht, der mit stufen versehen ist Veith bergwb. 400;
treppenschleppe
schelte für ein dienstmädchen: sie können doch keine so eiserne stirne haben, mir zu läugnen, dasz ihnen die treppenschleppe einen brief gebracht hat? Bode Thomas Jones 5, 201;
treppenschnitt
'in der heraldik stufenförmige aufteilung des wappenschildes' Bucher reallex. 410, s. auch stufenschnitt;
treppenschrank
'beschlag zu verbergung einer geheimen treppe' Mothes ill. baulex. 4, 370;
treppenschwelle
oberfläche der stufe: mit rauher hand ... säubert sie die treppenschwellen P. Heyse (1872) 2, 18;
treppenspindel
säule, um die die wendeltreppe läuft Schönermark-Stüber hochbaulex. 840;
treppensprosse
meine gartenlaube mit den treppensprossen, die wäre ja dafür erfunden! Laube ges. schr. 11, 131;
treppensprung
zu B 3 b: (felsabhänge) von denen wasserfälle in reizenden treppensprüngen herabstürzten W. Kirchbach (1891) weltfahrer 266;
treppenstein
einzelne stufe vor der haustür: als unfern dem posthause der postillion einem hause zu nah fuhr, ohne den treppenstein zu bemerken (fiel der wagen um) A. J. Niemeyer beobachtungen auf reisen 3, 154; wenn wir am sommerabend auf den treppensteinen der hausthür ... niederkauerten Heine s. w. 1, 164 Elster;
treppenstiege
1 rthlr. 1 gr. 6 d. vor 6 treppenstiegen allgem. haush.-lex. 1, 93ᵃ; auf der untersten treppenstiege ... brannte ein licht Storm w. 5, 102;
treppenstrasze
wie wir mühselig die endlosen treppenstraszen emporgeklimmt kamen Düringsfeld aus Dalmatien 3, 192;
treppenstufe
gradus:
die ungezählte zahl der irdnen treppenstufen ...
sind in getheiltem moos für müde ruhestätten
Gottsched anm. gelehrs. 2, 611;
bildl: die hand geht (bei der gestikulation d. Indianer) mit jedem 'bu, bu' von oben eine treppenstufe nach abwärts v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens 70; es geht das bestreben der grenzländer nach ... selbstverwaltung, der letzten treppenstufe vor völliger losreiszung tägl. rundschau (1906) nr. 312, 1ᵃ;
treppenstuhl
treppenabsatz: wobey er auf dem ersten treppenstule sich umdrehte Bode Tristram Schandi 4, 98;
treppenträger
liebediener, schmeichler, verleumder; schon spätmnd.: twyerley treppendreger synt by have. etlyke synth swacke treppendreger, alse wen einer allene einen, dem he ungünstich und vyent ys, angifft und beseght. edder dath he szo stark im ruͤggen ys, dat he etlike vele des hoffgesindes up einmal de treppe henup dragen, dat ys vorraden, kan glosse z. Reineke de voss bei Schiller - Lübben 4, 611ᵃ. in der umgangssprache noch heute bisweilen redensartlich;
treppentritt
1) eine kleine leiter mit treppenstufen: da rückte ich mir den treppentritt heran und packte die steine aus dem regal Göhre denkw. u. erinn. e. arbeiters 354; 2) stufe: es war alda ein kleiner brunnen mit etzlichen treppentritten Dianea (Nürnb. 1671) 486;
treppentür
tür die auf eine treppe führt: wie denn auch ... die treppenthüre inwendig verriegelt werden konte schles. Robinson 1, 134;
treppenvisir
man unterscheidet ... rahmen-, treppen- und quadrantenvisire Lueger lex. d. ges. techn. 4, 640;
treppenwange
dass. wie treppenbacke: treppenbacke, treppenwange Eggers kriegslex. 2, 65; in prachtvollerer ausführung als architektonisch wichtiger, stark betonter teil der treppenanlage: Homo bleibt drauszen, in einer stillen conversation mit den steinernen löwen auf den treppenwangen P. Heyse ges. w. 13 (1892) 41;
treppenweg
auf steilen treppenwegen folgte ich einer geputzten menge nach der höhe W. Stier hesper. blätter 18;
treppenweise adv.,
wie eine treppe, vgl. treppenartig, -förmig: dasz man inwendig treppenweise auf allen seiten hinuntersteigen kan (wie auf treppen) Jürgen Andersen orient. reisebeschr. 19 Olearius; in der form einer treppe: jene sitze, die treppenweis im halbkreis aufgemauert Gaudy 20, 36;
treppenwinkel
aus dem dunklen treppenwinkel Seidel vorst.-gesch. 197;
treppenwitz
nachträglicher, zu spät kommender einfall, übersetzung des frz. esprit d'escalier, vor der mitte des 19. jh. aufkommend, s. Ladendorf hist. schlagwb. 314; Gutzkow braucht das wort bereits als allgemein bekannt: jetzt verstand er, was man 'treppenwitz' nennt; demosthenische reden blieben auf seiner zunge liegen zauberer von Rom (1850) 7, 307. seine grosze verbreitung gewinnt es aber erst durch das buch von Hertslet: 'treppenwitz der weltgeschichte' (1882; bis 1886 in 3 auflagen); mit wörtlichem anklang: war es doch schon ein stück treppenwitz der geschichte, dasz derselbe staatsmann ... als geburtshelfer bei der ... wahlreform fungieren sollte L. v. Przibram erinn. (1910) 1, 367; häufig sind occasionelle analogiebildungen, bei denen treppe in allen fällen das zuspätkommen des übergeordneten inhalts ausdrückt z. b. treppeneinfall (tägl. rundschau 1906), -erkenntnis (A. Kerr ges. schr. 5, 418), s. a. oben -glück, -reue, vgl. Ladendorf a. a. o.;
treppenzimmer
(er hatte) in ihrem treppenzimmer mit der demoiselle bekanntschaft gemacht Bode Yoricks empf. reise 2, 103.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1,2 (1932,1934), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 151, Z. 51.

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Zitationshilfe
„träppe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%A4ppe>, abgerufen am 27.09.2021.

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