Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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trappel4, träppel

⁴trappel, träppel,
treppel. 1) f.: charta lusoria, kartenspiel, trappel Megiser thes. polygl. (1603) 1, 250ᶜ; spillet der teuffel mit den menschen die träpele, ... da fählet aber der mensch in spillen Amandus fastenbancket 3 (1705) 502; in einer aufzählung von gesellschaftsspielen Hoffmannswaldau u. a. ged. 4, 5 Neukirch. vielleicht verkürzung von trappelkarte, dieses eindeutschung von trappelierkarte zu trappelieren (s. d.). — 2) m., ein besonders günstiger stich im trapulier-, träppelspiel: 'lage oder talon beim tarockspiel' Unger-Khull steir. 163ᵃ;
wol, es gilt auf gleichen sieg,
einen treppel, einen pick!
Fleming dt. ged. 1, 344 lit. ver.;
die edlen blätter ...
sein dennoch bei dem kartenspiel niemanden angebunden,
wann sich ein guter trappel nur davor hat eingefunden
Senftleben Breszlauischer schlendrian (1731) 2ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1257, Z. 41.

trappel1, m.

¹trappel, m.,
postverbale zu trappeln, vorzugsweise in obd. maa. gebräuchliches wort in verschiedenster mit trappen oder trappeln zusammengehöriger verwendung; gleichbedeutend mit ¹trappe fuszspur oder ³trappe pfote, lauf, fusz, auch nur teil des fuszes Unger-Khull 163; dann bote, läufer ebda, ebenso für das pferd Ostwald rinnsteinsprache 156, schlieszlich übertragen auf einen blödsinnigen menschen: trapel Delling bayr. id. 1, 132; fem.: hart auftretendes weib Fischer nachträge 1765; so auch träppelein eine kleine blödsinnige, trottelnd schwerfällig auftretende person Schmeller-Fr. 1, 672.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1257, Z. 6.

trappel2, f.

²trappel, f.,
'tierfalle'; aufs obd. beschränkt. kaum directe ableitung von ¹trappen, vb. 'hart gehen' mit dem suffix -ilôn, das gelegentlich, freilich sonst nur von starken verben, weibliche gerätebezeichnungen bildet, z. b. schaufel zu schieben, vgl. Kluge nomin. stammbildung³ § 91. eher weiterbildung von dem alten, zumeist nur nd. verbreiteten ⁴trappe, f., 'tierfalle', am wahrscheinlichsten aber entlehnung aus ital. trappola 'falle, mausefalle', das seinerseits auf ein ahd. *trappa zurückgeht. in obd. maa. als 'fangeisen für füchse, marder, mäuse' in verschiedenen formen wie drappel, trappla, dräpl, trapl u. ä., notiert bei Fischer schwäb. 2, 319; Stalder schweiz. id. 1, 298; Tobler appenzell. 448; Schmeller-Fr. 1, 672; Reiser sagen, gebräuche, sprichw. des Allgäus 2, 741; Schöpf tirol. 751/2; Bacher Lusern 406; Zingerle lusern. wb. 55ᵇ; wenn man im frühjahr über land geht, so kann man in den angern und wiesen häufig solche aufgerichtete 'trappelen' sehen v. Hörmann Tiroler volksleben (1909) 435.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1257, Z. 17.

trappel3, f.

³trappel, f.:
'bei den papiermachern, bretter mit löchern, die stangen oder härenen stricke, woran die bogen getrocknet werden, darin zu befestigen' Adelung 4, 648; Campe 4, 860ᵇ; Schaffer dt.-frz. wb. 2, 2, 369; Beil technol. wb. 605. besteht zusammenhang mit frz. drapant, das genau die gleiche bedeutung hat?
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1257, Z. 35.

trappel4, träppel

⁴trappel, träppel,
treppel. 1) f.: charta lusoria, kartenspiel, trappel Megiser thes. polygl. (1603) 1, 250ᶜ; spillet der teuffel mit den menschen die träpele, ... da fählet aber der mensch in spillen Amandus fastenbancket 3 (1705) 502; in einer aufzählung von gesellschaftsspielen Hoffmannswaldau u. a. ged. 4, 5 Neukirch. vielleicht verkürzung von trappelkarte, dieses eindeutschung von trappelierkarte zu trappelieren (s. d.). — 2) m., ein besonders günstiger stich im trapulier-, träppelspiel: 'lage oder talon beim tarockspiel' Unger-Khull steir. 163ᵃ;
wol, es gilt auf gleichen sieg,
einen treppel, einen pick!
Fleming dt. ged. 1, 344 lit. ver.;
die edlen blätter ...
sein dennoch bei dem kartenspiel niemanden angebunden,
wann sich ein guter trappel nur davor hat eingefunden
Senftleben Breszlauischer schlendrian (1731) 2ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1257, Z. 41.

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Zitationshilfe
„träppel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%A4ppel>, abgerufen am 25.09.2021.

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