Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

träubel, m. und f., vereinzelt n.

träubel, m. und f., vereinzelt n.
form und verbreitung.
1)
ableitung zu traube; zur bildung vgl. Wilmanns 2, 265 f.; belegt seit d. 9. jh.: acinum drupilin, thrubili ahd. gl. 1, 356, 25; corimbos trupilun 2, 10, 4 (10. jh.); mhd.: trûbel, triubel. in nhd. schriftsprache fehlt das wort bei nd. schriftstellern, bei md. ist es selten und tritt nur bei obd., besonders südwestdt., häufiger auf.
2)
am häufigsten und verbreitetsten ist das masc.: Rudolf v. Ems weltchron. 18733 E.; s. Alexius 123ᵃ Maszmann; H. Seuse dt. schr. 303 Bihlm.; (obd. 15. jh.) Diefenbach nov. gloss. 6ᵇ; Keisersberg emeis (1516) 62ᶜ; den druffelen Halberstädter bibel (1520) Jerem. 31, 29; Wickram 4, 155 B.; Sebiz feldb. (1579) 333; B. Faber (1587) 114; Rädlein (1711) 1, 884ᵇ; Steinbach (1734) 2, 852. heute noch mundartlich so in ganz Deutschland: Hunziker Aargau 61; Friedli Bärndütsch 2, 262 u. ö.; Seiler Basel 85; Fischer schwäb. 2, 328; Martin-Lienhart elsäsz. 2, 779ᵇ; der träuwl Rückert unterfränk. 183; der traubel Reinwald henneberg. 168; drywel Hertel Thür. 246; triwel Liesenberg Stieger ma. 140; drubbel rhein. wb. 1, 1508; Woeste westf. 59; trobəl Leihener Cronenberg. 124; druffel Frederking Hahlen bei Minden 7ᵇ; drubl Teuchert neumärk. 145. — das femininum ist auf md. u. nd. boden verbreitet: eine drubeln (acc.) W. Gerstenberg chron. 53 Diemar; in der druffelen Halberstädter bibel (1522) Jes. 65, 8 bei Schiller-Lübben 1, 590; die traubel (acc. sg.) Noel Chomel öc.-phys. lex. (1757) 8, 1758; dialektisch: drywəl Hofmann niederhess. 241ᵃ; drauwel Schön Saarbrücken ² 211ᵃ; triwel Hentrich Eichsfeld 78; drubbel, druufele Berghaus Sassen 1, 369ᵇ; drubbel Woeste 59ᵇ; drufele Schambach Götting. 49ᵇ; Damköhler Nordharz. 47ᵃ. fem. ist meist auch die md. nebenform träumel (s. d.). — über das neutrum s. u. sp. 1306.
3)
im inlaut ist -b- die herrschende form, im niederdeutschen daneben auch -f-: thrufle, drufle botrus ahd. gl. 4, 277, 8; 3, 720, 9 (11. u. 13. jh. westfäl.); vgl. Diefenbach n. gl. 47ᵃ (nd. 1417); 58ᵃ (15. jh. nd.); drufel Berghaus Sassen 1, 369; Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 344ᵇ; Woeste westf. 60ᵇ; Schambach Götting. 49ᵃ; Damköhler Nordharz. 47ᵃ. -w- findet sich vor allem in md. dialekten: Rückert unterfränk. 183; Follmann lothr. 109ᵇ; Schön Saarbrück. ²211ᵃ; trywl Arnold pfingstmontag (1816) 145; Hofmann niederhess. 241ᵃ; Estor rechtsgelahrtheit 3, 1421; Hertel Thüring. 246; Hentrich Eichsfeld 78; Liesenberg Stieger ma. 140. -p- nur bei Mankel Münstertal 270; träuppil Schmeller-Fr. 1, 672. — im md. auch in der form träumel (s. d.).
4)
der stammvocal ist im allgem. lang und lautet seit dem nhd. au oder äu, mundartlich auch ū, ǖ, ī, ei. im nd. treten daneben formen mit consonantengemination und kürzung des stammvocals auf; schon mnd. druffelen neben drufelen, s. Schiller-Lübben 1, 590; drubbel rhein. wb. 1, 1508; drubbel, druwwele Woeste westf. 59ᵇ; drubbel, druffel Frederking Hahlen bei Minden 7ᵇ; druffel Schütze holstein. 1, 264; brem.-nds. 1, 264; Adelung 4, 649; Campe 1, 759ᵃ; druwwel Danneil altmärk. 41ᵇ, vgl. auch ostfries. drubbel, druppel Doornkaat-Koolman 1, 343, weiterhin mnd. druppelk Schiller-Lübben 1, 589 mit drümpel, drumpel, drummel Dähnert pomm.-rüg. 90; drümpl, trümpl Danneil altmärk. 41; nur selten in der bedeutung 'uva' (in der druffelen in botro Halberstädter bibel [1520] Jes. 65, 8; vgl. noch unten 1 c; s. rhein. wb. u. Woeste westf. a. a. o.); meist stellen sich diese formen, z. t. in besonderer bedeutungsnüance, zu träubel 2 oder 5 und 6; bei den consonantisch abweichenden formen mit -m- im inlaut und t- im anlaut ist mit der einwirkung von wörtern anderer herkunft zu rechnen, vgl. trüppel.
bedeutung und gebrauch.
1)
die weintraube; in frühnhd. glossaren völlig synonym mit traube verwendet: uva ein draub, draubel Alberus (1540) N n 4ᵃ; uva weyntrübel, trübel, trub Frisius (1541) 915ᵃ; botrus trübel, windrubel Diefenbach 79ᶜ. allgemein, schon seit mhd. zeit:
der trübel süssikait sind so vol,
daz ich nit mer kumber dol
Laszberg liedersaal 1, 105, 31;
von trübeln oder weinberen Laur. Phries spiegel d. artzney (1518) 38ᵃ; die treubel dörffen sie aber wol essen und den most trinken S. Münster cosm. 1128; er snitte also balde abe das edel holtz, daz die trubel schiere bringen sol Tauler pred. 31 Vetter; augen, darausz nachmals ... treibel kumen J. v. Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 33ᵇ. häufig in verbindung mit andern früchten: öpffel und byren, kyrschen, trübel, nüsz und der glichen obsz Keisersberg bilgerschafft (1512) 225ᵇ; des weihens der bonen, traubeln unnd dergleichen G. Nigrinus pap. inquis. (1582) 77; in treubeln, habern, korn (1528) bei Fischer schwäb. 2, 328. meistens mit besonderer färbung:
a)
fruchtstand, traubengehänge, beerenbüschel: racemus drubil ahd. gl. 3, 507, 26; drvͦbelo 255, 45 (obd. 11./12. jh.); trubel, trapp Diefenbach n. gl. 312ᵃ;
idoch sach er sich beneben
stên ein teil wilder winreben,
dâ sûmelich trubel uffe was
passional 96, 46 Köpke;
wiltu frenkisch weinber behalten, nim ein hengel alsz do 5 oder 7 traubeln an hangen kuchenmeisterei (Augsburg 1493) b 5ᵇ; die stöck hangen so voller träubel S. Franck chron. zeitbuch (1543) 1, 286ᵃ; Wickram 4, 155 Bolte; nimm der beerlein gantze träubel v. Hohberg georg. cur. (1692) 1, 227. die wahl des verbs macht diese nuance besonders deutlich: gehit ein man bi adir durch ein wingarten und snidit ein trubel an sine hant rechtsaltert. 2⁴, 84 (Eisenacher rechtsbuch 15. jh.); geluste och die bannwart trübel zu essen, so mag ir ieklich drü trübel in den nechsten stuck reben bi im nemen (1426) weist. 6, 334; der treibel, der an der reben ston bleibt unnd nit under die trot kummet, den fressen die vogel Keisersberg emeis (1516) 62ᶜ.
b)
die vorstellung der einzelbeere ist nur selten: seind schnecken ... hangen an einander wie die treubel Eppendorf Plin. (1543) 72; faulen die treubel, dorren aus, fallen ab Paracelsus op. (1616) 1, 1102ᶜ H. eher 'traubenkern' als 'einzelbeere': acinum drupilin ahd. gl. 1, 356, 25 (vgl. oben sp. 1302) zu: quidquid ex vinea esse potest ab uva passa usque ad acinum num. 6, 4, vgl. acinum, unum granum de botro. i. ein beri 1, 358, 4; acinus ein tribel Diefenbach gl. 9ᶜ.
c)
typische adjectiva, vgl. traube 1 d: für den stand der reife ist vor allem zeitig und unzeitig üblich: fand man ... zytig trübel chron. d. dt. städte (Augsburg) 4, 19; wenn es herbst ist, und die trübel zytig sind Keisersberg postille 3, 81ᵇ; G. Nigrinus von zäub. (1592) 235;
und wenn die drübel zitig si,
so gönge-mer in d räbe
Seiler Basel 85ᵇ;
acinus winberstainli vel unzitiger trubel (15. jh.) bei Diefenbach n. gloss. 6ᵇ; racemus rappe oder unzitig drubel Niger Abbas 70; daz daz korn fulet in der ernen und die trübel rou und unzitig blibent chron. d. dt. städte (Straszburg) 8, 133; (die) sol ... geduncket (werden) ... in safft von unzeitigen treublen W. H. Ryff spiegel d. gesundth. (1544) 153ᵇ; de vedere hebben gegetten den bitteren druffelen (uvam acerbam) Halberstädter bibel (1520) Jerem. 31, 29. farbadjective: rubilianum roter trübel (15. jh.) bei Diefenbach n. gl. 321ᵃ; amenium (sc. vinum) wisse trübel ebda 20ᵇ; aminium wiesse trubel Niger Abbas 22; zu balatine huensch trubel Diefenbach (15. jh.) n. gl. 20ᵇ vgl. Diefenbach-Wülcker 662 sowie heunische traube sp. 1291 und als gegensatz frensch trublin sp. 1323.
d)
die festeren verbalen verbindungen sind im allgemeinen dieselben wie bei traube 1 e; vgl. z. b. für hängen oben 1 a. S. Franck und Wickram; mit beziehung auf die reife: uva varians ein draubel, der sich beginnet zu färben B. Faber thes. (1587) 976, auf die traubenlese: er solt ein meszer mit nemmen, drübel abzehuͦwen F. Platter tagebuch 210; man braucht uns trübel abzelesen ebda 132, oder auf die kelterung: der tribel (musz) vor getrottet werden, ee man trinck Geiler v. Keisersberg emeis (1516) 62ᶜ; wie man den wein usz den treibelen truckt ders. evangelibuch (1515) 5ᵈ.
e)
als wirtshausname in Straszburg: zu dem trübel (1335, 1466) Ch. Schmidt wb. d. elsäsz. ma. 361ᵇ.
f)
in mhd. zeit auch gelegentlich im bilde:
mange kurze scheiteln truoc ir hâr,
krisp unz an die swarten ...
mit spæchen borten kleine,
die verwiert wârn mit gesteine,
hete ieslîch triubel sîn sunderbant,
daz man niht ze vaste drumbe want
Wolfram von Eschenbach Willeh. 154, 17 Leitzm.;
ir reiden hares triubel
gedrungen und gewunden
nach megde sitte gebunden
Martina 219, 28 Keller;
alz gold gespunen ward ir har
gedoldet als die treubel
Suchenwirt 83ᵃ, 213 Primisser;
ähnlich Myller dt. ged. d. 12 -14. jh. 3, 26; in der theologischen allegorie:
sie was ouch nu vil lise
gedrenket, die vil gude,
mit dem heren bluͦde
des drubelen, daz der ware Crist
unser herre selber ist
Elisabeth 9091 lit. ver., vgl. ebda 1090.
g)
sprichwörtliche wendungen: ja, sie sind sauer, hat der fuchs gemeint, wie die träubel zu hoch haben gehängt O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 43; Arnold pfingstmontag (Straszburg 1816) 145; wia der träuwl, sou der moust Rückert unterfränk. 193; die dornhecken bringen kein drübel H. Gebweiler beschirmung (1523) 41ᵇ; Wurm v. Geudertheim auslegung (1524) 2; auf schlehen wachsen kaine träubel Fischer schwäb. wb. 2, 325.
2)
der fruchtstand anderer pflanzen mit trauben- und beerenähnlichen früchten; seit dem nhd. nur in wbb. verzeichnet, in den mundarten jedoch gebräuchlich, z. t. in anklang an träubel 5: corymbus ... allerley treubel von kreutern oder stauden A. Corvinus fons lat. (1673) 207; trǫbəl traubenförmige frucht Leihener Cronenberg. wb. 124; wie traube 2 besonders von Johannisbeeren im compositum oder in zusammenrückung üblich: ribes sunt Johannesdrübel Diefenbach 643ᶜ; Gehannstrauwel Schön Saarbrück. 211ᵃ; Follmann lothr. 181; wein von sanct Johannes trübelen Gersdorff wundarzney (1526) 57ᵃ; Bock kreuterb. (1580) 350. auch von andern dicht und in haufen zusammensitzenden früchten; träubel nicht nur eine gruppe, ein büschel beeren, sondern auch kirschen, äpfel u. dergl. Reinwald henneberg. id. 168; Spiesz henneberg. id. 257; triwel von allen trauben- oder büschelartigen früchten, z. b. auch von kirschen, haselnüssen Liesenberg Stieger ma. 140; trûpəl, m., demin. träipələ anhäufung von baumfrüchten am ende eines zweiges Mankel Münstertal 270; so auch im nd. verbreitet: drubbel dicht zusammenstehende früchte rhein. wb. 1, 1509; druffel, druufele büschel kirschen, beeren, nüsse Berghaus Sassen 1, 369ᵇ; de äppeln wasset bi druffeln 371ᵇ; drūfel ein büschel oder häufchen zusammengewachsener und gedrängt zusammensitzender früchte als äpfel, mit dem stiel zusammenhängende kirschen, Johannisbeeren Doornkaat-Koolman 1, 344ᵇ; Stürenburg 40; drufele, druffel Schambach Götting. 49ᵇ; Damköhler Nordharz. 47ᵃ; druffel mehrere aneinander hangende nüsse oder anderes obst Campe 4, 861. auch vom ganzen fruchtzweig: trübel, trübeli busch, büschelchen, woran früchte hängen Stalder schweiz. id. 1, 311; druffel beeren ein kleiner zweig, woran viele birnen oder beeren dicht beisammensitzen brem.-nds. wb. 1, 264; Adelung 4, 649; drubbel, drubbeschen kleiner, sehr voll hängender zweig mit früchten, bes. kirschen, haselnüsse zu 2, 3 oder mehr auf einem stiele rhein. wb. 1, 1509; vgl. noch unten träubelerbse, -kirsche, träubelweis. litterarisch äuszerst selten:
boume sind manche part
wachsende hoch nach ir art,
grunen, bluen wunenclich,
zwigen (lassen sprieszen) trubeln lobelich
Daniel 2092 Hübner; vgl. noch 2409.
von datteln: dactilus (cf. palma) druuelen (fructus arboris) (15. jh.) bei Diefenbach n. gl. 125ᵃ; dactili botri lange druuen, lange trübel (15. jh.) ebda; lang treubel voc. theut. 1482 bei Diefenbach gl. 165ᵃ; von eicheln: balamita (cf. balanis) eckern drufelen n. gl. 47ᵃ.
3)
frucht- und blütenstände beim korn:
von suzem reine darna
zwiget ez (der hafer) die trubil vin
crucewis
Daniel 2409 Hübner;
trawill, eine weintraube. der hirse hat auch trawile J. G. Estor oberhess. wb. in rechtsgelahrtheit 3, 1421; drywəl bündel ähren Hofmann niederhess. wb. 241ᵃ; vgl. auch träubelweizen, träubelweise, adv. als pflanzenname: agrestis (i. agrimonia) unzydich trubil (15. jh. md.) bei Diefenbach 19ᵇ; iris blowe gilge o. trubel (15. jh. obd.) n. gl. 222ᵃ; vgl. auch meerträubel ephedra distachya teil 6, 1861; Dietrich 3, 760.
4)
der knopf am geschützrohr: traube oder traubel, franz. culasse, ist der äuszerste theil an dem boden eines stückes (d. i. geschützes), welches ihm seine rechte schwere geben hilft und die form einer traube hat Noel Chomel öcon. u. physic. lex. (1757) 8, 2059; die traubel ebda 9, 1758.
5)
menge, haufen, vielheit von gleichartigen einzeldingen: obd. hier nur in den ableitungen träubeln, vb., u. träubelweis belegt (s. dort), vgl. aber traube 6 und träublein 4; im nd. häufig, in engem zusammenhang mit dem gebrauch von träubel 2, wie z. t. schon dort, so hier fast ausschlieszlich in den formen mit kurzvocal: drubl, m., 'haufen' Teuchert neumärk. 145; drufel 'büschel, strausz, klumpen' Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 344ᵇ daneben drubbel, druppel 'klumpen, knäuel, haufen, menge, schar' ebda 1, 343ᵇ; vöhl up een drubbel Stürenburg ostfries. 39ᵇ; drubbel 'dichter menschenhaufen' Woeste westfäl. 59ᵇ; drubbeldicke, adv., 'in menge und dicht zusammen' ebda; drubbel 'kleine häufchen' rhein. wb. 1, 1508; op een drübbeltjen ebda; druffel, drubbel 'schar, menge' Frederking Hahlen bei Minden 7ᵇ; en drufele (druffel) antjen Schambach Götting. 49ᵇ; eine druffel von bäumen, dieser ort liegt zwischen einer druffel von bergen Campe 1, 759ᵃ; im mnd. auch deminuiert: de ander drüppelken bäume (1537) bei Schiller-Lübben 1, 589, vgl. flurbezeichnugen im Sagerholz bei Oldenburg hinter'm dröppel u. ähnl. a. a. o.; im altmärk. drümpl, droppl dann (tannen) Danneil 41; im rüg.-pomm. drümpel, drumpel, drummel 'einzelne dinge, die traubenweise in einem haufen dicht aneinander sitzen' Dähnert 90. weiter ab liegt die anwendung auf die besondere gestalt eines menschen, die für traube u. träubel sonst fehlt: druwwel 'kleiner, aber gedrungener mensch, dessen körperteile gewissermaszen traubenweis an einander gedrängt sind' Danneil altmärk. 41ᵇ; hier ist zu beachten die nachbarschaft von drummel, drumpel, drümpel 'kurzer untersetziger mensch' Dähnert a. a. o., zu drum endstück; drubl 'untersetzter mensch' Teuchert a. a. o.; vgl. drøbəlXən, drybəlkə 'kleines kind, kleine dicke frau' rhein. wb. 1, 1509; ob hierher gehörig auch schweizerisch: trübel rekrut Bächtold-Sträubli soldatensprache 60 ?
6)
vereinzelt wie traube 7 im nd. als gerätenamen: drûfel bohrtraube, bohrwinde, der teil, in welchem das bohreisen befestigt ist Woeste westfäl. 60ᵇ; ebenso draufəl rhein. wb. 1, 1437; druffel hölzerner griff an eisernen bohr- und schneidewerkzeugen Berghaus Sassen 1, 368ᵇ.
7)
träubel als neutrum und deminutiv zu traube ist nur vereinzelt verzeichnet und unsicher, vgl. ə ̃ wei ̃träuppəl, ə ̃ ganzs träuppəl zwèschn Schmeller-Fr. bair. 1, 672; blawe träuppelar (Zillerthal) traubenhyazinthen ebda, s. a. Holl pflanzenn. 173ᵇ. literarische belege noch ungewisser: träublein, traubel, n., uvetta, uvola, uvolina Kramer 2 (1702) 1115ᵇ; das träubel ephedra bei Graszmann dt. pflanzennamen nr. 637 ist wohl abstrahiert aus meerträubel, s. oben 3. die wiedergabe von nd. druufel, druffel u. s. w. mit 'träubchen' u. ähnl. bei Schütze holst. 1, 264; Berghaus Sassen 1, 369ᵇ; Adelung 4, 649 u. a. beruht auf falscher deutung des suffixes. die gebräuchlichen verkleinerungsformen von traube vgl. unter träublein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1302, Z. 27.

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Zitationshilfe
„träubel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%A4ubel>, abgerufen am 25.09.2021.

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