Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

trauf-, träuf-

trauf-, träuf-
in compositionen und ableitungen gehört entweder zum subst. trauf, m. und n., oder zum vb. träufen. im einzelfall ist die zugehörigkeit nicht immer sicher zu entscheiden; die umgelauteten formen (vgl. träufgeschirr, 16. jh.) sind wohl meist mit dem verbum componiert. ursprünglich nur vom subst. gebildet, vgl. traufwurz (gl. Salom.), traufstatt (1352), trauffall (1405), traufrecht (16. jh.), traufgefäll (1524), trauflatte (1532), traufkraut (1557), traufabtrag (1575), tritt doch auch allmählich das verbum als erstes compositionsglied hervor: traufwein (1526), traufwachs (1538), traufbier (1586), so sehr, dasz auch in echten substantivcompositionen die verbale auffassung des ersten gliedes sich geltend macht, zumal nachdem trauf, m. u. n., aus der schriftsprache verschwunden ist; so wohl schon treufziegel (15. jh.), was auch durch den umlaut wahrscheinlich wird. die einzelbildungen siehe an alphabetischer stelle.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1934), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1403, Z. 26.

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Zitationshilfe
„träuf-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%A4uf->, abgerufen am 24.09.2021.

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