Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

trödelei, f.

trödelei, f.
1) verkauf alter sachen, althandel, veraltet: und weil durch alte erkaufte kleider und lumpen ein ort letztlich angesteckt werden kann, so ist alle trödelei mit dergleichen ... gäntzlich inhibiret worden schles. Robinson (1723) 1, 177. 2) wertlose oder alte sachen: trödelei nugae Steinbach dtsch. wb. (1734) 2, 861. meist übertragen: alles schöne fernher gebrachter wissenschaften und künste wird ... eine trödelei, die wir bei seite legen, weil sie uns zuletzt anekelt Herder 22, 215 S.; er ist gar sehr von sich eingenommen, wie der importante ton, und der umschweif zeiget, mit dem er seine trödeleien auskrämt Winckelmann s. w. (1825) 10, 404. 3) saumseligkeit, zaudern, heute die allein gebräuchliche bedeutung:
und über solchem langen wehlen (beim heiraten)
verfällt er auf die trödeley
Chr. Fr. Henrici gedichte (1727) 3, 496;
von dieser trödelei (reise mit einem fuhrmann) hat kein mensch einen begriff Holtei erz. schr. (1861) 13, 213; zorn über diese trödelei und ungewiszheit Bismarck br. an s. braut u. gattin 461; (er) fluchte über die verdammte trödelei Spielhagen 9, 156.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 775, Z. 1.

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Zitationshilfe
„trödelei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%B6delei>, abgerufen am 20.09.2021.

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